Das Ziel der Arbeit ist es, ein Konzept für ein Seminar aufzustellen, welches pflegende Angehörige kompaktes Wissen und Kompetenzen über die Ernährung bei alten Menschen, Hochbetagten und Langlebigen vermittelt. Auf was sollte bei der organisatorischen Umsetzung geachtet werden bzw. wie könnte diese aussehen, dass alle Teilnehmer:innen einen Mehrwert für sich herausziehen können? Und wie kann dann der Transfer in den Alltag sichergestellt bzw. vereinfacht werden? Welche Punkte zur Ernährung bei alten Menschen, Hochbetagten und Langlebigen sind besonders wichtig und wie kann das Modul gestaltet werden? Was sind die Ursachen für eine Mangelernährung und wie kann dieser vorgebeugt werden? Letzteres wird bereits im nachfolgenden Kapitel behandelt.
Es wird vorab auf die theoretischen und empirischen Grundlagen eingegangen. Es werden Definitionen geklärt und einige Zahlen vorgestellt. In Kapitel 2.2 wird schließlich die Umsetzung dargelegt. Zuerst die organisatorische Umsetzung (2.2.1), anschließend die personelle Umsetzung (2.2.2) und abschließend in 2.2.3 die methodische Umsetzung. Das dritte Kapitel beschreibt das Evaluationskonzept. Da das Kompaktseminar ein Modellkonzept ist, ist es wichtig, dieses zu evaluieren. Welches Konzept dafür ausgewählt wurde und wie diese Evaluation aussehen wird, wird in Kapitel drei näher erläutert. Im vierten Kapitel wird schließlich kurz darauf eingegangen, wie die Seminarbesucher:innen das erlernte Wissen in den Alltag transferieren können. Das letzte Kapitel schließt die Arbeit mit einem Fazit über das Seminarkonzept ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hinführung zur Thematik
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2. Konzeptvorstellung
2.1 Theoretische und empirische Grundlagen
2.1.1 Definitionen
2.1.2 Altersbedingte Veränderungen
2.1.3 Mangelernährung und Defizite an Mikronährstoffen
2.1.4 Referenzwerte
2.1.5 Empfehlungen
2.2 Umsetzung
2.2.1 Organisation
2.2.2 Personal
2.2.3 Methode
3. Evaluation
4. Transfer in den Alltag
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, ein modulares Konzept für ein Kompaktseminar zu entwickeln, das pflegenden Angehörigen wissenschaftlich fundiertes Wissen und praktische Kompetenzen zur Ernährung bei alten, hochbetagten und langlebigen Menschen vermittelt, um insbesondere Mangelernährung vorzubeugen und die häusliche Pflege langfristig zu unterstützen.
- Altersbedingte physiologische Veränderungen und deren Einfluss auf die Ernährung
- Prävention und Erkennung von Mangelernährung im Alter
- Praktische Umsetzung: Gestaltung von Mahlzeiten und Trinkritualen
- Erstellung individueller Ernährungspläne in der häuslichen Pflege
- Evaluationskonzept zur Sicherung der Seminarqualität
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Altersbedingte Veränderungen
„Altern ist ein normaler, lebenslanger, biologischer Prozess, der den gesamten Körper und alle Organe betrifft und für jeden Menschen anders verläuft.“ Dennoch kann gesagt werden, dass im Alter körperaufbauende Prozesse und physiologische Anpassungsmechanismen nachlassen:
Sinnesleistungen nehmen ab: reduziertes Geschmacks- und Geruchsempfinden, vermindertes Verlangen nach Essen und fördert eine einseitige und/oder zu geringe Nahrungsaufnahme; Durstgefühl nimmt ab, Gefahr der Austrocknung, da auch Gehalt an extrazellulärem Wasser im Alter abnimmt.
Veränderungen der Hunger-Sättigungs-Regulation, verringertes Hungergefühl. Kauschwierigkeit und Schluckbeschwerden, erschwerte Nahrungsaufnahme. Veränderung der Körperzusammensetzung, aufgrund verminderter Bildung von muskel- und knochenanabolen Hormonen: Knorpel in Gelenken schrumpft, Schmerzen, Einschränkung der Beweglichkeit; Reduktion der Muskelmasse, aufgrund nachlassender körperlicher Aktivitäten, reduzierter Gesamtenergiebedarf fördert bei unveränderter Ernährung Übergewicht und Adipositas; Abbau der Knochensubstanz, Osteoporose.
