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Der Jugendarrest zwischen Erziehung und Strafe

Eine Auseinandersetzung mit Kritik, Zukunftsperspektiven und ambulanten Alternativen

Titel: Der Jugendarrest zwischen Erziehung und Strafe

Bachelorarbeit , 2023 , 65 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Milena Brammer (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Was tun, wenn junge Menschen straffällig werden? Ist der Jugendarrest die richtige Antwort, oder gibt es bessere Wege, um ihnen zu helfen, ihr Leben in den Griff zu bekommen? Tauchen Sie ein in die komplexe Welt des Jugendstrafrechts und der Jugendkriminalität, wo sich Erziehung, Strafe und Resozialisierung begegnen. Diese tiefgreifende Analyse des Jugendarrests in Deutschland nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Geschichte und die rechtlichen Grundlagen dieser umstrittenen Sanktionsmaßnahme. Erforschen Sie die unterschiedlichen Formen des Arrests – vom Freizeitarrest bis zum Dauerarrest – und ihre potenziellen Auswirkungen auf junge Menschen. Kritische Stimmen werden laut: Ist der Jugendarrest wirklich geeignet, um jugendliche Straftäter zu erreichen und Rückfälle zu verhindern? Oder bewirkt er eher das Gegenteil? Entdecken Sie fundierte Einblicke in die Theorien der Jugendkriminalität, die helfen, die Ursachen und Hintergründe abweichenden Verhaltens zu verstehen. Lassen Sie sich aufzeigen, wie Lerntheorien, Kontrolltheorien und Mehrfaktorenansätze unser Verständnis von Jugendkriminalität prägen und welche Schlussfolgerungen sich daraus für die Gestaltung von Sanktionen ergeben. Jenseits von Strafe und Abschreckung werden innovative ambulante Alternativen zum Jugendarrest vorgestellt, die auf Erziehung, soziale Kompetenz und individuelle Förderung setzen. Erfahren Sie mehr über Soziale Trainingskurse und andere Programme, die jungen Menschen helfen, Verantwortung zu übernehmen und positive Veränderungen in ihrem Leben zu bewirken. Diese kritische Auseinandersetzung mit dem Jugendarrest und seinen Alternativen bietet wertvolle Impulse für Fachkräfte in der Jugendhilfe, Juristen, Pädagogen und alle, die sich für eine gerechtere und wirksamere Jugendstrafrechtspolitik einsetzen. Wagen Sie einen Blick in die Zukunft und entdecken Sie neue Perspektiven für eine Jugend, die nicht durch Strafe, sondern durch Chancen geprägt ist. Schlüsselwörter: Jugendarrest, Jugendstrafrecht, Jugendkriminalität, Erziehung, Strafe, ambulante Alternativen, Rückfallquote, Kriminalitätstheorien, Sanktionsgestaltung, Jugendhilfe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsbestimmungen

1.1 Kindheit und Jugend

1.2 Der Kriminalitätsbegriff

1.3 Jugendkriminalität

1.4 Jugenddelinquenz

2. Theorien über (Jugend-) Kriminalität

2.1 Lerntheorie

2.2 Kontrolltheorie

2.3 Mehrfaktorenansätze

3. Jugendstrafrecht

3.1 Historische Entwicklung des Jugendstrafrechts

3.2 Rechtliche Grundlagen und Besonderheiten im Jugendstrafrecht

3.3 Ziele des Jugendstrafrechts

3.4 Der Erziehungsbegriff im Sinne des JGG

3.5 Der Sanktionskatalog

3.5.1 Erziehungsmaßregeln nach § 9 JGG

3.5.2 Zuchtmittel nach § 13 JGG

3.5.3 Die Jugendstrafe nach § 17 JGG

4. Jugendarrest

4.1 Historische Entwicklung des Jugendarrests

4.2 Arrestformen

4.2.1 Freizeitarrest

4.2.2 Kurzarrest

4.2.3 Dauerarrest

4.2.4 Warnschussarrest

4.2.5 Ungehorsamsarrest

4.3 Funktion des Jugendarrests

4.4 Rückfallquote

5. Kritik und Sanktionsgeeignetheit

6. Chancen und Zukunftsperspektiven

7. Ambulante Alternativen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation, die Kritik und die Zukunftsfähigkeit des Jugendarrests als freiheitsentziehende Sanktion im Jugendstrafrecht und zeigt Möglichkeiten für sinnvolle, ambulante Alternativen auf.

  • Analyse von Begriffen und Theorien zu Jugendkriminalität und Delinquenz
  • Überblick über historische Entwicklung, Ziele und Sanktionen des Jugendstrafrechts
  • Detaillierte Untersuchung der Formen, Funktion und Rückfallquoten des Jugendarrests
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Eignung und Wirkung des Jugendarrests
  • Erörterung von Chancen, Zukunftsperspektiven und ambulanten Alternativen in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

4.2.4 Warnschussarrest

Im Jahr 2012 wurde der bis heute umstrittene Warnschussarrest gemäß § 16a JGG eingeführt (auch Einstiegsarrest genannt), der als Freizeit-, Kurz- oder Dauerarrest verhängt werden kann. Neben der Strafaussetzung zur Bewährung gemäß § 21 JGG, der Bewährung vor der Verhängung der Jugendstrafe gemäß § 27 JGG oder der sogenannten Vorbewährung gemäß § 61 JGG kann unter bestimmten Voraussetzungen diese Sonderform des Urteilsarrests verhängt werden. Damit soll vermieden werden, dass die Bewährungsstrafe den Eindruck eines Freispruchs vermittelt und so den Jugendlichen die „Verantwortlichkeit für das begangene Unrecht und die Folgen weiterer Straftaten zu verdeutlichen“ (§ 16a Abs. 1 Nr. 1 JGG). Der Arrest soll als „Schockarrest“ (Beulke et al., 2020, S. 157) wirken, was auch schon die Bezeichnung als „Warnschuss“, als letzte Warnung vor einer realen Kriminalstrafe, impliziert. Irreführend ist jedoch, dass es sich nicht um eine bloße Verwarnung, sondern um tatsächlichen Freiheitsentzug von bis zu vier Wochen handelt.

