In der vorliegenden explorierenden Einzelfallstudie im Prä-/Postdesign wird die potenzielle Effektivität des Mobbingpräventionsprogrammes "Fairplayer. Manual Klasse 5–6" bei stotternden Kindern untersucht. Anhand eines Fallbeispiels wird die Schwere der Mobbingerlebnisse vor und nach der Implementierung des Mobbingpräventionsprogrammes analysiert.
Stigmatisierte Gruppen, zu denen auch Personen zählen, die stottern, sehen sich besonders oft mit negativen Zuhörendenreaktionen beziehungsweise Einstellungen konfrontiert – bereits im jungen Kindesalter. Negative Ansichten über bestimmte Gruppen erweisen sich als Prädiktoren für auftretendes Mobbing, das stotternde Kinder überproportional häufig betrifft.
Zur Ergänzung der ersten Ergebnisse dieser Einzelfallstudie sollte der Effekt von "Fairplayer" anhand von Studien mit einer größeren Stichprobe im Kontrollgruppen-Design oder im Prä-Post-Follow-up-Design überprüft werden, um mögliche Verbesserungen in Bezug auf das Mobbingerleben kausal auf Wirkungseffekte von "Fairplayer" zurückführen und repräsentative Aussagen treffen zu können. Im Hinblick auf die weiterhin hohe Mobbingprävalenz an deutschen Schulen und die vermehrt inklusive Gestaltung des deutschen Bildungssystems scheint ein für stotternde Kinder, aber auch für Mitglieder anderer stigmatisierter Gruppen effektives Mobbingpräventionsprogramm hochrelevant.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Zur Sozialpsychologie des Stotterns
- 2.1 Einstellungen zum Stottern im Schulkontext
- 2.2 Sozialpsychologische Merkmale des Stotterns
- 3. Zur sozialen Situation stotternder Schülerinnen und Schüler
- 3.1 Peerstellung stotternder Schülerinnen und Schüler
- 3.2 Mobbing stotternder Schülerinnen und Schüler
- 4. Das universelle Mobbingpräventionsprogramm, Fairplayer' in der Adaption für die 5. und 6. Klasse
- 4.1 Hintergrund und Ziele
- 4.2 Wirkungen
- 5. Methodik
- 5.1 Das Erhebungsinstrument, Fragebogen zum Mobbing'
- 5.2 Der Fall A
- 5.3 Durchführung
- 5.4 Auswertung
- 6. Ergebnisse
- 7. Diskussion
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit analysiert die potentielle Effektivität des Mobbingpräventionsprogramms „Fairplayer.Manual Klasse 5-6“ bei stotternden Kindern. Die Studie fokussiert sich auf den Einzelfall einer stotternden Sechstklässlerin und untersucht die Veränderung ihrer Mobbingerfahrungen vor und nach der Implementierung des Programms.
- Die Auswirkungen des Programms „Fairplayer“ auf die Mobbingerfahrungen stotternder Schülerinnen und Schüler
- Die Relevanz von Mobbingprävention für stigmatisierte Gruppen, insbesondere im schulischen Kontext
- Die Sozialpsychologie des Stotterns und die damit verbundenen Herausforderungen für stotternde Kinder
- Die Rolle von Peerbeziehungen und sozialen Einstellungen im Zusammenhang mit Mobbing
- Die methodische Herangehensweise und die Ergebnisse einer explorierenden Einzelfallstudie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema der Arbeit vor und beleuchtet die soziale Situation stotternder Schülerinnen und Schüler. Sie erläutert die Bedeutung von Mobbingprävention im schulischen Kontext und skizziert die Problematik von Stigmatisierungsprozessen, die stotternde Kinder häufig erleben. Kapitel 2 beleuchtet die Sozialpsychologie des Stotterns, insbesondere die Einstellungen zum Stottern im Schulkontext und die sozialpsychologischen Merkmale des Stotterns. Kapitel 3 setzt sich mit der sozialen Situation stotternder Schülerinnen und Schüler auseinander, einschließlich ihrer Peerstellung und den Besonderheiten des Mobbings, dem sie ausgesetzt sind. Kapitel 4 beschreibt das universelle Mobbingpräventionsprogramm „Fairplayer“ in seiner Adaption für die Klassenstufen 5 und 6. Es behandelt die Hintergründe, Ziele und potentiellen Wirkungen des Programms. Kapitel 5 erläutert die Methodik der Einzelfallstudie, einschließlich des verwendeten Erhebungsinstruments, dem Fall der untersuchten Schülerin und der Durchführung sowie Auswertung der Studie. Die Ergebnisse der Studie werden in Kapitel 6 präsentiert und diskutiert.
Schlüsselwörter
Mobbingprävention, Stottern, Stigmatisierung, Sozialpsychologie, Schulkontext, Fairplayer, Einzelfallstudie, Peerbeziehungen, negative Einstellungen, Inklusion
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Mobbingpräventionsprogramm „Fairplayer“?
„Fairplayer“ ist ein wissenschaftlich fundiertes Manual für die Klassenstufen 5 und 6, das darauf abzielt, Mobbing durch Förderung sozialer Kompetenzen zu verhindern.
Warum sind stotternde Kinder besonders gefährdet für Mobbing?
Stotternde Kinder gehören zu einer stigmatisierten Gruppe, die oft mit negativen Reaktionen der Zuhörer und Vorurteilen konfrontiert ist, was die Wahrscheinlichkeit für Mobbing erhöht.
Welche Methode wurde in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine explorierende Einzelfallstudie im Prä-/Postdesign, bei der die Erfahrungen einer Schülerin vor und nach dem Programm untersucht wurden.
Was sind die zentralen Ergebnisse der Studie?
Die Arbeit analysiert die Schwere der Mobbingerlebnisse und diskutiert, inwieweit das Programm „Fairplayer“ zur Verbesserung der sozialen Situation beigetragen hat.
Welche Relevanz hat das Thema für die Inklusion?
Angesichts der hohen Mobbingprävalenz ist ein effektives Präventionsprogramm entscheidend für das Gelingen eines inklusiven Bildungssystems, in dem alle Kinder geschützt sind.
- Arbeit zitieren
- David Zengen (Autor:in), 2022, Mobbing und Stottern. Auswirkungen des Mobbingpräventionsprogramms "Fairplayer" auf die Mobbingerfahrungen stotternder Schülerinnen und Schüler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1362325