In diesem Essay wird die Frage behandelt, ob das Prinzip der Inklusion für den Philosophieunterricht an Schulen in NRW eine besondere Chance darstellt und im Zusammenhang damit, wie inklusiver Unterricht praktisch umgesetzt werden könnte. Schließlich ist gerade Philosophie ein Fach, in dem es viel um Empathie, Reflexion, Streitkultur, Identität und Wertvorstellungen geht. Kompetenzen und Themen, die für einen gelingenden Inklusionsprozess von Nutzen sind.
Der Leser gewinnt Einblicke in den Kernlehrplan für Philosophie und in die fachdidaktische Diskussion um gut konzipierten Philosophieunterricht. Zusätzlich werden theoretische Ansätze zu Inklusion von den Philosophinnen Martha Nussbaum und Sigrid Graumann in die Überlegungen mit einbezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Inklusion – eine besondere Chance für den Philosophieunterricht?
2.1 Fachdidaktische Perspektive auf den Philosophieunterricht
2.2 Umsetzung inklusiven Philosophieunterrichts
3 Fazit
4 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial und die praktische Umsetzbarkeit von Inklusion im Fach Philosophie mit einem besonderen Fokus auf den Kernlehrplan der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen sowie den Fähigkeitenansatz von Martha Nussbaum.
- Verhältnis von Inklusion und philosophischer Bildung
- Analyse didaktischer Konzepte (Martens-Rehfus-Debatte)
- Anwendung des Fähigkeitenansatzes nach Martha Nussbaum
- Herausforderungen der Heterogenität im Philosophieunterricht
- Binnendifferenzierung als Methode für inklusiven Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.1 Fachdidaktische Perspektive auf den Philosophieunterricht
Das Schulfach Philosophie steht in Deutschland in verschiedenen Bundesländern als Grundkurs oder Leistungskurs zur Verfügung, in manchen Bundesländern kann es aber auch als Ersatzfach für den Religionsunterricht gewählt werden und nennt sich dann Ethikunterricht.
Im Philosophieunterricht vermittelt die Lehrperson den Lernenden diverse Inhalte aus philosophischen Disziplinen und bedient sich dabei verschiedenster Methoden. Solche Methoden sind unter anderem der sogenannte Sokratische Dialog, Dilemma-Diskussionen oder textgebundene Arbeit, in denen die sich Schülerinnen und Schüler darin üben, selbst philosophische Texte zu verfassen.
Die Kompetenzen, die durch diese Methoden erworben werden sollen, sind im Kernlehrplan für die Sekundarstufe I in NRW festgehalten worden: „Zentrales Anliegen des Faches ist es, zur Entwicklung von Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern beizutragen, die sie befähigen, die Wirklichkeit differenziert wahrzunehmen und sich systematisch mit Sinn- und Wertefragen auseinanderzusetzen [...] und in einer demokratischen Gesellschaft selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und tolerant zu leben.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld von Schule als Ort der Vielfalt und dem Rechtsanspruch auf inklusive Bildung ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Inklusion – eine besondere Chance für den Philosophieunterricht?: Dieses Kapitel beleuchtet das fachdidaktische Selbstverständnis von Philosophie, diskutiert unterschiedliche Unterrichtskonzepte und untersucht die methodische Umsetzbarkeit unter der Prämisse der Inklusion.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Inklusion eine Bereicherung für das Fach Philosophie darstellt und durch binnendifferenzierte Ansätze sowie eine inklusive Methodenvielfalt konstruktiv gestaltet werden kann.
4 Literatur: Dieses Kapitel listet die in der Arbeit verwendeten Quellen und Verweise auf.
Schlüsselwörter
Inklusion, Philosophieunterricht, Fachdidaktik, Binnendifferenzierung, Heterogenität, Kernlehrplan, Fähigkeitenansatz, Martha Nussbaum, Menschenwürde, Kompetenzentwicklung, Wertefragen, inklusive Bildung, Schulkultur, schulische Inklusion, Philosophieren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Inklusion im Philosophieunterricht an weiterführenden Schulen realisiert werden kann und inwiefern der Philosophieunterricht von inklusiven Ansätzen profitiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören der didaktische Auftrag des Philosophieunterrichts, die Debatten um Unterrichtskonzeptionen, die Bedeutung von Heterogenität für das Lernen sowie praktische Strategien zur Binnendifferenzierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die These zu stützen, dass der Philosophieunterricht durch Inklusion eine Aufwertung erfährt und dass dies durch eine gezielte pädagogische Gestaltung zu einer gerechteren Bildungskultur beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse von Kernlehrplänen (NRW), philosophiedidaktischer Literatur sowie die Anwendung des Fähigkeitenansatzes von Martha Nussbaum im Kontext inklusiver Pädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Nach einer fachdidaktischen Einordnung des Philosophieunterrichts werden die Ansätze von Martens und Rehfus kritisch betrachtet und mit der praktischen Umsetzung von Inklusion – unter Einbeziehung des AOSF-Verfahrens und binnendifferenzierender Methoden – verknüpft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Inklusion, Heterogenität, Philosophieunterricht, Binnendifferenzierung, Fähigkeitenansatz und Kompetenzorientierung.
Inwiefern spielt der Fähigkeitenansatz von Martha Nussbaum eine Rolle?
Nussbaums Ansatz dient als theoretische Grundlage, um Inklusion über das bloße Recht auf Teilhabe hinaus als Förderung menschlicher Grundfähigkeiten zu verstehen, wobei auch Kritikpunkte an diesem Modell durch Sigrid Graumann diskutiert werden.
Warum wird das AOSF-Verfahren im Kontext der Inklusion erwähnt?
Das Verfahren wird herangezogen, um zu illustrieren, wie bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf individuelle Unterstützung im Unterricht gewährleistet werden kann, um Barrieren gezielt abzubauen.
- Arbeit zitieren
- Eva Herholz (Autor:in), 2023, Inklusion in der Schule. Eine besondere Chance für den Philosophieunterricht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1361915