Regenbogenfamilien sind heutzutage kein neues Phänomen mehr, dennoch ist es in der Regel nicht selbstverständlich, dass die gleichgeschlechtliche Familienform mitbedacht wird. Die heutige Offenheit und Gesetze ermöglichen es aber, schwulen und lesbischen Paaren ihren Kinderwunsch zu erfüllen, trotz allem stammt die Großzahl der Kinder aus Regenbogenfamilien aus vorherigen heterosexuellen Beziehungen.
In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit dem Thema „Welchen Herausforderungen stellen sich pädagogische Fachkräfte beim Phänomen Regenbogenfamilie in der Kita?“. Hierfür werde ich zunächst Allgemeines über die Regenbogenfamilien, wie den Begriff und das bis heute eher schlecht angesehene Bild in der Gesellschaft, ausführen. Anschließend werde ich auf die Forschung über Regenbogenfamilien eingehen. Insbesondere auf die Studie von Marina Rupp im Auftrag des Bundesjustizministeriums (BJM) vom bayrischen Staatsinstitut für Forschung an der Uni Bamberg, ehe ich dann in Kapitel 4 das Thema der Regenbogenfamilien in der Kita behandeln werde. Hierbei werde ich zuerst auf die Herausforderungen an die Pädagogen eingehen, um anschließend anhand eines Bereichs des Kompetenzmodells von Fröhlich-Gildhoff mögliche Änderungen aufzuzeigen. Abschließend folgt ein Resümee, in welchem ich unter anderem meine Ergebnisse noch einmal aufzeige und zusätzlich ein paar Handlungsvorschläge für die Pädagogen nenne.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Regenbogenfamilie
1. Begriffserklärung
2. Regenbogenfamilie in der Gesellschaft
3. Wege zur Regenbogenfamilie
1. Die Samenspende
1. Bekannter Samenspender
2. Samenbank/unbekannter Samenspender
2. Schwule Männer und leibliche Elternschaft
3. Regenbogenfamilien in der Forschung
4. Regenbogenfamilien in der Kita – Hoher fachlicher Anspruch = hohe Professionalität
1. Herausforderungen an die Pädagogen
2. Kompetenzmodell
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen, denen sich pädagogische Fachkräfte im Kita-Alltag bei der Betreuung von Regenbogenfamilien gegenübersehen, und leitet daraus notwendige Handlungskompetenzen ab.
- Begriffsdefinition und gesellschaftliche Einordnung von Regenbogenfamilien.
- Analyse unterschiedlicher Wege zur Gründung von Regenbogenfamilien.
- Auswertung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zur Entwicklung von Kindern in Regenbogenfamilien.
- Erörterung pädagogischer Anforderungen und professioneller Haltungen im Umgang mit Familienvielfalt.
- Darstellung eines fachlichen Kompetenzmodells für pädagogische Fachkräfte.
Auszug aus dem Buch
4.1. Herausforderungen an die Pädagogen
Zunächst ist es wichtig, sich aus fachlicher Sicht über Regenbogenfamilien schlau zumachen. Denn das Wissen von Familienvielfalt sollte heutzutage zum professionellen Standard gehören. Dazu gehört auch, die Vielfalt von Familien- und Lebensformen in das Leitbild der Einrichtung mit aufzunehmen.
Denn wie eine Regenbogenfamilie mit ihrem Coming-out umgeht, hängt auch davon ab, inwiefern die Einrichtung sich nach außen darstellt, werden zum Beispiel „alternative“ Familienformen in den Kita-Informationsflyern konkret benannt, kann durchaus von Offenheit allen Familienformen gegenüber gerechnet werden. Liest eine Regenbogenfamilie etwa im Leitbild von schwulen und lesbischen Eltern, kann diese davon ausgehen dort willkommen zu sein. Dies erleichtert der Regenbogenfamilie dann ein schnelles Coming-out, denn Regenbogenfamilien sind es gewohnt kein Thema zu sein (vgl. ebd., S. 137f.)
