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Können Kontaktsportarten positive Auswirkungen auf gewalttätige Jugendliche haben? Chancen und Grenzen der Gewaltprävention durch Sport

Titel: Können Kontaktsportarten positive Auswirkungen auf gewalttätige Jugendliche haben? Chancen und Grenzen der Gewaltprävention durch Sport

Examensarbeit , 2021 , 93 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Lisa-Adina Schelick (Autor:in)

Sport - Sportsoziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit stehen folgende Forschungsfragen im Fokus: Welche Chancen, aber auch Grenzen bietet der Sport zur Gewaltprävention? Können Kontaktsportarten trotz ihrer hohen Gewaltbereitschaft positive Auswirkungen auf gewalttätige Jugendliche aufzeigen? Welche Handlungsempfehlungen lassen sich zur Verbesserung der Gewaltprävention durch Sport für gewalttätige Jugendliche ableiten?

Obwohl Fußball und Boxen medial und wissenschaftlich negativ behaftet sind, tauchen die Kontaktsportarten in der Arbeit mit Jugendlichen außerordentlich häufig auf. Der "Mitternachtssport" oder „Sports for more“ können als gewaltpräventive Projekte durch Sport stellvertretend angeführt werden. Auch Waldemar Sidorow, welcher die Box-Akademie in Hamburg als erster Vorsitzender repräsentiert, ist von der positiven Wirkung des Sports überzeugt. "Für uns ist Sport das Medium, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu fördern, ihnen zu vermitteln, wie man Ziele durch regelmäßiges Training erreichen kann", so Sidorow in einem Interview. Vor dem Hintergrund dieser Kontroversen und unterschiedlichen Positionen wird sich mit dem Thema des gewaltpräventiven Potenzials des Sports näher beschäftigt.

Zur Beantwortung der Forschungsfragen werden im ersten Teil theoretische Grundlagen geklärt. Dabei werden der Begriff der Gewalt sowie verschiedene Aggressionstheorien erläutert. Mit dem Fokus auf der „Jugend“ wird die Bezugsgruppe der Arbeit näher spezifiziert. In Kapitel 4 wird anschließend der Begriff der Prävention und seine unterschiedlichen Verwendungen beleuchtet. Der zweite Teil der Arbeit befasst sich mit den Chancen und Grenzen des Sports in Hinblick auf Gewaltprävention. Zunächst werden Potenziale im und durch den Sport herausgearbeitet. Sodann werden Grenzen sowie Kontroversen aufgezeigt und um eine Darstellung des aktuellen Forschungsstandes ergänzt. Im dritten Teil werden schließlich die herausgearbeiteten Erkenntnisse anhand eines realen Jugendsportprojektes diskutiert.

Leseprobe


1 Einleitung

Teil I: Theoretische Grundlagen

2 Gewalt

2.1 Begriffliche Eingrenzung

2.2 Begriffliche Abgrenzung

2.3 Aggressionstheorien

2.3.1 Triebtheorie

2.3.2 Frustrations-Aggressions-Theorie

2.3.3 Lerntheoretischer Ansatz

3 Jugend

3.1 Jugendbegriff

3.2 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter

3.3 Jugendgewalt

3.4 Statistische Befunde

4 Prävention und Sport

4.1 Gewaltprävention

4.2 Sport-, Körper- und Bewegungsprävention

Teil II: Chancen und Grenzen der Gewaltprävention durch Sport

5 Gewaltprävention und Sport

5.1 Gewaltprävention durch Sport

5.1.1 Sportarten der Gewaltprävention durch Sport

5.2 Gewaltprävention im Sport

5.3 Grenzen der Gewaltprävention durch Sport

5.3.1 Kausalitätsannahmen des Sports

5.3.2 Kontroversen der Gewaltprävention durch Sport

5.3.3 Forschungsstand

TEIL III: Fallanalyse

7. Projekt „KICK und Sports for more“ - Prävention von Jugendgewalt

7.1 Projektbeschreibung

7.2 Projektanalyse

7.Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das gewaltpräventive Potenzial des Sports bei Jugendlichen. Das zentrale Ziel ist es, in einem wissenschaftlichen Diskurs die Chancen und Grenzen der Gewaltprävention "im" und "durch" Sport herauszuarbeiten, indem theoretische Grundlagen zu Gewalt und Jugend mit praktischen Erkenntnissen aus spezifischen Sportprojekten verknüpft werden.

