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Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik

Title: Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik

Term Paper , 2022 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Seifert (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Es gibt Triebkräfte in unserer Gesellschaft, die den Rassismus wieder salonfähig machen wollen. Zu diesen Triebkräften zählt die Partei Alternative für Deutschland (AfD), welche mit einem Plakat wirbt, auf dem ein Ferkel abgebildet ist und die Textzeile: „`Der Islam? ` passt nicht zu unserer Küche“ prangt. Diese Aussage lässt sich als eine Form von Kulturrassismus einordnen, da eine Teilung zwischen Nichtzugehörigkeit und Zugehörigkeit konstruiert wird. Die AFD zeichnet ein sehr starres Bild von Kultur, indem es als typisch deutsch erachtet wird Schweinefleisch zu essen. Der Kulturbegriff wird hier nicht als dynamisches Konstrukt verstanden, welche durch zum Beispiel Transfer, Erziehung und Sozialisation beeinflusst werden kann. Zudem bezieht die AfD mit ihrem Plakat eine klar islamfeindliche Position, indem eine ablehnende Haltung, Furcht, Stereotype und feindselige Vorurteile gegen den Islam, Muslimas und Muslime verbreitet werden.
Auf der anderen Seite gibt es auch Triebkräfte in unserer Gesellschaft, die zum Dialog zwischen Kulturen aufruft.

Rassismus wird definiert als ein System von Diskursen und Praxen, die historisch entwickelte und aktuelle Machtverhältnisse legitimieren und reproduzieren. Rassismus basiert auf der sogenannten „Theorie“ der Unterschiedlichkeit konstruierter „menschlicher Rassen“ auf Grundlage von biologischen Eigenschaften (vgl. Rommelspacher, 2009). Historisch gesehen lässt sich der Rassismus insbesondere auf die Zeit der Kolonialisierung zurückführen, bei der die schwarze Bevölkerung Afrikas als primitiv und unzivilisiert deklariert wurde, um ihre Ausbeutung und Versklavung zu rechtfertigen (vgl. Rommelspacher, 2009).

Nach heutigem Wissensstand ist Einteilung der Menschen in „Rassen“ widerlegt. Dennoch existieren „Menschenrassen“ tatsächlich, und zwar nicht als biologische Fakten, sondern als unterbewusste Denkstrukturen und Urteile. Aufgrund der Geschichte Deutschlands wird der Begriff „Rasse“ im Kulturrassismus nicht verwendet. Die Bezeichnung „Rasse“ für den Kulturrassismus entbehrlich. Stattdessen liegt der Fokus auf den „Wert der Kultur“, so sind nicht alle Kulturen gleichwertig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rassismus

2.1. Geschichte des Rassismus

2.2. Rasse als Konstruktion

2.3. Kulturrassismus

2.3.1. Islamfeindlichkeit

2.4. Abgrenzung zur Diskriminierung

3. Interkulturelle Pädagogik

3.1. Rassismuskritische Bildungsarbeit

4. Idee einer empirischen Forschung zum Thema Critical Whiteness

5. Fazit

6. Literatur

7. Anhang

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und Erscheinungsformen des Rassismus sowie deren Relevanz für die Interkulturelle Pädagogik, wobei insbesondere die Rolle rassismuskritischer Bildungsansätze beleuchtet wird.

  • Definition und historische Genese des Rassismus und Kulturrassismus.
  • Analyse von Rasse-Konstruktionen und deren gesellschaftlichen Folgen.
  • Rolle der Interkulturellen Pädagogik als Gegenmodell zu rassistischen Diskursen.
  • Methodische Ansätze rassismuskritischer Bildungsarbeit, einschließlich Critical Whiteness.
  • Reflektion über die Implementierung empirischer Forschung im Kontext sportpädagogischer Lehrkräfte.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Rassismus wird definiert als ein System von Diskursen und Praxen, die historisch entwickelte und aktuelle Machtverhältnisse legitimieren und reproduzieren. Rassismus basiert auf der sogenannten „Theorie“ der Unterschiedlichkeit konstruierter „menschlicher Rassen“ auf Grundlage von biologischen Eigenschaften (vgl. Rommelspacher, 2009, p. 29). Historisch gesehen lässt sich der Rassismus insbesondere auf die Zeit der Kolonialisierung zurückführen, bei der die schwarze Bevölkerung Afrikas als primitiv und unzivilisiert deklariert wurde, um ihre Ausbeutung und Versklavung zu rechtfertigen (vgl. Rommelspacher, 2009, p. 25 f.).

