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Die Ursachen für den Untergang des Weströmischen Reiches in expliziter Betrachtung seiner letzten zwanzig Jahre

Titel: Die Ursachen für den Untergang des Weströmischen Reiches in expliziter Betrachtung seiner letzten zwanzig Jahre

Hausarbeit , 2012 , 25 Seiten , Note: 1,33

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit wird folgenden Fragen nachgegangen: Welche Personen, Umstände oder Begleiterscheinungen gibt es, welchen eine gewisse „Schuld“ am Untergang Westroms angelastet werden darf? Sah sich das Weströmische Reich mit mächtigen Feinden von außerhalb konfrontiert oder wurde es von innen zugrunde gerichtet? Gibt es einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Vielzahl von Umständen, die in einem schleichenden Prozess den Untergang Westroms nach sich zogen? War der Zerfall des Weströmischen Reiches nur ein von vermeidbaren Fehlern bedingtes Resultat oder kann man von einem letztlich unaufhaltsamen Zerfallprozess sprechen?

Gemäß der überwiegenden Meinung in der Geschichtsforschung ist die Spätantike als Zeitspanne zwischen Diokletians Kaiserkrönung im Jahr 284 und der Abschaffung des Kaisertums im Weströmischen Reich im Jahr 476 festgelegt. Der zeitliche Fokus dieser Seminararbeit richtet sich auf die letzten zwanzig Jahre, also die Zeitspanne unmittelbar vor dem Ende des Weströmischen Reiches, die einerseits begrenzt ist durch die Jahre 454/455, als die Morde an Aetius und Valentinian III eine Reichskrise auslösten, und andererseits durch die oben genannte Abschaffung des Kaisertums im Westreich durch Odoakar im Jahr 476. Obwohl also der Untergang des römischen Westreiches den zeitlichen Sprung zwischen Spätantike und Frühmittelalter markiert und der Weg dorthin dementsprechend genügend Gründe für ein beträchtliches Interesse in der breiten Geschichtsforschung liefern dürfte, wird sie dort tendenziell auf eine „Verfalls- und Übergangszeit“ reduziert, deren Untersuchung nicht zu lohnen scheint.

Meines Erachtens jedoch muss die Beschäftigung mit dem Zerfall des Imperium Romanum Occidentalis zugleich das Interesse dafür wecken, wie genau es dazu kommen konnte. Denn beim Durchforsten der entsprechenden Literatur stößt man unweigerlich auf eine Bandbreite unterschiedlicher Meinungen über die Ursachen, die nicht erst in den letzten zwanzig Jahren des Reiches anzusiedeln sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Die Reichskrise von 454/455 als Auslöser für desintegrative Tendenzen

a) Die Ermordung Aetius‘ und Valentinians III.

b) Folgen und Auswirkungen

3) Auflösungserscheinungen im Westreich infolge partikularistischer Interessen

a) Avitus‘ Auseinandersetzung mit der italischen Senatsaristokratie

b) Maiorians Auseinandersetzung mit der gallischen Senatsaristokratie

c) Anthemius‘ Auseinandersetzung mit Ricimer

d) Die Barbarenstämme und ihr destruktiver Einfluss

e) Die Zentrifugalkraft der lokalen Eliten

f) Ergebnisse

4) Welche Rolle nimmt Ricimer mit Blick auf den Zerfall Westroms ein?

a) Ricimer und die drei wichtigsten Grundprinzipien der italischen Senatsaristokratie

b) Ricimers für das Reich vermeintlich desintegrative Rolle als „Kaisermacher“

5) Die Hunnen

a) Das Erscheinen und Verschwinden der Hunnen

b) Folgen und Auswirkungen

6) Der Untergang des Weströmischen Reiches aus Sicht des Sidonius Apollinaris

7) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für den Untergang des Weströmischen Reiches unter besonderer Berücksichtigung der letzten zwanzig Jahre vor 476, wobei die Wechselwirkungen zwischen inneren politischen Instabilitäten und externen Druckfaktoren analysiert werden.

  • Die Rolle der Reichskrise von 454/455 als Katalysator für den Zerfall.
  • Die politische Einflussnahme und Rolle von Flavius Ricimer als „Kaisermacher“.
  • Die Auswirkungen von Partikularinteressen gallischer und italischer Aristokratien.
  • Der Einfluss der Hunnenmigration auf die Destabilisierung der römischen Grenzen.
  • Die Perspektive des Sidonius Apollinaris auf die Krise des Reiches.

Auszug aus dem Buch

3) Auflösungserscheinungen im Westreich infolge partikularistischer Interessen

Wie bereits angedeutet bildeten sich nicht erst seit der Reichskrise inner- wie außerhalb des Weströmischen Reiches viele kleine Partikularinteressen heraus, deren Einflüsse auf den weströmischen Thron immer weiter zunahmen. Doch reichten diese wirklich aus, Westrom zersplittern zu lassen? Eine Untersuchung dieser in der Geschichtsforschung eher unpopulären, jedoch durchaus nicht zu unterschätzenden Problematik halte ich an dieser Stelle für lohnenswert. Denn die auf Petronius Maximus nachfolgenden Kaiser Avitus (455–456), Maiorian (457–461) und Anthemius (467–472) sahen sich bereits zu Amtsbeginn stets vielerlei Interessenparteien ausgesetzt. Darunter zählen nicht nur reichsinterne Gruppierungen, sondern auch Barbarenvölker und periphere lokale Eliten, die allesamt wenig zum Reichskollektiv beitrugen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Definition des zeitlichen Rahmens der Seminararbeit und Vorstellung der relevanten Forschungsstand-Literatur.

