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Intermedialität in Print- und Onlinemedien

Title: Intermedialität in Print- und Onlinemedien

Bachelor Thesis , 2006 , 46 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexandra Riebow (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Morgens beim Frühstück in der Tageszeitung blättern oder bei der Arbeit schnell ins Internet, um dort die wichtigsten Neuigkeiten aus aller Welt zu erfahren? Immer mehr Menschen nutzen letztere Möglichkeit. Das World Wide Web versucht seinem Namen alle Ehre zu machen und die Menschen auf der ganzen Welt miteinander zu verknüpfen. Onlinezeitungen und -zeitschriften nehmen dabei eine entscheidende Rolle ein: Sie sind die Brücke zur Welt, indem sie auf Knopfdruck – oder besser: per Klick – die Welt auf den Bildschirm holen. Auf die Minute aktuell und visuell ansprechend. Der Tageszeitung oder Wochenzeitschrift gelingt das nur bedingt. Sie hat nicht die Möglichkeit den Zuschauern bewegte Bilder zu liefern und sich mit dem Lauf der Geschehnisse zu aktualisieren. Sie vereinigt weniger mediale Elemente in sich, ist aber trotzdem intermedial.

In meiner Arbeit möchte ich die Intermedialität in Print- und Onlinezeitungen darstellen. Ich werde zunächst einige der zahlreichen Theorien zur Intermedialität erläutern und diese dann praktisch in der Analyse einzelner Artikel anwenden. Es geht darum aufzuzeigen, wo in einem Zeitungs- oder Onlinezeitungsartikel Intermedialität zu finden ist und welche Bedeutung die einzelnen Komponenten für den Leser haben. Aus diesem Grund wähle ich den deskriptiven Zugang zu den Texten. Durch die Augen des Lesers sollen die Beiträge betrachtet werden – mit all ihren intermedialen Elementen und im Zusammenhang mit dem Medium, in das sie gebettet sind. Schließlich auch mit den daraus resultierenden Folgen für den Rezipienten. Zuletzt wird die Verknüpfung zwischen der Print- und der Onlineausgabe einer Zeitung erläutert. Wie wurde ein Text verändert, um sowohl gedruckt als auch digital zu erscheinen? So soll es nicht nur um Intermedialität in einem Text gehen, sondern auch um die medienübergreifende Intermedialität.

Angereichert mit statistischen Daten zur Internet- und Zeitungsnutzung gibt diese Arbeit einen umfassenden Blick auf zwei intermediale Massenmedien, die sich gegenseitig bedingen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. INTERMEDIALITÄT

