Die Digitalwirtschaft stellt das Wettbewerbsrecht und die Wettbewerbsordnung vor große Herausforderungen. Angesichts dieser Herausforderungen wird in der vorliegenden Hausarbeit der Frage nachgegangen, ob und inwieweit das Wettbewerbsrecht und die Wettbewerbsordnung reformiert werden müssten, um einen funktionsfähigen Wettbewerb zu sichern. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, gliedert sich die Hausarbeit wie folgt:
Der zweite Gliederungspunkt dieser Hausarbeit setzt sich mit dem geltenden Rechtsrahmen des Wettbewerbsrechts auseinander. Hierzu wird im ersten Schritt die Wettbewerbsordnung als grundlegende Rahmenbedingung skizziert, wonach im zweiten Schritt die Merkmale eines funktionsfähigen Wettbewerbs dargestellt wird. Als dritter Schritt erfolgt die Betrachtung des Wettbewerbsrechts, bei dem insbesondere die Zusammenschlusskontrolle sowie die Missbrauchsaufsicht im Fokus steht.
Im dritten Kapitel dieser Hausarbeit wird analysiert, wie das digitale Zeitalter Einfluss auf die Digitalwirtschaft hatte. Im Folgenden werden die Besonderheiten einer Digitalwirtschaft beleuchtet, um dann auf die wettbewerbsrechtliche Betrachtung der Digitalwirtschaft überzuleiten. Dabei werden die monopolistischen Tendenzen sowie die Anfälligkeit für Marktbarrieren in der Digitalwirtschaft beleuchtet. Danach erfolgt nach einer theoretischen Darstellung der Marktabgrenzung, die praxisbezogene Anwendung anhand des Beispiels Google.
Zudem wird auf die vorherigen Gliederungspunkte Stellung bezogen, um einen Handlungsbedarf des Wettbewerbsrechts abzuleiten. Im Folgenden werden Anpassungsmöglichkeiten dargestellt und analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der geltende Rechtsrahmen
2.1 Wettbewerbsordnung
2.2 Funktionsfähiger Wettbewerb
2.3 Wettbewerbsrecht
2.3.1 Zusammenschlusskontrolle
2.3.2 Missbrauchsaufsicht
3 Die Digitalwirtschaft
3.1 Digitales Zeitalter
3.2 Geschäftsmodelle in der Digitalwirtschaft
3.3 Tendenzen zur Monopolisierung und Anfälligkeit für Marktbarrieren
3.3.1 Netzwerkeffekte
3.3.2 Kostenstruktur digitaler Güter
3.3.3 „Lock-in-Effekt“
3.4 Die Marktabgrenzung als Herausforderung für das Wettbewerbsrecht am Beispiel Google
4 Anpassungsmöglichkeiten des Wettbewerbsrechts
4.1 Modifizierter SSNIP-Test
4.2 Zerschlagung von Unternehmen
4.3 Beschleunigung der Rechtsverfahren
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das bestehende Wettbewerbsrecht und die Wettbewerbsordnung eine Reform benötigen, um angesichts der spezifischen Charakteristika der Digitalwirtschaft einen funktionsfähigen Wettbewerb langfristig sicherstellen zu können.
- Grundlagen des geltenden Wettbewerbsrechts
- Besonderheiten digitaler Märkte und Geschäftsmodelle
- Monopolisierungstendenzen durch Netzwerk- und Lock-in-Effekte
- Herausforderungen bei der Marktabgrenzung (Beispiel Google)
- Diskussion von Reformansätzen wie dem SSNIP-Test und Unternehmensentflechtungen
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Kostenstruktur digitaler Güter
Wie bereits im Punkt 3.2 Merkmale der Digitalwirtschaft erwähnt, weisen viele Produkte bzw. Dienstleistungen in der Digitalwirtschaft kaum bis gar keine Grenzkosten auf. Beispiele hierfür wäre der Download einer CD oder einer Software. Das führt dazu, dass bei einer Erhöhung der Outputmenge die Durchschnittskosten gesenkt werden. Das wiederum führt dazu, dass das Unternehmen, welches am Markt die größte Outputmenge anbietet, gleichzeitig die geringsten Durchschnittskosten ausweist. Somit ist dasjenige Unternehmen mit den geringsten Durchschnittskosten in der Lage, den niedrigsten Preis für seine Produkte bzw. Dienstleistungen am Markt aufzurufen. Damit setzt sich das Unternehmen, das wie ein Monopolist agiert, am Markt durch.30
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich des Anpassungsbedarfs des Wettbewerbsrechts an die Bedingungen der digitalen Ökonomie und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Der geltende Rechtsrahmen: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Wettbewerbsordnung und des Wettbewerbsrechts sowie die Instrumente der Zusammenschlusskontrolle und Missbrauchsaufsicht.
