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Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Karlsruhe zwischen 1933 und 1934

Titel: Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Karlsruhe zwischen 1933 und 1934

Examensarbeit , 2014 , 76 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Joschka Metzinger (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist der Widerstand im Nationalsozialismus in Karlsruhe in den Anfangsjahren der NS-Herrschaft, also vor allem in den Jahren 1933 und 1934. Aus historischer Sicht ist es interessant zu untersuchen, welche verschiedenen Formen von oppositionellen Aktivitäten es gerade in der Zeit der Umwälzung und der Gleichschaltung gegeben hat.

Gegen den Nationalsozialismus wurde bereits vor 1933 auf politischer Ebene durch die Arbeiterparteien (SPD, KPD) vorgegangen, sei es in Versammlungssälen, in der Presse, vor ordentlichen Gerichten oder auf der Straße. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten setzte sich ihr Kampf fort, erfolgte jedoch unter völlig anderen Voraussetzungen. Als Reaktion auf den Berliner Reichstagsbrand wurde am 28. Februar 1933 die sog. „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ offiziell zur „Abwehr kommunistischer staatsgefährdender Gewaltakte“ verabschiedet, welche später von den Nationalsozialisten jedoch als „Generalpräventivmaßnahme gegen jegliche oppositionellen Bewegungen“ eingesetzt wurde. Wer gegen diese Anordnungen verstieß, musste nach §4 mit einer Gefängnisstrafe „nicht unter einem Monat oder mit Geldstrafe von 150 bis zu 15.000 Reichsmark“ rechnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung: Widerstand

3. Widerstand aus dem Glauben: Die Zeugen Jehovas

Emil Rössler

Emilie Wickert

Adolf Wilhelm Mühlhäuser

Willi Seitz

4. Kirchlicher Widerstand

5. Kommunistischer Widerstand

Karl Friedrich Frei / Karoline Frei / Richard Albert Goldschmidt

Justus Leitz

Eugen Eckerlin

Karl Strober

Arthur Wiesemann

August Dosenbach

Otto Schneider / Adolf Schuler / Oskar Burgstahler

Albert Leopold und Max Leopold

Alwin Kutterer und Artur Perino

Karl Seib

Albert Brussel

Oskar Beneter

Ludwig Heinrich Friedrich Brieskorn / Elise Brieskorn / Karl Georg Ernst

Wilhelm Kunle

Johann Heinrich Wagenblaß

Karl Friedrich Wankmüller

Ernst Wunderle

Otto August Preiß / Erich Weingärtner

Gustav Kappler

Friedrich Karl Hans Dietz

6. Sozialdemokratischer Widerstand

Eugen Kern

Hermann Walter / Karl Konz / Hellmuth Stutz

Wilhelm Jakob Knobloch

Richard Zöller / Theodor Kunz

Friedrich Weick

Michael Lampert

7. Sonstiger Widerstand

Otto Hafner

8. Didaktische Umsetzung in der Sekundarstufe 1

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Karlsruhe während der Anfangsjahre der NS-Herrschaft (1933–1934), um die vielfältigen Formen oppositioneller Aktivitäten sowie die Motive der beteiligten Gruppen und Einzelpersonen historisch aufzuarbeiten.

  • Politische Widerstandsformen von SPD und KPD unter dem Druck der Verfolgung.
  • Die religiös motivierte Oppositionsarbeit der Zeugen Jehovas.
  • Methoden der illegalen Druckschriftenverbreitung und konspirative Netzwerkstrukturen.
  • Biografische Einblicke in die Schicksale lokaler Widerstandskämpfer.
  • Didaktische Konzepte zur Vermittlung lokaler Widerstandsgeschichte im Schulunterricht.

Auszug aus dem Buch

Arthur Wiesemann

Arthur Wiesemann, geboren im Jahr 1896, von Beruf Kaufmann und wohnhaft in Knielingen, war ein aktives Mitglied der Karlsruher Gruppen im Untergrund. Unter anderem durch ihn entstanden in Karlsruhe kommunistische Zeitungen, die direkt vor Ort hergestellt und verbreitet wurde: Mit einer Vervielfältigungsmaschine vervielfältigte er Texte, die von dem KPD-Mitglied Kropf aus Südbaden verfasst und von dem russischen Studenten der Technischen Hochschule Karlsruhe Herbert Paltschik auf Wachsmatrizen geschrieben worden waren, welche in einer Flasche im Hardtwald an einer bestimmten Stelle versteckt wurden. Von dort aus wurden sie eine bestimmte Zeit lang von dem Maler Artur Graf abgeholt.

Dies tat er immer dann, wenn ein Kreidekreis auf einer Band in der Nähe des Verstecks angebracht war. Sobald er die Matrizen mitgenommen hatte, machte er ein Kreuz in den Kreidekreis. Die Matrizen wurden daraufhin in die Gartenhütte des Zimmermanns Strobel im Beiertheimer Feld gebracht: „Dort standen, verborgen unter dem Bretterboden, zwei Abziehapparate und Saugpapier bereit.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Beginn des NS-Regimes in Karlsruhe nach 1933 und die daraus resultierende erste Welle politischer Verfolgung sowie die Reaktionen der Arbeiterparteien.

