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Der Nichtverbreitungsvertrag im 21. Jahrhundert

Verlorener Posten oder Regime mit Zukunft?

Title: Der Nichtverbreitungsvertrag im 21. Jahrhundert

Seminar Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Elisabeth Lipp (Author)

Politics - Topic: Public International Law and Human Rights
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Als der Nichtverbreitungsvertrag unterschrieben wurde 1968 galt er als Maßnahme zur Verhinderung eines wilden Atomkrieges, der durch die unkontrollierte Weiterverbreitung von Atomwaffen drohen würde. Kern des Vertrages ist die Festschreibung des Status Quo der Nuklearwaffenmächte (KWS) auf die fünf, die bis zum 1. Januar 1967 einen Atomwaffentest durchgeführt haben. Alle anderen Staaten verzichten entweder auf Atomwaffen inklusive Technik oder sie bleiben dem Vertrag fern und verzichten auf Unterstützung ihrer nuklearen Energieprogramme durch die KWS.
Während dem Kalten Krieg hielt der NVV relativ gut – zwei Länder konnten dazu gebracht werden, zu Gunsten der Mitgliedschaft im Vertrag auf ihre Atomwaffenbestrebungen zu verzichten – doch mit dem Ende der Blockkonfrontation kamen die Probleme. Geheime Atomwaffenprojekte wurden aufgedeckt, von Irak, Iran und Libyen. Die Sicherungsmaßnahmen der IAEO wurden verbessert, liefern aber noch keine Sicherheitsgarantie. Heute verbleiben noch zwei weitere Staaten, die den Atomwaffensperrvertrag stetig verletzen: Nord-Korea und Iran. Weiterhin bleibt das Problem der Nichtmitglieder Israel, Indien und Pakistan; als einzige Länder weltweit, die den Vertrag nie unterschrieben haben stehen sie durch ihre Atomwaffen Beweis dafür, dass ein Staat
1. ohne die Hilfe der NKWS nukleare Kapazitäten entwickeln kann,
2. keine Wettbewerbshindernisse durch die Sicherheitskontrollen der IAEO auf sich nehmen muss und
3. in seiner Sicherheit unabhängig ist vom Waffenschirm der Großmächte.
Die Vorteile, die sie als Außenstehende genießen, laden zur Immitation ein. In wie weit kann der beinahe 40 Jahre alte Atomwaffensperrvertrag Verhaltensmodifikationen für die heutigen Problemfälle bieten?
Es sollen hier grundlegende Anforderungen von internationalen Regimen untersucht werden, bevor es darum geht, in wie weit die erste Schwäche des Vertrages, das Abrüstungsversprechen, nötig ist, um internationale Sicherheit zu wahren. Es geht hierbei um die Debatte, ob eine Weiterverbreitung von Atomwaffen auch zu erhöhter Stabilität führen kann, was ein Grund wäre, der Abrüstungsklausel weniger Beachtung zu schenken. Schließlich sollen die Nicht-Vertragsparteien Indien und Pakistan untersucht werden, bevor untersucht wird, ob eine Mitgliedschaft derer beim Regime es derartig stärken würde, dass man eine Verhaltensmodifikation bei den neuen Schwellenländern erwirken kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung und Leitfrage

II. Theorie und Praxis der Proliferation von Aatomwaffen

1. Theoretische Verortung

1.1. Regimetheorie

1.2. Abrüstungsdebatte

2. Praxis: Unterwanderung des NVV durch Nicht-Mitglieder und Schwellenländer

2.1. Pakistan

2.2. Indien

2.3. Schwellenländer Iran und Nord-Korea

2.4. Neue Sicherheitsdoktrin der USA

2.5. Iran

III. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Stabilität und Wirksamkeit des Nichtverbreitungsvertrages (NVV) im 21. Jahrhundert, insbesondere unter dem Aspekt, ob er angesichts nuklearer Ambitionen von Nicht-Mitgliedern und Schwellenländern ein zukunftsfähiges Regime darstellt oder seine Bedeutung verliert.

  • Regimetheoretische Analyse der Stabilität und Abrüstungsversprechen im NVV.
  • Untersuchung der Gefahren durch horizontale und vertikale Proliferation.
  • Analyse der Rolle von Nicht-Vertragsparteien wie Indien und Pakistan.
  • Bewertung der nuklearen Herausforderungen durch Schwellenländer wie Iran und Nordkorea.
  • Einfluss der Sicherheitsdoktrin der USA auf das nukleare Verhalten von Staaten.

