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Zur Aktualität von Günther Anders 'Die Welt als Phantom und Matrize'

Title: Zur Aktualität von Günther Anders 'Die Welt als Phantom und Matrize'

Term Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Bergthaller (Author)

Communications - Movies and Television
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In dieser Arbeit soll uns primär der Aufsatz „Die Welt als Phantom und Matrize“ interessieren, also Günther Anders´ Auseinandersetzung mit Rundfunk und Fernsehen, welche Konrad Paul Liessmann zufolge einen Kernpunkt seiner Philosophie darstellt. Anders war im Jahre 1936 vor dem Zweiten Weltkrieg nach New York geflüchtet. Im amerikanischen Exil wurde er nun [...] Es steht außer Frage, dass der Aufenthalt in den USA seine Philosophie entscheidend geprägt hat, und so kann und muss seine Betrachtung der neuen Medien vor diesem Hintergrund gelesen werden. Günther Anders hat immer wieder betont, dass er sich als „Gelegenheitsphiloph“ verstehe – als Philosoph also, dessen Reflexionen sich an Ereignissen oder, wie er sagte, den „Sachen selbst“ entzünden. Die Konfrontation mit dem Radio und in noch größerem Maße dem Fernsehen muss ein solches Ereignis gewesen sein. Doch angesichts der dieser neuer Phänomene war es keineswegs Faszination, die er empfand, sondern vielmehr ein tief sitzendes Unbehagen. Anders sah im Fernsehen ein Medium, das unwiderrufliche Veränderungen im Menschen, in dessen Wahrnehmung und nicht zuletzt in dessen Seele hervorrufe. Der TV-Apparat führe zu einer regelrechten Umformung des Menschen. Worin diese Umformung im Einzelnen besteht, sollen im Folgenden die unter Punkt 2 aufgeführten Kapitel klären. Es werden hier die zentralen Themenkomplexe des Aufsatzes „Die Welt als Phantom und Matrize“ erläutert, um vor diesem Hintergrund schließlich eine Bewertung und Einordnung der Andersschen Thesen vorzunehmen. Dabei soll insbesondere die Frage nach der Aktualität und Relevanz seiner Medienanalyse für heutige Betrachtungen von Rundfunk und Fernsehen behandelt werden. Da der erste Band der Antiquiertheit des Menschen, wie wir sahen, untrennbar an die zeithistorischen Umstände seiner Entstehung geknüpft ist, gilt es, sich zu fragen: haben die von Anders formulierten Thesen heute noch Gültigkeit oder bedarf es an gewissen Punkten einer Ergänzung, Einschränkung oder gar Revision? Und wenn ja, worin bestünden diese? Diese Fragen sollen im Anschluss an die Texterläuterungen in Kapitel 3 diskutiert werden. Im abschließenden Résumé werden die Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst und – unter Berücksichtigung von Bezügen zu anderen Technikphilosophien – in einen weiteren Kontext eingeordnet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – „Die Welt als Phantom und Matrize“: Günther Anders´ Kritik der Medien

2. Allein unter vielen – die Entstehung des „Massen-Eremiten“

2.1. Zur Phantomhaftigkeit der Welt

2.2. Die ins Haus gelieferte Ware Welt

2.3. Die Verbiederung der Welt

3. Günther Anders´ Analyse im Spiegel der heutigen Zeit – was vom Phantom übrig blieb

4. Résumé

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Medienkritik von Günther Anders, insbesondere seinen Aufsatz „Die Welt als Phantom und Matrize“, um die Auswirkungen von Rundfunk und Fernsehen auf den Menschen und die Gesellschaft zu analysieren und deren Aktualität in der heutigen Zeit kritisch zu bewerten.

  • Entstehung des „Massen-Eremiten“ durch moderne Medien.
  • Ontologische Problematik und Phantomhaftigkeit von Fernsehbildern.
  • Die Welt als käufliche Ware und deren Folgen für die menschliche Welterfahrung.
  • Das Phänomen der Verbiederung und die Pseudofamiliarisierung.
  • Aktualität der Thesen von Günther Anders im Kontext heutiger Mediennutzung.

