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Die Frauenchormadonna zu St. Stephan in Wien. Teil eines Ensembles

Titel: Die Frauenchormadonna zu St. Stephan in Wien. Teil eines Ensembles

Hausarbeit , 2018 , 34 Seiten , Note: 1

Autor:in: Petra Pirklhuber (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit jener Madonna, die sich im Frauenchor, dem Marienchor, zu St. Stephan in Wien befindet und nach ihrem Standort Frauenchormadonna genannt wird. Dem Namen zufolge fügt sie sich nicht in die Reihe prominenter Plastiken ein, wie die Dienstbotenmuttergottes, der Fenstergucker oder der Zahnweh-Herrgott, die in beinahe jedem Kirchenführer über den Wiener Stephansdom Erwähnung finden. In der einschlägigen Literatur wird sie gemeinhin als Maria mit Kind bezeichnet.

Bei der Frauenchormadonna handelt sich um eine Chorstatue des Nordchores, die sich auf einer hoch angebrachten Konsole als Baldachinfigur an einem Wandpfeiler befindet, der an der Übergangszone vom Chorschiff zum Chorpolygon positioniert ist. Der Zeitpunkt ihrer Entstehung ist im frühen 14. Jahrhundert anzusetzen. Die aus Sandstein gefertigte Figur ist etwa überlebensgroß und als Typus der thronenden Madonna mit stehendem Kind dargestellt. Der ausführende Künstler ist namentlich nicht bekannt. Da die Madonna von einem Baldachin "bekrönt" wird, darf sie der Wiener Bauhütte zugeschrieben werden, denn reichverzierte Figurenbaldachine waren ein besonderes Merkmal derselbigen. Heute steinansichtig, darf man sie sich ursprünglich farblich gefasst vorstellen.

Da sie als Bestandteil eines Figurenensembles im nördlichen Chor zu St. Stephan fungiert, soll in dieser Arbeit die Frage behandelt werden, inwiefern ihr eine Funktion innerhalb dieses Zyklus zukommt. Welche Position erfüllt sie innerhalb dieses Ensembles? Was ist ihre Aufgabe in diesem Programm? Hat sie Vorreiterfunktion?

Nach anfänglicher Beschreibung der monumentalen Baldachinfigur, wird sie in Beziehung gesetzt mit den anderen, im Frauenchor sich befindenden, Pfeilerfiguren. Denn nur im Figurenverband wird ihre "Sprache" dem "Hörer" verständlich. Diese Untersuchung soll auch Einblick bieten, wie der Altarraum zur Zeit der Errichtung ausgesehen haben könnte. Schlussendlich wird die Frauenchormadonna mit anderen Werken jener Zeit verglichen, unter besonderer Berücksichtigung Wiens und des deutschsprachigen Gebietes.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Forschungsstand

2. Die Madonna des Frauenchores

3. Die Madonna als Teil eines Ensembles

4. Mögliche Aufstellungen

4.1. Zwei Sitzfiguren

4.2. Die Madonna und der König

4.3. Die Madonna und der Engel

5. Der Altar

6. Datierung

7. Originaler Aspekt

8. Verwandtschaft innerhalb der Plastik

9. Verwandtschaft innerhalb der Gattungen

10. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frauenchormadonna im Wiener Stephansdom im Kontext ihres ursprünglichen Figurenensembles. Das primäre Ziel ist es, die Funktion der Statue innerhalb dieses Zyklus sowie ihre Einbettung in das ikonographische Programm des Chores kritisch zu analysieren und ihre stilistische Einordnung unter Berücksichtigung lokaler und internationaler Einflüsse zu präzisieren.

