Die vorliegende Arbeit thematisiert die Einwanderungspolitik Deutschlands und vergleicht türkische und italienische Gastarbeiter in Deutschland. Dabei geht sie auf die theoretischen Grundlagen der Migration sowie der europäischen Migrationspolitik ein. In diesem Zusammenhang werden die Migrationsmotive und Deutschlands Einwanderungspolitik vertieft dargestellt.
Im nachfolgenden Kapitel wird ein Vergleich zwischen türkischen und italienischen Gastarbeitern thematisiert. Dazu werden ihre Migrationsmotive sowie ihre Anfangszeit nach der Einwanderung in das Zielland, hier Deutschland beschrieben. Das vierte Kapitel schließt mit den Ergebnissen einer Befragung ab. Die Befragung wurde hinsichtlich der zentralen Merkmale, wie der Schulbildung, Haupttätigkeit und Sprachkenntnisse, durchgeführt und ausgewertet. Das Fazit sowie ein Ausblick bilden den Schluss dieser Hausarbeit.
Historisch gesehen hatte die Einwanderung nach und aus Europa viele Formen angenommen. Es differenziert sich, ob die Einwanderung nun freiwillig oder erzwungenermaßen, zum Beispiel aufgrund der schlechten Lebensstandards in den Herkunftsländern, erfolgt ist. Die Gründe für die Einwanderung in ein anderes Land können auch heute die Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sowie Ökologie und Religion sein, was die Menschen dazu bewegt, ihr Herkunftsland zu verlassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Einwanderung
2.2 Europäische Migrationspolitik
2.3 Migrationsmotive
2.4 Deutschlands Einwanderungspolitik
3 Die Gastarbeiter in Deutschland im Vergleich
3.1 Türkische Gastarbeiter
3.2 Italienische Gastarbeiter
4 Zentrale Merkmale der zwei Migrantengruppen
4.1 Schulbildung
4.2 Haupttätigkeit
4.3 Sprachkenntnisse
5 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Gastarbeitersystem in der Bundesrepublik Deutschland, indem sie gezielt die Migrationshintergründe und sozialen Merkmale von türkischen und italienischen Gastarbeitern vergleicht und analysiert. Im Fokus steht dabei die Frage, wie sich diese Migrantengruppen in Bezug auf Bildungsstand, Erwerbstätigkeit und Sprachkompetenz voneinander unterscheiden.
- Theoretische Grundlagen der Migration und europäischen Migrationspolitik
- Vergleichende Analyse türkischer und italienischer Anwerbestrategien
- Untersuchung zentraler Merkmale wie Schulbildung und Haupttätigkeit
- Evaluation von Sprachkenntnissen und Integrationsfaktoren
- Status Deutschlands als Einwanderungsland im historischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.1 Türkische Gastarbeiter
Am 30. Oktober 1961 wurde mit der Türkei ein Anwerbeabkommen unterzeichnet. Dies ist der vierte Vertrag dieser Art, den Deutschland mit südeuropäischen Ländern im Wiederaufbauprozess nach dem Krieg unterzeichnet hatte, um seinen Arbeitskräftebedarf zu decken. Rückblickend markierte diese Unterzeichnung den Beginn der türkischen Einwanderung. Die Geschichte der Arbeitsmigration ist in die Geschichte des Gastlandes integriert. Somit bilden türkische Einwanderer und ihre Nachkommen mit 2,5 bis 2,8 Millionen Menschen die größte Gruppe mit einer Einwanderungsgeschichte. Mehr als die Hälfte ist in der Lage, von ihrem Aufbruch nach Deutschland zu berichten. Die Einwanderer waren überwiegend Männer und versammelten sich vor dem deutschen Verbindungsbüro in Istanbul. In der Filiale des Arbeitsamtes wurden Gastarbeiter ausgewählt: Männer ohne Berufsausbildung sollten unter 30 Jahre alt sein, ausgebildete unter 40 Jahre und qualifizierte Frauen bis zum Alter von 45 kamen in Frage. Weiterhin mussten alle lesen und schreiben können und vor allem gesund sein. Etwa 30 % der in den ersten Jahren eingestellten türkischen Arbeitskräfte hatten eine Berufsausbildung absolviert. Dieser Wert war deutlich höher als der von Arbeitnehmern, die aus anderen Mittelmeerländern rekrutiert wurden (Meier-Braun & Weber, 2013).
