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Die Instrumentalisierung der Verschleierung muslimischer Frauen im kolonialisierten Ägypten

Titel: Die Instrumentalisierung der Verschleierung muslimischer Frauen im kolonialisierten Ägypten

Essay , 2022 , 11 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Nordafrika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der vorliegende Essay untersucht, welche Rolle die Verschleierung muslimischer Frauen im kolonialisierten Ägypten gespielt hat. Es wird die These aufgestellt, dass die britischen Besatzer:innen die Verschleierung instrumentalisierten, um die Ausweitung der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und militärischen Einflusssphären zu legitimieren und die Auslöschung indigener Kulturen zu rechtfertigen.

Um diese These zu untersuchen, wird in einem ersten Schritt ein Überblick über das Aufkommen und die Entwicklung des britischen Kolonialismus in Ägypten gegeben. Anschließend wird die Rolle der Verschleierung im kolonialen Diskurs analysiert. In diesem Zusammenhang wird explizit herausgearbeitet, wie und zu welchem Zweck das Britische Empire die Verhüllung muslimischer Frauen instrumentalisierte. Im letzten Kapitel sollen die Ergebnisse zusammengefasst werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufkommen und Entwicklung des Kolonialismus in Ägypten

3 Die Rolle der Verschleierung im kolonialen Diskurs in Ägypten

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Instrumentalisierung der Verschleierung muslimischer Frauen im kolonialisierten Ägypten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ziel ist es aufzuzeigen, wie imperiale Mächte das Narrativ der weiblichen Unterdrückung nutzten, um ihre politische und militärische Vormachtstellung zu legitimieren, sowie wie das einheimische Patriarchat den Schleier als Symbol des antikolonialen Widerstands umdeutete.

  • Koloniale Diskurse und die Konstruktion des "Anderen"
  • Britische Kolonialpolitik in Ägypten
  • Die Rolle der Verschleierung als politisches Instrument
  • Der Schleier als Symbol des Widerstands
  • Kritik an westlichen Universalismusvorstellungen

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des Korsetts im viktorianischen Zeitalter

Die meisten Weißen Frauen in England und den USA trugen zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert Korsetts. Vor allem im 18. und 19. Jahrhundert war es üblich, die Taille der Frauen so eng zu schnüren, dass ihre Silhouette der einer Sanduhr ähnelte. Der weibliche Körper erhielt eine übersexualisierte Form, indem die Brüste nach oben gedrückt und die Hüften betont wurden. Der Zweck dieses Kleidungsstücks bestand vor allem darin, die weibliche Attraktivität zu steigern. Und wie der Schleier war auch das Korsett mit symbolischer Bedeutung aufgeladen: Das Tragen eines Korsetts zwang eine Frau zu einer steifen, aufrechten Haltung, die mit Moral und Zurückhaltung gleichgesetzt wurde. Umgekehrt wurde das Nichttragen eines Korsetts als unmoralisch interpretiert. Frauen, die keines trugen, wurden mit ungezügelter sexueller Begierde in Verbindung gebracht (Swanson, 2011, S. 92).

Darüber hinaus war das Korsett, anders als der Schleier, gesundheitsschädlich. Denn durch das Zusammenschnüren der Taille wurden die inneren Organe zusammengedrückt und der Knochenbau wurde verformt. Es war auch nicht ungewöhnlich, dass Frauen in Ohnmacht fielen, weil ihnen buchstäblich die Luft wegblieb (Swanson, 2011, S. 91–93). Aber wurde von Weißen Frauen im 18. und 19. Jahrhundert erwartet, dass sie die Kleidung einer anderen Kultur annehmen? Nein. Denn es wurde und wird davon ausgegangen, dass sie sich kritisch mit Traditionen, Lebensstilen und der Kultur der Gesellschaft, in der sie sozialisiert wurden, auseinandersetzen und diese neu definieren können. Muslimischen Frauen hingegen wird diese Fähigkeit verwehrt, unter anderem weil angenommen wird, dass der Islam im Gegensatz zu westlichen Religionen, wie dem Christentum, grundsätzlich frauenfeindlich ist (Ahmed, 1992, S. 244-249).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, indem sie aufzeigt, wie westliche Narrative den Islam als unterdrückerisch darstellen, um koloniale Machtansprüche in Ägypten zu rechtfertigen.