  • Analyse des Figurenprogramms im Frauenchor des Stephansdoms
  • Untersuchung der ursprünglichen Aufstellung und Kontextualisierung der Statue
  • Stilistischer Vergleich mit zeitgenössischer österreichischer und europäischer Plastik
  • Kritische Revision der Forschungsmeinungen zur Datierung und Restaurierungsgeschichte
  • Interdisziplinärer Bezug zu anderen Gattungen wie Glasmalerei und Buchmalerei

Auszug aus dem Buch

2. Die Madonna des Frauenchores

Betrachtet man die Frauenchormadonna (Abb. 1, 2) isoliert, so lässt sie sich folgendermaßen beschreiben: Es handelt sich um eine Baldachinfigur, die sich an der Übergangszone vom Chorschiff zum Chorpolygon des Frauenchores in der Wiener Stephanskirche befindet. Wie eingangs erwähnt, ist sie überlebensgroß und aus Sandstein gefertigt. Die Madonna ist als Typus der thronenden Madonna dargestellt und darf zu den bedeutenden Werken der Dombauhütte gezählt werden, von der die Monumentalplastik Österreichs im 14. Jahrhundert ihren Ausgang nimmt. Aufgrund ihrer aufrechten Sitzhaltung auf einer mit einem Polster versehenen Bank, wirkt sie hoheitsvoll und strahlt Monumentalität aus, was durch die betonte Frontalität geradezu verstärkt wird. Das Antlitz Mariens spiegelt ihre jugendliche Mädchenhaftigkeit wieder. Es ist eingerahmt von plastisch herabfallenden lockigem Haar und ihr Haupt ist bedeckt von einer Krone, unter der sich noch ein Schleiertuch befindet. Ihr Gesicht wirkt sanft, Nase, Mund und Kinn sind fein herausgearbeitet, mit etwas rundlichen Backen und suggerieren Milde in ihrem Gesicht. Die Bögen ihrer Augenbrauen sind allerdings etwas stärker akzentuiert. Die Weichheit ihres Gesichtsausdrucks jedoch erscheint etwas widersprüchlich zum stattlichen Körpervolumen und der betonten Plastizität.

Dies wird vor allem durch die Faltenbildung ihres Gewandes erzeugt. Das Schleiertuch fällt in Kaskaden auf ihre Schultern herab und korrespondiert in gelungener Weise mit ihren Locken. Auch ihr überlanger Mantel fällt in bewegten Röhrenfalten zu Boden, welche aber nicht durch den Kontakt mit dem Boden in sich zusammenfallen. Das Gewand lässt einen Blick auf die linke Schuhspitze frei, die in gotischer Manier wiedergegeben ist. Das Gewand ihres linken Arms ist eng an den Körper gepresst und sehr einfach gestaltet. Das Jesuskind, in angedeuteter kniender Haltung, befindet sich auf ihrem linken Bein und wird am Rücken durch die Hand Mariens gestützt. Es stellt sich dem Betrachter in Profilansicht dar. Vom Stil ist sein Kopf dem seiner Mutter angeglichen. Ein sanftes Lächeln lässt ihn in die Ferne blicken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Objekt der Frauenchormadonna und deren kunsthistorischen Kontext sowie Formulierung der Forschungsfragen.

1.1. Forschungsstand: Kritischer Überblick über die bestehende Literatur und Dissertationen zur Wiener Chorplastik des 14. Jahrhunderts.

2. Die Madonna des Frauenchores: Detaillierte ikonographische und stilistische Analyse der Frauenchormadonna als isoliertes Einzelobjekt.

3. Die Madonna als Teil eines Ensembles: Interpretation der Statue innerhalb des gesamten monumentalen Figurenprogramms des Nordchores.

4. Mögliche Aufstellungen: Untersuchung der ursprünglichen Platzierung und theoretische Rekonstruktion des Figurenverbands.

4.1. Zwei Sitzfiguren: Vergleich der Frauenchormadonna mit dem pendantartigen Gegenstück der heiligen Anna.

4.2. Die Madonna und der König: Analyse der Beziehung zwischen der Madonna und der Königsfigur sowie der Bedeutung für das visuelle Programm.

4.3. Die Madonna und der Engel: Hypothesen zur Rolle des Verkündigungsengels Gabriel und dessen Bezug zur Maria.

5. Der Altar: Historische Untersuchung der Altaraufstellung und deren Einfluss auf die Sichtbarkeit der Wandpfeiler-Skulpturen.