2.1. semiotische Betrachtung

2.2. Intermedialität als formaler Prozess

2.3. kommunikativ- semiotischer Untersuchungsgegenstand

2.3.1. Medienkombination

2.3.2. Medienwechsel

2.3.3. Intermediale Bezüge

2.4. Interfaces – der technische Untersuchungsgegenstand

2.5. Intermedialität versus Intertextualität

3. INTERMEDIALITÄT IN GEDRUCKTEN ZEITUNGEN

3.1 Intermedialität am Beispiel „Spiegel“

3.1.1 Mediale Elemente

3.1.2. Medienkombination und intermediale Bezüge im Spiegel

3.1.3. Interfaces im Spiegel

3.2. Intermedialität am Beispiel der FAZ

3.2.1. Mediale Elemente

3.2.2. Medienkombination und intermediale Bezüge in der FAZ

3.2.3. Interfaces in der FAZ

4. INTERMEDIALITÄT IN ONLINEZEITUNGEN

4.1. Hypertextualität

4.1.1. Verknüpfungen

4.2. Intermedialität am Beispiel Spiegel Online

4.2.1. Mediale Elemente

4.2.2. Medienkombination im Spiegel Online

4.3. Interfaces in Spiegel Online

4.3.1. Interfaces im Artikel

4.3.2. Interfaces neben dem Artikel

4.3.3. Die Startseite

4.3.4. Prägnante Extras

4.4. Intermedialität am Beispiel Faz.net

4.4.1 Mediale Elemente

4.4.2. Medienkombination in der faz.net

4.5. Interfaces in der faz.net

4.6. Faz.net im Vergleich mit Spiegel.de

5. DIE TRANSFORMATION

5.1. Ausgangs- und Zielmedium

5.2. Mediale Vorraussetzungen

5.3. Medienwechsel am Beispiel der FAZ

5.3.1. Konstituive, unveränderte Elemente

5.3.2. veränderte und neue Elemente

5.4. Leseverhalten

5.4.1. Der Zeitungsleser

5.4.2. Der Onlinezeitungsleser

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Intermedialität in Print- und Onlinezeitungen anhand der Beispiele „Der Spiegel“ und „FAZ“. Ziel ist es, mithilfe medientheoretischer Ansätze aufzuzeigen, wie unterschiedliche mediale Elemente in Zeitungs- und Onlineartikeln kombiniert werden und welche Bedeutung diese Gestaltung für den Rezipienten und seinen Nutzungsprozess hat.

  • Theoretische Fundierung der Intermedialität (semiotische und technische Betrachtung)
  • Analyse der Medienkombination und intermedialen Bezüge in Print- und Onlineformaten
  • Untersuchung der technischen Schnittstellen (Interfaces) und deren Funktion für die Nutzerführung
  • Vergleichende Analyse des Medienwechsels von Print- zu Onlineartikeln
  • Gegenüberstellung von Zeitungsleseverhalten und digitalem Rezeptionsverhalten

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Medienkombination und intermediale Bezüge im Spiegel

Das von Rajewsky beschriebene „mediale Zusammenspiel“ (S. 19) wird bei diesem Spiegelartikel sehr deutlich. Die vorhandenen Medien sind Bild, Text und Überschrift. Welche Wechselwirkungen also gehen von Bild und Text aus? Zunächst möchte ich auf die Funktion eines Bildes eingehen und zitiere dazu Siglind Bruhn: „Bildnerische Darstellungen [...] geben Stimmungen und Charaktere, Interaktionen und Konflikte, ja sogar oft Symbole und Konzepte wieder.“ (Helbig: S. 165) Das Bild in der Zeitung, begleitet einen Text und hat so die Funktion, diesen durch das Darstellen von Stimmungen, Charakteren, etc. zu unterstützen.

Sobald der Leser die Seite aufschlägt, fällt ihm das Bild ins Auge. Er soll allein durch den Blick auf das Foto erahnen können, wovon der Artikel handelt. In unserem Beispiel ist es das Bild von Sabine Christiansen in einer ihrer abendlichen Sendungen. Die Moderatorin genau in der Mitte des Fotos, an jeder Seite drei Gesprächsteilnehmer. Sie blickt zu ihrem Sitznachbarn, dem FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle, der gestikulierend ein Gespräch mit den Gästen auf der anderen Seite führt. Vorrausgesetzt der Leser kennt Sabine Christiansen, weiß er nun, dass das Thema „Fernsehen“ oder „Talk-Show“ im weitesten Sinne angesprochen ist und kann weitere Überlegungen anstellen.

Wer nicht gleich ihren Namen parat hat oder sie nicht sofort zuordnen kann, schaut zur Bildunterschrift: „ARD-Talkerin“ Christiansen [...]“ (Spiegel 26/2006: S. 146). In der Wechselwirkung zu der Überschrift, die durch ihre Auffälligkeit fast gleichzeitig betrachtet wird, kann er sofort ableiten, dass die Talk-Show-Moderatorin hier als „Primadonna“ betitelt wird. Link würde den Begriff „Primadonna“ als Kollektivsymbol beschreiben. Sabine Christiansen konnotiert also das Kollektivsymbol einer Primadonna (vgl. Link) und ist somit ein „verwöhnter Mensch [...] der eine [...] Sonderstellung für sich beansprucht“ (Duden). Viel mehr noch: Sie selbst wird zum Symbol der Primadonna, deren Ende nun naht. Nicht nur das Ende der Moderation, sondern auch das Ende einer Frau in einer bestimmten Position.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Thematik der Intermedialität in Print- und Online-Medien ein und definiert den deskriptiven Zugang der Untersuchung.

2. INTERMEDIALITÄT: Es werden zentrale Theorien von Rajewsky, Spielmann und Paech erläutert, um die Begriffe Intermedialität, Medienkombination und Intertextualität zu definieren.

