Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der feministischen Kunstbewegung in den 1960er und 1970er Jahren und untersucht, inwiefern Künstlerinnen um Anerkennung kämpften. Um einen Überblick über das Thema zu erhalten, beginne ich zunächst die Entstehung der feministischen Kunstbewegung, sowie ihren Verlauf kurz zu präsentieren. Anschließend stelle ich die Merkmale feministischer Kunstschaffung, insbesondere der Performance und der Körperkunst, dar. Zusätzlich wird die feministische Kunstbewegung aus einem kritischen Blick, sowie aus einem Verständnis der gegenwärtigen Perspektive, betrachtet. Meine Arbeit werde ich mit einem Fazit schließen.
Das Leben von Künstlerinnen hat sich über Jahrhunderte hinweg grundlegend und drastisch verändert. Frauen kämpfen seit jeher gegen Ungleichbehandlungen und Diskriminierungen, die mit dem Geschlecht im Zusammenhang stehen. Um sich gegen die Unterdrückung und für die Anerkennung der Respektierung der Rechte von Frauen einzusetzen, entstanden politische und soziale Bewegungen, die unter dem Begriff des Feminismus zusammengefasst werden können. Auch auf die Kunstwelt hatte der Feminismus einen großen Einfluss, und konnte, insbesondere durch die Entstehung der feministischen Kunstbewegung in den 1960er und 1970er Jahren, öffentliche Aufmerksamkeit erlangen. Im Zuge der Bewegung kämpften Künstlerinnen gegen geschlechtsspezifische Vorurteile und für die Anerkennung ihrer Kunstwerke. Sie erkannten ihre schlechte Position auf dem Kunstmarkt sowie die mangelnden Chancen für das Erlernen von Kunst und der Herstellung von Kunstwerken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die feministische Kunstbewegung
2.1 Entstehung
2.2 Verlauf
3. Merkmale feministischer Werke
3.1 Die Performance Kunst
3.2 Der weibliche Körper
4. Kritische Betrachtung
4.1 Kritik an feministischer Kunst
4.2 Betrachtung aus gegenwärtiger Perspektive
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die feministische Kunstbewegung der 1960er und 1970er Jahre, um zu analysieren, wie Künstlerinnen in einem männlich dominierten Kunstsystem gegen Ungleichbehandlungen und für die Anerkennung ihrer Werke kämpften.
- Historische Entstehung und Verlauf der feministischen Kunstbewegung.
- Performance-Kunst als zentrales Medium des feministischen Widerstands.
- Körperkunst und die Wiederaneignung des weiblichen Körpers.
- Interne und externe Kritik an der feministischen Kunstpraxis.
- Aktuelle Perspektiven auf Geschlechtergleichstellung und Intersektionalität im Kunstsystem.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Performance Kunst
Die feministische Kunstbewegung ermöglichte es Künstlerinnen, ihre Kunstwerke zu präsentieren und die Wahrnehmung von Kunst zunehmend zu verändern (vgl. Beitin et al., 2022, S.10). Ein Medium, welches folglich besonders stark genutzt wurde, war die Performance-Kunst. Dabei handelte es sich um ein neues Medium, dessen Kunstwerke bislang nicht von männlichen Künstlern dominiert wurden. Performances waren mit einer direkten Konfrontation mit der Öffentlichkeit verbunden und ermöglichten den Künstlerinnen, ein breites Publik zu erreichen (vgl. Wentrack 2012, S.80). Betrachter*innen wurden in die performativen Aktionen aktiv eingebunden und konnten sich mit den, in den Werken kritisierten, Lebensbedingungen von Frauen vertraut machen (vgl. Arbabzadeh 2018, S.3).
