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Die Peploskore von der Athener Akropolis. Versuch einer farblichen Rekonstruktion

Title: Die Peploskore von der Athener Akropolis. Versuch einer farblichen Rekonstruktion

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: M.A. Kristin Müller-Wenzel (Author)

Archaeology
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Der weiße Marmor faszinierte im Klassizismus das westliche Europa, als Vorbild galt damals die Antike. Sie verkörperte das klassizistische Ideal, die Definition der Skulptur über ihre Form und nicht über die Farbe. Auch J.J. Winckelmann war ein Vertreter dieses Ideals. Mit seiner Meinung, dass die Plastik im antiken Griechenland unbemalt war, prägte er lange Zeit die Ansichten der Archäologen.

Erst 1815 veröffentlichte Quatremere de Quincy eine Zusammenfassung von antiken Schriftquellen, die eine Polychromie der antiken Plastik bestätigten, und löste somit eine lange Diskussion über die Farbigkeit der antiken Skulptur aus. Aber auch de Quincy konnte sich eine vollständige Bemalung des Marmors nicht vorstellen. Er ging vielmehr von einer leichten Tönung einzelner Elemente, wie Ornamentik, Haare und Attribute, aus, wie bei seiner Rekonstruktion des Jupiters von Olympia.

Mit der Entdeckung von Hittorffund Semper wandelte sich die Diskussion um die Polychromie. Jetzt ging es nicht mehr darum, ob die Statuen bemalt waren, sondern wie intensiv die Bemalung war.

Dieses Problem konnte bis heute noch nicht gelöst werden auch wenn die verschiedenen Farben durch neue Techniken nachgewissen werden können.

Vor diesem Problem steht auch die Peploskore. Mit den neuen Techniken ist es zwar möglich die unterschiedlichen Ornamente zu erkennen und auch die Anwendung von verschiedenen Farben, aber den genauen Farbton und die Intensität der Farben kann auch heute noch nicht nachgewiesen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Peploskore

3. Datierung

4.Befund

5. Die Rekonstruktionen

5.1. Die Rekonstruktion der Gillierons

5.2. Die Rekonstruktion aus Cambridge

5.3. Rekonstruktion von V. Brinkmann

5.3.1. Neue Untersuchungsmethoden

5.3.2. Die Farbrekonstruktion von V. Brinkmann

6. Die Bedeutung der Kore

7. Zusammenfassung

8. Literaturangaben

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Peploskore von der Athener Akropolis unter besonderer Berücksichtigung ihrer ursprünglichen Farbigkeit und deren wissenschaftlichen Rekonstruktionsmöglichkeiten. Das zentrale Ziel ist es, die historischen Befunde der Bemalung zu bewerten, verschiedene Rekonstruktionsansätze kritisch gegenüberzustellen und die ikonographische Bedeutung der Statue im archaischen Kontext zu diskutieren.

  • Historische Entwicklung der archäologischen Diskussion zur Polychromie antiker Skulpturen.
  • Detaillierte Analyse der materiellen Befunde und Farbreste an der Peploskore.
  • Vergleichende Untersuchung der Rekonstruktionen von Gillieron, Cambridge und V. Brinkmann.
  • Einsatz moderner Untersuchungsmethoden wie Streiflicht, UV-Fluoreszenz und UV-Reflektographie.
  • Diskussion der Peploskore als Opferkore oder göttliche Repräsentation (Athena/Artemis).

Auszug aus dem Buch

5.3.1. Neue Untersuchungsmethoden

Um eine genaue Vorstellung über die Farbgebung der Peploskore zu erhalten bedient man sich heute neuerer Techniken, die auch Farbreste, die mit dem bloßen Auge nicht mehr sichtbar sind, wieder erscheinen lassen.

Bei der Verwendung des Streiflichtes, wird die Statue in einem abgedunkelten Raum mit stark gebündeltem Licht angestrahlt. Um ein genaues Ergebnis zu erhalten muss das Licht schräg geführt werden. Mit dieser Methode ist es möglich Markierungen, Vorritzungen undFarbverwitterungsreliefe auf der Statue zu erkennen. Anhand des Farbverwitterungsreliefs können Rückschlüsse auf die Polychromie der Statue gezogen werden, da durch diese Technik die verschiedenen Relieftiefen, die unterschiedliche Farbtöne in verschiedenen Grautönen wiedergeben, hervorgehoben werden. Diese Methode kann mit Mikroskopielampen auch an schwer zugänglichen Stellen angewandt werden, solange jegliche Reflexion des Lichtes an hellen Flächen verhindert wird.

