Dass Studierende nicht immer aufmerksam in der Vorlesung sitzen, ist längst kein Geheimnis mehr. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Hochschuldidaktik in den letzten Jahren vermehrt mit der Frage, wie neue Methoden zur Aktivierung der Studierenden in der Präsenzlehre aussehen können. Class Response Systeme und Class Assessment Techniques werden allen voran als interaktive Lernwerkzeuge zur Aktivierung von Studierenden verwendet.
Die Interaktiviät bildet einen entscheidenden Bestandteil des Lehr-Lernprozesses und sollte daher effektiver gefördert werden. Mit dem englischen Leitsatz "shift from teaching to learning", wird dabei die Studierendenzentrieung beschrieben. Auf diesem Gebiet findet ein Umdenken, weg vom traditionellen Frontalunterricht, hin zu moderneren Lehrformen statt. Aufgabe des Lehrenden ist es, das Lehren auf das Lernen zu beziehen, wofür bei der Gestaltung die interaktiven Lernwerkzeuge benötigt werden.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITENDE WORTE
II. GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN
A. Verschiedene Lernorganisationen
B. Möglichkeiten der Interaktivität
III. CLASS RESPONSE SYSTEME
A. Einführung Class Response System
B. Funktion eines Class Response Systems
C. Sinnvolle Nutzung des CRS
D. Vorteile von CRS
IV. ARSNOVA
A. arsnova.app
B. arsnova.click
V. CLASSROOM ASSESSMENT TECHNIQUES
VI. ERSTE KONZEPTIONSANSÄTZE AM BEISPIEL DER VORLESUNG WEBPROGRAMMIERUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten zur aktiven Einbindung von Studierenden in Präsenzvorlesungen, um den Lernerfolg zu steigern und das sogenannte "Bulimie-Lernen" zu verhindern. Im Fokus steht dabei die Analyse von digitalen Feedback-Tools und didaktischen Methoden, die den Übergang vom klassischen Frontalunterricht zu interaktiven Lehrformaten unterstützen.
- Einsatz von Class Response Systemen (CRS) zur Aktivierung in Echtzeit.
- Anwendung von Classroom Assessment Techniques (CATs) zur formativen Evaluation.
- Vergleichende Analyse des Tools "ARSnova" für hybride Lernszenarien.
- Entwicklung didaktischer Strategien zur Steigerung der Lernmotivation.
- Konkrete Umsetzungsvorschläge für technische Lehrinhalte wie Webprogrammierung.
Auszug aus dem Buch
B. Funktion eines Class Response Systems
Mittels Class Response Systemen können Lernende sich während einer Präsenzveranstaltung interaktiv beteiligen. Sie werden über eine themenbezogene Problemstellung befragt und somit zur Auseinandersetzung mit dem Thema sowie zur Diskussion angeregt. Ein typisches Class Response System auf Web Basis weist sechs Schritte auf:
Im ersten Schritt hält der Dozent seine Vorlesung und legt das entsprechende Lehrmaterial auf oder stellt es zur Verfügung. Während dieser Vorlesung stellt der Dozent über das CRS System spontane oder im Besten Fall vorbereitete Fragen zu dem dazugehörigen Stoff. Es kann im Multiple Choice Format sein, oder auch eine offene Frage gestellt werden.
Im zweiten Schritt bekommen die Studierenden einen Link. Dort können sie sich mit einer entsprechenden Zugangsnummer registrieren und an den Abstimmungen innerhalb des Kurses teilnehmen.
Die Studierenden geben nun ihre Antworten durch ihr Endgerät ein. Voraussetzung ist hierbei eine funktionierende Verbindung zum Internet und ein entsprechendes Endgerät, wie ein Smartphone, Notebook oder Tablet. Es können aber auch Clicker genutzt werden, falls vorhanden.
Im Anschluss werden die Antworten direkt von der Software gesammelt und ausgewertet. Die Auswertung ist meist in Form von Tabellen oder Balkendiagrammen aufbereitet. Diese werden dann auf dem Beamer aufgezeigt.
Nach dem vierten Schritt kann selbst entschieden werden, ob noch Diskussionsbedarf vorhanden ist oder mit dem Stoff weiter vorangeschritten werden kann. Falls Diskussionsbedarf herrscht, wird Schritt 5 durchgeführt. Falls nicht, wird Schritt 5 übersprungen und es geht direkt mit dem letzten Schritt in der Kette weiter.
