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Differenz und Geschlecht

Title: Differenz und Geschlecht

Seminar Paper , 2003 , 19 Pages , Grade: gut

Autor:in: Bisrat Wolday (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

In der Einleitung „Differenz und Geschlecht“ zum gleichnamigen Sammelband geben Brigitta Hauser-Schäublin und Birgitt Röttger-Rössler eingangs einen Rückblick auf die Entwicklung der feministischen Perspektiven in der Ethnologie. Diese kritische Auseinandersetzung mit den Theorien der Geschlechterforschung dient ihnen vor allem dazu, sich von den bisherigen Erklärungsmodellen abzugrenzen und die Position des, von ihnen selbst vertretenen, Differenzansatzes zu veranschaulichen. Entsprechend dieser Reihenfolge möchte auch ich zunächst auf die Entwicklung feministischer Perspektiven in der Ethnologie eingehen, um über die Distanzierung von feministischen Thesen in der Ethnologie, den Bogen zur Erläuterung des Differenzansatz zu spannen.
Gemäß Hauser-Schäublins und Röttger-Rösslers Ausführungen entwickelte sich die ethnologischen Geschlechterforschung, ähnlich der Wandlung in Politik-, Kunst- oder Naturwissenschaften, von einem übergreifend geltenden Erklärungsmodel für Geschlechterrelationen, hin zu unterschiedlichen, im Widerspruch zueinander stehenden Erklärungsentwürfen, welche nur noch partikuläre Gültigkeit besitzen. Die Autorinnen sehen zwar den Ursprung der Geschlechterforschung in den „politisch motivierten Frauenbewegung westlicher Industriestaaten“, weisen jedoch explizit darauf hin, dass sich die Verbindung zwischen Geschlechterforschung und politischer Frauenbewegung zwar nicht vollends gelöst, zumindest jedoch gelockert habe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Entwicklung feministischer Perspektiven in der Ethnologie

1.1 Entstehung der „Anthropology of Women“

1.2 Die These der universalen Dominanz des männlichen Geschlechts

1.3 Kritik an der These der universalen Dominanz des männlichen Geschlechts

1.4 Problematisierung des Begriffs „Geschlecht“

2 Die Diskussion um Differenz

2.1 Die Infragestellung der universellen Kategorie „Frau“

2.2 Feministische Ansätze in der Anthropology of Women

2.3 Der Differenzansatz

2.3.1 Differenz zwischen den Geschlechtern (differences between)

2.3.2 Differenz innerhalb der Geschlechter (differences within)

2.3.3 Differenz innerhalb von Individuen

3 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Entwicklung feministischer Perspektiven innerhalb der Ethnologie kritisch nachzuzeichnen und den theoretischen Übergang zur Differenz-Diskussion zu beleuchten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Verständnis von Geschlecht von universellen Erklärungsmodellen hin zu komplexen, kontextabhängigen Konstruktionen gewandelt hat.

  • Wandel feministischer Theorien in der Ethnologie
  • Kritik am "male bias" und der "Anthropology of Women"
  • Dekonstruktion der universellen Kategorie "Frau"
  • Der Differenzansatz und seine drei Dimensionen
  • Prozessualer Charakter der Geschlechtsidentität

Auszug aus dem Buch

1.1 Entstehung der „Anthropology of Women“

Die ethnologischen Forschung beschäftigt sich traditionell, neben dem Alter, auch mit dem Geschlecht als fundamentale, soziale Differenz. Zumeist begrenzte sich die Beschäftigung jedoch auf die Betrachtung „der Frau“ im Zusammenhang mit der Organisation von Heirat, Verwandtschaft und der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern in einer Gesellschaft. Zwar fanden demnach einige Aspekte des weiblichen Lebens keinen Eingang in die Ethnographien, jedoch untersuchte die traditionelle Ethnologie neben anderen sozialen Phänomenen, wie Verwandtschaft, Wirtschaft oder Religion auch immer die Rolle von Frauen. Im Unterschied zu anderen Fächern, wie der Philosophie oder Geschichte , bezog sich die feministische Kritik in der Ethnologie somit weniger darauf, Frauen in der Gesellschaft überhaupt zu Beachtung zu schenken. Es ging vielmehr um eine systematische Auseinandersetzung und Analyse des weiblichen Rollenspektrums, welche erst durch die erstarkende Frauenbewegung in den Sechziger Jahren angeregt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Entwicklung feministischer Perspektiven in der Ethnologie: Das Kapitel zeichnet den historischen Rückblick auf die Entwicklung feministischer Ansätze in der Ethnologie nach, beginnend mit der "Anthropology of Women".

2 Die Diskussion um Differenz: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Dekonstruktion der Kategorie "Frau" sowie eine detaillierte Erläuterung des Differenzansatzes in seinen drei Dimensionen.

3 Schluss: Im Fazit wird der "female bias" kritisch reflektiert und die Notwendigkeit unterstrichen, den Differenzbegriff in all seinen Ebenen weiterzuentwickeln, um homogenisierende Erklärungsmodelle zu vermeiden.

Schlüsselwörter

Differenz, Geschlecht, Anthropologie, Feministisch, Ethnologie, Anthropology of Women, Dekonstruktion, Geschlechterrolle, Identität, Differenzansatz, male bias, Frau, Mann, Sozialisation, Intersektionalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische Entwicklung feministischer Perspektiven innerhalb der Ethnologie und den kritischen Übergang zu differenzierten Identitätskonzepten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind der historische Wandel der Geschlechterforschung, die Kritik an biologischen Determinismen sowie die Dekonstruktion der Kategorie "Frau".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den "Differenzansatz" als theoretisches Instrument darzustellen, das die Komplexität und den Kontextcharakter von Geschlechteridentitäten besser erfasst als frühere, universelle Modelle.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die zentrale Texte der feministischen Ethnologie wie Hauser-Schäublin/Röttger-Rössler oder Judith Butler synthetisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der "Anthropology of Women", die Kritik an der These universeller männlicher Dominanz und die Ausarbeitung des Differenzansatzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Differenz, Geschlecht, Anthropology of Women, Dekonstruktion, Identität und der "female bias".

Wie unterscheidet sich der aktuelle Differenzansatz von früheren Ansätzen?

Im Gegensatz zu früheren Modellen, die von einer universellen Unterdrückung der Frau ausgingen, betont der Differenzansatz die Pluralität, Situationalität und die Unabgeschlossenheit von Identitäten.

Warum wird der Begriff "Geschlechtsidentität" im Text in Frage gestellt?

Da Identitäten als prozesshaft, vielschichtig und kontextabhängig verstanden werden, verliert die Vorstellung eines starren, unveränderlichen Kerns der Geschlechtsidentität ihre analytische Tragweite.

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Details

Title
Differenz und Geschlecht
College
Free University of Berlin  (Institut für Ethnologie)
Course
TK Geschlechterforschung WS 2002/03
Grade
gut
Author
Bisrat Wolday (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V13611
ISBN (eBook)
9783638192224
ISBN (Book)
9783656881964
Language
German
Tags
Differenz Geschlecht Geschlechterforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bisrat Wolday (Author), 2003, Differenz und Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13611
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