2 Aufkommen und Entwicklung des Kolonialismus in Ägypten: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Hintergründe der britischen Besatzung Ägyptens und die rhetorischen Strategien, mit denen der Generalkonsul Lord Cromer die Überlegenheit westlicher Kulturen betonte.

3 Die Rolle der Verschleierung im kolonialen Diskurs in Ägypten: Hier wird analysiert, wie die Verschleierung zu einem zentralen Schlachtfeld zwischen westlichem Imperialismus, der vorgab, Frauen retten zu wollen, und einem einheimischen Patriarchat, das den Schleier als Widerstandssymbol nutzte, wurde.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die muslimische Frau in diesem Diskurs selbst nicht zu Wort kam, da ihre Praxis von beiden Seiten instrumentalisiert wurde, um Machtbestrebungen durchzusetzen.

Schlüsselwörter

Verschleierung, Kolonialismus, Ägypten, Britisches Empire, Islam, Frauenrechte, Orientalismus, Patriarchat, Widerstand, Identität, Diskursanalyse, Emanzipation, Machtverhältnisse, Intersektionalität, Kulturimperialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert, wie die Verschleierung muslimischer Frauen als politisches Werkzeug diente, um koloniale Interessen im Ägypten des 19. und 20. Jahrhunderts zu rechtfertigen.

Welche zentralen Themenbereiche werden untersucht?

Zentrale Themen sind der britische Kolonialismus, orientalistische Diskurse, die Konstruktion von Geschlechterrollen im Islam und die politische Symbolik von Kleidung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist aufzudecken, wie Kolonialmächte vorgaben, muslimische Frauen zu befreien, um ihre eigene hegemoniale Macht in Ägypten auszubauen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Es handelt sich um eine diskursanalytische Untersuchung, die auf bestehender Fachliteratur und postkolonialer Theorie basiert, um historische Narrative zu hinterfragen.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil befasst sich mit der Rhetorik britischer Beamter (wie Lord Cromer), dem westlichen Universalismusanspruch und der Gegenbewegung durch das einheimische Patriarchat.

Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Begriffe sind Instrumentalisierung, koloniale Identitätsbildung, Symbolik des Schleiers und das "Andere".

Warum wird im Text ein Vergleich zum viktorianischen Korsett gezogen?

Der Vergleich dient dazu, die Absurdität westlicher Rettungsnarrative aufzuzeigen, indem die gesundheitsschädlichen Praktiken der westlichen Welt jener Zeit den muslimischen Traditionen gegenübergestellt werden.

Werden die betroffenen muslimischen Frauen selbst gehört?

Nein, die Arbeit stellt kritisch fest, dass die muslimische Frau in diesem Diskurs zum Schweigen gebracht wurde, da sie instrumentalisiert zwischen den imperialistischen Bestrebungen und dem indigenen Patriarchat steht.

Welche Rolle spielt Frantz Fanon in der Analyse?

Fanon wird herangezogen, um zu erklären, wie die Verschleierung als Symbol des antikolonialen Widerstands funktionalisiert werden kann.

Was ist das wichtigste Fazit der Autorin?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Debatte über den Schleier in kolonialisierten Kontexten selten um das Wohl der Frauen ging, sondern primär als Machtmittel zur Durchsetzung politischer Interessen genutzt wurde.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Instrumentalisierung der Verschleierung muslimischer Frauen im kolonialisierten Ägypten
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
11
Katalognummer
V1362697
ISBN (PDF)
9783346888525
Sprache
Deutsch
Schlagworte
instrumentalisierung verschleierung frauen ägypten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Die Instrumentalisierung der Verschleierung muslimischer Frauen im kolonialisierten Ägypten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1362697
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Leseprobe aus  11  Seiten
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