Nach heutigem Wissensstand ist Einteilung der Menschen in „Rassen“ widerlegt. Dennoch existieren „Menschenrassen“ tatsächlich, und zwar nicht als biologische Fakten, sondern als unterbewusste Denkstrukturen und Urteile (vgl. Kattmann, 2015). Aufgrund der Geschichte Deutschlands wird der Begriff „Rasse“ im Kulturrassismus nicht verwendet. Die Bezeichnung „Rasse“ für den Kulturrassismus entbehrlich. Stattdessen liegt der Fokus auf den „Wert der Kultur“, so sind nicht alle Kulturen gleichwertig (vgl. Anastasopoulos, 2019, p. 343 f.).

Es gibt Triebkräfte in unserer Gesellschaft, die den Rassismus wieder salonfähig machen wollen. Zu diesen Triebkräften zählt die Partei Alternative für Deutschland (AfD), welche mit einem Plakat wirbt, auf dem ein Ferkel abgebildet ist und die Textzeile: „`Der Islam? ` passt nicht zu unserer Küche“ prangt (siehe Anhang). Diese Aussage lässt sich als eine Form von Kulturrassismus einordnen, da eine Teilung zwischen Nichtzugehörigkeit und Zugehörigkeit konstruiert wird (vgl. Anastasopoulos, 2019, p. 343 f.). Die AFD zeichnet ein sehr starres Bild von Kultur, indem es als typisch deutsch erachtet wird Schweinefleisch zu essen. Der Kulturbegriff wird hier nicht als dynamisches Konstrukt verstanden, welche durch z.B. Transfer, Erziehung und Sozialisation beeinflusst werden kann (vgl. Anastasopoulos, 2019, p. 343 f.). Zudem bezieht die AfD mit ihrem Plakat eine klar islamfeindliche Position, indem eine ablehnende Haltung, Furcht, Stereotype und feindselige Vorurteile gegen den Islam, Muslimas und Muslime verbreitet werden (vgl. Anastasopoulos, 2019, p. 344 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Rassismus eingeführt, die historische Entwicklung betrachtet und die Relevanz der pädagogischen Auseinandersetzung mit dem Thema begründet.

2. Rassismus: Dieses Kapitel erläutert die systemische Dimension von Rassismus und differenziert zwischen dessen Geschichte, der Konstruktion von Rasse und modernen Formen wie dem Kulturrassismus.

2.1. Geschichte des Rassismus: Die historischen Wurzeln des Rassismus werden im Kontext des Kolonialismus und der Transformation vom Antijudaismus zum modernen Rassismus analysiert.

2.2. Rasse als Konstruktion: Es wird dargelegt, warum biologische Rassenkonzepte wissenschaftlich haltlos sind und wie sie als unterbewusste Denkstrukturen dennoch gesellschaftliche Wirklichkeit bleiben.

2.3. Kulturrassismus: Dieser Abschnitt beschreibt das aktuelle Phänomen, bei dem Rassismus ohne den expliziten Rassebegriff durch eine hierarchisierende Aufwertung bestimmter Kulturen praktiziert wird.

2.3.1. Islamfeindlichkeit: Exemplarisch wird die Islamfeindlichkeit als Form des Kulturrassismus analysiert, die auf Stereotypen und der Konstruktion von Nichtzugehörigkeit basiert.