Im Jahre 1961 verließen Arbeitsmigranten die Türkei mit 30 Millionen Einwohnern, dessen Fokus auf der Landwirtschaft und Viehzucht lag. Die durch den Marshallplan finanzierte schnelle Mechanisierung der Landwirtschaft förderte die Binnenmigration. Infolgedessen lebten Ende der 1950er Jahre mehr als eine halbe Million Menschen in den illegalen Siedlungen von Istanbul und Ankara, von denen die meisten arbeitslos waren. Deshalb ging die Türkei auf das Abkommen mit Deutschland ein. Der Grundgedanke lag daran, finanzielle Mittel ins Land zu holen, denn die Gastarbeiter würden ihren Familien im Herkunftsland Geld schicken (Meier-Braun & Weber, 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der deutschen Einwanderungsgeschichte und skizziert den Aufbau der Untersuchung zur Migrationspolitik und den Gastarbeitergruppen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Migration, beleuchtet die europäische Politik sowie individuelle Migrationsmotive und ordnet die historische deutsche Einwanderungspolitik ein.
3 Die Gastarbeiter in Deutschland im Vergleich: Hier wird der historische Kontext der Anwerbeabkommen mit der Türkei und Italien dargelegt und die jeweilige Situation der Gastarbeiter bei ihrer Ankunft beschrieben.
4 Zentrale Merkmale der zwei Migrantengruppen: Dieses Kapitel vergleicht mittels einer quantitativen Befragung die Schulbildung, die berufliche Haupttätigkeit und die Sprachkenntnisse der beiden Gruppen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die ökonomischen Aspekte des Gastarbeitersystems zusammen und reflektiert die langfristige Bedeutung der Migranten für die heutige deutsche Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Einwanderung, Gastarbeiter, Migrationspolitik, Arbeitsmigration, Anwerbeabkommen, Deutschland, Italien, Türkei, Sozioökonomie, Integration, Schulbildung, Sprachkenntnisse, Arbeitsmarkt, Migrationsmotive, Demografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert das historische Gastarbeitersystem in Deutschland und vergleicht die Einwanderung türkischer und italienischer Arbeitskräfte.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die Migrationsmotive, die politische Steuerung der Zuwanderung sowie der Vergleich sozioökonomischer Kennzahlen der Migrantengruppen.
Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen türkischen und italienischen Migranten bezüglich ihrer Integration und ihres sozioökonomischen Status zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt Literaturanalyse zur Darstellung theoretischer Grundlagen sowie eine quantitative Sekundärdatenanalyse einer Befragung zur Untersuchung spezifischer Merkmale wie Schulbildung und Erwerbstätigkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung der Migration, die geschichtliche Entwicklung der Anwerbeabkommen und einen empirischen Vergleich der Migrantengruppen.
Was kennzeichnet die Arbeit inhaltlich?
Die Arbeit ist durch den Fokus auf die Differenzierung zwischen türkischen und italienischen Migranten und die Einbettung in den wirtschaftspolitischen Kontext der 1960er und 70er Jahre charakterisiert.
Welchen Einfluss hatte die Ölpreiskrise auf die türkischen Gastarbeiter?
Nach 1973 verschlechterte sich die Situation für türkische Migranten durch das Anwerbestopp-Gesetz und die wirtschaftliche Rezession, was zu einer Zunahme von Asylsuchenden und einer Stabilisierung des Lebensumfelds durch eigene Infrastrukturen (z.B. durch Vereine wie DITIB) führte.
Warum spielt die Muttersprache laut den Ergebnissen eine größere Rolle als Deutsch?
Die Untersuchung zeigt, dass beide Gruppen in ihrer Herkunftssprache über höhere Kompetenzwerte verfügen, was primär auf die Kommunikation im familiären Umfeld und den Konsum medialer Inhalte in der Muttersprache zurückzuführen ist.
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- Burcu Arici (Author), 2021, Einwanderung nach Deutschland. Das Gastarbeitersystem im Vergleich zweier Länder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1362341