Eine weitere Methode ist die UV-Floureszenz, bei der mit kurzwelligen UV-Licht die Floureszenz auf der Statue in Form von Farbschatten sichtbar gemacht werden kann. Farbschatten sind verschiedene Grauabstufungen, die einzelne Farben hinterlassen haben. Wodurch diese hervorgerufen werden, konnte bis heute noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Es wird vermutet, dass es sich um Mikroorganismen bzw. Huminstoffe handelt, die sich an der Steinoberfläche abgesetzt haben und durch das UV -Licht zum Leuchten gebracht werden. Die Farbschatten sind mit bloßem Auge erkennbar, jedoch sind die Farbabstufungen auf Fotos, die mit einem UV -Sperrfilter gemacht wurden, wesentlich kontrastreicher.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet den Wandel der archäologischen Ansichten von der Vorstellung weißer antiker Plastik hin zur Erkenntnis ihrer ursprünglichen Farbigkeit.

2. Beschreibung der Peploskore: Detaillierte visuelle Charakterisierung der Statue, ihrer Haltung und ihres spezifischen Gewandes.

3. Datierung: Erörtert verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur zeitlichen Einordnung der Kore zwischen 550 und 530 v. Chr.

4.Befund: Dokumentiert die bei der Ausgrabung 1886 gesicherten Farbreste und frühen zeichnerischen Überlieferungen durch Emile Gillieron.

5. Die Rekonstruktionen: Kritische Analyse der verschiedenen Versuche, das ursprüngliche Erscheinungsbild der Statue durch Farbübertragungen auf Abgüsse wiederherzustellen.

6. Die Bedeutung der Kore: Diskussion möglicher Interpretationen der Statue als Opferkore oder als Darstellung der Göttinnen Athena oder Artemis.

7. Zusammenfassung: Fasst die Schwierigkeiten bei der farblichen Rekonstruktion aufgrund lückenhafter Befunde zusammen und reflektiert über den Einfluss moderner Farbverständnisse auf die archäologische Forschung.

8. Literaturangaben: Verzeichnis der wissenschaftlichen Sekundärliteratur und antiken Quellen.

Schlüsselwörter

Peploskore, Akropolis, Polychromie, Farbrekonstruktion, Archaische Plastik, Ependytes, Streiflicht, UV-Fluoreszenz, V. Brinkmann, Emile Gillieron, Opferkore, Athena, Artemis, Marmorplastik, Farbverwitterungsrelief.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Peploskore von der Athener Akropolis, wobei der Fokus auf der Analyse ihrer ursprünglichen farblichen Fassung und der kritischen Auseinandersetzung mit deren Rekonstruktion liegt.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Betrachtung?

Die zentralen Themen sind die Geschichte der Polychromie-Diskussion, die physikalische Befundung von Farbresten, die methodische Analyse historischer und moderner Rekonstruktionsversuche sowie die ikonographische Bedeutung der Statue.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, wie die farbliche Gestaltung der Peploskore rekonstruiert werden kann und ob sich durch das Gewand Rückschlüsse auf ihre Identität als Priesterin oder Göttin ziehen lassen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Neben der Auswertung historischer Zeichnungen von Emile Gillieron werden moderne Verfahren wie Streiflicht-Analyse, UV-Fluoreszenz und UV-Reflektographie zur Identifizierung unsichtbarer Farbspuren diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die physische Beschreibung der Kore, die Datierungsproblematik, die detaillierte Vorstellung der verschiedenen Rekonstruktionsphasen (Gillieron, Cambridge, Brinkmann) und die Deutungsansätze ihrer religiösen Funktion.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Polychromie, archaische Bildhauerei, Farbrekonstruktion, antike Ornamentik, stratigraphische Farbanalyse und die religiöse Typologie der Koren.

Warum ist die Peploskore aus Sicht der Forschung so besonders?

Ihre Besonderheit liegt in ihrem für ihre Entstehungszeit ungewöhnlichen Gewand (Ependytes) und der daraus resultierenden komplexen Bemalung, die sie von zeitgenössischen Chitonkoren abhebt.

Inwieweit beeinflussen heutige Restauratoren die farbliche Rekonstruktion?

Die Arbeit stellt fest, dass jede Rekonstruktion zwangsläufig moderne ästhetische Vorstellungen und persönliche Interpretationen des Rekonstrukteurs einfließen lässt, da die originalen Farbtöne und deren Intensität nicht mehr zweifelsfrei nachweisbar sind.

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Details

Title
Die Peploskore von der Athener Akropolis. Versuch einer farblichen Rekonstruktion
Grade
2,7
Author
M.A. Kristin Müller-Wenzel (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V136059
ISBN (eBook)
9783668355286
ISBN (Book)
9783668355293
Language
German
Tags
peploskore athener akropolis versuch rekonstruktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Kristin Müller-Wenzel (Author), 2004, Die Peploskore von der Athener Akropolis. Versuch einer farblichen Rekonstruktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136059
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