Auszug aus dem Buch

2.1. Zur Phantomhaftigkeit der Welt

In seinem Bemühen, das Wesen der Dinge zu erfassen, stellt sich Anders auch im Falle der Fernsehbilder die Frage, was eigentlich ihr Wesen ausmache und wie sie sich zur ihnen zugrunde liegenden Wirklichkeit verhalten. Zunächst einmal scheint es auf der Hand zu liegen, dass das Fernsehen schlichtweg aus Musik, Stimmen und bewegten Bildern zusammengesetzt ist. Doch dass solch eine oberflächliche Feststellung das Wesen der Fernsehbilder nur unzureichend erfasst, legt Günther Anders dar, indem er eine grundlegende ontologische Zweideutigkeit der Bilder konstatiert. Diese resultiert daraus, dass „die gesendeten Ereignisse zugleich gegenwärtig und abwesend, zugleich wirklich und scheinbar, zugleich da und nicht da“ sind. Das Fernsehbild kann weder der Sphäre der Wirklichkeit noch der der Fiktionalität zugeordnet werden – schließlich finden die gesendeten Ereignisse tatsächlich statt. Doch Fernsehbild und Ereignis sind nicht identisch, das Fernsehbild ist nicht das Ereignis selbst. Dies ist zweifellos auf Anhieb einzusehen, schwieriger wird es mit Anders´ Behauptung, es sei auch nicht dessen Abbild. Günther Anders begründet diese Feststellung mit dem fehlenden Zeitgefälle zwischen Ereignis und Sendung. Ein Abbild (etwa in der bildenden Kunst) ist schließlich immer die Nachbildung nach einem Vorbild – Anders weist darauf hin, dass diese Wortwahl im Deutschen sehr sinnvoll und keineswegs zufällig ist, denn die Vorsilben „Vor-“ und „Nach-“ sind durchaus wörtlich, also zeitlich zu verstehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – „Die Welt als Phantom und Matrize“: Günther Anders´ Kritik der Medien: Einführung in das Hauptwerk „Die Antiquiertheit des Menschen“ und Fokus auf die medienkritische Analyse des Fernsehens und Radios als Ausgangspunkt der Arbeit.

2. Allein unter vielen – die Entstehung des „Massen-Eremiten“: Analyse der gesellschaftlichen Transformation durch Medien, die den Menschen in einen isolierten „Massen-Eremiten“ verwandelt, der solistisch statt in der Gemeinschaft konsumiert.

2.1. Zur Phantomhaftigkeit der Welt: Untersuchung der ontologischen Beschaffenheit von Fernsehbildern, die weder Realität noch Fiktion sind und durch ihr gleichzeitiges Erscheinen beim Zuschauer zur Phantomhaftigkeit der Welt führen.

2.2. Die ins Haus gelieferte Ware Welt: Darstellung der Welt als produzierte Ware, die dem Konsumenten angepasst und „serviert“ wird, wodurch echte Welterfahrung zunehmend verdrängt wird.

2.3. Die Verbiederung der Welt: Erläuterung des Effekts der „Verbiederung“, durch den fremde Ereignisse und distanzierte Inhalte durch Pseudofamiliarisierung vertraut gemacht werden.

3. Günther Anders´ Analyse im Spiegel der heutigen Zeit – was vom Phantom übrig blieb: Kritische Reflexion über die heutige Relevanz und Gültigkeit der Thesen von Anders unter Berücksichtigung moderner Medienkompetenz und veränderter Nutzungsgewohnheiten.

4. Résumé: Zusammenfassende Einordnung der Ergebnisse und Würdigung der Medienanalyse von Anders als zeitlose Diagnose gesellschaftlicher und technologischer Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Günther Anders, Medienkritik, Fernsehen, Rundfunk, Massen-Eremit, Phantomhaftigkeit, Ware Welt, Verbiederung, Pseudofamiliarisierung, Technikphilosophie, Die Antiquiertheit des Menschen, Medienkompetenz, soziale Umformung, Weltgewinnung, Medientheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Medienkritik von Günther Anders, insbesondere seine Untersuchungen zu Radio und Fernsehen, und setzt diese in Bezug zu deren gesellschaftlichen Auswirkungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entstehung des Massen-Eremiten, der Warencharakter der Welt in den Medien, die ontologische Zweideutigkeit von Bildern sowie die Pseudofamiliarisierung durch das Fernsehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Thesen von Günther Anders aus seinem Werk „Die Welt als Phantom und Matrize“ zu erläutern und ihre heutige Aktualität kritisch zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine komparatistische Medienanalyse, die den Aufsatz von Anders in den philosophischen Kontext seiner Zeit sowie heutiger Medientheorien einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Konzepte der Phantomhaftigkeit, der Welt als Ware und der Verbiederung, gefolgt von einer Aktualitätsprüfung, in der Vorbehalte gegenüber Anders' pessimistischer Sichtweise diskutiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Medienkritik, Massen-Eremit, Phantomhaftigkeit, Verbiederung, Technikphilosophie und Welt als Ware charakterisiert.

Was bedeutet „Massen-Eremit“ im Kontext dieser Analyse?

Der Begriff beschreibt den durch Massenmedien entstandenen Medientyp, der zwar Teil der Masse ist, aber isoliert, „einsiedlerisch“ und für sich allein (solistisch) konsumiert.

Inwiefern korrigiert die Arbeit den pessimistischen Blick von Anders?

Die Arbeit weist darauf hin, dass der heutige Zuschauer durch Medienkompetenz und aktive Nutzungsmöglichkeiten (wie Internet oder Videotechnologie) nicht mehr als rein passives „Opfer“ der Medien angesehen werden kann.

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Details

Title
Zur Aktualität von Günther Anders 'Die Welt als Phantom und Matrize'
College
University of Cologne  (Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften)
Course
Komparatistische Medienanalyse
Grade
1,0
Author
Franziska Bergthaller (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V136406
ISBN (eBook)
9783640447275
ISBN (Book)
9783640447527
Language
German
Tags
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Franziska Bergthaller (Author), 2009, Zur Aktualität von Günther Anders 'Die Welt als Phantom und Matrize', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136406
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