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Militärreden in der Römischen Republik

Title: Militärreden in der Römischen Republik

Seminar Paper , 2018 , 12 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jonas Martin Barczik (Author)

World History - Early and Ancient History
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Es soll anhand der Quellen herausgearbeitet werden, ob und inwiefern die adlocutio des Feldherrn ein reelles oder fiktives Konstrukt war und welche Bedeutung der Vermittlungsart der Rede zukam. Dafür werden zunächst die Begriffe exhortatio und adlocutio erläutert und differenziert, um dann die Quellenproblematik der Dokumentation von Quellen zu behandeln. Daraufhin werden die Reden der beiden Feldherren vorgestellt und innerhalb einer Analyse vergleichend gegenübergestellt. Wie nach praktischen Möglichkeiten in der Vergangenheit Reden stattgefunden haben könnten, wird infolgedessen Thema sein, bevor letztlich eine Auswertung der Erkenntnisse erfolgt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines

2.1. Begriffserklärung adlocutio

2.2. Quellenproblematik

3. Vorstellung der Quellen

3.1. Rede des P. Cornelius Scipio

3.2. Rede des C. Iulius Caesar

4. Vergleichende Analyse

5. Grundsätzliches über Vermittlungsweisen von Militärreden

5.1. Praktische Möglichkeiten

5.2. Inhaltlicher Aspekt

6. Auswertung der konkreten Quellenbeispiele

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Authentizität antiker Feldherrnreden (adlocutio) vor Schlachten. Ziel ist es, anhand der Reden von P. Cornelius Scipio (überliefert durch Livius) und C. Iulius Caesar (überliefert in seinen Commentarii) zu analysieren, ob diese Ansprachen reale historische Ereignisse widerspiegeln oder literarische Konstruktbildungen darstellen.

  • Unterscheidung zwischen exhortatio und adlocutio
  • Quellenkritische Bewertung der antiken Geschichtsschreibung
  • Die Rolle der rhetorischen Inszenierung bei der Motivation von Soldaten
  • Physische Einschränkungen der Vermittlung von Militärreden in der Antike
  • Instrumentalisierung des metus gallicus und metus punicus zur Truppenmotivation

Auszug aus dem Buch

3.1. Rede des P. Cornelius Scipio

Der Konsul verkündete seine Worte am Anfang des zweiten Punischen Krieges im Jahre 218 v. Chr., während die Schlacht am Ticinus, einem Fluss in Norditalien, gegen die in Italien einfallenden karthagischen Truppen unter Hannibal unmittelbar bevorstand. Der zweite Punische Krieg wurde von 218 bis 202 v. Chr. geführt. Rom und Karthago standen sich kontrahierend gegenüber. Casus belli war aus Sicht der Römer der Bruch des Ebrovertrages vonseiten der Karthager. Bei dem Redner handelt es sich um Publius Cornelius Scipio, der am Ticinus und an der Trebia Niederlagen durch Hannibal erlitt, und letztlich 211 v. Chr. im Kampf fiel. Er war der Vater des Scipio Africanus Maior, welcher später Hannibal bei Zama schlagen sollte.

Inhaltlich behauptet Scipio, dessen exhortatio vollständig in der wörtlichen Rede verfasst ist, sich freiwillig als Widersacher Hannibals gemeldet zu haben. Die Rede an sich diene ihm dazu, sich seinen Männern vorzustellen, ein Band zu knüpfen und ihnen die Art des Feindes klarzumachen. Karthago sei früher schon besiegt worden und diese Armee sei durch die Alpenüberquerung bereits schwer angeschlagen. Der Redner erhebt die Karthager, indem er ihr Durchhaltevermögen und ihre Konstitution lobt, um sie daraufhin antithetisch nur als erschöpfte, an Frostbiss leidende Schatten ihrer selbst zu entwerten. Zwar können Publius‘ Soldaten behaupten, sie haben gegen Hannibal gekämpft, doch besiegt hätten ihn die Alpen. Seine Männer werden dazu angehalten, die Feinde nicht mit dem üblichen Groll zu begegnen, sondern auf sie als aufständische Sklaven herabzusehen, welche es in ihre Schranken zu weisen gilt. Sie und die Römer als Gesamtheit hätten die Karthager stets mit Milde behandelt, nur um nun durch Rebellion belohnt zu werden. Letztlich sei diese Armee die letzte Bresche Italiens, das ohne sie schutzlos und verletzlich ausgeliefert sei. Dies solle in Zukunft, in dieser Art des tapferen Kämpfens, das Glück und Schicksal Roms bestimmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Schlachtreden in der Antike ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Authentizität der überlieferten adlocutio.

2. Allgemeines: Dieses Kapitel definiert die Begriffe adlocutio und exhortatio und erörtert die methodischen Probleme bei der Quellenlage antiker Schlachtreden.