Ist weiterhin Diskussionsbedarf vorhanden, wird im Plenum weiter über dieses Thema diskutiert und bestehende Fragen werden geklärt. Die Fragen können gegebenenfalls nach der Diskussionsrunde wiederholt gestellt werden. Sind die Fragen soweit geklärt, und es besteht kein weiterer Diskussionsbedarf, dann wird mit dem Stoff fortgesetzt.
Der letzte und sechste Schritt ist für den Dozenten gedacht. Dieser kann nach der Veranstaltung die Fragen und Antworten im System noch genauer analysieren und eventuell exportieren. Spezielle Systeme geben auch eine Schnittstelle zu Kursmanagement, wie bspw. Moodle frei.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITENDE WORTE: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der modernen Hochschuldidaktik, insbesondere die Problematik der Aufmerksamkeitsspanne und das Phänomen des "Bulimie-Lernens", und führt in die Bedeutung von ARS und CATs ein.
II. GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Lernorganisationen und stellt Methoden zur Förderung der Interaktivität vor, um Studierende aktiv in den Lehrprozess einzubinden.
III. CLASS RESPONSE SYSTEME: Hier werden die Funktionsweise, der sinnvolle Einsatz und die Vorteile von Classroom Response Systemen als Werkzeug für zeitgemäße, interaktive Vorlesungen erläutert.
IV. ARSNOVA: Dieses Kapitel analysiert das konkrete Open-Source-System ARSnova mit seinen beiden Hauptkomponenten und evaluiert deren praxisorientierte Anwendungsmöglichkeiten.
V. CLASSROOM ASSESSMENT TECHNIQUES: Das Kapitel erläutert formative Evaluationsmethoden, die dem Lehrenden Echtzeit-Feedback über den Lernstand geben, ohne eine summative Bewertung der Studierenden vorzunehmen.
VI. ERSTE KONZEPTIONSANSÄTZE AM BEISPIEL DER VORLESUNG WEBPROGRAMMIERUNG: Der abschließende Teil überträgt die erarbeiteten theoretischen Erkenntnisse in ein konkretes Anwendungsszenario für eine Informatik-Vorlesung.
Schlüsselwörter
Class Response Systeme, ARSnova, Classroom Assessment Techniques, Hochschuldidaktik, Bulimie-Lernen, Interaktivität, formative Evaluation, Peer Instruction, Inverted Classroom, Webprogrammierung, Studierendenzentrierung, Lehr-Lernprozess, Feedback, Motivation, Vorlesung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung der aktiven Teilnahme von Studierenden an Hochschulvorlesungen durch den Einsatz digitaler interaktiver Werkzeuge.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder sind didaktische Methoden zur Aktivierung, der Einsatz von Audience Response Systemen (ARS) und der Nutzen von Classroom Assessment Techniques (CATs).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Lösungsansätze zu identifizieren, um passives Zuhören in aktives Lernen zu transformieren und den Lernerfolg durch ständiges Feedback zu steigern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine Literaturrecherche zu didaktischen Konzepten durchgeführt, kombiniert mit einer Analyse technischer Feedback-Lösungen für den Einsatz im universitären Alltag.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung verschiedener Lehrformen, die Detailanalyse von CRS und CATs sowie deren praktische Anwendung in einer Beispielvorlesung.
Was charakterisiert die Arbeit in Bezug auf Keywords?
Charakteristisch sind Begriffe wie Interaktivität, formative Evaluation, Didaktik-Tools wie ARSnova und die spezifische Ausrichtung auf moderne Hochschul-Lehrstrategien.
Was versteht die Arbeit unter dem Begriff "Bulimie-Lernen"?
Es bezeichnet das kurzfristige Anhäufen von Wissen kurz vor einer Prüfung, woraufhin die Inhalte unmittelbar danach wieder vergessen werden – eine Problematik, der durch kontinuierliche Aktivierung entgegengewirkt werden soll.
Wie unterscheidet sich "ARSnova.app" von "ARSnova.click"?
Während sich "arsnova.app" eher auf Lernfortschrittskontrolle und Kommunikation konzentriert, ist "arsnova.click" als gamifizierte Anwendung mit Belohnungssystemen für MINT-Fächer konzipiert.
Warum wird die 75-25-Regel in der Vorlesung Webprogrammierung empfohlen?
Sie dient als Indikator: Wenn mehr als 25 % der Studierenden eine Frage falsch beantworten, signalisiert dies eine Wissenslücke, die unmittelbar durch eine thematische Wiederholung im Plenum adressiert werden muss.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Aktivierung von Studierenden in der Präsenzphase. Verwendung von Class Response Systemen / Feedback, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1366192