2) Die Reichskrise von 454/455 als Auslöser für desintegrative Tendenzen: Analyse der Ermordung von Aetius und Valentinian III sowie deren destruktive Folgen für die staatliche Autorität.

3) Auflösungserscheinungen im Westreich infolge partikularistischer Interessen: Untersuchung des Einflusses konkurrierender Machtgruppen wie Senatsaristokratien und Barbarenstämme auf die kaiserliche Amtsführung.

4) Welche Rolle nimmt Ricimer mit Blick auf den Zerfall Westroms ein?: Kritische Auseinandersetzung mit der Machtstellung Ricimers zwischen bewusster Stabilisierung und faktischer Destabilisierung des Kaisertums.

5) Die Hunnen: Beleuchtung der migrationsgeschichtlichen Ursachen und der paradoxen Rolle der Hunnen für die Sicherheit Westroms.

6) Der Untergang des Weströmischen Reiches aus Sicht des Sidonius Apollinaris: Auswertung literarischer Quellen als Spiegel der zeitgenössischen Wahrnehmung politischer Krisen.

7) Fazit: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Bestätigung der These, dass innere und äußere Faktoren den Zerfallsprozess gemeinsam vorangetrieben haben.

Schlüsselwörter

Weströmisches Reich, Spätantike, Flavius Ricimer, Aetius, Vandalen, Hunnen, Sidonius Apollinaris, Senatsaristokratie, Partikularinteressen, Reichskrise 455, Kaiserabsetzung, Völkerwanderung, Militärpolitik, Machtstrukuren, Zerfallsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Umstände, die zum Ende des Weströmischen Reiches im 5. Jahrhundert geführt haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Schwerpunkte sind die politische Instabilität, die Rolle des Militärs unter Ricimer und der Einfluss externer Ereignisse wie der Völkerwanderung und insbesondere der Hunnen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu klären, welche Personen und Umstände maßgeblich zum Zerfall in den letzten zwanzig Jahren des Westreiches beitrugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer Fachpublikationen und der Auswertung zeitgenössischer Quellen, insbesondere der Schriften von Sidonius Apollinaris.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Detailliert werden die Reichskrise von 454/455, die Rolle Ricimers und die sozio-politischen Spannungen durch Partikularinteressen und Barbarenstämme untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentlich sind Begriffe wie Weströmisches Reich, Ricimer, Hunnen, Senatsaristokratie und der Zerfallsprozess des römischen Staates.

Welche Rolle spielte die Ermordung des Aetius für das Reich?

Sie führte zu einem chronischen Autoritätsverlust des Kaisers gegenüber dem Heermeisteramt und trug wesentlich zur weiteren Destabilisierung des Westreiches bei.

Inwieweit lässt sich Ricimer als „Kaisermacher“ beschreiben?

Ricimer war zwar an der Inthronisierung und Absetzung mehrerer Kaiser beteiligt, agierte dabei aber oft im Spannungsfeld zwischen seinen persönlichen Machtambitionen und den Interessen der italischen Senatsaristokratie.

Was bedeutet die „Zentrifugalkraft der lokalen Eliten“?

Eliten in den Provinzen orientierten sich zunehmend weg von der schwächelnden Zentrale hin zu regionalen Machtzentren (wie den Goten), um individuelle Sicherheit und Vorteile zu wahren.

Warum wird den Hunnen eine besondere Bedeutung beigemessen?

Sie gelten laut der in der Arbeit diskutierten Forschung als Auslöser jenes Prozesses von Unruhen und Völkerinvasionen, der das System Westroms langfristig überforderte.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ursachen für den Untergang des Weströmischen Reiches in expliziter Betrachtung seiner letzten zwanzig Jahre
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Proseminar: Der Untergang des Weströmischen Reiches
Note
1,33
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
25
Katalognummer
V1367177
ISBN (PDF)
9783346895691
ISBN (Buch)
9783346895707
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weströmisches Reich Untergang Sidonius Apolinaris Valentinian III Ricimer Aetius Reichskrise 454/455 Hunnen Senatsaristokratie Theodosius I Geiserich Placidia Maiorian Vandalen Avitus Anthemius Theoderich II Aegidius Heermeister Marcellinus Goten Westgoten Eurich Leo I Plünderung Roms 455 Peter Heather Libius Severus Olybrius Greuthungen Thervingen Alarich Usurpator Katalaunische Felder Oströmisches Reich Attila Barbaren Alexander Demandt Averil Cameron Untergang des Weströmischen Reiches lokale Eliten 476 n. Chr. 476 Odoakar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Die Ursachen für den Untergang des Weströmischen Reiches in expliziter Betrachtung seiner letzten zwanzig Jahre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367177
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Leseprobe aus  25  Seiten
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