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Der Vulnerabilitätsbegriff. Formal-, Sach- und Gebrauchserschließung

Title: Der Vulnerabilitätsbegriff. Formal-, Sach- und Gebrauchserschließung

Seminar Paper , 2021 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Dominic Lüthi (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der Vulnerabilität (Verletzlichkeit) in verschiedenen Kontexten. Sie beginnt mit einer Einleitung und einer formalen Erklärung des Lexems, einschließlich seiner Etymologie und syntaktischen Form. Die Semantik des Begriffs wird ebenfalls untersucht, wobei verschiedene semantische Rollen und Probleme diskutiert werden.

Die Arbeit geht dann auf die pragmatische Verwendung des Begriffs ein, insbesondere in Bezug auf seine Verbreitung in feministischen und relationalistischen Diskursen. Es wird ein Problem diskutiert, das in diesen Diskursen strukturimmanent ist.

Im Schlussteil wird festgestellt, dass die Probleme im Zusammenhang mit dem Begriff der Vulnerabilität zahlreich sind, aber kaum gründlich erforscht oder gelöst wurden. Die Arbeit hofft, zur Klärung dieser Schwierigkeiten beigetragen zu haben und den Begriff in seiner sprachlich gestützten, aber dennoch inneren, semantischen Struktur klarer herausgestellt zu haben. Es wird angemerkt, dass eine vollständige Untersuchung des Begriffs auf der Basis der Sprechakttheorie notwendig wäre, um die zahlreichen Verflechtungen zwischen den Verwendungsweisen auf der betroffenen Objektebene und der sie produktiv beschreibenden wissenschaftlichen Metaebene genauer zu betrachten.

Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die Explikation eines landläufig definierten Begriffs innerhalb verschiedener Theorien zu Äquivokation und damit leider zur Ambiguität seines Sinngehalts und seines genauen Extensionsbereichs führt. Es wird vorgeschlagen, dass die Fokussierung auf die sprachlich verankerte semantische Struktur und ihre innere Logik ein gangbarer Weg zur Definition eines Kerngehalts sein könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vulnerabilität

2.1 Formalerschließung: Das Lexem

(a) Etymologie und Wortfeld

(b) Syntaktische Form

2.2 Sacherschließung: Die Semantik

(c) Semantische Rollen

(d) Gesamtübersicht

(e) Problematik

2.3 Gebrauchserschließung: Die Pragmatik

(f) Relatinale Sichtweisen

3 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen analytischen Beitrag zum Verständnis des Vulnerabilitätsbegriffs zu leisten, indem sie untersucht, ob und wie dieser Begriff theorieagnostisch präziser gefasst werden kann. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die semantische und syntaktische Struktur des Begriffs, um ihn von diffusen Begriffsverwendungen abzugrenzen und in einem relationalen Kontext zu beleuchten.

  • Analyse der formalen und syntaktischen Beschaffenheit des Lexems "Vulnerabilität"
  • Untersuchung der semantischen Rollen und Strukturen innerhalb des Begriffskonzepts
  • Dekonstruktion problematischer Verwendungsweisen durch den Ansatz der analytischen Philosophie
  • Relationale Sichtweisen auf Verletzlichkeit als Grundlage sozialwissenschaftlicher Diskurse

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) zeigt im Spiegel eines für den deutschen Sprachraum repräsentativen Zeitungskorpus die Wortverlaufskurve des Begriffs ›Vulnerabilität‹ an: Seit zirka 1982 beginnt die stete Häufung dieses Wortes zuzunehmen, das im nationalen und internationalen Wissenschafts- wie Politikdiskurs, im weiteren Verbund mit ›Resilienz‹, ›Gefährdung‹ oder ›Risiko‹, zu einer Art neuem dynamischen Junktor im Mensch-Umwelt-Paradigma gereichen soll. Während noch die allgemeine Risiko-, aber auch die traditionelle geografische Hazardforschung erkennt, dass einem externen Stressor nicht a se ein je bestimmtes aktives Gefährdungspotential zukommt, sondern sich nur im Verhältnis zum je bestimmten passiven Gefährdungspotential hiervon Betroffener ergeben kann, weist die sozialwissenschaftliche Forschung mit(tels) maßgeblichen Strömungen des philosophischen Konstruktivismus darauf hin, dass darüberhinaus nicht allein die Natur-Kultur-Dichotomie zu dekonstruieren sei, sondern die System-Umwelt-Relation und der erkenntnistheoretische Subjektivismus insgesamt bedenklich sind und im Licht recht prosaischer gesellschaftlicher Machtdiskurse neu beleuchtet werden müssen.

