Global Compact und der Fall Siemens


Hausarbeit, 2009

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Global Compact
2.1 Entstehung und Hintergrund des Global Compact
2.2 Das Konzept des Global Compact
2.2.1 Die 10 Prinzipien
2.2.2 Die 10 Prinzipien
2.2.3 Voraussetzungen für die Beteiligung am Global Compact
2.2.4 Global Compact in der Praxis
2.3 Die Vorteile der Teilnahme
2.4 Die Entwicklung des Global Compact
2.5 Global Compact in Deutschland

3. Das Unternehmen Siemens
3.1 Siemens und die Umsetzung des Global Compact
3.2 Siemens und die Verletzung des zehnten Prinzips

4. Schlussfolgerungen
4.1 Probleme
4.2 Perspektiven-Empfehlungen

5. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Geschäftstätigkeit, der Handel und die Investitionen stellen zu Beginn des 21 Jahrhunderts grundlegende Masten zur Absicherung des Wohlstands und der Frieden weltweit dar. Die fortgeschrittene Globalisierung und die Grenzüberschreitenden Transfers von Geld, Gütern, Menschen und Informationen stellen an die Weltgesellschaft große Herausforderungen. Die globale unternehmungslustige Tätigkeit ist aber häufig mit seriösen Dilemmas verbunden, beispielweise Korruption, Zwangs- und Kinderarbeit, Hunger, Krieg, Ungleichheit von Einkommen und Hindernissen, welche die Innovation und die Geschäftstätigkeit abschrecken. Außerdem wird in der globalisierten Wirtschaft sozialen und ökologischen Arbeitsbedingungen immer weniger Platz eingeräumt. Verantwortungsvolle unternehmerische Methode können auf viele Weisen ein Vertrauensklima und ein gesellschaftliches Kapital bebauen und infolgedessen zu einer integrierten Entwicklung beitragen.

Um die vielfältige Probleme und Auswirkungen der Globalisierung zu bewältigen haben die Vereinten Nationen mit der Beteiligung der Internationalen Handelskammer (ICC) entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen, indem sie einen globalen Pakt gegründet haben, das sogenannte „Global Compact“ (deutsch: globaler Pakt).

Die vorliegende Arbeit versucht die wichtigsten und wesentlichen Fragen des Global Compact zu erfassen und darzustellen, mit Beispiel des weltweit tätigen Unternehmens und Mitglieds dieses Pakts Siemens, das vor kurzem von der größten Korruptionsaffäre aller Zeiten erschüttert wurde.

2. Der Global Compact

2.1 Entstehung und Hintergrund des Global Compact

Die Initiative1 „Global Compact“ geht auf den damaligen Generalsekretär der UNO Kofi Annan zurück, der dieser Abschluss (Global Compact) zum ersten Mal am 31. Januar 1999 anlässlich des Wirtschaftsforums in Davos vorschlug2. Einer der Gründe der Entstehung des Global Compact (wie Annan ansprach) war das Fehlen eines globalen Rahmens zur Minderung der negativen Auswirkungen der Globalisierung auf die Weltgesellschaften und die natürliche Umwelt. Die Aufforderung war, dass die Vertreter sich in aller Welt den Aufbau sozialer und ökologischer Pfeiler zur Abstützung der neuen globalen Wirtschaft zu engagieren und dafür Sorge zu tragen, damit die Globalisierung allen Leuten zugute kommt.

Die operative Phase des Global Compact wurde am 26. Juli 2000 in New York eingeleitet. Anfänglich wurde er zwischen multinationalen Unternehmen und den Vereinten Nationen (UNO) geschlossen, mit primärer Absicht die ethischere, sozialere und ökologischere Gestaltung der Globalisierung, die durch ihre Prozesse und „Nebenfolgen“ zu einem Auseinanderfallen von Problemen- und Steuerungsebenen führt. Später haben sich, neben den multinationalen, auch kleinere Unternehmen und sonstige Organisationen für diese Initiative engagiert.

Den Kern des Pakts bilden das „Global Compact Büro“ in New York sowie sechs Organisationen der UN3:

- das Amt des Hohen Kommissars für Menschenrechte (OHCHR),
- das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP),
- die Internationale Arbeitsorganisation (ILO),
- das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP),
- die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) und
- das Büro der Vereinten Nationen für Suchtstoff- und Verbrechensbekämpfung (UNODC).

2.2 Das Konzept des Global Compact

2.2.1 Ziele

Der Global Compact ist weder ein ordnungspolitisches Instrument noch ein Verhaltenskodex sondern eine wertorientierte Plattform. Er ist eine freiwillige kostenlose4 Initiative, die sich in der Förderung universaler Prinzipien ergänzt, indem sie Unternehmen anleitet, Rechenschaft ablegt und ihre Leistungen steigert. Die Idee des Global Compact basiert darauf, allgemein gültige Werte zu etablieren und die Unternehmensverantwortung kontinuierlich zu steigern. Ihr primäres Ziel ist es, die Transparenz zu fördern, „Good Practices“5 angewendet zu werden und damit die Probleme der fortschreitenden Globalisierung zu bewältigen, um letztendlich das Gemeinwohl sowohl für die Gesellschaft und die Wirtschaft als auch für die Umwelt zu fördern. Mit Hilfe von 10 Prinzipien fördert der Global Compact Führungsstärke und Innovation bei der Umsetzung unternehmerischer Selbstverpflichtung zum verantwortlichen Handeln6. Des Weiteren möchte er der Entwicklung und Verbreitung international anerkannter Richtlinien für wirtschaftliches Handeln im sozialen und ökologischen Bereich einen Rahmen geben und damit zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beitragen7. Der Schwerpunkt des Wirkens des Global Compact liegt dabei in den Entwicklungsländer, wo die Probleme, bei objektiver Betrachtung, mehr als in anderen Ländern sind und die Befolgung von Grundsätze und Werte von größerer Bedeutung ist8.

