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Die Konstruktion kollektiver Identitäten am Beispiel der Identitären Bewegung Deutschland

Eine Analyse der wichtigsten Prozesse kollektiver Identität aus den Selbstverständnisdiskursen der Identitären Bewegung

Titel: Die Konstruktion kollektiver Identitäten am Beispiel der Identitären Bewegung Deutschland

Hausarbeit , 2021 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie sich der Prozess kollektiver Identität in der IBD gestaltete, welche Formen sie annahm und aus welchen Elementen sie sich zusammensetzte, das ist die Leitfrage der vorliegenden Arbeit. Die Konstruktion kollektiver Identitäten soll am Beispiel der IBD anhand ihrer Selbstinszenierungen via Blogbeiträge herausgearbeitet und analysiert werden. Aktuell (Stand 15 Oktober 2020) sind 171 Blogbeiträge auf der offiziellen Homepage der IBD vorhanden. Diese Beiträge wurden in drei Kategorien aufgeteilt: „Aktionen“, „Theorie“ und „Videos“. Um den Umfang der Untersuchung nicht zu sprengen, werden fünf Beiträge aus den Kategorien „Theorie“ und „Aktionen“ zur Auswertung herangezogen.

Die Auseinandersetzung mit kollektiven Identitäten spielt, sowohl in der Bewegungsforschung als auch in vielen anderen Wissenschaftsdisziplinen (z.B. in der Psychologie, Sozialpsychologie, Philosophie uvm.) eine zentrale Rolle (vgl. Daphi 2011; Roose 2011; Haunns 2011; Rucht 2011 und 2001 zit. in: Hentges, Kökgiran, Nottbohm 2014). Eine allgemein gültige Begriffsbestimmung – weder für den Begriff „Identität“, noch für den der „kollektiven Identität“ - ist aber bis heute nicht gefunden. In den Politikwissenschaften haben sich u.a. Werke von Melucci (1996), Giesen (1999) und Haunns (2001; 2004; 2011) in der Auseinandersetzung mit kollektiver Identität durchgesetzt. Bereits 1996 erarbeitete Melucci die Notwendigkeit, Prozesse kollektiver Identitäten in sozialen Bewegungen zu untersuchen, heraus. Sein stärkstes Argument hierfür formulierte er wie folgt: Soziale Bewegungen seien keine gegebenen oder „natürlichen“ Akteure, deshalb müssten sie die gemeinsamen Grundlagen ihres Handelns immer erst in sozialen Prozessen bestimmen. Somit erscheinen sie erst durch die Herausbildung einer gemeinsamen Handlungsorientierung als kollektive Akteure im Bild. Sie werden zu Akteuren gesellschaftlichen Wandels. Danach sind kollektive Identitäten nicht ausschließlich „natürlich“ generierte Phänomene, sondern weitgehend künstliche Produkte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung Rechtsextremismus, Neue Rechte und aktionsorientierter Rechtsextremismus

3. Zur wissenschaftlichen Analyse der Prozesse kollektiver Identität

3.1 Primordiale Codes

3.2 Traditionale Codes

3.3 Universalistische Codes

4. Methodisches Vorgehen

4.1 Auswahl des Untersuchungsgegenstands

4.2 Festlegung der Kategorien

4.3 Auswertung der Blogbeiträge

4.3.1 Auswertung Blogbeitrag „Zukunft Europa!“

4.3.2 Auswertung Blogbeitrag „Die Notwendigkeit von patriotischem Aktivismus“

4.3.3 Auswertung Blogbeitrag „Kritik der Islamkritik“

5. Ergebnisse & Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Konstrukt der kollektiven Identität anhand der Identitären Bewegung Deutschland (IBD), wobei der Fokus darauf liegt, wie durch den Mythos des „Großen Austauschs“ und die Thematisierung der „Islamisierung“ Identität gestiftet und das Kollektiv nach innen sowie außen abgegrenzt wird.

  • Konstruktion kollektiver Identität in sozialen Bewegungen
  • Theoretische Verortung von primordialen, traditionalen und universalistischen Codes
  • Analyse von Selbstverständnisdiskursen mittels qualitativer Inhaltsanalyse
  • Rolle des Islams als Identitätsstifter und Feindbild der Neuen Rechten

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Nach Leggewie (2016) ist eine bewegungsförmige Mobilisierung auf Straßen und Plätzen ausgehend von den Neuen Rechten zu beobachten, die sich „in [die] Mitte der Gesellschaft“ mobilisiert haben (ebd.: 390). Fremdenfeindliche Positionen bleiben somit nicht nur auf dem rechten Rand der Gesellschaft beschränkt, sondern sind im „Mainstream“ verankert (ebd.). Die Identitäre Bewegung Deutschland (folglich abgekürzt als IBD) ist eine solche Bewegung. Ihre Wurzeln liegen in Frankreich. In Deutschland wurde sie am 10. Oktober 2012 in Form einer Facebook-Gruppe gegründet – eine Gruppe, die ihre Angst vor dem „Untergang des Abendlandes durch eine Islamisierung“ (Speit 2018: 10) und ihre Sorge um einen „großen Austausch“ (ebd.) der Bevölkerung als zentrale Themen in den Diskurs stellt.