Haut wird trockener und dünner, Vitamin-D-Synthese in der Haut nimmt ab, Vitamin-D-Mangel. altersbedingte Veränderung der Schleimhäute im Magen-Darm-Kanal, geringere Produktion von Magensaft und Verdauungsenzyme, atrophische Gastritis kann sich manifestieren, klinisch auffälliger Vitamin-B12-Mangel. Verdauungstätigkeit lässt nach, weil der Muskeltonus und damit das Bewegungsvermögen (Motilität) des Darms abnehmen, Obstipation (Verstopfung) und Nährstoffe (vor allem Vitamine) werden nicht mehr so gut resorbiert.
Arteriosklerose (Arterienverkalkung) aufgrund von langjährigem Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall. ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse weniger leistungsfähig, Insulinmangel, unzureichende Regulation des Glukosespiegels, Diabetis melitus Typ 2. Abbauprozesse im Gehirn, Verwirrtheit, Demenz und/oder Depression.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und die steigende Bedeutung der Ernährung bei pflegebedürftigen alten Menschen.
2. Konzeptvorstellung: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen zu altersbedingten Veränderungen und Mikronährstoffbedarf sowie die organisationale, personelle und methodische Umsetzung des Seminars.
3. Evaluation: Hier wird das Konzept zur Überprüfung des Seminarerfolgs mittels Fragebögen und qualitativer Auswertung nach der Grounded Theory beschrieben.
4. Transfer in den Alltag: Dieses Kapitel thematisiert, wie pflegende Angehörige das erlernte theoretische Wissen und die erstellten Ernährungspläne in der Praxis anwenden können.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz des Seminarkonzepts zusammen und unterstreicht die Bedeutung von Wissensvermittlung und Austausch für pflegende Angehörige.
Schlüsselwörter
Ernährung im Alter, Pflegende Angehörige, Mangelernährung, Mikronährstoffe, Kompaktseminar, Gesundheitsförderung, Demografischer Wandel, Altersanorexie, Trinkrituale, Ernährungsplan, Gruppenarbeit, Evaluation, Gesundheitspsychologie, Prävention, Senioren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit entwickelt ein modulares Kompaktseminar, das pflegenden Angehörigen Fachwissen über die Ernährung im Alter vermittelt, um die Gesundheit der Pflegebedürftigen zu erhalten und Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die altersbedingte Physiologie, die Risiken einer Mangelernährung, der Bedarf an speziellen Mikronährstoffen sowie die praktische, methodische Umsetzung von Ernährungsschulungen für Angehörige.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Konzepts, das Angehörige durch kompakte Wissenstransfers befähigt, die tägliche Ernährung bei alten und hochbetagten Menschen zu optimieren und individuelle Ernährungspläne zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und Studien (z.B. ErnSiPP, ErnSTES) sowie der Konzeption eines Evaluationsmodells zur Überprüfung der Wissensvermittlung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu altersbedingten Veränderungen und Ernährung, die detaillierte Planung der Seminare, deren Evaluation sowie die Möglichkeiten des Transfers des Erlernten in den pflegerischen Alltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ernährung im Alter, Pflegende Angehörige, Mangelernährung, Mikronährstoffe, Gesundheitsförderung und Prävention.
Wie trägt die Gruppenarbeit zur Effektivität des Seminars bei?
Die Gruppenarbeit soll die Motivation steigern und den Austausch fördern, wobei die Teilnehmer in Begleitung von Fachleuten selbst Lösungen für konkrete Ernährungsprobleme ausarbeiten und so das Wissen aktiv transferieren.
Wie wird der Erfolg des Seminars evaluiert?
Die Evaluation erfolgt am vierten Tag durch einen Fragebogen, der sowohl Wissen abfragt als auch Feedback zum Ablauf und Inhalt einholt, wobei qualitative Antworten mittels der Grounded Theory codiert werden.
Warum wird beim BMI für Senioren ab 65 eine andere Grenze für Mangelernährung gezogen?
Ab einem Alter von 65 Jahren gilt gemäß DGE bereits ein BMI unter 20 als mangelernährt, während bei jüngeren Erwachsenen die Grenzwerte für Untergewicht niedriger angesetzt werden, um dem veränderten Stoffwechsel und den Risiken im Alter Rechnung zu tragen.
Welche Rolle spielt die Krankenkasse in diesem Konzept?
Die Krankenkasse fungiert als Initiator des Kompaktseminars mit dem Ziel, die Gesundheit der pflegenden Angehörigen zu fördern und die häusliche Pflege der Versicherten durch kompetente Versorgung so lange wie möglich aufrechtzuerhalten.
- Arbeit zitieren
- Isabel Bauhofer (Autor:in), 2023, Bewegung und Ernährung bei Senioren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1360694