Um den Arrest nach § 16a JGG anordnen zu können, muss eine von drei Voraussetzungen erfüllt werden. Entweder muss es erforderlich sein, das Unrecht der Straftat zu verdeutlichen, die Person aus einem schädlichen Umfeld herauszunehmen und auf die Bewährungszeit vorzubereiten oder während des Arrests erzieherisch auf die Person einzuwirken, um eine erfolgreiche Bewährungsaussicht zu erreichen (vgl. § 16a Abs. 1 JGG).

Begründet wird der Warnschussarrest unter anderem damit, dass bei Gruppendelikten Jugendliche, bei denen keine schädlichen Neigungen festgestellt wurden, deren Straftat aber einen Arrest nach sich zieht, gegenüber Jugendlichen, bei denen schädliche Neigungen vorliegen, aber noch keine Jugendstrafe erforderlich ist, benachteiligt werden (vgl. Laubenthal et al., 2015, S. 26).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsbestimmungen: Klärung der Begriffe Kindheit, Jugend, Kriminalität und Delinquenz im Kontext der besonderen Entwicklungsphase des Jugendalters.

2. Theorien über (Jugend-) Kriminalität: Darstellung psychologischer und soziologischer Kriminalitätstheorien wie Lerntheorien, Kontrolltheorien und Mehrfaktorenansätze.

3. Jugendstrafrecht: Überblick über die historische Entwicklung, rechtliche Grundlagen, Ziele des Jugendstrafrechts und den Sanktionskatalog.

4. Jugendarrest: Detaillierte Untersuchung der verschiedenen Arrestformen, ihrer Funktionen und der Rückfallquoten von Arrestant*innen.

5. Kritik und Sanktionsgeeignetheit: Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit, Problematik und dem Gefängnischarakter des Jugendarrests.

6. Chancen und Zukunftsperspektiven: Vorstellung konzeptioneller Vorschläge für eine pädagogisch sinnvollere Ausgestaltung des Arrestvollzugs.

7. Ambulante Alternativen: Aufzeigen von Möglichkeiten, den Jugendarrest durch ambulante Maßnahmen, insbesondere den Sozialen Trainingskurs, zu ersetzen.

Schlüsselwörter

Jugendarrest, Jugendstrafrecht, Jugendkriminalität, Erziehungsgedanke, Legalbewährung, Sanktion, Rückfallquote, Soziale Arbeit, ambulante Alternativen, Sozialer Trainingskurs, Warnschussarrest, pädagogische Ausgestaltung, Spezialprävention, Jugendgerichtsgesetz, Delinquenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Thesis befasst sich mit der Rolle des Jugendarrests im deutschen Jugendstrafrecht, seinem Spannungsfeld zwischen Erziehung und Strafe sowie der Frage nach seiner tatsächlichen Wirksamkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Hintergründe von Jugendkriminalität, die gesetzlichen Grundlagen des Jugendstrafrechts sowie eine fundierte Analyse der verschiedenen Formen und der Kritik am Jugendarrest.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Dissertation?

Das Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Situation des Jugendarrests, die Untersuchung seiner Eignung zur Rückfallvermeidung und das Aufzeigen sinnvoller ambulanter Alternativen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Bachelorarbeit basiert auf einer umfassenden wissenschaftlichen Literaturrecherche und der Aufarbeitung theoretischer Ansätze sowie aktueller Statistiken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Kriminalität, die Darstellung des Jugendstrafrechts mit seinem Sanktionskatalog sowie die detaillierte Analyse des Jugendarrests, seiner Kritikpunkte und potenzieller Zukunftsperspektiven.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Jugendarrest als Sanktionsmittel, das Erziehungsziel des JGG (Jugendgerichtsgesetz), die Legalbewährung, ambulante Maßnahmen und die Rolle der Sozialen Arbeit.

Warum wird der „Warnschussarrest“ in der Arbeit besonders kritisch diskutiert?

Der Autorin zufolge wird dieser Arrest in der Fachwelt weitgehend abgelehnt, da er eine hohe Eingriffsintensität mit einer fragwürdigen pädagogischen Wirksamkeit verbindet und bei mehrfach belasteten Jugendlichen oft zu negativen Trotzreaktionen führt.

Welche Bedeutung kommt der Sozialen Arbeit im Kontext des Jugendarrests zu?

Die Soziale Arbeit steht im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Hilfe. Die Arbeit betont die Notwendigkeit, Fachkräfte stärker in den Vollzug einzubinden, um diesen pädagogisch zu gestalten und eine nachhaltige Nachbetreuung zu gewährleisten.

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Details

Titel
Der Jugendarrest zwischen Erziehung und Strafe
Untertitel
Eine Auseinandersetzung mit Kritik, Zukunftsperspektiven und ambulanten Alternativen
Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,0
Autor
Milena Brammer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
65
Katalognummer
V1363324
ISBN (PDF)
9783346886507
ISBN (Buch)
9783346886514
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale arbeit jugendarrest jugendkriminalität erziehung strafe jgg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Milena Brammer (Autor:in), 2023, Der Jugendarrest zwischen Erziehung und Strafe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1363324
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  65  Seiten
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