Vier Jahre nach ihrer Gründung wurde die IBD durch den Verfassungsschutz zunächst als ein Verdachtsfall, 2019 offiziell als eine rechtsextremistische Vereinigung eingestuft (vgl. Verfassungsschutzbericht 2017: 80; Verfassungsschutzbericht 2020: 91). Mittlerweile ist auch die ursprünglich entstandene Facebook-Gruppe durch den Facebook-Konzern gesperrt worden, wie etliche Instagram- und Twitteraccounts der Strömung auch. Durch die Online-Präsenz zielen Rechtsextremisten bereits seit Jahren sowohl eine engere Vernetzung nach innen als auch neue Agitationsmöglichkeiten nach außen (vgl. Pfeiffer 2019). Auf diese Art und Weise wird unter anderem der Anschluss an die gegenwärtige Jugendkultur (vgl. ebd.) gesucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Identitären Bewegung ein und steckt das Forschungsziel ab, die kollektive Identitätsbildung mittels der Konzepte von Giesen zu untersuchen.

2. Begriffsbestimmung Rechtsextremismus, Neue Rechte und aktionsorientierter Rechtsextremismus: Hier werden die zentralen Begriffe theoretisch definiert und in den sozialwissenschaftlichen Kontext der aktuellen Rechten eingeordnet.

3. Zur wissenschaftlichen Analyse der Prozesse kollektiver Identität: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen kollektiver Identität und führt die drei Kategorien der Konstruktion (primordial, traditional, universalistisch) ein.

4. Methodisches Vorgehen: Hier wird der methodische Ansatz der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring dargelegt und die Auswahl der Blogbeiträge zur Untersuchung begründet.

5. Ergebnisse & Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Analyseergebnisse zusammen und zeigt auf, welche zentrale Rolle der Mythos vom „Großen Austausch“ für die Identität der IBD spielt.

Schlüsselwörter

Identitäre Bewegung Deutschland, IBD, Kollektive Identität, Rechtsextremismus, Neue Rechte, Großer Austausch, Islamisierung, Qualitative Inhaltsanalyse, Gesellschaft, Identitätskonstruktion, Ethnopluralismus, Protestbewegung, Diskursanalyse, Politische Ideologie, Radikalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) eine kollektive Identität konstruiert und welche Rolle dabei diskursive Identitätskonstruktionen spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Kategorien der Identitätsbildung, die Bedeutung des Mythos vom „Großen Austausch“ sowie die Thematisierung der „Islamisierung“ innerhalb der Bewegung.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Es soll herausgearbeitet werden, welche Bedeutung der Mythos vom „Großen Austausch“ für die Identitätsstiftung der IBD hat und was die Bewegung sowie ihre Mitglieder zusammenhält.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Autorin/der Autor nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring, um interne Blogbeiträge der IBD systematisch auszuwerten und den Kategorien der Identitätskonstruktion zuzuordnen.

Welche Aspekte werden im theoretischen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der theoretischen Rahmensetzung zu den Begriffen Rechtsextremismus und Neue Rechte sowie den drei Identitätscodes (primordial, traditional, universalistisch) nach Giesen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem kollektive Identität, Neue Rechte, Ethnopluralismus, Islamisierung und der Große Austausch.

Wie unterscheidet die IBD ihre primordiale und traditionale Identitätskonstruktion?

Die primordiale Konstruktion stützt sich auf als unveränderbar geltende Merkmale wie Herkunft und Rasse, während die traditionale Konstruktion auf gemeinsamen Sitten, sozialen Routinen und einem Gründungsmythos basiert.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der „Neuen Rechten“?

Die Neue Rechte wird als weitverzweigtes Geflecht heterogener Akteure definiert, das als intellektuelle Elite fungiert und gezielt versucht, durch inhaltliche Diskurse Anschluss an die breite Gesellschaft zu finden.

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Details

Titel
Die Konstruktion kollektiver Identitäten am Beispiel der Identitären Bewegung Deutschland
Untertitel
Eine Analyse der wichtigsten Prozesse kollektiver Identität aus den Selbstverständnisdiskursen der Identitären Bewegung
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1365956
ISBN (eBook)
9783346893413
ISBN (Buch)
9783346893420
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kollektive Identität identitäre Bewegung rechtsextremismusforschung rechtsextremismus politik neue rechte aktionsorientierter rechtsextremismus Prozesse kollektiver identität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Die Konstruktion kollektiver Identitäten am Beispiel der Identitären Bewegung Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1365956
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Leseprobe aus  22  Seiten
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