Aus dieser Entwicklung verbreitet sich der Begriff stetig weiter und findet in der Humanökologie, Entwicklungsforschung und allgemein handlungsbezogenen Perspektiven neben »solcher Kategorien wie Schadensanfälligkeit, Sensibilität, Adaptivität und Exposition gegenüber Naturgefahren« weitere Verbreitung, aber auch etwa in der Mikrosoziologie, Ethnologie, Entwicklungspsychologie, Wirtschaftswissenschaften, Organisationstheorie, der Raumplanung und Governance- sowie Stadtforschung. Schließlich findet die Rede von der Vulnerabilität im Strom des relationalen Konstruktivismus und in sozialtheoretischer Prägung um »kognitive Konstruktionsprozesse unter relationalen Bedingungen« auch dezidiert Eingang in die Feministische Philosophie, wo er zum Leitbegriff einflussreicher Denkerinnen und als Kardinalpunkt gesellschaftskritischer Analysen mithin auch zur programmatischen Ethik wird – womit die Wortverlaufskurve ›Vulnerabilität‹ von 2016 bis heute ihre sprunghafte Entwicklung erfährt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die zunehmende Relevanz des Begriffs Vulnerabilität in verschiedenen wissenschaftlichen Fachdisziplinen.

2 Vulnerabilität: Dieser Hauptteil analysiert den Begriff systematisch in eine formale, semantische und pragmatische Dimension.

2.1 Formalerschließung: Das Lexem: Untersucht die etymologische Herkunft des Wortes und reflektiert über seine syntaktische Form innerhalb unterschiedlicher Wortkategorien.

2.2 Sacherschließung: Die Semantik: Befasst sich mit der Identifizierung semantischer Rollen und der Erstellung einer Gesamtübersicht zur Struktur des Begriffs, inklusive einer Problematisierung logischer Konsistenz.

2.3 Gebrauchserschließung: Die Pragmatik: Erörtert die Anwendung des Begriffs in relationalen Sichtweisen und im Kontext semiotischer Dreiecksmodelle.

3 Schluss: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über das Potenzial für eine zukünftige präzisere Definition und Anwendung des Begriffs.

Schlüsselwörter

Vulnerabilität, Resilienz, Gefährdung, semantische Rollen, relationaler Konstruktivismus, Sprachphilosophie, formale Analyse, System-Umwelt-Relation, feministische Ethik, Begriffsgeschichte, theoretische Grundlagen, methodische Modellierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der begrifflichen Klärung und systematischen Analyse des Konzepts der "Vulnerabilität" im wissenschaftlichen Diskurs.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit verknüpft sprachphilosophische Analysen mit sozialwissenschaftlichen sowie ethischen Ansätzen, um das Verständnis von Verletzlichkeit präziser zu fassen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine theorieagnostische, analytische Auseinandersetzung mit der Begriffsgeschichte und -struktur, um eine präzisere Arbeitsdefinition des Lexems Vulnerabilität zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden Ansätze der analytischen Philosophie, der Linguistik (semantische Netz-Modellierung) sowie eine formale Begriffs- und Inhaltsanalyse genutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Erschließung (Lexem), die sachliche Erschließung (Semantik) und die Gebrauchserschließung (Pragmatik) des Begriffs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Vulnerabilität, Semantik, relationaler Konstruktivismus, Sprachphilosophie und ethische Diskursanalyse.

Wie trägt die mathematisch-logische Notation zur Klärung des Begriffs bei?

Sie ermöglicht eine exakte Differenzierung zwischen der Entität, dem Vorgang und dem Zustand der Verletzlichkeit innerhalb eines modellierten Relationsgefüges.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "vulnerabel" und "Vulnerabilität" wichtig?

Die Differenzierung hilft, den logischen Sprung zwischen einem situativen Zustand und einer dauerhaften Eigenschaft, die oft unreflektiert als essenziell betrachtet wird, zu vermeiden.

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Details

Title
Der Vulnerabilitätsbegriff. Formal-, Sach- und Gebrauchserschließung
College
University of Vienna
Course
Ethik der Vulnerabilität
Grade
1,0
Author
Magister Dominic Lüthi (Author)
Publication Year
2021
Pages
14
Catalog Number
V1361207
ISBN (PDF)
9783346883292
ISBN (Book)
9783346883308
Language
German
Tags
vulnerabilitätsbegriff formal- sach- gebrauchserschließung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Dominic Lüthi (Author), 2021, Der Vulnerabilitätsbegriff. Formal-, Sach- und Gebrauchserschließung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361207
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