Dieser Arbeit liegen folgende Forschungsfragen zugrunde: Welche diagnostischen Kriterien gibt es für die Erkrankung? Wie gestalten sich die Prävalenzraten? Welche Ursachen gibt es für die BPS und welche Präventionsmaßnahmen lassen sich daraus ableiten? Ziel dieser Arbeit ist es, die wichtigsten theoretischen und empirischen Grundlagen zur Thematik darzulegen und dabei insbesondere auf die genannten Fragen einzugehen.
Heute gehört die Borderline-Persönlichkeitsstörung zu den Unterformen der emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen und
beschreibt eine qualvolle psychische Erkrankung mit massiver emotionaler Verletzlichkeit und extremen Stimmungs- und Gefühlsschwankungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische und Empirische Grundlagen
2.1 Die Symptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung
2.2 Die Borderline-Störung bei jungen Frauen: Prävalenzraten
2.3 Die Ätiologie der Borderline-Störung : Genetische und psycho-soziale Risikofaktoren
3 Methodischer Teil
3.1 Strukturbaum: Risikofaktoren zur Entstehung von Borderline bei jungen Frauen
3.2 Erläuterung zur Durchführung eines halbstrukturierten Interviews in der Praxis
4 Ein Fallbeispiel: Horizontale und Vertikale Verhaltensanalyse nach dem SORC-Modell
5 Diskussion
5.1 Empfehlungen zur Prävention von Borderline
6 Anhang: Halbstrukturierter Interviewleitfaden: Risikofaktoren Borderline-Störung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Ätiologie der Borderline-Störung bei jungen Frauen zu beleuchten und daraus präventive Ansätze abzuleiten, wobei die Komplexität der klinischen Diagnose und die Herausforderungen bei der Prävalenzbestimmung zentral behandelt werden.
- Symptomatik und klinische Einordnung der Borderline-Persönlichkeitsstörung
- Analyse der Prävalenzraten bei jungen Frauen unter Berücksichtigung von Komorbiditäten
- Genetische und psychosoziale Risikofaktoren für die Entstehung der Störung
- Fallbezogene Verhaltensanalyse nach dem SORC-Modell zur Erfassung dysfunktionaler Muster
- Methodik der qualitativen Interviewführung zur Erhebung persönlicher Risikofaktoren
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Symptomatik der Borderline-Persönlichkeitsstörung
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung mit vielschichtiger Symptomatik, insbesondere bestimmt durch eine gestörte Affektregulation. Diese äußert sich in einer niedrigen Reizschwelle für Auslöser emotionaler Reaktionen, sowie in einem hohen Erregungszustand und lange anhaltenden Gefühlsreaktionen. Auch empfinden Borderline-Patienten schnell wechselnde Stimmungen und starke Gefühlsschwankungen. Ihnen fehlt die Fähigkeit, verschiedene Gefühlsqualitäten unterschiedlich wahrzunehmen, wie zum Beispiel Traurigkeit, Wut und Ärger. Stattdessen erleben Betroffene langanhaltende und quälende Spannungszustände, insbesondere an Stelle von negativen Emotionen. Die Spannungszustände werden oft von dissoziativen Phänomenen und Körperwahrnehmungsstörungen, wie einer Analgesie, begleitet. Zur Spannungsreduktion werden selbstversetzende Verhaltensweisen eingesetzt (Schneiden, Brennen, den Kopf gegen die Wand schlagen, etc.). Hinzu kommen Suizidgedanken und Suizidhandlungen. Ebenso beschreiben an der BPS erkrankte Patienten, einen Zustand unerträglicher innerer Leere und erleben Depressivität. Desgleichen können Schlafstörungen, Albträume und Flashbacks als Folge früherer traumatischer Erlebnisse auftreten. Die Flashbacks können mit Pseudohalluzinationen einhergehen und mehrere Tage anhalten. Dabei werden sie als Ich-dyston erlebt.
Häufig kommen auch Derealisations- und Depersonalisationserleben vor. Ein Großteil der Patienten leidet unter dem Gefühl, nicht zu wissen, wer sie wirklich seien.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Borderline-Störungsbild und Erläuterung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 Theoretische und Empirische Grundlagen: Detaillierte Darstellung der Symptomatik, der Prävalenzraten bei jungen Frauen und des aktuellen Forschungsstands zu den genetischen und psychosozialen Ursachen.
3 Methodischer Teil: Vorstellung eines qualitativen Interviewleitfadens und eines Strukturbaums zur Untersuchung von Risikofaktoren in der Praxis.
4 Ein Fallbeispiel: Horizontale und Vertikale Verhaltensanalyse nach dem SORC-Modell: Anwendung des SORC-Modells auf ein fiktives Fallbeispiel zur Analyse situativer, physiologischer und kognitiver Komponenten.
5 Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Diskussion der Herausforderungen in der Diagnose und bei der Ableitung von Präventionsmaßnahmen.
6 Anhang: Halbstrukturierter Interviewleitfaden: Risikofaktoren Borderline-Störung: Dokumentation des Leitfadens zur Durchführung des Interviews mit der betroffenen Zielgruppe.
Schlüsselwörter
Borderline-Persönlichkeitsstörung, BPS, junge Frauen, Symptomatik, Ätiologie, Prävalenz, Risikofaktoren, psychosoziale Einflüsse, genetische Faktoren, SORC-Modell, Verhaltensanalyse, Affektregulation, Prävention, Suizidalität, Trauma.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Borderline-Persönlichkeitsstörung, mit einem Fokus auf junge Frauen, insbesondere im Hinblick auf deren Ätiologie und mögliche Strategien zur Prävention.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die Symptomatik, die diagnostischen Herausforderungen durch Komorbiditäten, die Bedeutung psychosozialer und genetischer Risikofaktoren sowie die qualitative Erhebung von Lebensgeschichten Betroffener.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen der Borderline-Störung zu entwickeln und konkrete Empfehlungen zur frühzeitigen Prävention im Jugend- und Erwachsenenalter abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen, die Anwendung des SORC-Modells zur Verhaltensanalyse sowie die Erstellung und methodische Beschreibung eines halbstrukturierten qualitativen Interviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Herangehensweise zur Risikofaktoranalyse und eine detaillierte Verhaltensanalyse anhand eines fiktiven Falls.
Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf Aspekte wie Borderline-Störung, Affektregulation, Prävention, Risikofaktoren und das SORC-Modell.
Wie unterscheidet sich die Prävalenz der BPS bei Frauen im Vergleich zu Männern laut der vorliegenden Statistik?
Statistiken aus dem Jahr 2013 für Studierende und Erwerbstätige deuten darauf hin, dass junge Frauen häufiger mit spezifischen Persönlichkeitsstörungen ambulant diagnostiziert werden als Männer.
Welche Rolle spielt das SORC-Modell bei der Fallanalyse von Frau G.?
Das SORC-Modell dient dazu, auslösende Bedingungen, das Verhalten selbst, die organismischen Variablen und die Konsequenzen des Verhaltens bei Frau G. tiefgehend zu analysieren, um so die Aufrechterhaltung der Symptomatik zu verstehen.
- Arbeit zitieren
- Lisa Lambardt (Autor:in), 2018, Die Borderline-Störung bei jungen Frauen. Ätiologie und Präventionsmaßnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1364492