Bewertungen sind seit jeher ein aktuelles Thema. Dies ist leicht nachvollziehbar, denn es liegt in der Natur des Menschen Wert schätzen zu wollen. Dabei läuft immer - bewusst oder nicht - ein Bewertungsprozess ab. Der Prozess der Wertgebung ist dabei immer subjektiv und vergleichend.
Der Wert eines beliebigen Objektes ist somit eine Nutzenfunktion mit einer ganzen Reihe von subjektiv ponderierten, subjektiv wahrgenommenen Variablen.
Es gibt eine ganze Reihe von Varianten, die bis anhin entwickelt worden sind, um den Wert einer Unternehmung zu schätzen. Da all diese Verfahren Wert gleich definieren, müssen sie auch, bei gleichen Annahmen, einen identischen Schätzwert liefern. Da die
Unternehmensbewertung jedoch ein komplexes Gebiet ist, ergibt sich häufig bei der Anwendung von verschiedenen Bewertungsvarianten ein unterschiedlicher Schätzwert. Ausgehend davon wird dann versucht eine Begründung zu liefern, weshalb eine gewisse Bewertungsvorgehensweise einer anderen zu bevorzugen ist.
Ziel dieser Arbeit ist es klar herauszuarbeiten, worin die Fehler für die Abweichung zwischen den Bewertungsmodellen liegen und wie sie vermieden werden können.
Dabei wird insbesondere auf den Fortführungswert eingegangen, da dieser in der Regel die zentrale Ursache für das Auseinanderklaffen der Modelle ist.
Zudem wird analysiert, ob sich aus anderen Gründen eine Empfehlung für den Gebrauch einer spezifischen Modellvariante geben lässt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Fortführungswert (Restwert) in der Unternehmensbewertung?
Der Fortführungswert schätzt den Wert eines Unternehmens für den Zeitraum nach der detaillierten Planungsphase. Er macht oft den größten Teil des Gesamtwerts aus.
Warum weichen verschiedene Bewertungsmodelle (DCF, RIM, DDM) voneinander ab?
Theoretisch sind sie äquivalent. In der Praxis führen unterschiedliche Annahmen über den Fortführungswert und den "Steady State" zu signifikanten Abweichungen.
Was besagt die Gordon-Formel?
Die Gordon-Formel wird zur Berechnung des Fortführungswerts genutzt, indem sie einen ewigen Cashflow durch die Differenz aus Kapitalkostensatz und Wachstumsrate dividiert.
Wann ist ein Unternehmen im "stationären Zustand" (Steady State)?
Ein Steady State ist erreicht, wenn das Unternehmen mit einer konstanten Rate wächst und die Rentabilität der Neuinvestitionen den Kapitalkosten entspricht.
Welches Modell bewertet am besten?
Die Arbeit analysiert empirisch, welches Modell (z.B. Residual Income Modell vs. DCF) unter welchen Marktbedingungen die plausibelsten Ergebnisse liefert.
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- Stefano Balestra (Author), 2005, Jenseits des Horizonts: Die Bestimmung des Fortführungswertes in der Unternehmensbewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136045