Der Erfolg eines Unternehmens im marktwirtschaftlichen Wettbewerb zeichnet sich durch den Wettbewerbsvorsprung gegenüber ihren Konkurrenten aus. Dieser Vorsprung kann sich auf mehrere Faktoren beziehen, welche miteinander kombiniert einen Multiplikator des Vorsprungs ergeben. Ein neuer Nutzen für den Kunden entsteht bei Produkten/ Dienstleistungen, welche entweder den Zeitfaktor minimieren, den der Kunde aufbringen muss, den Aufwandsfaktor des Kunden minimieren, welche monetäre Einsparungen für den Kunden darstellen oder welche durch Innovationen eine für den Kunden erstrebenswerte Diversifizierung der bisherigen Produkte erreicht wird.
Ein - häufig vermuteter – kennzeichnender Vorsprung kann durch die Kosten der Produktionsfaktoren entstehen, allerdings können heutzutage Werkstoffe und Betriebsmittel zu annähernd gleichen Bedingungen erworben werden. Für ein Unternehmen, dass bereits im Wettbewerb agiert und einen Kompetenz- und Wettbewerbsvorsprung gegenüber den konkurrierenden Anbietern erarbeiten möchte, ist der Einsatz von hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern lukrativ und erfolgsentscheidend.
Inhaltsverzeichnis
1. Erfolgsfaktor Personal
2. Marketinginstrumente im Personalmarketing
2.1. Produktpolitik
2.2. Preispolitik
2.3. Kommunikationspolitik
2.4. Distributionspolitik
3. Personalbeschaffungs-Mix
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Übertragung klassischer Marketinginstrumente auf den Bereich des Personalmarketings und die Personalbeschaffung, um Unternehmen als attraktive Arbeitgeber zu positionieren. Dabei wird analysiert, wie durch einen systematischen Mix aus produkt-, preis-, kommunikations- und distributionspolitischen Maßnahmen die Qualität und Quantität der Bewerbungseingänge gesteigert werden kann.
- Anwendung des klassischen Marketing-Mix auf die Personalbeschaffung
- Die Bedeutung hochqualifizierter Mitarbeiter als strategischer Wettbewerbsvorteil
- Entwicklung attraktiver Arbeitgeberangebote unter Berücksichtigung von Mitarbeiterbedürfnissen
- Strategien zur zielgruppengerechten Kommunikations- und Distributionspolitik
- Optimierung des Personalbeschaffungs-Mix zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität
Auszug aus dem Buch
2.1. Produktpolitik
Im Fall der Personalbeschaffung stellt die Arbeitsstelle oder –platz das Produkt dar, welcher der Bewerber – in übertragenem Sinne Käufer – erwirbt. Einflussfaktoren sind hierbei das Unternehmen an sich und die zukünftigen gebotenen Perspektiven. Der Bewerber muss hierbei im Vorfeld dem Arbeitgeber vertrauen, da es für die versprochenen Leistungen keine Garantie gibt. Ähnlich wie bei einem Auto- oder Wohnungskauf, erwirbt man den Gebrauchsgegenstand, doch das Gefühl, ob der Käufer sich wohl fühlt oder unwohl, kann nicht im Vorfeld erwirtschaftet werden und auch nicht vorausgesagt werden, erst nach der Eingewöhnungszeit kann der Käufer entscheiden, ob das Auto oder die Wohnung individuell passend ist.
Bezogen auf die Personalthematik bedeutet es, dass der Bewerber nur darauf hoffen kann, ob die vom Gegenüber aufgezählten und als erstrebenswert angesehenen Sachverhalte – wie angenehmes Arbeitsklima mit den Kollegen – sich bewahrheiten und ebenfalls auf dieselbe Weise empfunden werden. Bei dem Wohnungskauf kann man sich nur durch den Besichtigungstermin, keinen genauen Überblick über beispielsweise Nachbarn oder die Lautstärke in der Umgebung verschaffen. Analog zu Personalverfahren kann der Bewerber nur im seltensten Fall eine umfassende, reflektierte Meinung über die Arbeitskollegen, Vorgesetzten und Arbeitsaufgaben bilden. Dem Reaktionsvermögen des Unternehmens bezogen auf die Bedürfnisse der Bewerber sind keine Grenzen gesetzt. Um die bestimmte Stelle als attraktives Produkt mit besonderen, der Konkurrenz stirnbietenden Eigenschaften zu vermarkten, haben Unternehmen mehrere Möglichkeiten, darunter fallen Aufstiegsmöglichkeiten und die gewährende freie Hand (Autonomie) am Arbeitsplatz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erfolgsfaktor Personal: Dieses Kapitel erläutert, warum qualifizierte und motivierte Mitarbeiter einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Unternehmen darstellen.
