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Umweltschonende Mangelgewährleistung im neuen Kaufrecht

Titel: Umweltschonende Mangelgewährleistung im neuen Kaufrecht

Seminararbeit , 2023 , 31 Seiten , Note: 15,33

Autor:in: Constantin Wurzer (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Ansätze umweltschonender Mangelgewährleistung im neuen Kaufrecht zu ergründen und deren ökologisches Potenzial zu evaluieren.

Zunächst wird der neue Terminus der Haltbarkeit in § 434 III S. 2 BGB dogmatisch verortet und dessen Wirkungsweise untersucht. Im Nachfolgenden wird der Frage nachgegangen, ob die in § 475b IV Nr. 2 BGB geregelten Updatepflichten geeignet sind, Umweltschutzziele zu verfolgen. Diesbezüglich erfolgt zu Beginn erneut eine dogmatische Einordnung, während danach die Wirkungsweise der Vorschrift ergründet wird, sowie eine Auslegung derselben erfolgt. Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit stellen hier die Anknüpfungspunkte im Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts dar, namentlich der "aus seinem verfassungsgerichtlichen Dornröschenschlaf erweckt[e]" Art. 20a GG und die intertemporalen Freiheitsrechte, sowie europarechtliche Aspekte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A) Einleitung

I. Problemstellung

II. Zielsetzung

III. Gang der Darstellung

B) Haltbarkeit als umweltschonende Komponente des objektiven Mangelbegriffs?

I. Dogmatische Verortung

II. Wirkungsweise

III. Fazit

C) Updatepflichten: Umweltschutz durch Aktualisierung?

I. Dogmatische Verortung

II. Anwendungsbereich

III. Wirkungsweise

IV. Auslegung

1. Wortlaut

2. Systematik

a. Verfassungskonforme Auslegung

b. Vorrang des Unionsrechts

c. Zwischenergebnis

3. Telos

4. Historie

V. Ergebnis

D) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern das neue Kaufrecht durch die explizite Einführung der Haltbarkeit als objektives Beschaffenheitskriterium sowie durch die Festlegung von Updatepflichten für Waren mit digitalen Elementen als Instrument für den Klimaschutz fungieren kann.

  • Analyse des Mangelgewährleistungsrechts im Kontext von Nachhaltigkeitszielen.
  • Untersuchung der Rechtsnatur und dogmatischen Einordnung des Haltbarkeitsbegriffs.
  • Bewertung der Wirksamkeit von Updatepflichten zur Bekämpfung funktionaler Obsoleszenz.
  • Erörterung verfassungs- und europarechtlicher Auslegungsgrundsätze (insb. Art. 20a GG).
  • Kritische Evaluation der rechtlichen Hürden bei der Rechtsdurchsetzung (Beweislast, Verjährung).

Auszug aus dem Buch

Wirkungsweise

Ausgegebenes Ziel des Unionsgesetzgebers ist es, durch die Gewährleistung einer längeren Haltbarkeit, nachhaltige Verbrauchergewohnheiten und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Fraglich ist aber, ob durch die Anpassung des Sachmangelbegriffs dieses Ziel erreicht werden kann.

Im Lichte der in Art. 2 Nr. 13 WK-RL verankerten Definition der Haltbarkeit kann sich ein Verbraucher insbesondere dann auf einen „Haltbarkeitsmangel“ berufen, wenn die Kaufsache schneller als üblich verschleißt. Die in einer Gesamtbetrachtung zu ermittelnde Verbrauchererwartung in Bezug auf die Dauer der zu erwartenden Funktionsfähigkeit gründet auf mehreren Faktoren, wie z.B. den Preis der Ware, die Intensität der Verwendung oder die adäquate Wartung. Daraus folgt jedoch nicht zwangsläufig, dass ein späterer Ausfall der Funktionsfähigkeit der Kaufsache automatisch einen Sachmangel begründet. Denn Art. 2 Nr. 13 WK-RL beschreibt explizit nur die Fähigkeit der Waren, ihre Funktionsfähigkeit beizubehalten und maßgebend für die Beurteilung dieser bleibt der Gefahrübergang, § 434 I BGB. Dies ergibt sich daraus, dass der Gesetzgeber einer gesetzlichen Haltbarkeitsgarantie explizit eine Absage erteilt hat. Der Verkäufer haftet also nur dafür, dass die Kaufsache bei Gefahrübergang ihre Funktionen erfüllen kann und nicht dafür, dass sie dies auch tatsächlich tut.

