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Holocaust-Erinnerungskultur im Wandel

Die Zukunft des kulturellen Gedächtnisses im Hinblick auf die Entwicklung der digitalen Medien

Title: Holocaust-Erinnerungskultur im Wandel

Thesis (M.A.) , 2000 , 151 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ester Petri (Author)

Communications - Specialized communication
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Im Folgenden soll nach einer Vorstellung der theoretischen Grundlagen des kulturellen Gedächtnisses - die vor allem auf Arbeiten von Jan und Aleida Assmann basieren -, soll die Holocaust-Erinnerungskultur der neunziger Jahre beleuchtet werden. Diese sind im Wesentlichen von Debatten um das Buch von Daniel Jonah Goldhagen, die Wehrmachtsausstellung des Hamburgers Instituts für Sozialforschung, das Berliner Denkmal für die Ermordung der europäischen Juden und die Walser-Bubis-Debatte gekennzeichnet. Wie lässt sich anhand dieser Ereignisse die deutsche Erinnerungskultur definieren? Gibt es in Deutschland bereits ein kulturelles Gedächtnis an den Holocaust oder geht es in den Debatten viel mehr darum, welche Gestalt ein solches kulturelles Gedächtnis in der Zukunft annehmen sollte?
Nicht nur der Holocaust als Thema erlebt großen Zuspruch in den neunziger Jahren. Auf einem ganz anderen Feld, dem der technischen Möglichkeiten der neuen, digitalen Medien, findet eine rege Auseinandersetzung zwischen Wissenschaftlern, aber auch Laien statt. Wie sind die digitalen Medien zu bewerten, welche Auswirkungen haben sie auf unser Leben genommen bzw. werden sie noch nehmen? Verbergen sich hinter den digitalen Medien Gefahren oder ermöglichen sie uns den Weg in eine angenehmere Zukunft? Werden die digitalen Medien das Fernsehen als bisheriges und in der Gesellschaft fest etabliertes Leitmedium ablösen?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Erinnerung und Gedächtnis einer Gesellschaft

2.1 Das kulturelle Gedächtnis

2.1.1 Das kommunikative und das kulturelle Gedächtnis

2.1.2 Die Bedeutung des kulturellen Gedächtnisses für die Identität einer Gruppe

2.2 Geschichte und Gedächtnis

2.2.1 Das Speicher- und das Funktionsgedächtnis

2.2.2 Die Verdrängung des Gedächtnisses durch die Geschichte

2.3 Das Vergessen

2.4 Die Medien des kulturellen Gedächtnisses

2.4.1 Die Schrift

2.4.2 Das Denkmal

2.5 Die theoretischen Grundlagen des kulturellen Gedächtnisses [ ZwischenResümee ]

3. Deutsche Holocaust-Erinnerung in den neunziger Jahren

3.1 Der Holocaust als Streitpunkt in der Geschichtswissenschaft

3.1.1 Die Provokation von Daniel Jonah Goldhagen

3.1.2 Die Ausstellung „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“

3.2 Die Diskussion um emotionale Rezeptionsweisen

3.2.1 „Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas“

3.2.2 Martin Walsers Friedenspreisrede und die Folgen

3.3 Die Entstehung eines kulturellen Gedächtnisses in Deutschland [ ZwischenResümee ]

4. Digitale Medien als Medien des kulturellen Gedächtnisses

4.1 Die gesellschaftlichen Auswirkungen des Internet

4.1.1 Manipulation oder Kreativitätsförderung

4.1.2 Elitäres oder demokratisches Medium

4.1.3 Vereinsamung und Realitätsverlust oder neue Gemeinschaften

4.1.4 Vernetzung oder Fragmentierung

4.1.5 Allgemeines Informationschaos oder individuelle Informiertheit

4.1.6 Kulturschmelze oder kulturelle Vielfalt

4.2 Die digitalen Medien und ihre Kommunikationsformen

4.3 Verbesserung oder Verschlechterung der Speichermöglichkeiten

4.4 Die Konsequenzen für das kulturelle Gedächtnis [ ZwischenResümee ]

5. Der Holocaust in den digitalen Medien

5.1 Angebote im Internet zum Thema Holocaust

5.2 Das digitale Archiv der Shoah Visual History Foundation

5.3 Die Holocaustdarstellung auf multimedialen CD-ROMs

5.4 Digitalisierter Holocaust [ ZwischenResümee ]

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die deutsche Erinnerungskultur an den Holocaust im Kontext digitaler Medien verändert. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Stellenwert digitale Medien als neue Träger des kulturellen Gedächtnisses einnehmen, welche spezifischen Funktionen sie erfüllen und inwiefern sie geeignet sind, die Erinnerung an den Holocaust an nachfolgende Generationen zu vermitteln.

  • Theoretische Fundierung des kulturellen Gedächtnisses nach Jan und Aleida Assmann.
  • Analyse der Holocaust-Erinnerungsdebatten in Deutschland in den neunziger Jahren.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Medien (Internet, CD-ROMs).
  • Evaluierung digitaler Archivierungsprojekte, insbesondere der Shoah Visual History Foundation.
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen technologischer Speicherkapazität und inhaltlicher Sinnstiftung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das kulturelle Gedächtnis

Der Begriff des kulturellen Gedächtnisses von Jan Assmann ist die Erweiterung der Theorie des kollektiven Gedächtnisses von Maurice Halbwachs. Halbwachs unterscheidet zwischen einem persönlichen und autobiographischen Gedächtnis und einem sozialen, historischen Gedächtnis. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass das zweite zwar umfassender ist, aber auch wesentlich schematischer. Die persönlichen Erinnerungen sind nie vollständig, das kollektive Gedächtnis ergibt somit ein dichteres, kohärenteres Bild. Dieses historische, kollektive Gedächtnis ist dennoch nicht mit Geschichte zu verwechseln, da sich Geschichte immer erst dann bildet, wenn das kollektive Gedächtnis bereits nicht mehr vorhanden ist. Das kollektive Gedächtnis behält immer nur das, was in der Gruppe lebendig ist. Geschichte allerdings setzt erst an dem Punkt ein, an dem die lebendigen Zeugnisse nicht mehr existieren und sie daher schriftlich festgehalten werden müssen, damit sie weiter überliefert werden können.