  • Theoretische Verortung von Gewalt, Aggression und Prävention.
  • Analyse der jugendlichen Entwicklungsphase und ihrer spezifischen Problemkontexte.
  • Untersuchung von sportbasierten Präventionsmodellen und deren strukturellen Voraussetzungen.
  • Kritische Reflexion der Wirksamkeit von Kampfsportarten und Fußball in der Gewaltprävention.
  • Evaluierung konkreter Fallbeispiele wie die Projekte "KICK" und "Sports for more".

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Triebtheorie

Wenn nach der Ursache von Aggressivität gefragt wird, beziehen sich viele Wissenschaftler auf eine der klassischen Grundposition der Psychologie von Sigmund Freud (vgl. Imbusch, 2010, S.37). Auch Storck (2014) und Imbusch (2010) erklären, dass die Antworten auf die Frage, warum Menschen gewalttätig handeln, oft auf die Triebtheorie von Freud bezogen werden kann. Freud behauptet, dass der Mensch als ein triebbestimmtes Wesen geboren sei, welches im Prozess der Sozialisation mühsam erlernen müsse, die Triebe zu kontrollieren und zu unterdrücken (vgl. Storck 2014, S. 122). Wenn diese Triebe nicht befriedigt werden, spricht die Tiefenpsychologie von einer Entstehung von Unlust, was wiederum Gefühle von Hass und Aggressionen hervorruft (vgl. ebd.) Eine solche Entstehungskette konnte Freud zunächst mit dem Instanzen-Modells erklären. So beschreibt Storck:

„Im Rahmen seines Instanzen-Modells (Über-ICH-ICH-ES) suchte er die Lösung die von ihm entdeckte Problematik darin, dass Menschen lernen müssen, selbst zwischen den Anforderungen des Über-ICH einerseits sowie den Impulsen der eigenen Trieb- und Bedürfniswelt andererseits zu vermitteln.“ (Storck 2014, S. 122)

Freud verstand darunter, dass jeder Mensch, ob er wolle oder nicht, lernen müsse, Unlust auszuhalten. Wichtig war ihm dabei, dass die Menschen lernen Unlusterfahrungen zu steuern, sodass keine Aggressionen oder Neurosen daraus wachsen (vgl. Storck 2014, S.122; Imbusch 2010, S. 38). Übereinstimmend verweisen Imbusch und Storck darauf, dass Freud seine Auffassung später korrigierte. Grund dafür war der Erste Weltkrieg. Insbesondere die schrecklichen Kriegsgeschehnisse, mit u.a. Massenvernichtungen, ließen ihn seine Theorie revidieren (vgl. Imbusch 2010, S. 38). Freud erlangte die Ansicht, dass der Mensch von Geburt an nicht nur die „Libido“, den Lebens- und Sexualtrieb, sondern auch den Destruktionstrieb, auch Todestrieb genannt, in sich trägt (vgl. Storck 2014, S.122). Neben dem Lebens- und Sexualtrieb war Freud der Auffassung, dass auch der Todestrieb kontrolliert und unterdrückt werden müsse. Darauf verweist auch Storck. So heißt es: „Da Freud den Hang zur Aggressivität als Ausdruck eines Triebes begriff, meinte er, dass solch ein Trieb nie ausgeschaltet, sondern nur kontrolliert werden kann,“ (Storck 2014, S.122) Zusammengefasst sagt die zentrale Aussage der ersten Aggressionstheorie von Freud aus, dass Aggression Folge von Unlusterfahrungen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die mediale Präsenz von Jugendgewalt und führt in die wissenschaftliche und gesellschaftliche Kontroverse über die präventive Rolle des Sports ein.

