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Das Neolithikum im östlichen Holstein - Überblick über Befunde und Funde der Trichterbecherzeit

Title: Das Neolithikum im östlichen Holstein - Überblick über Befunde und Funde der Trichterbecherzeit

Term Paper , 2005 , 65 Pages , Grade: 1

Autor:in: Kai Schaper (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Die zeitliche Phase der beginnenden Ackerwirtschaft, die Umstellung des Menschen von einer nomadisierenden zu einer ortgebundenen Lebensweise, wird allgemein neolithische Revolution genannt. Diese Zeit des Wandels ist ein spannendes Feld der archäologischen Forschung, da enorme Umwälzungen in vielen Lebensbereichen beobachtet werden können. Nach Nordeuropa drangen die veränderten Lebensweisen nur schleppend und sind durch einige Eigenarten und Besonderheiten - im Vergleich zu anderen europäischen Regionen - gekennzeichnet. Eine davon ist die Keramik dieser nördlichen Gebiete, mit ihren
trichterförmigen Wandungen, den Trichterbechern. Sie sind nicht nur ein gruppenmässiges Abgrenzungsmerkmal, sondern auch Namen gebend für diese Epoche der frühen, nordeuropäischen Bauern, der Trichterbecherkultur. Die vorliegende Arbeit behandelt das Gebiet des östlichen Holsteins im
trichterbecherzeitlichen Schleswig-Holstein (Kreis Plön und Ostholstein). Der Text hat zusammenfassenden und Überblick verschaffenden Charakter und stellt die Forschungslage in diesem Bereich dar. Zunächst wird auf chronologischen Zusammenhänge und Datierungen eingegangen. Dann werden die materiellen Hinterlassenschaften, wie Keramik, Stein- und Flintwerkzeuge, Holz- und Geweihgeräte vorgestellt. Darauf folgt ein Überblick über Siedlungswesen, Wirtschaft, Lebensweise und Innovationen, sowie mögliche soziale Ordnungen innerhalb der holsteinischen neolithischen Gesellschaft. Abschließend steht ein Überblick zu den Megalithgräbern der Region.
Die Literaturlisten sind sowohl nach Themengebieten, als auch alphabetisch geordnet, um, je nach Fragestellung, eine einfache und schnelle Suche zu ermöglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chronologie und Typologie der neolithischen Keramik in Schleswig- Holstein

2.1 Inventargruppen Nordostholstein

2.2 Verziehrungen

2.3 Einteilung des Frühneolithikums

2.4 Einteilung des Mittelnoelithikums

3. Absolute Datierung und Korrespondezanalysen

3.1 Methodik und Erfolge

3.2 Dicke Flintspitzen

3.3 14C- Daten 1994

4. Steinartefakte im Norden Holsteins

4.1 Allgemeines zu Flintwerkzeugen

4.2 Begriffe

4.3 Geschliffene Feuersteinkerngeräte

4.4 Abschlaggeräte

4.5 Klingen und Klingengeräte

4.6 Felssteingeräte

5. Knochen und Geweihgeräte

5.1 Knochengeräte

5.2 Geweihgeräte

5.3 Holzgeräte

5.4 Bernstein

6. Neolithische Siedlungen in Holstein

6.1 Allgemeines zu Neolithischen Siedlungen

7. Wirtschafts- und Lebensweise

7.1 Ackerbau

7.2 Älteste Wirtschaftshaustiere

7.3 Agrarwirtschaft im Frühneolithikum

7.4 Importe

7.5 Arbeitsteilung

7.6 Handel und Innovationen

7.7 Soziale Ordnung

8. Grabanlagen im neolithischen Holstein- Ein kurzer Überblick

8.1 Alter und Entstehung

8.2 Erhaltung und Menge

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen zusammenfassenden Überblick über die neolithische Trichterbecherkultur im östlichen Holstein (Kreis Plön und Ostholstein). Ziel ist es, die aktuelle Forschungslage hinsichtlich Chronologie, materieller Hinterlassenschaften, Siedlungswesen, Wirtschaftsweise und Megalithgräbern darzustellen und kritisch zu hinterfragen.

  • Chronologische Einordnung der Keramikstufen
  • Analyse materieller Funde (Stein-, Flint-, Knochen- und Geweihgeräte)
  • Untersuchung von Siedlungsplätzen und deren Wirtschaftsweise
  • Diskussion zu Handel, Innovationen und Arbeitsteilung
  • Überblick über Megalithgräber und Grabformen

Auszug aus dem Buch

Dreikantengeräte

Dreikantengeräte (Abb. 19) sind in Form und Profil dreieckig. Sie gehören zu den Kernkeilen und sind zeitunspezifisch; sie gehören zum festen Fundinventarbild zwischen Mesolithikum und Frühneolithikum. Allerdings seien die Schäftung und der Gebrauch dieses Gerätetyps ungewiss (STRZODA 1989, 181). Durch ihre vielen Ecken und Kanten mit diversen verschiedenen Schneidekantenwinkelen scheint dieser Typ Flintgerät für viele verschiedene Zwecke einsetzbar gewesen zu sein. Es kann kaum einer spezifischen Aufgabe zugeteilt werden (DIES.EBD.), wie das hacken von Holz für Beile, oder das Schneiden für Klingen.