3. Vorstellung der Quellen: Hier werden die beiden zentralen Fallbeispiele, die Reden des Scipio und des Caesar, in ihren historischen Kontext eingebettet.

4. Vergleichende Analyse: Der Abschnitt betrachtet die Überlieferungsart der beiden Reden und hinterfragt die Intentionen der Autoren Livius und Caesar.

5. Grundsätzliches über Vermittlungsweisen von Militärreden: Hier wird die physische Reichweite einer Stimme auf dem Schlachtfeld untersucht und die Debatte um die Länge solcher Ansprachen geführt.

6. Auswertung der konkreten Quellenbeispiele: Das Kapitel führt die Analyseergebnisse zusammen und bewertet den Realitätsgrad der untersuchten Reden.

7. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Caesars Rede aufgrund der Überlieferungslage als eher realitätsnah einzustufen ist, während die Rede Scipios durch spätere literarische Gestaltung geprägt scheint.

Schlüsselwörter

Adlocutio, Exhortatio, Publius Cornelius Scipio, C. Iulius Caesar, Livius, Kommentarien, Schlachtrede, Militärgeschichte, Antike, Quellenkritik, Metus Gallicus, Metus Punicus, Rhetorik, Historische Authentizität, Rom.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die in antiken Quellen überlieferten Feldherrnreden (adlocutio) tatsächlich historische Ansprachen darstellen oder als künstliche, literarische Konstrukte der antiken Historiker zu werten sind.

Welche Redner stehen im Fokus der Analyse?

Der Fokus liegt auf einer vergleichenden Analyse der Reden von Publius Cornelius Scipio, überliefert durch den Historiker Titus Livius, und C. Iulius Caesar, die er selbst in seinen Commentarii de bello Gallico festhielt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, ob die Reden realitätsnah waren oder ob sie gezielt gestaltet wurden, um bestimmte politische oder ideologische Narrative zu stützen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Quellenanalyse, die den historischen Kontext, die Überlieferungssituation (z.B. Zeitabstand der Niederschrift) und rhetorische Stilmittel der Texte untersucht.

Welche Rolle spielt die physische Reichweite bei der Analyse?

Die Arbeit beleuchtet die physikalische Begrenzung der menschlichen Stimme auf dem Schlachtfeld, um zu hinterfragen, ob stundenlange Monologe vor tausenden Soldaten historisch überhaupt möglich gewesen wären.

Warum wird C. Iulius Caesar als realistischer bewertet als Scipio?

Caesar war als Akteur unmittelbar am Geschehen beteiligt und hielt seine Ansprache laut Quelle nur vor Offizieren; bei Scipio hingegen wird die kunstvolle, späte Überlieferung durch Livius als eher literarisch-ideologische Gestaltung eingeordnet.

Was bedeutet der Begriff "Metus Gallicus" im Kontext der Arbeit?

Der Begriff beschreibt die Angst vor Galliern, die Caesar in seiner exhortatio nutzt, um seine Legionäre zu motivieren und seinen Feldzug gegen Verbündete rechtlich zu legitimieren.

Wie unterscheidet sich die Situation von Scipio gegenüber der von Caesar?

Scipio befindet sich im zweiten Punischen Krieg in einer defensiven Verteidigungssituation für Rom, während sich Caesar tief im fremden Feindesland befindet, was jeweils unterschiedliche rhetorische Anforderungen an die Feldherrnrede stellt.

Wird die Existenz einer "adlocutio" durch die Arbeit grundsätzlich in Frage gestellt?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Rede des Feldherrn ein historiographisches Phänomen ist, dessen schlagkräftige Existenz auf dem Schlachtfeld historisch zwar umstritten bleibt, aber als motivierendes Element für Soldaten eine zentrale Rolle spielte.

Welche Bedeutung hat das Patronagesystem für die Feldherren?

Das Patronagesystem und der Drang nach öffentlichem Ansehen führten dazu, dass Feldherren durch militärische Erfolge und deren entsprechende rhetorische Aufbereitung in ihren schriftlichen Berichten versucht haben, ihre Karrierechancen und politische Reputation zu wahren.

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Details

Title
Militärreden in der Römischen Republik
College
Ruhr-University of Bochum  (Historisches Institut)
Course
Proseminar: Bürger im Kettenhemd - Zur republikanischen Organisation der römischen Legion
Grade
1,7
Author
Jonas Martin Barczik (Author)
Publication Year
2018
Pages
12
Catalog Number
V1367681
ISBN (PDF)
9783346897640
ISBN (Book)
9783346897657
Language
German
Tags
adlocutio exhortatio Quellenproblematik Antike Cäsar Scipio
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jonas Martin Barczik (Author), 2018, Militärreden in der Römischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367681
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