Diese Facharbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie der Schisma im Islam, zwischen Sunniten und Schiiten, entstanden ist und welche Differenzen die jeweiligen Konfessionen aufweisen. Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung dieser Frage, einen Einblick in das Schisma des Islams zu verschaffen und die Spaltung näher definieren. Da der Konflikt zwischen den Konfessionen auf den Anbeginn des Islams zurückgeht, wird eine historische Betrachtung des Islam vor der Schisma skizziert, um auch eine Grundlage für die spätere Untersuchung zu schaffen. Anschließend werden die Entstehungen bzw. Spaltungen der jeweiligen Konfessionen analysiert. Hierbei liegt der Fokus auf den größten Konfessionen im Islam: Sunnitentum und Schiitentum. Die Analyse wird einerseits auf der politischen und anderseits auf der religiösen Ebene vollzogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Zitat vom Quran
2. Einführung
3. Die Spaltung des Islams
4. Die Religion Islam, vor der Schisma
4.1 Geburt und leben vom letzten Propheten Mohammad
5. Entstehungsgeschichte der Konfessionen
5.1 Die Damaligen innerislamischen Konflikte im Geschichtlichen Abriss
5.1.1 Die Ermordung Ali ibn Talib
5.1.2 Die Schlacht von Kerbela
6. Das Schiitentum
7. Das Sunnittentum
8. Die Konflikte, unterschiede und Differenzen
8.1 Theologische Ebene
8.1.1 Märtyrerkult, Selbstgeißelung und der angebliche Götzendienst
8.1.2 Über das Sehen Allahs und die Verkörperlichung
8.2 Rituelle Ebenen
8.2.1 Das Gebet
8.2.2 Die Zeit Ehe
9. Fazit / Lösungsansätze
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Facharbeit ist es, das Schisma im Islam zu analysieren, die historischen Hintergründe der Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten aufzuzeigen und die theologischen sowie rituellen Praxisunterschiede der Konfessionen zu beleuchten, um ein tieferes Verständnis für diesen innerislamischen Konflikt zu schaffen.
- Historische Entstehungsgeschichte der Konfessionen
- Unterschiedliche Positionen zur Nachfolge des Propheten Muhammad
- Kontrastierung theologischer Lehrmeinungen (z.B. Imamatsbegriff)
- Differenzen in der Rituellen Praxis (Gebet und Zeitehe)
- Herausforderungen für den interreligiösen Dialog
Auszug aus dem Buch
3. Die Religion „Islam“ vor der Schisma
Die Begründung des Islams liegt etwa 1400 Jahre zurück, daher ist dieser ungefähr im 7. Jahrhundert nach Jesus Christus entstanden. Hierbei steht, nach islamischer Sicht der letzte Prophet, Mohammad (صلى الله عليه وسلم), nicht im Mittelpunkt des Islam7, wie etwa Jesus die zentrale Rolle im Christentum einnimmt und als Teil der Trinität angesehen wird, sondern er ist der Übermittler der islamischen Botschaft und der letzte Prophet im Islam.
Die Zeit, bevor Muhammad (صلى الله عليه وسلم) geboren wurde, ca. 570 n. Chr.8, wird im Islam Dschahiliya (Zeit der Unwissenheit) genannt. Mekka (Saudi-Arabien) war zu der Zeit eine Kulturstadt. Die damals dominierenden Weltreligionen (Christentum und Judentum) hatten in Saudi-Arabien nur wenig Anklang gefunden, daher waren die Strukturen des semitischen Polytheismus9 beibehalten worden. In der Zeit der Dschahiliya hatte Mekka, wie heute, eine religiöse Wichtigkeit in der damaligen Bevölkerung. So wurden bei Kaaba im Zentrum von Mekka unzählige Götzen verehrt und angebetet. Zum einen war dies der Gott Allah, einer der wichtigsten Gottheiten im damaligen Arabien, zum anderen der Götze Hubal und drei weitere arabische Götzen, die nach damaligen Verständnis als Töchter von Allah galten, Manat (Schicksal), Allat (feminine Form von Allah) und Al-Uzza (die Mächtige).10
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zitat vom Quran: Einleitendes Zitat zur Einheit der muslimischen Gemeinde.
2. Einführung: Hinführung zur Thematik des Schismas und Klärung der Forschungsintention.
3. Die Spaltung des Islams: Überblick über die Heterogenität innerhalb des Islams und Fokus auf die Strömungen.
4. Die Religion Islam, vor der Schisma: Historische Einordnung der Entstehung des Islam und des polytheistischen Umfelds vor Muhammad.
5. Entstehungsgeschichte der Konfessionen: Untersuchung der historischen Ursprünge der Spaltung nach dem Tode Muhammads.
6. Das Schiitentum: Erläuterung der schiitischen Lehre mit Fokus auf die Zwölfer-Schia.
7. Das Sunnittentum: Darstellung des sunnitischen Islam und seiner vier Rechtsschulen.
8. Die Konflikte, unterschiede und Differenzen: Detaillierte Gegenüberstellung theologischer und ritueller Meinungsverschiedenheiten.
9. Fazit / Lösungsansätze: Kritische Reflexion des Konflikts und Plädoyer für einen pluralistischen Dialog.
Schlüsselwörter
Islam, Schiitentum, Sunnitentum, Schisma, Mohammad, Kalifat, Imamat, Fitna, Hadith, Gebet, Muta-Ehe, Kerbela, Ummah, Theologie, Religion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der innerislamischen Spaltung in Sunniten und Schiiten und untersucht die historischen und theologischen Ursachen dieser Differenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Nachfolgefrage nach dem Propheten Muhammad, die Entstehungsgeschichte der beiden Richtungen sowie deren unterschiedliche religiöse Praxis.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für das Schisma zu schaffen, das für die muslimische Gemeinschaft bis heute von zentraler Bedeutung ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historisch orientierten Literaturanalyse religiöser Quellen und Fachdiskursen, um die Entwicklung der Konfessionen aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Anfänge des Islam, die Herausbildung der Konfessionen nach dem Tode des Propheten und eine detaillierte Gegenüberstellung theologischer und ritueller Ansichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind insbesondere Schisma, Islam, Sunniten, Schiiten, Fitna und Nachfolgefrage.
Warum wird die Schlacht von Kerbela als zentraler Punkt genannt?
Sie markiert ein traumatisches Ereignis in der schiitischen Geschichte, das maßgeblich zur Etablierung des Märtyrerkultes und zur Identitätsbildung der Schiiten beigetragen hat.
Welchen Stellenwert nimmt die "Zeit Ehe" (Muta) in der Argumentation ein?
Die Muta-Ehe dient als Beispiel für einen rituellen Unterschied, an dem sich scharfe Kritik der sunnitischen Seite entzündet und der die konfessionellen Gegensätze verdeutlicht.
- Arbeit zitieren
- Jawad Hosseini (Autor:in), 2019, Die Fitna mit Schwerpunkt auf Schiitentum und Sunnitentum im Islam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1364202