3 Die Digitalwirtschaft: Hier werden die ökonomischen Besonderheiten wie Netzwerkeffekte, Grenzkostenstrukturen und Lock-in-Effekte analysiert, die in digitalen Märkten zu monopolistischen Tendenzen führen können.
4 Anpassungsmöglichkeiten des Wettbewerbsrechts: Das Kapitel evaluiert verschiedene theoretische und praktische Reformvorschläge, darunter modifizierte Tests zur Marktdefinition und strukturelle Eingriffe wie Unternehmenszerschlagungen.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass das Wettbewerbsrecht reformbedürftig ist, jedoch nicht alle vorgeschlagenen Maßnahmen gleichermaßen praktikabel oder rechtlich unbedenklich sind.
Schlüsselwörter
Wettbewerbsrecht, Digitalwirtschaft, Wettbewerbsordnung, Marktbeherrschung, Netzwerkeffekte, Marktabgrenzung, SSNIP-Test, Monopolisierung, Lock-in-Effekt, Missbrauchsaufsicht, Kartellrecht, Unternehmensentflechtung, Grenzkosten, Plattformökonomie, Wettbewerbspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Es geht um die Frage, ob die aktuellen wettbewerbsrechtlichen Instrumente ausreichen, um fairen Wettbewerb in den stark durch digitale Plattformen geprägten Märkten zu gewährleisten.
Welche zentralen Themenfelder behandelt das Dokument?
Zentrale Themen sind die ökonomischen Charakteristika digitaler Güter, die Monopolbildungsgefahren durch Netzwerkeffekte sowie die Möglichkeiten rechtlicher Eingriffe durch den Gesetzgeber.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob und inwieweit das Wettbewerbsrecht und die Wettbewerbsordnung reformiert werden müssen, um einen funktionsfähigen Wettbewerb im digitalen Zeitalter zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine rechts- und wirtschaftswissenschaftliche Analyse, basierend auf der Auswertung aktueller Fachliteratur und der Anwendung bestehender wettbewerbsrechtlicher Kriterien auf digitale Geschäftsmodelle.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil analysiert den Rechtsrahmen, die ökonomischen Besonderheiten der Digitalwirtschaft, die Problematik der Marktabgrenzung am Beispiel von Google sowie konkrete Reform- und Anpassungsoptionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Wettbewerbsrecht, Digitalwirtschaft, Netzwerkeffekte, Marktbeherrschung und SSNIP-Test charakterisiert.
Warum ist die klassische Marktabgrenzung bei Google so problematisch?
Da viele Google-Dienste auf nicht-monetärer Basis (gegen Daten und Aufmerksamkeit) angeboten werden, lässt sich der klassische SSNIP-Test zur Preiserhöhung bei Produkten kaum anwenden.
Wie bewertet der Autor die Zerschlagung von Unternehmen?
Der Autor steht der Zerschlagung von Unternehmen skeptisch gegenüber, da sie auf erhebliche rechtliche Bedenken hinsichtlich der Eigentumsfreiheit stößt und in der praktischen Umsetzung als schwierig erachtet wird.
- Quote paper
- Alex Czycholl (Author), 2022, Wettbewerbsrecht im digitalen Zeitalter. Muss die Wettbewerbsordnung reformiert werden, um einen funktionsfähigen Wettbewerb zu sichern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361890