Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung der "Volksgemeinschaft" in der nationalsozialistischen Jugendliteratur, da gerade der deutschen Jugend, als Zukunftsträger des "Dritten Reichs" in der NS-Propaganda eine wichtige Bedeutung beigemessen wurde. Es soll anhand von zehn Jugendbüchern, die zwischen 1933 und 1943 publiziert wurden, exemplarisch untersucht werden, wie die "Volksgemeinschaft" innerhalb der Werke dargestellt wird, welche Rollen die jugendlichen Protagonist:innen werkimmanent in der "Volksgemeinschaft" einnehmen und was von ihnen als Akteur:innen in dieser erwartet wird, um anschließend hinterfragen zu können, ob das Bild der "Volksgemeinschaft" im Bereich der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur homogen porträtiert wurde.
Das Konzept der "Volksgemeinschaft" wird als Analysemodell in der NS-Forschung seit einigen Jahren kontrovers diskutiert. Auch wenn es sich bei dem Begriff in erste Linie um ein populäres Mittel in der Propaganda der Nationalsozialisten handelte, bleibt dessen Wirkungsmacht nicht zu verkennen und es steht fest, dass von einer breiten Masse der deutschen Bevölkerung, eine "Volksgemeinschaft" scheinbar tatsächlich angestrebt wurde. Da die "Volksgemeinschaft" vor allem im Rahmen des kulturellen Lebens der deutschen Bevölkerung, propagiert wurde, erweist es sich als sinnvoll, deren Darstellung in den zeitgenössischen Medien zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die genuin nationalsozialistische Jugendliteratur – eine quellenkritische Betrachtung
- Praktiken zur Darstellung der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur
- Exklusion und Inklusion
- Das Heimat-Ideologem
- Zelebration der „Volksgemeinschaft“ und „Gemeinschaftserleben“
- Das Führer-Gefolgschafts- und Dienst-Ideologem
- Verbalisierung der „Volksgemeinschaft“
- Die Jugendlichen als Teil der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur
- Die Darstellung der Jugendlichen
- Mädchen
- Jungen
- Die besondere Bedeutung der Jugend in der „Volksgemeinschaft“
- Die Erwartungen an die Jugendlichen
- Die Darstellung der Jugendlichen
- Zusammenführung und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung der „Volksgemeinschaft“ in der nationalsozialistischen Jugendliteratur. Ziel ist es, anhand von zehn Jugendbüchern, die zwischen 1933 und 1943 publiziert wurden, zu untersuchen, wie die „Volksgemeinschaft“ innerhalb der Werke dargestellt wird, welche Rollen die jugendlichen ProtagonistInnen innerhalb der Werke, in der „Volksgemeinschaft“ einnehmen und was von ihnen als Akteure in dieser erwartet wird.
- Darstellung der „Volksgemeinschaft“ in der nationalsozialistischen Jugendliteratur
- Rollen der jugendlichen ProtagonistInnen in der „Volksgemeinschaft“
- Erwartungen an die Jugendlichen als Akteure der „Volksgemeinschaft“
- Homogenität des Bildes der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur
- Bedeutung der Jugend in der nationalsozialistischen Ideologie
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einleitung zum Thema und skizziert den Forschungsstand zur „Volksgemeinschaft“ im Nationalsozialismus. Es erläutert die Bedeutung der „Volksgemeinschaft“ als propagandistische Formel und ihre Relevanz für die Untersuchung der Jugendliteratur.
Das zweite Kapitel analysiert die genuin nationalsozialistische Jugendliteratur aus quellenkritischer Perspektive und beleuchtet ihre spezifischen Merkmale.
Das dritte Kapitel behandelt verschiedene Praktiken zur Darstellung der „Volksgemeinschaft“ in der nationalsozialistischen Jugendliteratur, darunter Exklusion und Inklusion, das Heimat-Ideologem, die Zelebration der „Volksgemeinschaft“ und „Gemeinschaftserleben“, das Führer-Gefolgschafts- und Dienst-Ideologem sowie die Verbalisierung der „Volksgemeinschaft“.
Das vierte Kapitel fokussiert auf die Darstellung der Jugendlichen als Teil der „Volksgemeinschaft“ in der genuin nationalsozialistischen Jugendliteratur. Es analysiert die Darstellung von Mädchen und Jungen sowie die besondere Bedeutung der Jugend in der „Volksgemeinschaft“ und die an sie gerichteten Erwartungen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe und Themen der Arbeit sind: „Volksgemeinschaft“, nationalsozialistische Jugendliteratur, Propaganda, Jugend, Ideologie, Heimat, Exklusion, Inklusion, Führerprinzip, Dienst-Ideologem, Rollenbilder, Erwartungen, Zukunftsweisende, Rezeption, Quellenkritik.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurde die „Volksgemeinschaft“ in der NS-Jugendliteratur dargestellt?
Die Arbeit untersucht Mechanismen wie Inklusion und Exklusion, das Heimat-Ideologem und das Führer-Gefolgschafts-Prinzip in zehn ausgewählten Jugendbüchern.
Waren die Darstellungen der „Volksgemeinschaft“ homogen?
Ziel der Untersuchung ist es zu hinterfragen, ob das Bild der Gemeinschaft in der nationalsozialistischen Literatur einheitlich porträtiert wurde oder Nuancen aufwies.
Welche Rolle spielten Jungen und Mädchen in diesen Erzählungen?
Die Arbeit analysiert geschlechtsspezifische Rollenbilder und die Erwartungen, die als künftige „Akteure“ des Dritten Reiches an sie gestellt wurden.
Was versteht man unter dem „Heimat-Ideologem“?
Es beschreibt die ideologische Verklärung der Heimat als verbindendes Element der Volksgemeinschaft in der NS-Propaganda.
Warum ist die Untersuchung von Jugendliteratur für die NS-Forschung wichtig?
Da die Jugend als „Zukunftsträger“ galt, war die Literatur ein zentrales Medium zur Indoktrination und Vermittlung der NS-Ideologie.
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- M. Schuster (Author), 2019, Die "Volksgemeinschaft" in der nationalsozialistischen Jugendliteratur. Waren die Darstellungen homogen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1365432