Künstlerinnen versuchten in ihren Performances, die Kunst mit dem privaten Leben zu verbinden, und thematisierten persönliche Erfahrungen sowie weibliche, alltägliche Lebenszusammenhänge und Anforderungen (vgl. Zimmermann 2008, S.36). Die traditionelle Rolle der Frau wird kritisiert und der weibliche Körper, häusliche und sexuelle Arbeit wurden zum Hauptgegenstand der Performances (vgl. Kiani 2018, S.45). Künstlerinnen übten mit ihren performativen Handlungen Kritik an der Gesellschaft aus, die traditionelle Erwartungen an Frauen stellt und erwartet, dass Frauen die Rolle der Hausfrau einnehmen und die Normen der weiblichen Schönheit vertreten. Sie grenzten sich durch ihre Performances von einer Akzeptanz dieser Normen ab und stellten mit ihren Erzählungen und Darstellungen die sozialen sowie die politischen Geschlechterverhältnisse infrage (vgl. Wentrack 2012, S.79).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Benachteiligung von Künstlerinnen ein und definiert das Ziel, den Kampf um Anerkennung im Kontext der feministischen Kunstbewegung der 1960er und 1970er Jahre zu untersuchen.
2. Die feministische Kunstbewegung: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Bewegung als Reaktion auf die Unterdrückung von Frauen im Kunstbetrieb sowie die organisatorischen Bestrebungen wie alternative Ausstellungsorte und die Professionalisierung von Künstlerinnen.
3. Merkmale feministischer Werke: Hier werden die zentralen künstlerischen Ausdrucksformen, insbesondere die Performance-Kunst und die Körperkunst, als Instrumente zur Kritik gesellschaftlicher Rollenbilder und zur Subjektwerdung der Frau analysiert.
4. Kritische Betrachtung: Das Kapitel diskutiert die interne und externe Kritik an der feministischen Kunst, einschließlich der Frage nach mangelnder Intersektionalität und der Problematik der Exklusivität innerhalb der Bewegung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die gesellschaftlichen Errungenschaften der Bewegung zusammen und resümiert, dass trotz grundlegender Veränderungen weiterhin strukturelle Ungleichheiten im gegenwärtigen Kunstsystem bestehen.
Schlüsselwörter
Feministische Kunst, Künstlerinnen, Kunstsystem, Performance-Kunst, Körperkunst, Anerkennung, Geschlechtergleichstellung, Patriarhat, Diskriminierung, Intersektionalität, Frauenbewegung, Repräsentation, 1960er Jahre, 1970er Jahre, Subjektivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und den Auswirkungen der feministischen Kunstbewegung in den 1960er und 1970er Jahren und ihrem Einfluss auf die Anerkennung von Künstlerinnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Kritik an patriarchalen Strukturen in der Kunstwelt, die Rolle von Künstlerinnen als Subjekte statt Objekte und die Suche nach alternativen Ausdrucksformen wie Performance-Kunst.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern Künstlerinnen durch die feministische Bewegung aktiv um Anerkennung kämpften und welche methodischen Ansätze sie dabei verfolgten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Auseinandersetzung mit kunsthistorischen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen der untersuchten Epoche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entstehung und des Verlaufs der Bewegung, die Analyse spezifischer Kunstmerkmale (Performance und Körperkunst) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Bewegung aus heutiger Sicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind feministische Kunstbewegung, Performance-Kunst, Körperkunst, Unterdrückung, Anerkennung und Intersektionalität.
Wie wurde der Begriff "Male Gaze" von Künstlern genutzt?
Feministische Künstlerinnen nutzten diesen Begriff aktiv, um die Gesellschaft auf die männlich dominierte und sexualisierende Perspektive in der Kunst aufmerksam zu machen und sich davon zu distanzieren.
Warum wurde die feministische Kunstbewegung hinsichtlich ihrer Exklusivität kritisiert?
Kritiker bemängelten, dass sich die Bewegung vorwiegend auf die Bedürfnisse weißer Mittelschichtfrauen konzentrierte und dabei die Diversität hinsichtlich Rasse, Klasse und Sexualität lange vernachlässigte.
- Arbeit zitieren
- Celina Schumacher (Autor:in), 2023, Die feministische Kunstbewegung. Der Kampf um Anerkennung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361238