2. Marketinginstrumente im Personalmarketing: Hier wird der Transfer des klassischen Marketing-Mix auf das Personalmarketing thematisiert, wobei die Bedürfnisse potenzieller Mitarbeiter als zentraler Orientierungspunkt dienen.
2.1. Produktpolitik: Es wird analysiert, wie die Arbeitsstelle als "Produkt" attraktiv gestaltet und durch Vertrauensaufbau vermarktet werden kann.
2.2. Preispolitik: Dieses Kapitel behandelt Gehalt und Zusatzleistungen als verhandelbare Größen, die im Wettbewerb um Talente ein transparentes Angebot erfordern.
2.3. Kommunikationspolitik: Hierbei geht es um die Übermittlung zielgruppengerechter Botschaften, um Absatzwiderstände bei der Personalgewinnung zu überwinden.
2.4. Distributionspolitik: Es werden die Kanäle der Personalgewinnung, wie Stellenausschreibungen und Personalberatung, zur effizienten Ansprache der Zielgruppe untersucht.
3. Personalbeschaffungs-Mix: Dieses Kapitel fasst zusammen, wie das Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente zu einem erfolgreichen Rekrutierungsergebnis führen kann.
Schlüsselwörter
Personalmarketing, Personalbeschaffung, Marketing-Mix, Arbeitgeberattraktivität, Wettbewerbsvorteil, Produktpolitik, Preispolitik, Kommunikationspolitik, Distributionspolitik, Personalbeschaffungs-Mix, Employer Branding, Rekrutierung, Mitarbeitergewinnung, Human Resources, Personalführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Marketinginstrumenten auf den HR-Bereich, um Unternehmen bei der Gewinnung von Fachkräften erfolgreicher zu machen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Der Fokus liegt auf der strategischen Gestaltung des Personalbeschaffungs-Mix analog zum klassischen, marktwirtschaftlichen Marketing-Mix.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen durch die gezielte Anwendung von Marketing-Methoden Arbeitsplätze attraktiver gestalten und die Qualität der Personalgewinnung erhöhen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen wissenschaftlichen Essay, der auf einer Literaturanalyse basiert und etablierte Konzepte des Marketings auf die Personalbeschaffung überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die vier Instrumente des Marketing-Mix: Produkt-, Preis-, Kommunikations- und Distributionspolitik, jeweils angewandt auf den Rekrutierungsprozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zentrale Begriffe sind Personalmarketing, Personalbeschaffung, Arbeitsgeberattraktivität sowie der spezifische Marketing-Mix für Personal.
Wie unterscheidet sich die "Preispolitik" bei der Personalsuche vom klassischen Verkauf?
Im Gegensatz zum Festpreis im Einzelhandel sind Gehalt und Zusatzleistungen im Bewerbungsprozess oft verhandelbar und bilden einen Wettbewerbsfaktor bei der Talenteakquise.
Warum spielt "Empfehlungsmarketing" eine Rolle beim Personal?
Bewerber vertrauen Aussagen von bereits angestellten Mitarbeitern oft stärker als den durch das Unternehmen geschönten Darstellungen im offiziellen Bewerbungsgespräch.
Welche Rolle spielen die von Drumm systematisierten Fragenkomplexe?
Diese neun Fragen unterstützen Unternehmen dabei, ihre Arbeitgeberstrategie systematisch zu hinterfragen und sich aus Bewerbersicht attraktiv zu präsentieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die Personalbeschaffung. Marketinginstrumente im Personalmarketing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1359566