„Solange eine Erinnerung fortbesteht, ist es unnötig, sie schriftlich festzulegen, sie überhaupt festzulegen.“

Jan Assmann übernimmt von Halbwachs nur, dass das Gedächtnis im Wesentlichen von Außenfaktoren bestimmt wird. Er unterscheidet zwischen vier solcher von außen geprägter Gedächtnisformen:

o dem mimetischen Gedächtnis – das Nachmachen und Wiederholen von hauptsächlich alltäglichen Handlungen -;

o dem Gedächtnis der Dinge – die den Menschen umgebenden Objekte als Erinnerung an seine Vergangenheit -;

o dem kommunikativen Gedächtnis – die Interaktion mit anderen Individuen ermöglichen dem Menschen erst die Bildung von Bewusstsein und Gedächtnis -;

o und dem kulturellen Gedächtnis – das für die Überlieferung und Vermittlung von Sinn in einer Gesellschaft verantwortlich ist -.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der Relevanz von Erinnerungskultur und Gedächtnis im Kontext des Holocaust und neuer Medien.

2. Erinnerung und Gedächtnis einer Gesellschaft: Theoretische Grundlagen des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses sowie deren Abgrenzung zur Geschichte.

3. Deutsche Holocaust-Erinnerung in den neunziger Jahren: Analyse der gesellschaftlichen Kontroversen um den Holocaust, darunter Goldhagen, die Wehrmachtsausstellung und das Mahnmal.

4. Digitale Medien als Medien des kulturellen Gedächtnisses: Untersuchung der soziologischen und philosophischen Implikationen digitaler Kommunikation und Speichertechniken.

5. Der Holocaust in den digitalen Medien: Anwendung der Erkenntnisse auf spezifische Online-Angebote, das Archiv der Shoah Visual History Foundation und Holocaust-CD-ROMs.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Gefahren digitaler Medien für die zukünftige Holocaust-Erinnerungskultur.

Schlüsselwörter

Holocaust, Erinnerungskultur, Kulturelles Gedächtnis, Digitale Medien, Internet, Speichergedächtnis, Funktionsgedächtnis, Shoah Visual History Foundation, Identität, Geschichtsbewusstsein, Mediale Repräsentation, Zeitzeugen, Archivierung, Kollektives Gedächtnis, Gedenkkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Erinnerung an den Holocaust im digitalen Zeitalter wandelt und welche Rolle neue Medien dabei spielen, das kulturelle Gedächtnis zu bewahren oder zu verändern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Gedächtnistheorie, die politische Erinnerungskultur in Deutschland, die Wirkung digitaler Medien auf die Gesellschaft sowie die mediale Vermittlung historischer Ereignisse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob digitale Medien in der Lage sind, die Funktion des kulturellen Gedächtnisses als Identitätsstifter und Wissensspeicher für den Holocaust zu übernehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Literaturanalyse, die kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien mit medienwissenschaftlichen Diskursen über das Internet und digitale Speichermedien verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Debatten der neunziger Jahre (z. B. Goldhagen, Holocaust-Mahnmal) und prüft anschließend die Eignung von Internet-Datenbanken und CD-ROMs als Träger für das Holocaust-Gedächtnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Holocaust, Erinnerungskultur, kulturelles Gedächtnis, digitale Medien, Internet und Speicher- bzw. Funktionsgedächtnis.

Wie bewertet die Autorin die Shoah Visual History Foundation?

Die Autorin erkennt den Wert der Zeitzeugen-Archivierung an, kritisiert jedoch die kommerzielle Auswertung und die Tendenz, die wissenschaftliche Analyse zugunsten rein emotionaler Massenwirksamkeit zu vernachlässigen.

Warum spielt das "Funktionsgedächtnis" eine so zentrale Rolle?

Das Funktionsgedächtnis ist für die Identitätsbildung einer Gemeinschaft essenziell, da es aus der Vergangenheit Sinn generiert und auf die Gegenwart bezieht, was durch die schiere Masse digitaler Daten zunehmend unter Druck gerät.

Inwiefern beeinflussen digitale Medien das Vergessen?

Digitale Medien führen zu einem massiven Speicherdruck ohne Selektion, wodurch das notwendige aktive Vergessen (als Form der Bereinigung und Wertung) verloren geht und durch eine entgrenzte Informationsflut ersetzt wird.

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Details

Title
Holocaust-Erinnerungskultur im Wandel
Subtitle
Die Zukunft des kulturellen Gedächtnisses im Hinblick auf die Entwicklung der digitalen Medien
College
University of Lüneburg
Grade
1,3
Author
Ester Petri (Author)
Publication Year
2000
Pages
151
Catalog Number
V136461
ISBN (eBook)
9783640438297
ISBN (Book)
9783640438518
Language
German
Tags
Holocaust-Erinnerungskultur Wandel Zukunft Gedächtnisses Hinblick Entwicklung Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ester Petri (Author), 2000, Holocaust-Erinnerungskultur im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136461
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