Die Folgende Tabelle zeigt im Allgemeinen die Bedeutung des Global Compact:

Tabelle 1. Global Compact im Überblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.2 Die 10 Prinzipien

Der globale Pakt richtet sich vor allem an die Privatwirtschaft und fordert sie auf, dass sie, innerhalb ihrer Einflusssphäre, eine Gruppe von zentralen Werten aus den Bereichen der Arbeitsnormen, der Menschenrechte, des Umweltschutzes und der Korruptionsbekämpfung9 umzusetzen und sie in ihre Unternehmensstrategie zu integrieren, damit die allgemeine Ziele der UN gefördert werden. Diese Werte wurden in Zusammenarbeit mit den vier UN-Organisationen OHCHR, ILO, UNEP, UNDP formuliert und basieren auf universellen Deklarationen, wie die Deklaration von Menschen- und Arbeitsrechten sowie Umweltschutz und Entwicklung10. Die zehn Prinzipien des globalen Pakts lauten11:

Menschenrechte

Prinzip 1: Unterstützung und Respektierung der internationalen Menschenrechte im eigenen Einflussbereich.

Prinzip 2: Sicherstellung, dass sich das eigene Unternehmen nicht an Menschenrechtsverletzung beteiligt.

Arbeitsnormen

Prinzip 3: Wahrung der Vereinigungsfreiheit und wirksame Anerkennung des Rechts zu Kollektivverhandlungen.

Prinzip 4: Abschaffung jeder Art von Zwangsarbeit.

Prinzip 5: Abschaffung der Kinderarbeit.

Prinzip6: Beseitigung der Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung.

Umweltschutz

Prinzip 7: Unterstützung eines vorsorgenden Ansatzes im Umgang mit Umweltproblemen.

Prinzip 8: Ergreifung von Schritten zur Förderung einer größeren Verantwortung gegenüber der Umwelt.

Prinzip 9: Hinwirkung auf die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien.

Korruptionsbekämpfung

Prinzip 10: Selbstverpflichtung, Korruption in allen Formen,einschließlich Erpressung und Bestechlichkeit, zu begegnen.

[...]


1 In dieser Arbeit wird der Begriff „Global Compact“ auch als „Initiative“ oder „Pakt“ genannt.

2 Vgl.: http://www.icc-deutschland.de/index.php?id=33, besucht am 02/01/09

3 http://www.gtz.de/de/dokumente/de-gc-praxisratgeber-unternehmen-2008.pdf Seite 4, besucht am 05/01/09

4 Global Compact sieht keine Mitgliedschaftskosten vor. Es wird von öffentlichen Trägern finanziert. Für weitere Informationen siehe Abschnitt 8 der folgenden Internetseite: http://www.unglobalcompact.org/Languages/Greek/frequentlyaskedquestions.html besucht am 05/01/09

5 Der Begriff Good Practices heißt hier vorbildliche Praktiken und Verfahren, die jeweils das teilnehmende Unternehmen umgesetzt hat, um den Prinzipien des Global Compact Geltung zu verschaffen. Vgl.: http://www.gtz.de/de/dokumente/de-gc-praxisratgeber-unternehmen-2008.pdf ,besucht am 09/01/09

6 Vgl.: http://www.unglobalcompact.org/Languages/german/Verbindungenschaffen.pdf besucht am 05/01/09

7 Vgl.: Forschung des Öko-Instituts: Global Compact-Global Impact? Stand und Perspektiven der Initiative der Vereinten Nationen, Seite 43. http://www.oeko.de/oekodoc/275/2005-018-de.pdf , besucht am 09/01/09

8 Vgl.: Forschung des Öko-Instituts: Global Compact-Global Impact? Stand und Perspektiven der Initiative der Vereinten Nationen, Seite 43. http://www.oeko.de/oekodoc/275/2005-018-de.pdf, besucht am 03/01/09

9 Am Anfang gab es neuen Prinzipien. Das Prinzip der Korruptionsbekämpfung wurde am 23 Juni 2004 nachträglich zu den übrigen integriert. Vgl.: http://www.allianz.com/de/allianzgruppe/presse/news/engagementnews/gesellschaftli chesengagement/news66.html, besucht am 09/01/09

10 Vgl.: Forschung des Öko-Instituts: Global Compact-Global Impact? Stand und Perspektiven der Initiative der Vereinten Nationen, Seite 44. http://www.oeko.de/oekodoc/275/2005-018-de.pdf, besucht am 11/01/09

11 Vgl.: http://www.unglobalcompact.org/Languages/german/de-factsheet-global-compact.pdf besucht am 07/01/09

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Global Compact und der Fall Siemens
Hochschule
Hochschule Reutlingen
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V136789
ISBN (eBook)
9783640452088
ISBN (Buch)
9783640452262
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Global Compact und der Fall Siemens
Arbeit zitieren
Evangelos Chatzigeorgakidis (Autor), 2009, Global Compact und der Fall Siemens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136789

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