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Der Zusammenhang von Moral und Geschlecht

Title: Der Zusammenhang von Moral und Geschlecht

Seminar Paper , 2002 , 16 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Bisrat Wolday (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Die Frage nach einer „feministischen Ethik“, wurde erstmals ausgelöst durch das 1982 veröffentlichte Buch: „In a different Voice“ von der Entwicklungspsychologin Carol Gilligan. Dessen Erscheinen entfachte in der feministischen Theoriebildung
heftigste Diskussionen und Kritiken der Thesen Gilligans, deren breitflächige Kontroverse, ob und wenn ja, warum Frauen moralisch anders Denken, bis heute andauert.
Gilligan wies darauf hin, dass empirische Untersuchungen, auf denen bisherige Theorien moralischer Entwicklung basierten, zum einen ohne Einbeziehung weiblicher Probandinnen durchgeführt wurden und zum anderen die Einstufung von
Frauen anhand dieser Modelle der moralischen Entwicklung, auffallend niedrig blieb. Dies motivierte sie zur Ausarbeitung alternativer Moralentwicklungen und Perspektiven moralischer Auffassung die ich im folgenden darlegen möchte. Da sich Carol Gilligan in kritischer Weise auf die Theorien moralischer Entwicklung von Lawrence Kohlberg und damit implizit auch auf jene, Jean Piagets bezieht. Erscheint es mir wichtig, der Schilderung von Gilligans Thesen, eine verkürzte Wiedergabe der moralischen Entwicklung nach Lawrence Kohlbergs voranzustellen. Lawrence Kohlberg formulierte, aufbauend auf Jean Piagets dreistufiges Modell der moralischen Entwicklung, ein nuancierteres Stufenmodell, bestehend aus drei vertikalen Stufen (Niveaus), als auch sechs horizontalen Stufen (Stadien). Die Reaktionen von Kindern und Jugendlichen auf das Vorlegen hypothetischer Konfliktsituationen ( z.B. das Heinz-Dilemma) und moralischer Problemstellung ordnete er den einzelnen Stadien zu.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Moralische Entwicklung

1.0 Moralisches Reifen nach Kohlberg

1.1 Präkonventionelles Niveau

1.1.1 Stadium 1

1.1.2 Stadium 2

1.2 Konventionelles Niveau

1.2.1 Stadium 3

1.2.2 Stadium 4

1.3 Postkonventionelles Niveau

1.3.1 Stadium 5

1.3.2 Stadium 6

2.0 Moralisches Reifen nach Gilligan

2.1 Niveau I

2.1.1 Übergangsphase 1

2.2 Niveau II

2.2.1 Übergangsphase 2

2.3 Niveau III

III Geschlechtsspezifische Moralauffassung

1.0 Ursprünge geschlechtsspezifische Moralauffassung

2.0 Perspektive der Gerechtigkeit

3.0 Perspektive der Fürsorge

IV Kritische Betrachtungen

1.0 Moral als eine Frage der Betroffenheit

2.0 Weibliche Fürsorgemoral als eine Rollenmoral

3.0 Projektion geschlechtsstereotyper Erwartungen

V Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kontroverse um eine geschlechtsspezifische Moralauffassung, basierend auf Carol Gilligans Thesen zur „anderen Stimme“. Das primäre Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs zwischen der gerechtsorientierten Moralentwicklung nach Kohlberg und der fürsorgeorientierten Moralauffassung von Gilligan kritisch nachzuzeichnen und zu analysieren.

  • Vergleichende Analyse der Moralmodelle von Lawrence Kohlberg und Carol Gilligan.
  • Untersuchung der Ursprünge geschlechtsspezifischer Moralentwicklung in der frühkindlichen Erfahrung.
  • Gegenüberstellung der Perspektive der Gerechtigkeit und der Perspektive der Fürsorge.
  • Kritische Diskussion der Thesen durch Ansätze von Nunner-Winkler und Friedman.
  • Reflexion über die Rolle von Geschlechterstereotypen in der moralischen Urteilsbildung.

Auszug aus dem Buch

1.0 Ursprünge geschlechtsspezifische Moralauffassung

Bezugnehmend auf Nancy Chodorows Ausführungen zu Unterschieden in der frühkindlichen Mutter-Kind-Beziehungen, setzt Gilligan in ihren Erklärung von Geschlechtsunterschieden bei der frühkindlichen Erfahrung an. Die erste Bezugsperson zu der Kinder eine enge Bindung aufbauen ist gegenwärtig , für Jungen und Mädchen gleichermaßen, die Mutter. Dieser Sachverhalt führt zu einer unterschiedlichen Identitätsbildung bei Jungen und Mädchen.