2 Gewalt: Dieses Kapitel definiert und grenzt den Gewaltbegriff, sowie verschiedene Aggressionstheorien wie die Triebtheorie und Frustrations-Aggressions-Theorie, wissenschaftlich ab.

3 Jugend: Hier wird der Jugendbegriff im Wandel der Zeit beleuchtet, die Entwicklungsaufgaben in dieser Lebensphase definiert und statistische Befunde zur Jugendkriminalität analysiert.

4 Prävention und Sport: Das Kapitel erläutert Konzepte der Gewaltprävention und ordnet Sport-, Körper- und Bewegungsangebote methodisch in diesen Kontext ein.

5 Gewaltprävention und Sport: Dieser Teil differenziert zwischen Gewaltprävention "durch" Sport und "im" Sport und untersucht verschiedene Angebotsformen wie den Vereinssport oder informelle Settings.

7. Projekt „KICK und Sports for more“ - Prävention von Jugendgewalt: Die Fallanalyse beschreibt und analysiert die praktischen Ansätze der Berliner Projekte KICK und Sports for more bezüglich ihrer gewaltpräventiven Strategien.

Schlüsselwörter

Gewaltprävention, Sport, Jugendgewalt, Jugendarbeit, Aggressionstheorien, Sozialisation, Entwicklungsaufgaben, Sportverein, Kampfsport, Delinquenz, soziale Kompetenz, Pädagogik, Präventionskonzepte, KICK, Sports for more

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das gewaltpräventive Potenzial von sportorientierten Angeboten im Kontext der Jugendarbeit und betrachtet dabei sowohl theoretische Erklärungsansätze als auch konkrete Praxisbeispiele.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Gewaltbegriffe, die Entwicklungspsychologie der Jugend, theoretische Modelle der Gewaltprävention sowie die praktische Umsetzung durch verschiedene Sportangebote.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Chancen und Grenzen der Arbeit mit gewaltauffälligen Jugendlichen durch Sportkonzepte aufzuzeigen und kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und eine projektorientierte Fallanalyse zur Untersuchung der gewaltpräventiven Praxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Gewalt und Jugend, die Darstellung von Präventionskonzepten im Sport sowie eine detaillierte Fallanalyse der Projekte KICK und Sports for more.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewaltprävention, Sport, Jugendarbeit, Aggressionskontrolle und soziale Kompetenzentwicklung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich "Gewaltprävention durch Sport" von "im Sport"?

Prävention "durch" Sport nutzt den Sport gezielt als pädagogisches Instrument, während Prävention "im" Sport organisatorische Strukturen und Regeln innerhalb des Sportbetriebs betrachtet, um gewaltfördernde Momente zu minimieren.

Welche Rolle spielen Trainer in diesen Präventionsprojekten?

Trainer fungieren als zentrale Bezugspersonen und Vorbilder, denen bei der Vermittlung von Werten und sozialen Kompetenzen eine entscheidende Schlüsselrolle zukommt.

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Details

Titel
Können Kontaktsportarten positive Auswirkungen auf gewalttätige Jugendliche haben? Chancen und Grenzen der Gewaltprävention durch Sport
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
2,0
Autor
Lisa-Adina Schelick (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
93
Katalognummer
V1360253
ISBN (PDF)
9783346883452
ISBN (Buch)
9783346883469
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gewalt Jugend Project Sports for more Prävention Sport Jugendgewalt Aggressionstheorien Triebtheorie Frustrations-Aggressions-Theorie Lerntheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa-Adina Schelick (Autor:in), 2021, Können Kontaktsportarten positive Auswirkungen auf gewalttätige Jugendliche haben? Chancen und Grenzen der Gewaltprävention durch Sport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1360253
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Leseprobe aus  93  Seiten
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