2. Begriffsbestimmung: Widerstand: Dieses Kapitel erörtert die Definitionsschwierigkeiten und verschiedenen wissenschaftlichen Abstufungen von Widerstand im Nationalsozialismus.

3. Widerstand aus dem Glauben: Die Zeugen Jehovas: Hier wird der rein religiös motivierte Widerstand der als erste verbotenen Glaubensgemeinschaft gegen das totalitäre System analysiert.

4. Kirchlicher Widerstand: Das Kapitel beleuchtet die defensive Haltung der großen christlichen Volkskirchen gegenüber dem Regime und vereinzelte oppositionelle Stimmen von Geistlichen.

5. Kommunistischer Widerstand: Ein ausführliches Kapitel über die KPD, ihre konspirativen Strukturen, die Herstellung illegaler Medien und die Verfolgung ihrer Funktionäre.

6. Sozialdemokratischer Widerstand: Es wird die Arbeit der illegalen SPD-Gruppen in Karlsruhe beschrieben, die ihre Aktivitäten trotz massiven Drucks aufrechtzuerhalten versuchten.

7. Sonstiger Widerstand: Zusammenfassung weiterer, abseits der großen Parteien stattfindender Widerstandsaktionen, wie beispielsweise Fluchthilfe für jüdische Mitbürger.

8. Didaktische Umsetzung in der Sekundarstufe 1: Ein pädagogischer Leitfaden, wie lokale Widerstandsgeschichte projektorientiert und quellenbasiert in den Geschichtsunterricht integriert werden kann.

9. Fazit: Eine abschließende Betrachtung, die die Bedeutung des Widerstands kleinerer Gruppen und Einzelpersonen als Teil des gesellschaftlichen Ganzen hervorhebt.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Karlsruhe, Widerstandsforschung, Kommunistischer Widerstand, Sozialdemokratischer Widerstand, Zeugen Jehovas, Illegale Druckschriften, NS-Verfolgung, Schutzhaft, Lokalgeschichte, Archivarbeit, Geschichtsunterricht, Widerständiges Verhalten, NS-Regime, Konzentrationslager.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den lokalen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime in Karlsruhe in den Jahren 1933 und 1934 und beleuchtet dabei die Motive sowie Arbeitsweisen verschiedener politischer und religiöser Gruppen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der kommunistische und sozialdemokratische Widerstand, die religiöse Opposition der Zeugen Jehovas, kirchliche Dissidenz sowie Ansätze zur Vermittlung dieser Themen im Schulunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die verschiedenen Formen oppositioneller Aktivitäten in einer Zeit intensiver Umwälzung und Gleichschaltung historisch aufzuarbeiten und die Aktivitäten lokaler Akteure in Karlsruhe zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich primär auf eine Auswertung historischer Primärquellen, insbesondere Lageberichte der Geheimen Staatspolizei sowie Akten des Sondergerichts Mannheim.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Widerstandsgruppen (Kommunisten, Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas, Kirche), deren organisatorische Untergrundaktivitäten und dokumentiert dabei zahlreiche individuelle Lebenswege.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem NS-Regime, Konspiration, Schutzhaft, Untergrundpresse, Zeitzeugenschaft und Geschichtsdidaktik.

Welche Rolle spielte die Stadt Karlsruhe als Schauplatz?

Karlsruhe fungierte als Standort von Sondergerichten und Gestapo-Dienststellen, deren Akten heute einen detaillierten Blick auf die landesweite Verfolgung und den lokalen Widerstand ermöglichen.

Was zeichnet den Widerstand der Zeugen Jehovas besonders aus?

Ihr Widerstand war rein religiös motiviert und führte zu einer besonders unerbittlichen Verfolgung durch die Nationalsozialisten, da die Glaubensleitsätze der Zeugen mit dem Absolutheitsanspruch des Staates kollidierten.

Warum ist die archivpädagogische Arbeit für Schüler wichtig?

Die Arbeit mit Originaldokumenten im Archiv ermöglicht Jugendlichen einen konkreten, forschenden Zugang zur Geschichte vor Ort, der über das abstrakte Lernen mit Schulbüchern hinausgeht und Quellenkritik fördert.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Karlsruhe zwischen 1933 und 1934
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe  (Sozialwissenschaften)
Note
1,0
Autor
Joschka Metzinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
76
Katalognummer
V1363217
ISBN (PDF)
9783346891747
ISBN (Buch)
9783346891754
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Widerstand Nationalsozialismus Karlsruhe 1933 1934
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Joschka Metzinger (Autor:in), 2014, Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Karlsruhe zwischen 1933 und 1934, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1363217
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  76  Seiten
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