2.4. Abgrenzung zur Diskriminierung: Das Kapitel arbeitet die begrifflichen Unterschiede zwischen allgemeiner Diskriminierung und spezifisch rassistisch motivierter Ungleichbehandlung heraus.

3. Interkulturelle Pädagogik: Dieser Teil definiert die Interkulturelle Pädagogik als Antwort auf gesellschaftliche Migrationsbewegungen und deren defizitorientierte pädagogische Vorgeschichte.

3.1. Rassismuskritische Bildungsarbeit: Es werden zentrale Konzepte vorgestellt, wie Institutionen durch antirassistische Ansätze zu einem bewussteren Umgang mit Machtverhältnissen gelangen können.

4. Idee einer empirischen Forschung zum Thema Critical Whiteness: Hier wird ein Entwurf für eine Untersuchung skizziert, die sich kritisch mit der Rolle von Sportlehrkräften und deren Privilegien innerhalb rassistischer Strukturen auseinandersetzt.

5. Fazit: Die Arbeit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Verflechtung von Rassismus und Pädagogik zusammen und ordnet die rassismuskritische Arbeit als wesentliches Element in den Kontext der Interkulturellen Pädagogik ein.

6. Literatur: Auflistung aller verwendeten Quellen.

7. Anhang: Verweis auf die nicht beigefügten ergänzenden Materialien.

Schlüsselwörter

Rassismus, Kulturrassismus, Interkulturelle Pädagogik, rassismuskritische Bildungsarbeit, Diskriminierung, Critical Whiteness, Migration, Islamfeindlichkeit, soziale Konstruktion, Machtverhältnisse, weiße Privilegien, Othering, Intersektionalität, Bildungskontext, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Rassismus als ein System gesellschaftlicher Diskriminierung und untersucht, wie die Interkulturelle Pädagogik durch rassismuskritische Bildungsansätze versucht, diesen Strukturen entgegenzuwirken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische und moderne Definition von Rassismus, die Umwandlung von Rasse-Konzepten in Kulturrassismus sowie die Methoden der rassismuskritischen Pädagogik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Rassismus zu durchdringen, seine Ausprägung in aktuellen gesellschaftlichen Diskursen zu identifizieren und die Rolle der pädagogischen Fachpraxis bei der Dekonstruktion dieser Strukturen zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse aktueller Studien zur Interkulturellen Pädagogik und Rassismusforschung, ergänzt durch einen konzeptionellen Entwurf für ein empirisches Forschungsvorhaben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung in den Rassismus- und Kulturrassismusbegriff, die Darstellung der Interkulturellen Pädagogik und führt in konkrete Ansätze der rassismuskritischen Arbeit ein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rassismus, Kulturrassismus, Interkulturelle Pädagogik, Critical Whiteness, Andere (Othering), Intersektionalität und Bildungsarbeit.

Inwiefern ist das Critical-Whiteness-Konzept für die Arbeit relevant?

Es dient dazu, das "Weißsein" einer kritischen Reflexion zu unterziehen, um innerhalb der Mehrheitsgesellschaft Privilegien und strukturelle Machtverhältnisse aufzudecken, die in der Rassismusforschung lange Zeit ignoriert wurden.

Warum wird der Begriff Kulturrassismus verwendet?

Da der biologische Rassebegriff diskreditiert ist, dient der Kulturrassismus als moderne Legitimationsform, bei der kulturelle Identitäten als unvereinbar konstruiert werden, um Ausgrenzung zu rechtfertigen.

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Details

Title
Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik
College
University of Cologne  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Course
Interkulturelle Pädagogik
Grade
1,0
Author
Sebastian Seifert (Author)
Publication Year
2022
Pages
13
Catalog Number
V1365535
ISBN (eBook)
9783346891952
ISBN (Book)
9783346891969
Language
German
Tags
Rassismus, Interkulturelle Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Seifert (Author), 2022, Rassismus als Gegenstand der Interkulturellen Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1365535
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