Auszug aus dem Buch

1.2.1. Optimisten

Im ersten Teil von The Spread of Nuclear Weapons nennt Waltz sieben Gründe, die Staaten dazu bewegen, sich Atomwaffen zu besorgen.13 Sie sind auch nach 26 Jahren in ihrer Grundsätzlichkeit noch aktuell. Er nennt dazu auch Beispielländer, die hier in Klammern mit Länderkürzel angegeben werden.

1. Nachahmung und Kontern von Großmächten (RU)

2. Angenommene Unzuverlässigkeit der nuklearen Verbündeten (GB)

3. Keine alliierten Nuklearwaffenstaaten vorhanden (CH, IN, PK)

4. Bedrohung durch konventionelle Macht von Feindstaaten (IL)

5. Atomwaffen als günstige Alternative zu konventioneller Streitmacht

6. Erhöhung des Angriffpotentials

7. Prestige (FR?)

Für Waltz zählen vor allem die ersten fünf Gründe als realistische Motivation für die Anschaffung von Atomwaffen. Er schreibt zwar im Absatz über Prestigegründe „indeed a yearning for glory was not absent from de Gaulle’s soul“, deshalb ist hier auch Frankreich angegeben, allerdings weißt er auch darauf hin, dass „the nuclear military business is a serious one,“14 weshalb davon auszugehen sei, dass es außer dem Streben nach weltweitem Ansehen noch andere, tiefer gehende Anliegen vorgelegen haben müssen. Im späteren Verlauf des Aufsatzes entwickelt er schließlich seine These, dass die reine Gewalt einer Atomwaffe ein derart ernstes Unterfangen ist, das jeder Staatsträger rational mit ihnen umgehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung und Leitfrage: Die Einleitung beleuchtet die Entstehungsgeschichte des NVV als Instrument zur Eindämmung atomarer Weiterverbreitung und hinterfragt dessen heutige Glaubwürdigkeit angesichts atomar bewaffneter Nicht-Mitglieder.

II. Theorie und Praxis der Proliferation von Aatomwaffen: Dieses Kapitel analysiert regimetheoretische Grundlagen, die Abrüstungsdebatte sowie die konkreten Herausforderungen durch Nicht-Mitglieder und Schwellenländer im 21. Jahrhundert.

III. Zusammenfassung: Das Fazit kommt zu dem Schluss, dass der NVV trotz seiner Defizite nicht aufgegeben werden sollte, aber einer Anpassung bedarf, um den Herausforderungen durch Schwellenländer und ungebundene Atomstaaten effektiv zu begegnen.

Schlüsselwörter

Nichtverbreitungsvertrag, Atomwaffen, Proliferation, Regimetheorie, Abrüstung, Abschreckung, Sicherheitspolitik, Schwellenländer, IAEO, Nuklearkapazitäten, internationale Stabilität, Nicht-Kernwaffenstaaten, Kernwaffenstaaten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Relevanz und Zukunftsfähigkeit des Nichtverbreitungsvertrages (NVV) im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen durch atomare Proliferation.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die theoretische Fundierung internationaler Regime, die Debatte über Abrüstung versus Proliferation sowie die sicherheitspolitische Praxis in Ländern wie Pakistan, Indien, Nordkorea und Iran ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob der NVV im 21. Jahrhundert als wirksames Instrument bestehen kann oder ob er als "verlorener Posten" anzusehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine regimetheoretische Perspektive sowie Fallstudien zur Analyse der Proliferationsdynamiken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Verortung von Regimen und eine praktische Analyse der Unterwanderung des Vertrages durch diverse Akteure.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Nichtverbreitungsvertrag, Proliferation, Abschreckungstheorie (MAD) und internationale Regimesicherheit.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Indien und Pakistan?

Sie sieht in ihnen Staaten, die den NVV zwar unterwandern, aber nicht primär als Bedrohung für die globale Sicherheit, sondern eher als Beweis für die Schwäche des Regimes fungieren.

Was schlägt die Autorin zur Stärkung des Regimes vor?

Die Arbeit deutet an, dass durch flexible Anpassungen des Vertrages, etwa eine Teilintegration von Nicht-Mitgliedern wie Indien und Israel, das Regime gestärkt werden könnte.

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Details

Title
Der Nichtverbreitungsvertrag im 21. Jahrhundert
Subtitle
Verlorener Posten oder Regime mit Zukunft?
College
University of Regensburg  (Politikwissenschaft)
Course
Übung: Nuklearwaffen im 21. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Elisabeth Lipp (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V136142
ISBN (eBook)
9783640440474
ISBN (Book)
9783640440399
Language
German
Tags
Nichtverbreitungsvertrag Non-Proliferation Treaty Atomwaffen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisabeth Lipp (Author), 2006, Der Nichtverbreitungsvertrag im 21. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136142
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