In der folgenden Arbeit wird untersucht, wie Urteilsbildung im Schulgeschichtsbuch berücksichtigt und umgesetzt wird.
Reflektierte und gut begründete Urteile zu bilden und den eigenen Standpunkt zu verbalisieren ist eine Fähigkeit, die für den mündigen Bürger im politischen Diskurs genauso wertvoll ist, wie für das alltägliche Leben eines jeden. Umso wichtiger ist es, die Bildung von Urteilen gerade in einem gesellschaftswissenschaftlichen Schulfach wie Geschichte anzuleiten und die Kompetenz der Schüler in diesem Bereich zu stärken. Durch den Trend hin zu einem sprachsensiblen Geschichtsunterricht hält die Urteilsbildung momentan jedoch auf Umwegen verstärkt Einzug in die Geschichtswissenschaft und die Geschichtsdidaktik. Daher wäre ebenfalls sinnvoll, die historische Urteilsbildung im Geschichtsschulbuch, das trotz steigender Konkurrenz weiterhin als "Leitmedium des Geschichtsunterrichts" gilt, mehr zu berücksichtigen.
Das Geschichtsschulbuch muss sich in einem stetigen Wandlungsprozess an immer neue Herausforderungen anpassen. Es muss thematisch auf dem neuesten Forschungsstand sein, neueste geschichtsdidaktische Tendenzen berücksichtigen sowie an der aktuellen Schülergeneration orientiert sein. Außerdem sollte es eine Strukturierungshilfe für die Lehrkraft darstellen. Ein gutes Schulgeschichtsbuch kann der Lehrkraft die Arbeit erleichtern und dabei helfen, historische Denkprozesse anzuleiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Urteilsbildung
2.1 Historische Erkenntnisverfahren und historische Urteilsbildung
2.2 Dimensionen des Urteilens
2.3 Kategorien des historischen Urteilens
3 Das Geschichtsschulbuch
3.1 Struktur des Geschichtsschulbuchs
3.1.1 Metatexte
3.1.2 Auftaktdoppelseiten
3.1.3 Verfassertexte
3.1.4 Quellen, Darstellungen und visuelle Medien
3.1.5 Lernaufgaben und Operatoren
3.2 Geschichtsdidaktische Prinzipien im Schulbuch
4 Exemplarische Schulbuchanalyse „Geschichte und Geschehen“
4.1 Methodenseite „Sach- und Werturteile formulieren“
4.2 Auftaktdoppelseite „Herrschaft und Gesellschaft im mittelalterlichen Europa“
4.3 Analyse des Unterkapitels zum Investiturstreit
4.3.1 Verfassertexte
4.3.2 Quellen
4.3.3 Aufgaben und Operatoren
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung und Förderung der historischen Urteilsbildung im modernen Geschichtsschulbuch, am Beispiel des Werks „Geschichte und Geschehen“. Ziel der Untersuchung ist es, aufzuzeigen, wie theoretische geschichtsdidaktische Anforderungen an die Urteilskompetenz in die Praxis der Schulbuchgestaltung, insbesondere hinsichtlich Texten, Aufgabenformaten und Quellenarbeit, übersetzt werden.
- Grundlagen der historischen Urteilsbildung und Prozessmodelle
- Strukturelle Analyse von Schulbuchkomponenten (Methodenseiten, Texte, Quellen)
- Didaktische Funktionen von Lernaufgaben und Operatoren
- Exemplarische Überprüfung an einem Kapitel zum Investiturstreit
Auszug aus dem Buch
3.1 Struktur des Geschichtsschulbuchs
Schönemann unterscheidet zwischen verschiedenen Bestandteilen moderner Geschichtsbücher:
1. Auftaktdoppelseiten
2. Der Verfassertext als Kernbaustein des Darstellungsteils
3. Bausteine des Arbeitsteils
4. Paratextuelle Elemente51
Basierend auf dieser Grundlage werden im Folgenden theoretische Grundelemente dieser einzelnen Bestandteile in den Blick genommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung begründet das Thema Urteilsbildung im Geschichtsunterricht und skizziert das Untersuchungsdesign der vorliegenden Arbeit.
2 Historische Urteilsbildung: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des historischen Urteilens als Kernkompetenz historischen Denkens und differenziert zwischen Analyse, Sachurteil und Werturteil.
3 Das Geschichtsschulbuch: Hier werden die strukturellen Bestandteile sowie geschichtsdidaktische Prinzipien moderner Schulbücher analysiert, die für die Förderung von Urteilskompetenz entscheidend sind.
4 Exemplarische Schulbuchanalyse „Geschichte und Geschehen“: In diesem Hauptteil wird das Schulbuch anhand einer Methodenseite, einer Auftaktseite und eines konkreten Unterkapitels auf die Umsetzung der Urteilsbildung untersucht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Schulbuch „Geschichte und Geschehen“ als ein Werk, das die geschichtsdidaktische Forderung nach Förderung der Urteilskompetenz durch viele Ansätze positiv umsetzt.
Schlüsselwörter
Historische Urteilsbildung, Urteilskompetenz, Geschichtsschulbuch, Geschichte und Geschehen, Sachurteil, Werturteil, Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, Verfassertexte, Operatoren, historisches Denken, Kompetenzorientierung, Perspektivität, Investiturstreit, Schulbuchanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit prinzipiell?
Der Fokus liegt auf der wissenschaftlichen Auseinandersetzung damit, ob und wie aktuelle Schulgeschichtsbücher die Fähigkeit zur historischen Urteilsbildung bei Schülern fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die geschichtsdidaktische Theorie der Urteilsbildung, die Struktur moderner Schulbücher sowie deren konkrete Umsetzung in Lehr- und Lernelementen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll konkret geprüft werden, welche Möglichkeiten das Schulbuch „Geschichte und Geschehen“ bietet, um historische Lernprozesse im Bereich der Urteilsbildung anzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es findet eine theoriegeleitete, exemplarische Analyse von Schulbuchteilen statt, wobei Kriterien wie Multiperspektivität und Kontroversität zur Anwendung kommen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Schulbuchaufbaus und die praktische Analyse der Methodenseiten, Auftaktelemente sowie der Aufgabenstruktur zum Thema Investiturstreit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben der Urteilsbildung sind dies vor allem Kompetenzorientierung, Urteilskompetenz, Geschichtsdidaktik und die Analyse von Schulbuchelementen.
Inwiefern spielt der „Investiturstreit“ für die Analyse eine Rolle?
Er dient als konkretes Fallbeispiel, um die Anwendung theoretischer Prinzipien wie Quellenarbeit, Perspektivität und Operatoren-Einsatz innerhalb eines Schulbuchkapitels zu validieren.
Wie schätzt der Autor die Qualität der untersuchten Aufgaben ein?
Die Aufgaben werden als positiv bewertet, da sie kaum deklaratives Wissen fordern, sondern die Schüler zur eigenen Urteilsbildung, Perspektivübernahme und zum Argumentieren motivieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Schulbuchkapitel "Investiturstreit" im Schulbuch "Geschichte und Geschehen". Anregung der Urteilskompetenz der Schüler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367953