In den 17 Jahren seines Bestehens hat sich das World Wide Web zu einem Massenmedium entwickelt. So haben ca. 65 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren innerhalb der letzten drei Monate das Internet genutzt, davon haben ca. 88 Prozent bereits im Internet eingekauft. Für das Jahr 2010 erwartet der Branchenverband BITKOM, dass von Privatpersonen ca. 145 Mrd. Euro für Waren und Dienstleistungen ausgegeben werden, die direkt über das Internet bezogen werden.
Zur operativen Abwicklung der Bezahlung im Business-to-Consumer-Bereich (B2C-Bereich) haben sich Zahlungssysteme am Markt etabliert, die sich hinsichtlich verschiedenster Kriterien voneinander unterscheiden. Aktuelle Studien belegen, dass der Einfluss des Zahlungssystems weit über die rein technische Bewegung eines Geldbetrages hinausgeht.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit soll es sein, die am Markt befindlichen Zahlungssysteme zu erfassen und sie detailliert zu kategorisieren. Anschließend soll analysiert werden, welche Bedeutung sie einerseits für den Kunden und zum anderen für den Händler im E-Commerce haben können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen von Zahlungssystemen
2.1 Übersicht
2.2 Klassische Zahlungssysteme
2.2.1 Vorkasse
2.2.2 Lastschrift
2.2.3 Nachnahme
2.2.4 Rechnung
2.2.5 Kreditkarte
2.3 E-Payment-Systeme
2.4 M-Payment-Systeme
2.5 Elektronisches Geld
3 Einordnung der Zahlungssysteme
3.1 Zeitpunkt der Zahlung
3.2 Höhe des Zahlbetrages
3.3 Speicherung von Daten
3.4 Nutzerkreis
4 Analyse des Einflusses der Zahlungssysteme
4.1 Anforderungen des Händlers an Zahlungssysteme
4.1.1 Sicherheit
4.1.2 Geschwindigkeit
4.1.3 Kosten
4.1.4 Akzeptanz
4.2 Anforderungen des Kunden an Zahlungssysteme
4.2.1 Sicherheitsaspekte und Vertrauen
4.2.2 Benutzbarkeit
4.2.3 Rabatte und Prämien
4.2.4 Akzeptanz
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die auf dem Markt existierenden Zahlungssysteme im E-Commerce zu erfassen, diese detailliert zu kategorisieren und ihren Einfluss sowie ihre Bedeutung aus Händler- und Kundensicht zu analysieren.
- Klassifizierung gängiger Zahlungsmethoden (klassisch, E-Payment, M-Payment, E-Geld)
- Einordnung der Systeme nach Zeitpunkt der Zahlung, Zahlbetrag und Datenschutz
- Analyse von Händleranforderungen: Sicherheit, Kosten, Geschwindigkeit und Akzeptanz
- Analyse von Kundenanforderungen: Vertrauen, Benutzbarkeit und Anreizsysteme
- Strategische Bedeutung der Wahl des Zahlungsmittelportfolios für den Geschäftserfolg
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Sicherheit
Zunächst besteht das Interesse des Händlers darin, dass das Zahlungssystem einen reibungslosen und stabilen Ablauf der Zahlung ermöglicht. Die technische Stabilität und Zuverlässigkeit lassen sich hiermit als erste bedeutende Variable für den Händler identifizieren. Um diese zu beurteilen, können Händler beispielsweise (Ausfall-)Statistiken der Payment Anbieter oder auch unabhängige Analysen heranziehen.
Es ist anzunehmen, dass ein Händler einem etablierten Unternehmen in dieser Hinsicht mehr zutraut, als einem neu in den Markt eintretenden Anbieter. Vermutlich werden Banken hier als besonders verlässlich, also technisch sicher, eingestuft. Objektiv betrachtet lässt sich jedoch feststellen, dass die Anbieter von Zahlungssystemen in der Regel Großunternehmen sind, die das Funktionieren der technischen Infrastruktur gewährleisten können. Bedeutende Unterschiede zwischen den Anbietern sollte es in Anbetracht der technischen Sicherheit also nicht geben.
