Mit zunehmender Globalisierung sind in vielen Branchen
Konzentrationsprozesse zu beobachten, die für die beteiligten Unternehmen eine Vielzahl von Auswirkungen mit sich bringen. Die damit einhergehende Internationalisierung der Rechnungslegungsvorschriften, die sich in den letzten Jahren zunehmend an die US-amerikanischen Regelungen angeglichen haben, stellt für viele Firmen eine Herausforderung dar, zu der in besonderem Maße die Werthaltigkeitsprüfung (sog. Impairment-Test) gem. IAS 36 beiträgt. Ziel ist es auch hier, dass der IFRS-Abschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens sowie der Zahlungsströme vermittelt.
Die vorliegende Arbeit stellt die einzelnen Schritte zur Durchführung eines Impairment-Tests chronologisch dar und erläutert, inwiefern das externe Rechnungswesen hierbei auf Unterstützung angewiesen ist, welche Restriktionen zu beachten sind, welche Freiheitsgrade sich für das Management ergeben, welche generellen Nachteile ein Wertminderungstest mit sich bringt und welche Chancen sich gleichzeitig daraus ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Anwendungsbereich des IAS 36
3. Durchführung des Impairment-Tests
3.1 Triggering Events
3.2 Abgrenzung des Bewertungsobjekts
3.3 Bestimmung des erzielbaren Betrags
3.3.1 Beizulegender Zeitwert
3.3.2 Nutzungswert
3.4 Erfassung der Wertminderung
3.5 Wertaufholung
4. Angaben im Anhang
5. Beispiel für einen Impairment-Test
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Ablauf eines Impairment-Tests gemäß IAS 36 chronologisch darzustellen und die damit verbundenen Herausforderungen, Restriktionen sowie Handlungsspielräume für das Management zu analysieren. Dabei wird insbesondere untersucht, wie das externe Rechnungswesen durch eine enge Verzahnung mit dem Controlling den Prozess effizient gestalten kann, um Fehlentscheidungen bei der Werthaltigkeitsprüfung zu vermeiden.
- Grundlagen und Anwendungsbereich des IAS 36
- Methodik zur Identifikation von Triggering Events
- Ermittlung des erzielbaren Betrags (beizulegender Zeitwert vs. Nutzungswert)
- Strategische Bedeutung der Abgrenzung von Cash-Generating-Units (CGU)
- Praktische Anwendung des Impairment-Tests am Beispiel eines Pharmakonzerns
Auszug aus dem Buch
3.1 Triggering Events
Ein Unternehmen hat an jedem Abschlussstichtag für die im vorigen Kapitel definierten Vermögenswerte einzuschätzen, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines Vermögenswerts vorliegen. Können solche sog. Triggering Events während einer Berichtsperiode eindeutig identifiziert werden, dann muss der Impairment-Test auch unterjährig erfolgen. Diese Prüfung kann jederzeit innerhalb eines Geschäftsjahres durchgeführt werden, vorausgesetzt, sie erfolgt immer zum gleichen Zeitpunkt (IAS 36.10 (a)).
Die Informationen über derartige Triggering Events können sowohl aus externen als auch aus internen Quellen stammen und gem. IAS 36.12 folgende Tatbestände umfassen:
• deutliches Absinken des Markwerts eines Vermögenswerts
• signifikante Veränderungen im Unternehmensumfeld
• Erhöhung des Marktzinsniveaus
• Absinken der Marktkapitalisierung unter den Buchwert des Eigenkapitals
• Überalterung oder physischer Schaden eines Vermögenswerts
• Verkürzung der Nutzungsdauer oder Stilllegung eines Vermögenswerts
• signifikante Verschlechterung der Ertragskraft eines Vermögenswerts.
Darüber hinaus sind Unternehmen dazu angehalten, innerhalb eines systematischen Erfassungsprozesses eigenständig weitere mögliche Anhaltspunkte zu identifizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung des Impairment-Tests vor dem Hintergrund globaler Konzentrationsprozesse und stellt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit vor.
2. Anwendungsbereich des IAS 36: Dieses Kapitel definiert die von IAS 36 betroffenen Vermögenswerte, wie Sachanlagen, immaterielle Werte und den Goodwill, und beleuchtet die Abkehr von planmäßigen Abschreibungen hin zum Impairment-Only-Approach.
3. Durchführung des Impairment-Tests: Das Kernkapitel beschreibt den systematischen Prozess der Werthaltigkeitsprüfung, angefangen bei den Anhaltspunkten über die Bewertungseinheiten bis hin zur Berechnung des erzielbaren Betrags und der Wertaufholung.
4. Angaben im Anhang: Hier werden die regulatorischen Anforderungen an die Offenlegung von Informationen im Rahmen der Berichterstattung gemäß IAS 36 zusammengefasst.
5. Beispiel für einen Impairment-Test: Anhand eines fiktiven Pharmakonzerns wird die praktische Anwendung des Impairment-Tests sowie der Umgang mit Wertminderungen und späteren Wertaufholungen verdeutlicht.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Rechnungswesen und Controlling für eine effiziente Werthaltigkeitsprüfung.
Schlüsselwörter
IAS 36, Impairment-Test, Werthaltigkeitsprüfung, Goodwill, Cash-Generating-Unit, CGU, Triggering Events, Nutzungswert, beizulegender Zeitwert, Discounted-Cash-Flow, Kapitalkosten, CAPM, Wertminderung, Wertaufholung, IFRS.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt die Durchführung des Impairment-Tests gemäß dem internationalen Rechnungslegungsstandard IAS 36 und analysiert dessen Auswirkungen auf die Unternehmensbilanzierung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen, die Abgrenzung von Bewertungseinheiten, die Bestimmung von erzielbaren Beträgen sowie die Anforderungen an das Goodwill-Controlling.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die komplexen Schritte der Werthaltigkeitsprüfung chronologisch darzulegen und die damit verbundenen Ermessensspielräume des Managements sowie die Rolle des Controllings aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die regulatorische Anforderungen (IAS 36) mit betriebswirtschaftlichen Bewertungsmodellen (z.B. DCF-Verfahren) und Praxisbeispielen verknüpft.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Vordergrund?
Der Hauptteil konzentriert sich auf den methodischen Ablauf des Impairment-Tests, insbesondere die Ermittlung des Nutzungswerts mittels Kapitalkostensätzen und die Zuordnung von Vermögenswerten zu Cash-Generating-Units.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind IAS 36, Impairment-Test, Cash-Generating-Unit (CGU), Goodwill und die Integration von Planungsdaten aus dem Controlling.
Warum ist die Wahl der CGU bei der Bewertung so wichtig?
Die Wahl der CGU beeinflusst maßgeblich, ob und in welcher Höhe Wertminderungen erfasst werden müssen, da durch geschickte Aggregation bestimmte Verluste kompensiert werden können.
Welche Rolle spielt das Controlling bei der Durchführung?
Das Controlling liefert die für die Ermittlung des Nutzungswerts notwendigen zukunftsorientierten Planungsdaten, wodurch das externe Rechnungswesen auf die internen Steuerungsinstrumente angewiesen ist.
Kann ein bereits wertgeminderter Goodwill später wieder aufgewertet werden?
Nein, laut IAS 36.124 ist eine Wertaufholung auf einen einmal wertgeminderten Goodwill grundsätzlich ausgeschlossen.
- Quote paper
- Bachelor of Arts Maximilian Vogt (Author), 2008, IAS 36 - Wertminderung von Vermögenswerten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136253