Im Folgenden werden wir einen Blick über unsere Schulter werfen und die Schriften eines Mannes unter die Lupe nehmen, dessen Ansichten zur damaligen Zeit revolutionär waren.
Die Rede ist von John Locke und seinem Werk „Gedanken über die Erziehung“. Wir werden versuchen, die Ideen Lockes genauer zu beleuchten. Wie lässt sich die Behauptung begründen, dass ein über 300 Jahre alte Buch, das sich mit den zur Zeit der Niederschrift aktuellen Rahmenbedingungen von Erziehung befasst, auch heute noch aktuell ist und auch für heutige Erziehungssituationen eine Hilfe sein kann? Gibt es vergleichbare Ziele und Schwierigkeiten in der heutigen Zeit? Um herauszufinden, ob es eine Übereinstimmung der oben genannten Aspekte gibt, sollen in dieser Arbeit zu Beginn Lockes „Gedanken über die Erziehung“ vorgestellt und aus der heutigen Perspektive heraus diskutiert werden.
Welche Reformvorschläge unterbreitet Locke in seinem Werk und welche Auswirkungen haben sie im Bezug auf die Chancengleichheit zur damaligen Zeit?
Wie sieht es mit den Reformvorschlägen von Heute, nach PISA, aus? Bieten sie mehr Aussicht auf Chancengleichheit als das Konzept Lockes?
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. BIOGRAPHIE
III. HISTORISCHER HINTERGRUND
IV. JOHN LOCKE „GEDANKEN ÜBER DIE ERZIEHUNG“
1. Grundlinien seiner Philosophie
2. Ihre Entstehung und ihre Bedeutung für die heutige Zeit
3. Die drei Hauptbereiche
a) Die leibliche Erziehung
b) Die sittliche Erziehung
c) Bildung durch Unterweisung im Wissen und Können
aa) Virtue = Tugend
bb) Wisdom = Weisheit
cc) Breeding = Lebensart
dd) Learning = Kenntnisse
B. Chancengleichheit im 21. Jahrhundert
I. Die neue Unterschicht
II. Chancengleichheit in Deutschland*
Ihr da unten
III. PISA
IV. Resümee
C. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das kritische Verhältnis zwischen Arbeitsmarkt und Bildung, wobei der Fokus auf John Lockes „Gedanken über die Erziehung“ und dessen heutiger Relevanz für das Thema Chancengleichheit liegt. Ziel ist es zu analysieren, ob Lockes Reformansätze mit aktuellen Herausforderungen des deutschen Bildungssystems – insbesondere nach PISA – korrespondieren und ob Ansätze zur Beseitigung von Chancenungleichheit existieren.
- Historische Einordnung von John Lockes Erziehungstheorie
- Analyse der drei Hauptbereiche der Erziehung (Leib, Sittlichkeit, Wissen)
- Die Problematik der neuen Unterschicht in Deutschland
- Chancengleichheit in der deutschen Bildungslandschaft
- Einfluss der PISA-Studie auf Reformprozesse im Bildungswesen
Auszug aus dem Buch
Die leibliche Erziehung
Die Hauptgefahr für Kinder, besonders aus vornehmen Hause, besteht für Locke in der „Verweichlichung und Verzärtelung“. Aus diesem Grund warnt er zum Beispiel vor zu warmer Kleidung, denn unser Körper verträgt alles, woran er von Anbeginn gewöhnt ist. So erklärt er die Kopfbedeckungen für Kinder als unnötig und rät ihre Füße jeden Tag in kaltem Wasser zu baden. Des Weiteren rät er zu möglichst viel Aufenthalt an der frischen Luft und bequemer Kleidung für beide Geschlechter. Die Lebensweise der Kinder sollte möglichst einfach sein. Er gibt Anweisungen zur Gesunden Ernährung und verlangt ausreichend Schlaf für jedes Kind.
Mögen einige von Lockes Vorschlägen auch veraltet sein und in der heutigen Zeit nur Gelächter hervorrufen, wie zum Beispiel sein Vorschlag die Füße der Kinder jeden Tag für einige Zeit in kaltes Wasser zu tauchen, so sind doch seine Vorderrungen nach einer vernünftigen Gesundheitspflege in der Erziehung, wie zum Beispiel ausreichend Schlaf und Bewegung, auch in der heutigen Zeit noch aktuell. In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Hausarbeit, die das Verhältnis von Arbeitsmarkt, Bildung und Lockes Erziehungstheorie unter dem Aspekt der Chancengleichheit beleuchtet.
II. BIOGRAPHIE: Darstellung des Lebenslaufs von John Locke, eingebettet in die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit.
III. HISTORISCHER HINTERGRUND: Erläuterung der ökonomischen und politischen Situation in England am Ende des 17. Jahrhunderts, die Lockes Denken prägte.
IV. JOHN LOCKE „GEDANKEN ÜBER DIE ERZIEHUNG“: Detaillierte Analyse von Lockes Erziehungstheorie, unterteilt in philosophische Grundlagen sowie körperliche, sittliche und schulische Erziehung.
B. Chancengleichheit im 21. Jahrhundert: Untersuchung der modernen Chancenungleichheit in Deutschland, mit Fokus auf die Entstehung der "neuen Unterschicht".
C. Schlussbemerkung: Fazit über die bleibende Relevanz von Lockes Forderungen und die weiterhin ungelösten Probleme der Bildungsbenachteiligung in der modernen Gesellschaft.
Schlüsselwörter
John Locke, Erziehung, Chancengleichheit, PISA, neue Unterschicht, Bildungssystem, Sozialschichtung, Bildungssperren, Milieutheorie, Pädagogik, Bildungspartizipation, Leistung, soziale Herkunft, Reformvorschläge, Individuelle Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Erziehungstheorien von John Locke mit aktuellen Bildungsdebatten in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt der Chancengleichheit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Pädagogik Lockes, die Analyse von Bildungsbenachteiligung im modernen Deutschland und der Einfluss der PISA-Studie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Bogen zwischen Lockes 300 Jahre alten Ansätzen und aktuellen Forderungen nach einem gerechteren Bildungssystem zu spannen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Fachliteratur sowie die Auswertung aktueller Studien und Medienberichte zur sozialen Schichtung in Deutschland.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Erziehungsgrundsätze Lockes und eine Untersuchung der heutigen Chancenungleichheit sowie deren Ursachen, wie etwa die "neue Unterschicht".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Chancengleichheit, Bildungssystem, soziale Herkunft, PISA-Studie und pädagogische Erziehungsgrundsätze.
Wie steht Locke zum körperlichen Training von Kindern?
Locke legt großen Wert auf die körperliche Erziehung als Basis für den Geist, wobei er einfache Lebensweise, frische Luft und Abhärtung empfiehlt.
Was versteht die Arbeit unter der „neuen Unterschicht“?
Sie beschreibt eine neue soziale Gruppe, die nicht mehr nur aus klassischen Arbeitern besteht, sondern durch Merkmale wie materielle Konsumorientierung, Disziplinmangel und mangelnde Bildungsbeteiligung gekennzeichnet ist.
Warum hält die Autorin das dreigliedrige Schulsystem für problematisch?
Es wird als "innere Bildungssperre" kritisiert, da es soziale Schichtung reproduziere, statt sie abzubauen, und Kinder aus der Unterschicht systematisch benachteilige.
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- Tabea Lynen (Author), Jacqueline Fuchs (Author), 2006, Erziehung und Chancengleichheit von John Locke bis heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136150