Eine These soll an dieser Aufgestellt werden, dass es sich bei Dreikantgeräten um eine Art Schweizer Taschenmesser des Frühneolithikums handelt. Denn durch Form und Schneidenvariabilität ist es sehr vielseitig verwendbar. Diverse Kleinarbeiten wie bohren, schaben, schneiden, glätten können damit verrichtet werden. Diese Vermutungen stützen sich auf eigene Versuche. Bei Flintbearbeitungsversuchen wurde schnell festgestellt, dass es einiger Übung bedarf ein brauchbares Gerät wie Klingen oder Äxte herzustellen. Was jeder jedoch recht schnell fertigen kann, sind Dreikantgeräte. Sie entstehen fast von selber aus den missglückten Versuchen ein geeignetes Kernstück zur Weiterverarbeitung herzustellen. Nachdem die Kanten eines Dreikanters retuschiert wurden, liegt ein multifunktionales Gerät in den Händen, mit dem die beschriebenen Arbeiten gut ausgeführt werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die neolithische Revolution und Definition der Trichterbecherkultur im östlichen Holstein.

Chronologie und Typologie der neolithischen Keramik in Schleswig- Holstein: Darstellung der keramischen Stufeneinteilung vom Früh- bis zum Mittelneolithikum.

Absolute Datierung und Korrespondezanalysen: Diskussion von 14C-Daten und relativen Chronologien anhand von Flintspitzen.

Steinartefakte im Norden Holsteins: Detaillierte Beschreibung von Flintwerkzeugen, Beiltypen und deren Verarbeitung.

Knochen und Geweihgeräte: Übersicht über aus Knochen, Geweih, Holz und Bernstein gefertigte Werkzeuge und deren Nutzen.

Neolithische Siedlungen in Holstein: Fallbeispiele bekannter Siedlungsplätze und allgemeine Siedlungsmuster in Wassernähe.

Wirtschafts- und Lebensweise: Analyse der agrarischen Wirtschaftsformen, Tierhaltung, Handelsbeziehungen und gesellschaftlicher Strukturen.

Grabanlagen im neolithischen Holstein- Ein kurzer Überblick: Zusammenfassung zum Alter, Aufbau und Erhaltungszustand der Megalithgräber der Region.

Schlüsselwörter

Neolithikum, Trichterbecherkultur, Holstein, Keramiktypologie, Flintgeräte, Siedlungsarchäologie, Ackerbau, Megalithgräber, 14C-Datierung, Geweihgeräte, Steinartefakte, Wirtschaftsweise, Spezialisierung, Neolithische Revolution, Küstensiedlungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Archäologie des Neolithikums im östlichen Holstein, mit besonderem Fokus auf die Trichterbecherkultur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Keramikchronologie, der Typologie von Steinartefakten, der Analyse von Siedlungsbefunden sowie der Wirtschaftsweise und Bestattungssitten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist eine zusammenfassende Darstellung der Forschungslage zu den Funden und Befunden der Trichterbecherzeit in der Region unter Einbeziehung aktueller archäologischer Interpretationsmodelle.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse der bestehenden Forschung, den Vergleich von Keramikstufen sowie die Auswertung von 14C-Datierungen und Siedlungsbefunden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur materiellen Kultur (Keramik, Flint, Knochen), Wirtschaftsformen (Ackerbau, Viehzucht) und eine Übersicht über das Siedlungswesen und Megalithgräber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Trichterbecherkultur, Holstein, Neolithikum, Flintbearbeitung und Siedlungsarchäologie.

Wie interpretiert der Autor die Funktion von Dreikantgeräten?

Der Autor schlägt die These vor, dass Dreikantgeräte als eine Art multifunktionales "Schweizer Taschenmesser" des Frühneolithikums gedient haben könnten.

Welche Rolle spielten Geweihgeräte in der neolithischen Gesellschaft?

Geweihgeräte wurden vor allem als langlebige und präzise Druckstäbe zur Retuschierung von Flintwerkzeugen eingesetzt.

Warum sind Siedlungsbefunde im östlichen Holstein oft lückenhaft?

Aufgrund von Küstenerosion, moderner landwirtschaftlicher Überprägung und der Tatsache, dass viele Siedlungen nur durch Oberflächenfunde belegt sind, sind die archäologischen Befunde oft fragmentarisch.

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Details

Title
Das Neolithikum im östlichen Holstein - Überblick über Befunde und Funde der Trichterbecherzeit
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Ur- und Frühgeschichte)
Course
Hauptseminar Neolithische Gesellschaften
Grade
1
Author
Kai Schaper (Author)
Publication Year
2005
Pages
65
Catalog Number
V136436
ISBN (eBook)
9783640470365
ISBN (Book)
9783640470242
Language
German
Tags
Neolithikum Holstein Befunde Funde Trichterbecherzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kai Schaper (Author), 2005, Das Neolithikum im östlichen Holstein - Überblick über Befunde und Funde der Trichterbecherzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136436
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