3. INTERMEDIALITÄT IN GEDRUCKTEN ZEITUNGEN: Anhand des „Spiegel“ und der „FAZ“ wird untersucht, wie Text, Bild und Überschrift als intermediales System in Printprodukten zusammenwirken.

4. INTERMEDIALITÄT IN ONLINEZEITUNGEN: Dieses Kapitel analysiert Hypertextualität, Interfaces und Medienkombinationen bei „Spiegel Online“ und „faz.net“.

5. DIE TRANSFORMATION: Hier wird der Medienwechsel von Print zu Online sowie die unterschiedlichen medialen Voraussetzungen und Lesemuster analysiert.

6. FAZIT: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Onlinezeitungen die intermedialen Möglichkeiten des Internets umfassender ausschöpfen als Printmedien, wobei die Nutzerführung zentral bleibt.

Schlüsselwörter

Intermedialität, Printmedien, Onlinezeitungen, Medienkombination, Hypertextualität, Interfaces, Medienwechsel, Rezeptionsverhalten, Spiegel, FAZ, Intertextualität, Schnittstelle, Transformation, Massenmedien, digitale Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Intermedialität – also das Zusammenwirken verschiedener Medienformen – in Print- und Online-Ausgaben von Nachrichtenmagazinen und Zeitungen wie dem „Spiegel“ und der „FAZ“ gestaltet ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Medienkombination, der technischen Gestaltung von Schnittstellen (Interfaces), der Hypertextualität und dem Medienwechsel von gedruckten Artikeln zu digitalen Publikationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wo und wie Intermedialität in den untersuchten Medien stattfindet, welche Bedeutung diese für den Leser hat und wie sich das Rezeptionsverhalten zwischen Print und Online unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin wählt einen deskriptiven Zugang zu den Texten und kombiniert eine semiotische Analyse der Medieninhalte mit medientheoretischen Ansätzen zur Untersuchung technischer Strukturen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Print-Intermedialität, eine Untersuchung der digitalen Hypertext-Strukturen bei Spiegel Online und faz.net sowie einen Vergleich der Transformationsprozesse zwischen diesen Medienformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Intermedialität, Hypertextualität, Medienkombination, Interfaces, Medienwechsel, Rezeptionsverhalten und digitale Transformation.

Warum unterscheidet die Autorin zwischen Print-Spiegel und Spiegel Online?

Die Analyse zeigt, dass Spiegel Online deutlich stärker auf interaktive Elemente wie Videos, Fotostrecken und Hyperlinks setzt, während der Print-Spiegel statischere mediale Elemente wie Text und Foto nutzt, um den Leser zu führen.

Wie unterscheidet sich die FAZ im Vergleich zum Spiegel in Bezug auf die Online-Präsenz?

Die Autorin stellt fest, dass faz.net eher der Print-Tradition der FAZ folgt und den Fokus stärker auf die textliche Informationsvermittlung legt, während Spiegel Online als „Nachrichtenseite“ eine höhere Dynamik und stärkere mediale Aufbereitung aufweist.

Was bedeutet der Begriff „Dazwischen“ in dieser Arbeit?

Der Begriff bezieht sich auf die von der Medientheorie (Paech, Rajewsky) beschriebene Differenzform im Übergang zwischen verschiedenen Medien, die als Bindeglied zwischen Ausgangs- und Zielmedium dient.

Welchen Einfluss hat das Internet auf das Leseverhalten laut der Autorin?

Das Internet fördert eine nichtlineare, selektive Informationssuche, bei der der Nutzer durch Links und Gestaltung gesteuert wird, was eine Transformation des traditionellen „Zeitunglesens“ hin zum „Flanieren“ auf digitalen Plattformen bedeutet.

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Details

Title
Intermedialität in Print- und Onlinemedien
College
Bielefeld University
Grade
1,7
Author
Alexandra Riebow (Author)
Publication Year
2006
Pages
46
Catalog Number
V135934
ISBN (eBook)
9783668793811
ISBN (Book)
9783668793828
Language
German
Tags
intermedialität print- onlinemedien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Riebow (Author), 2006, Intermedialität in Print- und Onlinemedien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135934
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