Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - History of Pedagogy

Bildung und gesellschaftliche Brauchbarkeit im 19. Jahrhundert

Zur Konstituierung des neuhumanistischen Bildungsgedanken

Title: Bildung und gesellschaftliche Brauchbarkeit im  19. Jahrhundert

Term Paper , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Andreas Uffelman (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Einleitung

„Bildung, Bildung, Bildung“ , so lauteten die Schlagworte des ehemaligen Premierministers Tony Blair bei seinem Amtsantritt vor 11 Jahren. Schon damals war vielen Menschen klar, dass ohne Bildung der Wandel in der heutigen Wissensgesellschaft nicht zu bewältigen ist. Der Zugang zu Bildung, Qualifikation und Kompetenzerwerb, sowie das Erlernen von Konflikt- und Diskursfähigkeiten entscheidet über die Beruflichen und gesellschaftlichen Chancen eines jeden Menschen und damit indirekt über seine Entlohnung und seinen Lebensstandart. Doch auch bundesdeutschen Politikern ist das Thema Bildung, ein sehr wichtiges, wie zum Beispiel Horst Köhler, dessen so genannte „Bildungs-Rede“ im September 2006 auf große Zustimmung gestoßen ist. Das Staatsoberhaupt sprach sich in seiner Rede in erster Linie für die Wiederentdeckung der Werte, die bereits seit Generation eine der höchsten Tugenden in Deutschland seien, aus. Eltern sollten dabei wieder Vorbilder für ihre Kinder sein und diese Werte vermitteln. Die Bildung findet seiner Meinung nach nicht erst in der Schule statt, sondern beginnt bereits im Elternhaus. Seine Therapievorschläge waren dabei nicht sehr innovativ, jedoch zutreffend: „Deutschland muss mehr Geld für Bildung ausgeben in Zeiten leerer Kassen, zu Lasten anderer Bereiche!“
Der Bildungsaspekt ist aus der heutigen Sicht leicht fassbar, doch was ist der vorgeschichtliche Hintergrund und welche Entwicklungsgeschichte liegt diesem Begriff zugrunde?
In den folgenden Ausführungen soll nicht die aktuelle Bildungspolitik näher beleuchtet
werden, sondern die Bildung und gesellschaftliche Brauchbarkeit im 19. Jahrhundert. Dabei
sollen im weitern Verlauf Fragen wie: - Wer waren die Pioniere der wichtigen „Bildungsepoche“?
und Welchen Bildungsgedanken haben sie kreiert und weiterentwickelt? –
beantwortet werden. Abschließend soll das aktuelle Bildungssystem dahingehend untersucht
werden, ob und in wie weit sich darin das 19. Jahrhundert widerspiegelt.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorreiter der Bildungstheorie Humboldts

2.1. Platon

2.2. Immanuel Kant

3. Klassische Bildungstheorie nach Humboldt

3.1. (Neu-)Humanismus

3.2. Bildungsideal Wilhelm von Humboldts

3.3. Bedingungen von Bildung (nach Humboldt)

3.3.1. Freiheit und Selbstbestimmung

3.3.2. Mannigfaltigkeit der Situationen

3.3.3. Vielseitige Bildung

3.3.4. Sozialität

3.4. Allgemeine Erziehungsinstitutionen (nach Humboldt)

3.4.1. Sprache als Zugang zu Bildung

3.4.2. Humboldts Position zur beruflichen Bildung

3.5. Bildungswesen nach Humboldt

3.5.1. Elementarunterricht

3.5.2. Schulunterricht

3.5.3. Universitätsunterricht

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den historischen Ursprung und die Entwicklung des Bildungsbegriffs im 19. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf das Wirken von Wilhelm von Humboldt und die Abgrenzung von utilitaristischen Bildungskonzepten.

  • Historische Herleitung des Bildungsgedankens durch Platon und Kant
  • Etablierung und Philosophie des Neuhumanismus
  • Wilhelm von Humboldts Konzept der Allgemeinbildung
  • Trennung von allgemeiner Bildung und beruflicher Spezialisierung
  • Relevanz Humboldts für das moderne Bildungssystem

Auszug aus dem Buch

3.2. Bildungsideal Wilhelm von Humboldts

Einer wenn nicht der bedeutendste Vertreter des Neuhumanismus ist Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835). Er war Philosoph, Sprachforscher und preußischer Staatsmann. Bildung ist in Deutschland unweigerlich mit seinem Namen verbunden, insbesondere wenn von „Allgemeinbildung“ die Rede ist. Sein Bildungsideal ist von vollkommener Humanität und der draus resultierender Entfaltung der Persönlichkeit des Menschen gekennzeichnet.

