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Kriterien für ein gelungenes Unterrichtsgespräch. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltags- und Unterrichtsgesprächen

Title: Kriterien für ein gelungenes Unterrichtsgespräch. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltags- und Unterrichtsgesprächen

Term Paper , 2022 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Communication
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In folgender Hausarbeit möchte ich Rahmenbedingungen für Gespräche herausarbeiten: Es werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltags- und Unterrichtsgesprächen dargestellt, anhand derer die Schwierigkeit eines gelungenen Unterrichtsgesprächs unterstrichen werden soll.

Obwohl die Literatur zu diesem Thema recht knapp erscheint, möchte ich besonders auf die „Verteilung des Rederechts“ eingehen, welches eine gängige Praxis der Institution Schule darstellt: Die Aufgabe der Lehrkraft ist nicht nur die Verteilung des Rederechts, sondern auch die Disziplinierung derjenigen Schüler, die sich nicht an die geltenden Regeln halten. Die damit in den Vordergrund tretenden erzieherischen Aspekte können dazu beitragen, dass Interaktionssequenzen ausgesetzt werden. Routinen werden unterbrochen, Themen kurzfristig gewechselt und die Herstellung schulischer Ordnung ausgehandelt.
Anhand dieser Praxis und anderen schulischen Rahmenbedingungen des Unterrichtsgesprächs möchte ich hinterfragen, ob oder inwiefern dies in der Schule überhaupt stattfinden kann.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Gespräch

3. Das Unterrichtsgespräch

3.1 Rollen und Rederecht

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Alltagsgesprächen und Unterrichtsgesprächen. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, unter welchen institutionellen Rahmenbedingungen das Unterrichtsgespräch stattfindet und wie durch die spezifische Verteilung des Rederechts soziale Ordnungen in der Schule hergestellt und disziplinarisch gefestigt werden.

  • Strukturelle Abgrenzung von Alltags- zu Unterrichtsgesprächen
  • Die Rolle der Lehrkraft als Moderator und Instanz der Disziplinierung
  • Bedeutung der institutionellen Zweckgebundenheit von Kommunikation
  • Methoden der Verteilung des Rederechts und ihre soziale Wirkung
  • Paradoxa der unterrichtlichen Kommunikation

Auszug aus dem Buch

3.1. Rollen und Rederecht

Die herkömmlichen Regeln des Sprecherwechsels gelten nicht in institutionellen Kontexten wie Schule, Gericht, Ärzt:innen – Patient:innen-Gesprächen u.v.m.

Nach Becker-Mrotzek/Vogt (2001) werden Institutionen als „verfestigte gesellschaftliche Einrichtungen, die mit speziell ausgebildetem Personal wiederkehrende Aufgaben nach festgelegten Regeln erledigen“ verstanden (vgl. Becker-Mrotzek/Vogt 2001, S. 5). Wie schon im vorherigen Kapitel deutlich gemacht, orientiert sich die Kommunikation sehr stark am Zweck der Institution, in diesem Fall am Zweck der Schule. Die Beteiligten, das heißt sowohl die SuS als auch die LuL sind sich ihrer Rolle bewusst und folgen den vorgelegten Rahmenbedingungen und damit den verbundenen Zwecken bzw. Zielvorgaben der Institution. Die Machtposition des Lehrers hinsichtlich der Schüler spiegelt sich daher nicht nur in den kommunikativen Strukturen, sondern auch in den vermittelten Inhalten wider (vgl. Vogt 2002, S. 73). Die Schüler hingegen sind aufgrund des ernsthaften Charakters der Kommunikation im Unterricht strukturell in ihren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt und befinden sich in einer Abhängigkeitsposition (vgl. Becker-Mrotzek/Vogt 2001, S.16).

