Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz von Algorithmen in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz und untersucht die davon ausgehenden gesellschaftlichen Risiken im Zeitalter der Digitalisierung. Die gesellschaftlichen Risiken, wie sie in dieser Arbeit identifiziert werden, leiten sich durch die Analyse sozialer Probleme ab. Es werden technische Details zu Algorithmen und Künstlicher Intelligenz beschrieben und deren folgenreicher Einsatz. Die Wirkung von Algorithmen wird zusätzlich durch die weitestgehend philosophischen Konzepte der Rekursivität und Kontingenz verdeutlicht.
Als Ergebnis werden in dieser Arbeit das Vertrauensproblem, Verantwortungsproblem, Fairnessproblem, Bias-Problem, Blackbox-Problem und Kommunikationsproblem identifiziert. Aus dem Blackbox- und Kommunikationsproblem ergeben sich Verluste von Freiheiten und Kontrollmöglichkeiten für Menschen. Die Bias-, Verantwortungs-, Fairness- und Vertrauensprobleme erzeugen Unrechtmäßigkeiten und stören das Gerechtigkeitsempfinden von Menschen. Ein weiterer Aspekt ist das Nichtwissen, welches in vielen dieser Problemfelder hineinwirkt, diese verstärkt, bedingt oder auslöst und im Allgemeinen einen sicheren Umgang beeinträchtigt.
Das Ergebnis bedeutet, dass erzeugte gesellschaftliche Risiken durch den Einsatz von KI und Algorithmen nicht ausreichend beobachtet und kontrolliert werden. Auch sind keine übergeordneten Instanzen oder Ordnungsprinzipien erkennbar und Menschen kennen die Risikoquelle nur bedingt. Des Weiteren ist ersichtlich, dass es einer ausgewogenen, transnationalen, offenen Debatte bedarf und sich die KI-Sicherheitsforschung weiter etablieren muss. Aufklärungsvorhaben, transparente Forschung und eine offene Diskussionskultur sind passende Elemente.
Ein weiteres Element ergibt sich durch die Möglichkeit zur Erarbeitung von Lösungswegen für die identifizierten technischen Probleme bzw. Phänomene. Diese können entkräftet, kontrolliert oder sogar eliminiert werden. Generell gilt es die Sichtweise zu stärken, dass KI und Algorithmen lediglich Instrumente sind und Menschen diese auch nur als solche begreifen sollten. Das bedeutet auch, dass Menschen sich der Chancen und Risiken bewusst sein sollten, die mit der Nutzung eines solchen Instrumentes einhergehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Soziale Probleme
2.2 Künstliche Intelligenz
2.3 Algorithmen
2.4 Rekursivität
2.5 Kontingenz
3. Untersuchung
3.1 Ergebnisse
3.2 Diskussion
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die sozialen Problemstellungen, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Algorithmen in modernen Gesellschaften entstehen. Ziel ist es, die entstehenden gesellschaftlichen Risiken zu identifizieren, zu benennen und die zugrundeliegenden Mechanismen der Verantwortungs- und Vertrauensproblematik aufzudecken.
- Analyse der soziologischen Dimensionen von KI und Algorithmen
- Untersuchung des Verhältnisses von technischen Systemen und menschlicher Verantwortung
- Diskussion von Vertrauensproblemen und algorithmischer Diskriminierung (Bias)
- Kritische Reflexion gesellschaftlicher Machtverhältnisse durch Automatisierung
- Erkenntnisgewinn zu den Themen Rekursivität und Kontingenz in technologischen Prozessen
Auszug aus dem Buch
2.2 Künstliche Intelligenz
Nachdem im letzten Abschnitt soziale Probleme thematisiert worden sind, werden in einem nächsten Schritt die technischen Grundlagen ausgeführt. Der Einsatz und die Entwicklung von künstlicher Intelligenz haben die Anwendungsmöglichkeiten von Algorithmen in technischen Systemen gesteigert. Zunächst wird beschrieben, worum es sich bei einer künstlichen Intelligenz handelt und welche Definitionen dieser zugrunde liegen. Des Weiteren wird mit den künstlichen neuronalen Netzen die wirkungsvollste Technologie im Rahmen der künstlichen Intelligenz erörtert. Außerdem werden in diesem Zusammenhang Formen des maschinellen Lernens und deren Relevanz herausgearbeitet.
Die Bezeichnung Künstliche Intelligenz wird im Allgemeinen mit KI abgekürzt (vgl. Mader et al. 2020: 53). Eine weitere Bezeichnung ist artifizielle Intelligenz (Christen et al. 2020: 91f) und die dazu passende Abkürzung AI (ebd.: 91f) (vgl. ebd.: 91f). Mit der Bezeichnung KI können sowohl Forschungszweige, spezifische Gruppen algorithmischer Systeme, als auch die Gesamtheit aller Systematisierungen maschineller Lernformen bezeichnet werden (vgl. Kalogeropoulos et al. 2021, Teil 1: 7).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage sowie Erläuterung der Relevanz gesellschaftlicher Risiken durch KI.
2. Grundlagen: Theoretische Herleitung soziologischer Begriffe und technischer Konzepte wie Künstliche Intelligenz, Rekursivität und Kontingenz.
3. Untersuchung: Präsentation der Ergebnisse hinsichtlich der identifizierten Problemfelder wie Kommunikations- und Verantwortungsproblematik.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Problemanalyse und Reflexion über die Bedingungen eines menschengerechten Umgangs mit KI.
Schlüsselwörter
Künstliche Intelligenz, KI, Algorithmen, Soziale Probleme, Gesellschaftliche Risiken, Verantwortungsproblem, Bias-Problem, Blackbox-Problem, Fairness, Vertrauensproblem, Rekursivität, Kontingenz, Automatisierung, Digitale Transformation, Soziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die gesellschaftlichen Risiken und sozialen Probleme, die durch die zunehmende Verbreitung von Algorithmen und KI-Systemen in verschiedenen Lebensbereichen entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Verantwortungsproblematik, das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Maschine, das Fairness-Problem sowie technische Aspekte wie Rekursivität und Kontingenz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Frage lautet: Welche sozialen Probleme entstehen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Algorithmen?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und technikphilosophischer Ansätze zur Einordnung technischer Systeme in den gesellschaftlichen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den technischen Definitionen von KI auch ethische Dilemmata, das Blackbox-Problem und die Auswirkungen von automatisierten Entscheidungsverfahren diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere KI, Soziale Probleme, Verantwortungsproblem, Bias, Fairness und das Konzept der algorithmischen Diskriminierung.
Wie beeinflussen Rekursivität und Kontingenz die KI?
Diese Konzepte erklären, wie technische Systeme unvorhersehbare Ereignisse (Kontingenz) verarbeiten und durch Schleifenbildungen (Rekursion) komplexe Automatisierungsprozesse und eine eigene Eigendynamik entwickeln.
Welche Rolle spielt das Blackbox-Problem in der Argumentation?
Das Blackbox-Problem verdeutlicht, dass die Entscheidungsprozesse komplexer Algorithmen für den Menschen nicht nachvollziehbar sind, was die Übernahme von Verantwortung für diese Entscheidungen nahezu unmöglich macht.
- Arbeit zitieren
- Patrick Böyer (Autor:in), 2023, Künstliche Intelligenz und Algorithmen. Gesellschaftliche Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1360542