6. Datierung: Diskussion der Zeitspanne für die Entstehung der Figuren anhand historischer Bau- und Stiftungsdaten.

7. Originaler Aspekt: Auseinandersetzung mit Restaurierungen, Ergänzungen und der Frage nach dem ursprünglichen Erscheinungsbild.

8. Verwandtschaft innerhalb der Plastik: Stilistischer Vergleich mit zeitgenössischen Madonnendarstellungen im deutschsprachigen Raum.

9. Verwandtschaft innerhalb der Gattungen: Untersuchung interdisziplinärer Parallelen zur Glasmalerei und Buchmalerei der Zeit.

10. Resümee: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse zur kunsthistorischen Verortung und Bedeutung der Frauenchormadonna.

Schlüsselwörter

Frauenchormadonna, Stephansdom, Wiener Plastik, Gotik, 14. Jahrhundert, Chorplastik, Baldachinfigur, thronende Madonna, Figurenensemble, Ikonographie, Sandstein, Bauhütte, Spätmittelalter, Kunstgeschichte, Skulptur.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Forschungsarbeit?

Die Arbeit fokussiert sich auf die gotische Frauenchormadonna im Wiener Stephansdom, ihre ursprüngliche Funktion als Teil eines größeren Figurenprogramms und ihre kunsthistorische Verortung.

Welche Themenfelder werden abgedeckt?

Neben der detaillierten Beschreibung der Statue werden Datierungsfragen, Aufstellungskontexte, stilistische Vergleiche mit europäischer Plastik und Bezüge zur zeitgenössischen Glasmalerei behandelt.

Welche wissenschaftliche Forschungsfrage leitet die Untersuchung?

Die Arbeit untersucht, welche spezifische Funktion die Madonna innerhalb des marianischen Figurenzyklus im Nordchor erfüllte und wie sie mit anderen Figuren zu einem Gesamtprogramm interagierte.

Welche Methoden werden angewandt?

Die Autorin kombiniert eine deskriptive Stilanalyse mit der Auswertung von vorhandener Fachliteratur, Quellen zur Baugeschichte und einem vergleichenden Exkurs zu anderen Kunstgattungen.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Statue, die Analyse des Figurenensembles, die Diskussion über Aufstellungsorte, Restaurierungsfragen sowie den stilistischen Vergleich mit verwandten Werken der Zeit.

Welche Keywords charakterisieren die Publikation?

Die Kernbegriffe sind Frauenchormadonna, Stephansdom, GOTIK, Chorplastik, Ikonographie und 14. JAHRHUNDERT.

Wie unterscheidet sich die Frauenchormadonna von anderen bekannten Plastiken am Stephansdom?

Im Gegensatz zu prominenten Plastiken wie der Dienstbotenmuttergottes steht sie weniger im Fokus öffentlicher Kirchenführer, ist jedoch durch ihre Funktion als Teil eines Ensembles kunsthistorisch hochrelevant.

Warum ist die Datierung der Statuen so kompliziert?

Da keine zeitgenössischen Rechnungen oder Belege über die Aufstellung existieren, stützt sich die Forschung nur auf bauhistorische Rahmendaten und stilistische Vergleiche, was die Datierung erschwert.

Welche Rolle spielt die Glasmalerei für das Verständnis der Plastik?

Parallelen in der Stilistik und Körperformung zwischen den Chorfiguren und zeitgenössischen Glasgemälden, etwa in Klosterneuburg, dienen als Indikatoren für künstlerische Zusammenhänge, die über eine Gattung hinausgehen.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Frauenchormadonna zu St. Stephan in Wien. Teil eines Ensembles
Hochschule
Universität Wien  (Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Seminar
Note
1
Autor
Petra Pirklhuber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
34
Katalognummer
V1363586
ISBN (PDF)
9783346888785
ISBN (Buch)
9783346888792
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stephansdom Wien Nordchor Pfeilerfigur Frauenchormadonna
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Petra Pirklhuber (Autor:in), 2018, Die Frauenchormadonna zu St. Stephan in Wien. Teil eines Ensembles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1363586
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Leseprobe aus  34  Seiten
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