Wenn man altert, nimmt bekanntlich die Leistungsfähigkeit ab, doch sind diese Fähigkeiten gänzlich verschwunden oder kann man sie durch Übung wiederherstellen? Unter Kognition sind alle geistigen Fähigkeiten zu verstehen, die mit der Intelligenz und dem Gedächtnis im Zusammenhang stehen. Darunter fallen die Wahrnehmung, das Erkennen und Verstehen. Früher glaubte man, dass zunehmendes Alter bereits ab dem 30. Lebensjahr automatisch mit einem Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten einhergeht. Heute geht man davon aus, dass sich die geistigen Fähigkeiten auf verschiedenste Art und Weise entwickeln bzw. reproduzieren lassen. Durch verschiedene Faktoren wie zum Beispiel durch Übung, Gesundheit, Bildungsniveau oder Beruf werden die Fähigkeiten beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Definition Lernen
1.3 Definition Alter
1.4 Definition Kognitive Fähigkeiten
2 Kognitive Plastizität und altersbedingte Grenzen am Beispiel des Erwerbs einer Gedächtnistechnik
2.1 Testing-the-Limits in einer mnemonischen Fähigkeit: Eine Studie zur kognitiven Plastizität
2.2 Wie lernen Senioren? Mechanismen der Hirnplastizität beim Musikunterricht im Alter
2.2.1 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die kognitive Plastizität im höheren Lebensalter und analysiert, inwiefern durch systematisches Training Gedächtnisleistungen verbessert werden können und wo die biologischen Grenzen dieser Entwicklungsfähigkeit liegen.
- Grundlagen kognitiver Prozesse und Lernmechanismen im Alter
- Einfluss von Gedächtnistraining auf die kognitive Leistungsfähigkeit
- Vergleich von kognitiven Leistungen zwischen Senioren und jungen Erwachsenen
- Die Rolle der Hirnplastizität beim Erwerb neuer komplexer Fähigkeiten wie Musik
Auszug aus dem Buch
Testing-the-Limits in einer mnemonischen Fähigkeit: Eine Studie zur kognitiven Plastizität
In der Gesellschaft ist die negative Annahme weitverbreitet, dass durch Steigerung des Alters ein stetiger und irreversibler Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit eintritt. In der aktuellen Lernforschung ist die zentrale Frage, ob Lernen direkt mit Bewusstsein verbunden ist. Die Forschungen legen nahe, dass Lernen unbewusst verlaufen kann, also dass das Verhalten der Person, das Wissen widerspiegelt, nicht aber ein sensitiver Wissenstest.
Um eine wissenschaftliche Grundlage zu schaffen, wird folglich auch Alter erläutert. Dies ist eines der relevantesten Merkmale gesellschaftlicher Differenzierungsprozesse, zugleichen ist das Alter ein Label für eine gesellschaftliche Gruppe. Die Heterogenität des Alters gründet sich auf mehrere Aspekte. Zum einen ist die Lebenserwartung gestiegen, so dass sich die Kategorie Alter auf eine Lebensspanne von 30 Jahren und mehr bezieht. Auf der anderen Seite haben gesellschaftliche Individualisierungsprozesse nicht vor der Altersphase halt gemacht und zu ihrer Ausdifferenzierung geführt (vgl. Walter et al. 2006).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert grundlegende Begriffe wie Lernen, das Alter und kognitive Fähigkeiten und erläutert die Bedeutung der Plastizität für den Lernprozess.
2 Kognitive Plastizität und altersbedingte Grenzen am Beispiel des Erwerbs einer Gedächtnistechnik: Dieser Hauptteil analysiert durch Studien, wie ältere Menschen durch spezifische Trainings ihre Gedächtnisleistung steigern können und wo die Grenzen dieser kognitiven Anpassungsfähigkeit liegen.
2.1 Testing-the-Limits in einer mnemonischen Fähigkeit: Eine Studie zur kognitiven Plastizität: Das Kapitel dokumentiert Experimente, die das Entwicklungspotenzial älterer Personen im Vergleich zu jungen Erwachsenen beim Erwerb mnemonischer Fähigkeiten messen.
2.2 Wie lernen Senioren? Mechanismen der Hirnplastizität beim Musikunterricht im Alter: Hier wird der Prozess der Hirnplastizität anhand des Musiklernens beleuchtet und gezeigt, wie das Gehirn auch im Alter auf neue Anforderungen reagiert.
2.2.1 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass kognitive Plastizität trotz biologischer Grenzen im Alter besteht, wobei die Leistung von Senioren die von jungen Menschen meist nicht vollständig erreicht.
Schlüsselwörter
Kognitive Plastizität, Alter, Gedächtnistraining, Lernmechanismen, Hirnplastizität, mnemonische Fähigkeiten, Gedächtnisleistung, Lebensspanne, Entwicklungspotenzial, Musikunterricht, Kognition, Leistungsfähigkeit, Neuroplastizität, Altersbedingte Grenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der kognitiven Plastizität im Alter und untersucht, inwieweit ältere Menschen durch gezieltes Training ihre kognitive Leistungsfähigkeit sowie Gedächtnisstrategien verbessern können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Kognition und Alter, die Untersuchung von Lernprozessen sowie die Analyse von Hirnplastizität am Beispiel von Gedächtnistechniken und musikalischem Training.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Ausmaß und die biologischen Grenzen der kognitiven Entwicklungsfähigkeit bei Menschen im Alter von 75 bis über 100 Jahren zu bestimmen.
Welche Methoden werden in der Arbeit angewandt?
Es werden methodisch verschiedene Interventionsstudien (Testing-the-Limits) und Längsschnitt-Einzelfallstudien analysiert, die den Trainingserfolg bei Gedächtnisaufgaben dokumentieren.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die empirische Untersuchung, ob Senioren trotz altersbedingter organischer Grenzen signifikante Leistungssteigerungen durch Training erreichen können.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kognitive Plastizität, Hirnplastizität, Mnemonik und Altersforschung bestimmt.
Wie unterscheiden sich die Lernleistungen von Senioren und jungen Erwachsenen nach dem Training?
Obwohl Senioren durch Training ihre Leistung signifikant verbessern können, erreichen sie in den meisten Fällen nicht das Leistungsniveau junger Erwachsener, was auf die altersbedingten Grenzen der organischen Kapazität zurückzuführen ist.
Welche Rolle spielt das Erlernen eines Musikinstruments für kognitive Fähigkeiten?
Musikunterricht im Alter fördert die Anpassungsmechanismen des Nervensystems, aktiviert verschiedene Hirnareale und kann neuronale Abbauprozesse sogar teilweise verlangsamen oder kompensieren.
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- Anonym (Author), 2019, Kognitive Fähigkeiten mit zunehmendem Alter. Schwinden die Fähigkeiten oder können sie erhalten werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1366231