„Bildung bedeutet nach Humboldt eine Anregung aller Kräfte, damit diese sich über die Aneignung der Welt in wechselhafter Ver- und Beschränkung harmonisch proportional entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität führen, die in ihrer Idealität und Einzigartigkeit die Menschheit bereichert.“

Sein Bildungsideal und damit der Neuhumanismus richten sich dabei, „Nicht gegen die Idee der Aufklärung, sehr wohl aber gegen diese Aufklärungspädagogik – mit ihren Ausprägungen im Utilitarismus und im Philanthropismus (griechisch: Menschenfreundlichkeit).“

Ausgehend vom Gedanken des Utilitarismus, den er wie kein anderer zum Leben erweckt hatte, erkannte er sehr früh den Druck der von der Gesellschaft ausging auf dem Weg einen „Brauchbaren Menschen zu formen.“ Seiner berühmtesten Aussagen in diesem Zusammenhang lauteten: „Gesellschaftliche Brauchbarkeit begrenzt die individuelle Entfaltung“ und „individuelles Glück setzt gesellschaftliche Nützlichkeit voraus.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Bildungsbegriffs und definiert den Fokus der Arbeit auf das 19. Jahrhundert als historische Bildungsperiode.

2. Vorreiter der Bildungstheorie Humboldts: Dieses Kapitel arbeitet Platons Akademie und Kants Aufklärungsphilosophie als grundlegende Wegbereiter für Humboldts späteres Denken heraus.

3. Klassische Bildungstheorie nach Humboldt: Das Hauptkapitel expliziert den Neuhumanismus, Humboldts Bildungsbegriff sowie die zentralen Bedingungen wie Freiheit, Sozialität und die Struktur des Bildungswesens.

4. Schlussfolgerung: Das Fazit reflektiert die heutige Wirksamkeit von Humboldts Theorien und setzt sie in den Kontext aktueller bildungspolitischer Debatten.

Schlüsselwörter

Bildung, Wilhelm von Humboldt, Neuhumanismus, Allgemeinbildung, Aufklärung, Menschenbildung, Utilitarismus, Individuelle Entfaltung, Bildungsideal, Sozialität, Bildungswesen, Elementarunterricht, Schulunterricht, Universitätsunterricht, Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und die theoretischen Grundlagen des Bildungsbegriffs im 19. Jahrhundert, insbesondere durch den Einfluss des Neuhumanismus und Wilhelm von Humboldt.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Bildungstheorie, die Differenzierung zwischen Allgemeinbildung und beruflicher Brauchbarkeit sowie die Struktur des damaligen Bildungssystems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die historischen Wurzeln des modernen Bildungsbegriffs zu verstehen und zu analysieren, inwiefern Humboldts Gedanken im heutigen System noch präsent sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geistesgeschichtliche und bildungstheoretische Analyse unter Heranziehung von Originalschriften und philosophischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Bedingungen von Bildung nach Humboldt, das neuhumanistische Menschenbild und die Stufen des Bildungswesens von der Elementarschule bis zur Universität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildung, Individualität, Freiheit, Neuhumanismus und die Trennung von Zweck- und Menschenbildung charakterisiert.

Warum unterscheidet Humboldt scharf zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung?

Humboldt sah in der Spezialisierung auf einen Beruf eine Gefahr für die ganzheitliche Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und den Verlust der "Vielseitigkeit".

Was bedeutet das "Lernen des Lernens" bei Humboldt?

Es bezeichnet die Befähigung des Schülers zur selbstständigen intellektuellen Arbeit, bei der der Stoff nicht nur auswendig gelernt, sondern aktiv und eigenständig erschlossen wird.

Wie steht die Arbeit zum heutigen Bildungssystem?

Sie schlussfolgert, dass trotz moderner Anforderungen an Effektivität und Kompetenzen der Rückgriff auf Humboldt wertvoll bleibt, um den Zweck von Bildung jenseits rein ökonomischer Verwertbarkeit zu definieren.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Bildung und gesellschaftliche Brauchbarkeit im 19. Jahrhundert
Subtitle
Zur Konstituierung des neuhumanistischen Bildungsgedanken
College
University of Constance
Grade
1,7
Author
Andreas Uffelman (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V136477
ISBN (eBook)
9783640447329
ISBN (Book)
9783640447565
Language
German
Tags
Bildung Brauchbarkeit Jahrhundert Konstituierung Bildungsgedanken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Uffelman (Author), 2008, Bildung und gesellschaftliche Brauchbarkeit im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136477
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint