In der vorliegenden Hausarbeit werden die Stakeholder von Krankenhäusern je Träger identifiziert und ihre Interessen analysiert. So kann geschlussfolgert werden, ob und inwieweit sich die Stakeholder samt ihren Interessen von Krankenhäusern mit unterschiedlichen Trägermodellen unterscheiden und welche Auswirkungen dies auf die Versorgung der Patienten hat.
Stakeholder, die auch Interessengruppen genannt werden, versuchen Einfluss auf Unternehmen zu nehmen und so ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Auch Krankenhäuser sind als Unternehmen zu verstehen und werden von verschiedenen Stakeholdern konfrontiert. Die Krankenhäuser in Deutschland lassen sich anhand der Art ihrer Trägerschaft in öffentliche, freigemeinnützige und private Trägerschaftsmodelle unterteilen – für Managemententscheidungen ist dies die maßgebliche Unterscheidung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit
3 Krankenhäuser in Deutschland
3.1 Arten von Krankenhäusern
3.2 Besonderheiten von Krankenhäusern je nach Trägerschaft
4 Stakeholder
4.1 Stakeholder von Krankenhäusern in öffentlicher Trägerschaft
4.2 Stakeholder von Krankenhäusern in freigemeinnütziger Trägerschaft
4.3 Stakeholder von Krankenhäusern in privater Trägerschaft
5 Stakeholderinteressen
5.1 Stakeholderinteressen von Krankenhäusern in öffentlicher Trägerschaft
5.2 Stakeholderinteressen von Krankenhäusern in freigemeinnütziger Trägerschaft
5.3 Stakeholderinteressen von Krankenhäusern in privater Trägerschaft
6 Auswirkungen auf die Versorgung
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit identifiziert und analysiert die Stakeholder von Krankenhäusern in öffentlicher, freigemeinnütziger sowie privater Trägerschaft und untersucht, welche unterschiedlichen Interessen diese Akteure verfolgen, um daraus Rückschlüsse auf die Auswirkungen auf die Patientenversorgung zu ziehen.
- Unterscheidung der Krankenhaus-Trägerschaften in Deutschland
- Identifikation interner und externer Stakeholder
- Analyse der spezifischen Interessenlagen je nach Träger
- Einfluss politischer vs. wirtschaftlicher Motive auf Managemententscheidungen
- Folgen der Trägerstrukturen für die stationäre Versorgung und Qualität
Auszug aus dem Buch
Besonderheiten von Krankenhäusern je nach Trägerschaft
In Deutschland gibt es drei verschiedene Arten von Trägerschaften bei Krankenhäusern, welche sich selbstverständlich unterscheiden und jeweils gewisse Besonderheiten und Charakteristika mit sich bringen. Die Unternehmensverfassung eines Krankenhauses bildet hierbei den Rahmen für Managemententscheidungen (Schlüchtermann, J., 2016, S. 30). Der Krankenhausträger ist der Vertragspartner des Patienten im Behandlungsvertrag.
Zudem ist der Krankenhausträger der Ansprechpartner der gesetzlichen Krankenkassen bei den jährlichen Budgetvereinbarungen. Weiter ist der Träger der Arbeitgeber des angestellten Personals im Krankenhaus. Der Krankenhausträger ist haftbar, wenn er seine Organisationspflichten verletzt oder wenn das Krankenhauspersonal eine Pflicht verletzt (Henschke, M., 2012). Als öffentliche Krankenhausträger bezeichnet man hierbei Körperschaften des öffentlichen Rechts, zum Beispiel den Bund, das Land, den Landkreis oder die Stadt.
Freigemeinnützige Träger eines Krankenhauses sind beispielsweise kirchliche Orden oder soziale Vereinigungen, wie zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz, die Barmherzigen Brüder oder Schwesternschaften (Schlüchtermann, J., 2016, S. 30-31). Freigemeinnützige Träger basieren ihre Arbeit auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit und der Gemeinnützigkeit (Reimbursement Institute, 2023).
Private Krankenhausträger sind natürliche oder juristische Personen, zum Beispiel gegründete Aktiengesellschaften oder vermögende Einzelpersonen (Schlüchtermann, J., 2016, S. 30-31). Abzugrenzen sind hiervon jedoch Privatkliniken – diese haben im Gegensatz zu Krankenhäusern mit privatem Träger keine Zulassung zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen (Reimbursement Institute, 2023). Während öffentliche und freigemeinnützige Träger keinerlei Gewinnabsicht haben, sieht es bei den Krankenhäusern mit privaten Trägern anders aus. Öffentliche und freigemeinnützige Träger haben eine Deckung der Betriebskosten zum Ziel – das ist die Besonderheit. Private Träger hingegen sind auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Bei Krankenhäusern in privater Trägerschaft soll planmäßig mehr erwirtschaftet werden, als zur Deckung der Betriebskosten benötigt wird (Reimbursement Institute, 2023).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema der Interessengruppen in Krankenhäusern und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit: Erläuterung des gewählten induktiven Vorgehens und der durchgeführten Literaturrecherche.
3 Krankenhäuser in Deutschland: Überblick über das deutsche Kliniksystem, die verschiedenen Trägermodelle und deren strukturelle Charakteristika.
4 Stakeholder: Definition des Begriffs Stakeholder und Aufschlüsselung der relevanten Akteure in Abhängigkeit von der jeweiligen Krankenhaus-Trägerschaft.
5 Stakeholderinteressen: Detaillierte Untersuchung und Analyse der spezifischen Interessen, die von internen und externen Gruppen gegenüber den verschiedenen Klinikträgern verfolgt werden.
6 Auswirkungen auf die Versorgung: Diskussion darüber, wie unterschiedliche Trägerziele – von Kostendeckung bis Gewinnmaximierung – die Patientenversorgung beeinflussen.
7 Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung der Stakeholder-Strukturen und Schlussbetrachtung zur Relevanz der Trägerschaft für die Versorgungsqualität.
Schlüsselwörter
Krankenhausmanagement, Stakeholderanalyse, Krankenhaus-Trägerschaft, öffentliche Träger, freigemeinnützige Träger, private Träger, Patientenversorgung, Gewinnmaximierung, Kostendeckung, Interessengruppen, Patienten, Mitarbeiter, Gesundheitswesen, Krankenhausfinanzierungsgesetz, Versorgungsqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Trägerstrukturen deutscher Krankenhäuser (öffentlich, freigemeinnützig, privat) und untersucht, wie sich die Interessengruppen (Stakeholder) sowie deren Ziele in diesem Kontext unterscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören das Krankenhausmanagement, die Stakeholder-Theorie, der Vergleich von Trägermodellen sowie die Auswirkungen dieser Modelle auf die medizinische Leistungsqualität und wirtschaftliche Ausrichtung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wer die Stakeholder der verschiedenen Krankenhäuser sind und welche unterschiedlichen Ziele diese Akteure jeweils verfolgen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein induktives Vorgehen gewählt. Dabei wurden aus einer umfassenden Literaturrecherche generelle Erkenntnisse abgeleitet, um bestehende Strukturen und Zusammenhänge im Bereich der Krankenhausverwaltung sichtbar zu machen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Arten von Krankenhäusern definiert, Stakeholder identifiziert, deren Interessen detailliert gegenübergestellt und abschließend bewertet, welche Auswirkungen diese auf die Patientenversorgung haben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stakeholder, Trägervielfalt, Gewinnmaximierung, Patientenorientierung, öffentliche/private/freigemeinnützige Trägerschaft sowie Krankenhausmanagement.
Warum spielt die Trägerschaft des Krankenhauses eine so große Rolle für das Management?
Die Trägerschaft bestimmt den Rahmen für Managemententscheidungen; während öffentliche Träger politisch motiviert sind, fokussieren private Träger stärker auf ökonomische Effizienz und Gewinnmaximierung.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Patienten bei privaten vs. öffentlichen Krankenhäusern?
In der Arbeit wird argumentiert, dass der Patient bei privaten Trägern verstärkt als wirtschaftliches Gut wahrgenommen wird, während bei öffentlichen Trägern politisch motivierte Strukturen den Erhalt von Fachabteilungen priorisieren.
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- Anonym (Author), 2023, Stakeholderinteressen von Krankenhäusern unterschiedlicher Träger im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361658