Die vorliegende Untersuchung behandelt das Thema "Das Ich als Kunstwerk." Wie veränderte sich das Selbstporträt zum Selfie?
Wie verändert sich dieses im Laufe der Jahrhunderte zum Selfie?
Ich erläutere die Geschichte des Selbstporträts und zeige berühmte Kunstwerke auf. Warum sind diese entstanden? Was macht sie besonders?
Danach gehe ich zur Neuzeit über und definiere den Begriff „Selfie“. Welche Merkmale machen ein Selfie aus?
Im Bezug dessen erkläre ich die Sucht nach Selbstdarstellung, Psychologische & soziologische Gründe für die Anfertigung eines Selfies und erläutere die psychischen und physischen Konsequenzen. Ziel der Arbeit ist es, die beiden Medien, Selbstporträt und Selfie vergleichen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Das Selbstporträt
1.1 Begriffliche Definition
1.2 Das Selbstporträt in der Geschichte. Das Selbstporträt in der Kunst und berühmte Kunstwerke
2. Das Selfie
2.1 Begriffliche Definition und Merkmale
2.2 Vom Selbstporträt zum Selfie
3. Das Selfie: Sucht nach Selbstdarstellung, Psychologische & soziologische Gründe für die Anfertigung, psychische und physische Konsequenzen
4. Vergleich des Mediums Selbstporträt, Anfertigungsprozess, Wahrnehmung und Bedeutung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung vom klassischen Selbstporträt zum modernen Selfie und analysiert die psychologischen sowie soziologischen Hintergründe der digitalen Selbstdarstellung in sozialen Medien.
- Historische Entwicklung des Selbstporträts in der Kunst
- Definition und mediale Merkmale des modernen Selfies
- Psychologische Triebfedern für die gesteigerte Selbstdarstellung
- Soziale Folgen und der Druck durch den Vergleich auf Plattformen wie Instagram
- Vergleichende Analyse von künstlerischer Aura und technischer Reproduzierbarkeit
Auszug aus dem Buch
1.2 Das Selbstporträt in der Geschichte. Das Selbstporträt in der Kunst und berühmte Kunstwerke
Seit der Antike hat die Nachahmung eines Menschen die bedeutende Aufgabe, sein Abbild in persona allgegenwärtig werden zu lassen und sein im wortgetreuen Sinn zu verstehendes Repräsentationsbedürfnis zu stillen.
„Diese Stellvertreterfunktion des Porträts kommt das erste Mal bei PLINIUS SECUNDUS D. Ä. (23-79 n. Chr.) zur Sprache, als er über den konkreten Zeitpunkt der Erfindung der Malerei und der Porträtplastik spekuliert“. 3 Der Wunsch nach einem Abbild resultierte aus dem Verlangen, die Erinnerung an die abwesenden Geliebten zu Bewahren.
Das Erinnerungsbedürfnis beschränkt sich in der Antike aber nicht nur auf das privat-familiäre Denken und Empfinden in Bezug auf Lebende Personen. Daneben existiert besonders oft die religiöse Hoffnung, durch das Gedächtnis die Toten lebendig werden zu lassen.4
Demnach soll es die ersten Selbstbildnisse bereits in der Antike gegeben haben. Dem griechischen Bildhauer Phidias wird nachgesagt, er habe sich auf dem Schild, der von ihm gehauenen Statue der Athena Partenos persönlich abgebildet.
Bis über das Mittleralter sind kaum Nachahmungen seiner selbst überliefert worden. Erst in der Renaissance, änderte sich dies Nachhaltig. Man hörte auf, die sichtbare, in ständiger Veränderung begriffene Welt als bloßen Schein zu verstehen: „Was das Auge sieht, ist alles andere als nur die Oberfläche der Welt, es ist die Wirklichkeit selbst“.5
Der Künstler erlangte zu dieser Zeit ein neues Selbstbewusstsein. Er erhielt eine neue Sonderstellung als Wissenschaftler, Philosoph und Denker. Nun war er nicht nur ein Handwerker. Ein Künstler muss eine klare Erkenntnis des Gegenstandes und seines Wesens haben. Deshalb bedarf es z.B. anatomischer Kenntnisse (vgl. Leonardo Da Vinci), zudem musste der Künstler die Gesetze der Wahrnehmung kennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Selbstporträt: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Selbstbildnisses und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die Rolle des Künstlers von der Antike bis zur Renaissance.
2. Das Selfie: Hier wird der Begriff des Selfies definiert, seine technischen Merkmale erläutert und die historische Verbindung zur klassischen Selbstporträt-Malerei aufgezeigt.
3. Das Selfie: Sucht nach Selbstdarstellung, Psychologische & soziologische Gründe für die Anfertigung, psychische und physische Konsequenzen: Das Kapitel befasst sich mit der psychologischen Komponente des Selfie-Trends, den Auswirkungen auf Jugendliche und den durch soziale Medien erzeugten Perfektionsdruck.
4. Vergleich des Mediums Selbstporträt, Anfertigungsprozess, Wahrnehmung und Bedeutung: Abschließend werden klassische Kunstwerke und moderne Selfies gegenübergestellt, wobei insbesondere der Verlust der "Aura" durch die technische Reproduzierbarkeit thematisiert wird.
Schlüsselwörter
Selbstporträt, Selfie, Selbstdarstellung, Kunstgeschichte, Renaissance, soziale Medien, Instagram, Psychologie, Soziologie, Selbstbild, Aura, Reproduzierbarkeit, Identität, Phidias, Vincent van Gogh
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die historische Transformation von der künstlerischen Selbstdarstellung im klassischen Selbstporträt hin zum alltäglichen digitalen Selfie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die kunsthistorische Herleitung des Selbstbildnisses, die technologische Entwicklung der Fotografie, Auswirkungen sozialer Medien auf Jugendliche sowie die psychologischen Gründe für gesteigerte Selbstdarstellung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel der Arbeit ist es, die beiden Medien Selbstporträt und Selfie miteinander zu vergleichen und die veränderten Anfertigungsgründe sowie deren Folgen zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse kunsthistorischer Literatur sowie auf die Auswertung aktueller Studien zu Selfie-Gewohnheiten und psychologischen Auswirkungen in sozialen Netzwerken.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen, die historische Entwicklung künstlerischer Selbstbildnisse, eine Analyse des modernen Selfie-Wahnsinns und einen finalen Vergleich unter Berücksichtigung von Walter Benjamins Medientheorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen das Selbstporträt, das Selfie, die Selbstdarstellung, Identitätskonstruktion sowie die Auswirkungen von Algorithmen und Schönheitsfiltern auf das Selbstbild.
Gibt es eine Definition für den Begriff "Selfitis"?
Die Arbeit greift das (fälschlicherweise als pathologisch bezeichnete) Phänomen der "Selfitis" auf, um das zwanghafte Bedürfnis nach dem Anfertigen und Posten von Selfies als Ausdruck eines psychologischen Prozesses zu beschreiben.
Was besagt die Theorie zur "Aura" im Zusammenhang mit Selfies?
In Anlehnung an Walter Benjamin wird argumentiert, dass das moderne, leicht reproduzierbare Selfie seine künstlerische Einzigartigkeit bzw. seine "Aura" verliert, im Gegensatz zum analogen, historisch gewachsenen Kunstwerk.
- Citation du texte
- Anika Kubirski (Auteur), 2021, Vom Selbstportrait zum Selfie. Selbstdarstellungen in der Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1359373