Fachliche Kompetenz heißt, neben vielen anderen Punkten, sich mit der eigenen Haltung zur Vielfalt von lebens- und Familienformen auseinanderzusetzen. Dazu gehört unter anderem auch, sich mit geschlechtergerechter Pädagogik zu beschäftigen, sein eigenes Mädchen- und Jungenbild zu hinterfragen und vergrößern. Zum Beispiel könnte in einem Bilderbuch zwei große und ein kleines Tier nicht nur als die klassische Mama-Papa-Kind-Familie gelesen werden, und in einem Rollenspiel ebenso zwei Mädchen oder zwei Jungen heiraten, wenn diese das möchten.
Auch der Muttertag muss anders betrachtet werden, es kann ein Kind geben, welches zwei Muttertags Geschenke basteln möchte, wenn es zwei Mütter hat, aber auch Kinder, die kein Geschenk basteln möchten, da es zwei Väter hat (vgl. ebd., S. 139).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Regenbogenfamilien ein und definiert die zentrale Forschungsfrage bezüglich der Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte.
2. Die Regenbogenfamilie: Dieses Kapitel erläutert den Begriff, die gesellschaftliche Situation sowie verschiedene Wege der Familiengründung, wie Samenspende oder Leihmutterschaft.
3. Regenbogenfamilien in der Forschung: Hier werden wissenschaftliche Studienergebnisse zur Lebenssituation von Kindern in Regenbogenfamilien vorgestellt und analysiert.
4. Regenbogenfamilien in der Kita – Hoher fachlicher Anspruch = hohe Professionalität: Dieses Kapitel fokussiert auf die Anforderungen an Pädagogen und stellt ein professionelles Kompetenzmodell im Kontext von Familienvielfalt vor.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für den pädagogischen Alltag.
Schlüsselwörter
Regenbogenfamilie, Kita, Pädagogik, Familienvielfalt, Diskriminierung, Coming-out, Samenspende, Kompetenzmodell, Erziehungskompetenz, Resilienz, Lebenspartnerschaft, Professionalität, Haltung, Inklusion, Familienformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Regenbogenfamilien in Kindertagesstätten und den damit verbundenen Anforderungen an das pädagogische Personal.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Regenbogenfamilien, rechtliche und soziale Wege zur Familiengründung, Studien zur Kindesentwicklung sowie die professionelle Haltung von Erziehern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte zu identifizieren und Handlungsvorschläge zu erarbeiten, um einen diskriminierungsfreien Kita-Alltag zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender sozialwissenschaftlicher Studien, insbesondere der Studie von Marina Rupp.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Regenbogenfamilien, eine Darstellung der Forschungslage und eine detaillierte Erörterung der pädagogischen Kompetenzen und Herausforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Regenbogenfamilie, pädagogische Professionalität, Familienvielfalt, diskriminierungsfreie Pädagogik und Kompetenzentwicklung.
Welche Rolle spielt das Kompetenzmodell von Fröhlich-Gildhoff in dieser Arbeit?
Es dient als theoretischer Rahmen, um die pädagogische Haltung und die Handlungspraxis von Fachkräften im Umgang mit Regenbogenfamilien differenziert zu betrachten.
Wie gehen Regenbogenfamilien mit dem "Coming-out" in der Kita um?
Das Coming-out hängt laut Autor stark davon ab, wie weltoffen sich die Kita durch ihr Leitbild und ihre Außendarstellung präsentiert.
Warum ist das Thema "Muttertag" laut Arbeit ein Beispiel für professionelles Handeln?
Es verdeutlicht, dass Fachkräfte in der Lage sein müssen, bei typischen Feiertagen Raum für die unterschiedlichen Familienkonstellationen der Kinder zu schaffen, anstatt nur ein starres Rollenbild zu bedienen.
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- Anonym (Author), 2018, Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte beim Phänomen Regenbogenfamilie in der Kita, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1364675