Weit größere Differenzen bestehen in der Abwicklung von Transaktionen hinsichtlich der Zahlungsausfallsicherheit. Es liegt in der Natur der einzelnen Zahlungssysteme, dass das Risiko eines Zahlungsausfalls entweder auf Kunden- oder Händlerseite liegt, oder dass das Risiko vom Anbieter des Zahlungssystems getragen wird. Hier wird die Frage relevant, ob der Händler risikobereit oder -avers ist. Ist er eher risikoavers, wird er höhere Kosten für ein Zahlungssystem in Kauf nehmen, um im Gegenzug ein geringeres Risiko einer verspäteten oder komplett ausfallenden Zahlung einzugehen. Das Risiko eines Zahlungsausfalls ist für den Händler minimal, wenn die Zahlung vor der Leistung erfolgt. Mithin ist die Zahlungsausfallsicherheit bei der Vorkasse sehr hoch, weil erst nach der Zahlung die Leistung erfolgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Entwicklung des Internets zum Massenmedium und die Zielsetzung der Arbeit, Zahlungssysteme im E-Commerce zu kategorisieren und deren Bedeutung für Händler und Kunden zu analysieren.
2 Grundlagen von Zahlungssystemen: Stellt verbreitete Verfahren von klassischen Methoden bis hin zu E-Payment, M-Payment und elektronischem Geld vor.
3 Einordnung der Zahlungssysteme: Klassifiziert die verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten anhand von Kriterien wie Zeitpunkt, Betragshöhe, Datenspeicherung und Nutzerkreis.
4 Analyse des Einflusses der Zahlungssysteme: Untersucht spezifische Anforderungen von Händlern (Sicherheit, Kosten, Akzeptanz) und Kunden (Vertrauen, Benutzbarkeit, Rabatte) bei der Zahlungsabwicklung.
5 Fazit und Ausblick: Resümiert, dass kein einzelnes System optimal ist, und unterstreicht die strategische Notwendigkeit, einen auf die Zielgruppe zugeschnittenen Mix aus Zahlungsmethoden anzubieten.
Schlüsselwörter
E-Commerce, Zahlungssysteme, B2C-Bereich, E-Payment, M-Payment, Elektronisches Geld, Zahlungsausfallsicherheit, Kaufabbruchquote, Onlinehandel, Händleranforderungen, Kundenanforderungen, Risikomanagement, Benutzbarkeit, Datensicherheit, Transaktionskosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung von Zahlungssystemen im B2C-Onlinehandel und untersucht, wie diese als Differenzierungsmerkmal zwischen Händlern dienen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung von Zahlungsmitteln, die Analyse von Sicherheits- und Kostenaspekten aus Händlersicht sowie die Untersuchung von Kundenpräferenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die systematische Erfassung und Kategorisierung existierender Zahlungssysteme sowie die Bewertung ihres Einflusses auf den Erfolg im E-Commerce.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Einordnung bestehender Zahlungssysteme auf Basis aktueller Fachliteratur und Marktstudien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Einordnung der Zahlungssysteme nach Kriterien wie Zahlungszeitpunkt und Datenspeicherung sowie eine detaillierte Analyse der Händler- und Kundenanforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie E-Commerce, Zahlungsausfallsicherheit, Abbruchquote, E-Payment und Usability.
Warum ist das Angebot der richtigen Zahlungsmethode für den Händler so wichtig?
Das Angebot beeinflusst maßgeblich die Kaufabbruchquote, da Kunden bevorzugte Systeme nutzen möchten und ein Fehlen dieser Optionen häufig zum Abbruch des Kaufvorgangs führt.
Welche Rolle spielen Sicherheitsaspekte für den Kunden?
Sicherheit vor Datenmissbrauch ist für den Kunden bei der Wahl des Zahlungssystems das wichtigste Kriterium, welches durch Gütesiegel oder die Wahl bekannter, vertrauenswürdiger Anbieter positiv beeinflusst werden kann.
- Quote paper
- Andreas Haftmann (Author), 2009, Die Bedeutung von Zahlungssystemen im E-Commerce, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135986