In der vorliegenden Hausarbeit wird zuerst ein ausführlicherer Hintergrund zum Umschüttversuchs nach Jean Piaget gegeben. Zudem wird in diesem Kontext auf das vorherrschende Modell des Konstruktivismus eingegangen. Im Anschluss daran werden einzelne Turns aus den Transkripten des Versuches analysiert und ausgewertet. Hierzu wird die Analysemethode von Krummheuer und Naujok herangezogen, die vorab ebenfalls kurz vorgestellt wird. Abgeschlossen wird die Hausarbeit mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theoretischer Hintergrund
Umschüttversuch nach Jean Piaget
Konstruktivismus
Forschungsfrage
Methodik
Analysemethodik nach Kummheuer / Naujok
Zeichenerklärung
Analyse
Verständnis von Invarianz
Turn 1 – Nils
Turn 2 – Julian
Nutzen von Fachsprache / -termini
Turn 3 – Nils
Turn 4 – Nils
Turn 5 – Julian
Turn 6 – Julian
Zusammenfassung
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die individuellen Chancen und Herausforderungen bei der Durchführung des Umschüttversuchs nach Jean Piaget mit Grundschulkindern. Das Ziel ist es, das mathematische Invarianzverständnis der Lernenden zu analysieren und zu prüfen, inwieweit Fachsprache und verbale Erklärungen durch nonverbale Strategien wie Gestik gestützt werden.
- Mathematische Invarianz von Mengen
- Kompetenzentwicklung im Grundschulalter
- Methodik der Gesprächsanalyse nach Krummheuer & Naujok
- Rolle von Fachsprache und Fachtermini
- Bedeutung nonverbaler Kommunikation bei Erklärprozessen
Auszug aus dem Buch
Turn 1 – Nils
Einer der beiden Schüler, Nils, hat bereits bestätigt, dass in dem breiteren Glas und in dem ursprünglichen Glas gleich viel Wasser enthalten ist.
1 Nils Das s halt nur \ das sieht - wie weniger Wasser aus - zeigt auf den Wasserstand des breiteren Glases - is aber genau so viel \
2 Lehrkraft Okay, super/
Als Begründung erwähnt Nils richtig, dass trotz eines unterschiedlichen Wasserstands die Menge des Wassers gleichgeblieben ist. Der Schüler spricht hier von einer gleichbleibenden Wassermenge und besitzt somit ein gutes Verständnis der Invarianz (vgl. Kotthoff, 2009, S. 284).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Einbettung des Umschüttversuchs in die mathematischen Bildungsstandards und die Relevanz der Kompetenzbereiche Größen und Messen.
Theoretischer Hintergrund: Hier werden Piagets Umschüttversuch und das konstruktivistische Modell als wissenschaftliche Grundlagen der Untersuchung eingeführt.
Methodik: Die Vorgehensweise zur Analyse der Gesprächstranskripte nach Krummheuer und Naujok sowie die verwendete Transkriptionslogik werden vorgestellt.
Analyse: In diesem Hauptteil werden die Transkripte von zwei Schülern (Nils und Julian) hinsichtlich ihres Invarianzverständnisses und der Verwendung von Fachtermini detailliert ausgewertet.
Zusammenfassung: Dieser Abschnitt resümiert, dass beide Schüler ein grundlegendes Verständnis der Invarianz besitzen und sich in ihren sprachlichen Strategien ähneln.
Fazit: Das Fazit bewertet den Einsatz des Umschüttversuchs im Unterricht kritisch und spricht sich für dessen Nutzung zur Aktivierung von Vorwissen aus.
Schlüsselwörter
Umschüttversuch, Jean Piaget, Invarianz, Mengenverständnis, Mathematikdidaktik, Grundschule, Gesprächsanalyse, Krummheuer, Naujok, Fachsprache, Konstruktivismus, Größen und Messen, Handlungsorientierung, Argumentieren, Kommunizieren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Durchführung und Auswertung des klassischen Umschüttversuchs nach Jean Piaget bei Grundschulkindern einer vierten Klasse.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen das mathematische Verständnis von Mengenkonstanz (Invarianz), die kommunikativen Fähigkeiten der Kinder und die Analyse ihrer Erklärungsstrategien.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Es soll untersucht werden, welche Chancen und Hürden sich für die Kinder ergeben, wenn sie das Phänomen der Invarianz verbal begründen und dabei fachsprachliche sowie gestische Ausdrucksmittel nutzen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Zur Auswertung der Audioaufnahmen wird die interpretative Unterrichtsforschung nach Krummheuer und Naujok angewandt, insbesondere die Interaktions- und Turn-by-Turn-Analyse.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung von Gesprächssequenzen (Turns) zweier Schüler, bei denen das Verständnis der Invarianz sowie die Entwicklung fachsprachlicher Terminologie beobachtet werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Invarianz, Umschüttversuch, mathematisches Argumentieren, qualitative Analyse und konstruktivistisches Lernen.
Warum spielt die Gestik bei den Erklärungen der Schüler eine solch wichtige Rolle?
Die Gestik dient den Schülern als Brücke, um kognitiv erfasste Zusammenhänge, für die ihnen noch die präzise verbale Differenzierung fehlt, physisch zu stützen und verständlich zu machen.
Welches Fazit zieht die Autorin zum Einsatz des Versuchs im Unterricht?
Obwohl die klassische Stadientheorie Piagets als überholt gilt, wird der Versuch als effizientes Werkzeug zur Vorwissensaktivierung und zur Förderung aktiven mathematischen Arbeitens empfohlen.
- Arbeit zitieren
- Larissa Pesch (Autor:in), 2023, Der Umschüttversuch nach Piaget in der 4. Klasse. Welche individuellen Chancen und Hürden ergeben sich?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367768