In Anknüpfung an A. Hahn kann die Logik der unterrichtlichen Kommunikation auf die paradox erscheinende Formulierung gebracht werden: „Das Verbot zu reden ist auch die Voraussetzung dafür, daß überhaupt geredet werden kann“ (Hahn 1991, S. 96 zit. n. Kalthoff/Kelle 2000, S. 698).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, indem sie die Notwendigkeit einer Differenzierung zwischen alltäglichem Gespräch und schulischer Kommunikation herausstellt und das Ziel der Arbeit sowie den Fokus auf das Rederecht benennt.

2. Das Gespräch: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Alltagsgesprächs, inklusive seiner Kommunikationsmodelle, Rahmenparameter wie Ort und Zeit sowie die Bedeutung des Sprecherwechsels.

3. Das Unterrichtsgespräch: Das Kapitel kontrastiert die schulische Kommunikation mit dem Alltagsgespräch und verdeutlicht, dass Unterrichtsgespräche stark von festen Lernzielen, räumlichen Gegebenheiten und didaktischen Strukturen geprägt sind.

3.1. Rollen und Rederecht: Dieser Abschnitt beleuchtet die asymmetrischen Machtverhältnisse in der Schule und die institutionelle Organisation des Rederechts, welches primär bei der Lehrkraft liegt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und bestätigt, dass die institutionellen Rahmenbedingungen eine freie Kommunikation im Unterricht verhindern, da sie stets der erzieherischen und unterrichtlichen Intentionalität unterliegen.

Schlüsselwörter

Unterrichtsgespräch, Alltagsgespräch, Rederecht, Institution Schule, Kommunikationsstrukturen, Lehrkraft, Schüler, Machtverhältnisse, Sprachdidaktik, Interaktionssequenzen, Schulische Ordnung, Soziale Positionen, Unterrichtsdiskurs, Rollenverteilung, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen und didaktischen Analyse von Unterrichtsgesprächen im Vergleich zum alltäglichen Sprachgebrauch.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die institutionellen Rahmenbedingungen der Schule, die Strukturierung von Gesprächsbeiträgen und die Machtdynamik zwischen Lehrenden und Lernenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum Unterrichtsgespräche trotz ihrer Allgegenwärtigkeit spezifischen institutionellen Einschränkungen unterliegen, die sie von freien Alltagsgesprächen unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und greift auf linguistische sowie soziologische Erkenntnisse zur Unterrichtskommunikation zurück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Gesprächs, die spezifischen Rahmenbedingungen schulischer Kommunikation sowie die Verteilung des Rederechts als Steuerungsinstrument.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind das Unterrichtsgespräch, die Verteilung des Rederechts, institutionelle Rahmenbedingungen und die Asymmetrie in der Kommunikation.

Warum kann im Unterricht nicht einfach frei geredet werden?

Aufgrund der institutionellen Zwecke der Schule unterliegt jedes Gespräch den pädagogischen und didaktischen Zielen der Lehrkraft statt eines freien, ungezwungenen Austauschs.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei der Steuerung des Gesprächs?

Die Lehrkraft fungiert nicht nur als Moderator der Inhalte, sondern auch als Instanz, die durch die Verteilung des Rederechts schulische Ordnung herstellt und Disziplin sichert.

Was besagt die Paradoxie des „Verbots zu reden“ im Unterricht?

Sie beschreibt, dass die strikte Reglementierung und das Redeverbot für alle anderen Lernenden erst die Bedingung dafür schaffen, dass in einem strukturierten Rahmen überhaupt ein inhaltlicher Diskurs stattfinden kann.

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Details

Title
Kriterien für ein gelungenes Unterrichtsgespräch. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltags- und Unterrichtsgesprächen
College
Bielefeld University
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
14
Catalog Number
V1359364
ISBN (PDF)
9783346877116
ISBN (Book)
9783346877123
Language
German
Tags
kriterien unterrichtsgespräch gemeinsamkeiten unterschiede alltags- unterrichtsgesprächen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2022, Kriterien für ein gelungenes Unterrichtsgespräch. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Alltags- und Unterrichtsgesprächen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1359364
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