Da eine enge Identifikation der Jungen mit der Mutter als Bedrohung ihrer männlichen Identität erlebt wird, findet die Identitätsbildung bei Jungen in einer Trennung von der Mutter statt. Dadurch ist die Entwicklung des Selbst mit klarer Abgrenzung von engen Beziehungen, Erfahrung der Trennung ,der Individuierung, als auch der Autonomie verbunden. Wohingegen Mädchen an der engen Identifikation mit der Mutter festhalten können und auf diese Weise ihre Ichentwicklung von Erfahrungen der Eingebundenheit, der Einbettung in soziale Beziehung, sowie der Verbundenheit geprägt ist. Diese Unterschiede des Selbst, seines Verhältnisses zu anderen und zur Welt sollen die verschiedenen Vorstellungen über das Wesen von Moral erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Einführung in die Debatte um eine „feministische Ethik“ ausgelöst durch das Werk von Carol Gilligan.

II Moralische Entwicklung: Darstellung des kognitiven Stufenmodells nach Kohlberg und dessen Erweiterung durch Gilligans moralische Entwicklungsstadien für Frauen.

III Geschlechtsspezifische Moralauffassung: Analyse der Unterschiede zwischen Gerechtigkeits- und Fürsorgeperspektive im moralischen Denken.

IV Kritische Betrachtungen: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Gilligans Thesen unter Berücksichtigung empirischer Gegenpositionen.

V Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Dichotomie von Fürsorge und Gerechtigkeit als ineinandergreifende Aspekte moralischen Handelns.

Schlüsselwörter

Moralentwicklung, Carol Gilligan, Lawrence Kohlberg, Gerechtigkeitsperspektive, Fürsorgeperspektive, feministische Ethik, Geschlechtsunterschiede, Identitätsbildung, moralisches Urteilen, Sozialisation, Rollenmoral, Geschlechtsstereotypen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die theoretische Debatte darüber, ob Frauen moralisch anders denken und urteilen als Männer, mit Fokus auf Gilligans „andere Stimme“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die moralische Entwicklungstheorie, die Differenz von Fürsorge- und Gerechtigkeitslogiken sowie die Kritik an diesen Ansätzen durch die Geschlechterforschung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen verschiedenen Moralmodellen aufzuzeigen und zu prüfen, ob moralische Unterschiede tatsächlich geschlechtsspezifisch oder eher auf Rollenzuschreibungen zurückzuführen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um die Modelle von Kohlberg und Gilligan sowie die kritischen Gegenpositionen von Nunner-Winkler und Friedman zu synthetisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Stufenmodelle, die Ursprünge der Moralauffassung in der Kindheit und die Kritik an der mangelnden statistischen Verifizierbarkeit einer geschlechtsspezifischen Moral.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Moralentwicklung, Fürsorgeperspektive, Gerechtigkeitsperspektive und feministische Ethik definiert.

Inwiefern spielt Nancy Chodorow eine Rolle in der Argumentation?

Chodorows psychoanalytische Ansätze zur frühkindlichen Mutter-Kind-Beziehung dienen als Grundlage für Gilligans Hypothese zur unterschiedlichen Identitätsbildung bei Jungen und Mädchen.

Was bedeutet der Begriff „Projektion geschlechtsstereotyper Erwartungen“?

Dieser Begriff beschreibt die Annahme, dass wahrgenommene Geschlechterunterschiede in der Moral oft eher das Resultat gesellschaftlicher Erwartungen sind, als tatsächlich empirisch belegbare Unterschiede im individuellen Denken.

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Details

Title
Der Zusammenhang von Moral und Geschlecht
College
Free University of Berlin  (Institut für Soziologie)
Course
PS Geschlechtsspezifische Sozialisation WS 2001/02
Grade
sehr gut
Author
Bisrat Wolday (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V13614
ISBN (eBook)
9783638192255
ISBN (Book)
9783656881933
Language
German
Tags
Moral Geschlecht Geschlechtsspezifische Sozialisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bisrat Wolday (Author), 2002, Der Zusammenhang von Moral und Geschlecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13614
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