Folglich ergeben sich durch die Aufnahme der Haltbarkeit in den Beschaffenheitsbegriff keine Änderung zur bis zum 31.12.2021 geltenden Rechtslage; denn der vorzeitige Verschleiß einer Kaufsache stellt seit jeher einen Sachmangel im Sinne des § 434 BGB dar.

Zusammenfassung der Kapitel

A) Einleitung: Beleuchtung der Problemstellung des Klimawandels und die Einbettung des Kaufrechts als „self-executing“ Instrument zur Förderung unternehmerischer Nachhaltigkeit.

B) Haltbarkeit als umweltschonende Komponente des objektiven Mangelbegriffs?: Untersuchung des neuen Haltbarkeitsbegriffs in § 434 III BGB und die Problematik, dass trotz der Verankerung die zentrale Haftung an den Zeitpunkt des Gefahrübergangs geknüpft bleibt.

C) Updatepflichten: Umweltschutz durch Aktualisierung?: Analyse der in § 475b IV Nr. 2 BGB geregelten Aktualisierungspflichten als Ansatz gegen funktionale Obsoleszenz unter Berücksichtigung verfassungs- und unionsrechtlicher Vorgaben.

D) Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass das neue Kaufrecht zwar erste Ansätze enthält, aber für eine substanzielle ökologische Lenkungswirkung tiefergreifende Reformen, wie verlängerte Verjährungsfristen, benötigt.

Schlüsselwörter

Kaufrecht, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Mangelgewährleistung, Haltbarkeit, Updatepflichten, Obsoleszenz, Warenkaufrichtlinie, Art. 20a GG, Produkthaftung, Verbraucherschutz, Kreislaufwirtschaft, Funktionsfähigkeit, Rechtsdurchsetzung, Umweltschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert, inwieweit das deutsche Kaufrecht nach der Umsetzung der EU-Warenkaufrichtlinie als effektives Instrument zur Förderung von Nachhaltigkeitszielen und zum Schutz des Klimas genutzt werden kann.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der neu eingeführten objektiven Anforderung der Haltbarkeit einer Kaufsache sowie den neuen Aktualisierungspflichten (Updatepflichten) für Produkte mit digitalen Elementen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Ergründung des ökologischen Potenzials dieser neuen kaufrechtlichen Regelungen und die Evaluation, ob sie tatsächlich geeignet sind, den privaten Konsum in eine nachhaltigere Richtung zu steuern.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet primär eine dogmatische Analyse, ergänzt durch eine systematische und teleologische Auslegung sowie die Einbeziehung verfassungsrechtlicher Grundsätze, insbesondere im Kontext des Klimaschutzes.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die gesetzliche Verankerung der Haltbarkeit, die Herausforderungen bei der Beweislast und Verjährung sowie die dogmatische Einordnung der Updatepflichten und deren Auslegung im Lichte von Art. 20a GG.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Neben dem zentralen Begriff der „Nachhaltigkeit“ sind „Haltbarkeit“, „Updatepflicht“, „funktionale Obsoleszenz“ und „Mangelgewährleistung“ die prägenden Stichworte.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der neuen Haltbarkeitsregelung?

Die Bewertung fällt eher kritisch aus: Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die bloße Aufnahme in den Mangelbegriff weitgehend symbolisch bleibt, solange Verjährungsregeln und Beweislastanforderungen den Käufer in der Praxis unangemessen belasten.

Welche Rolle spielen digitale Produkte und Updates für den Umweltschutz?

Updates werden als wichtiges Mittel identifiziert, um die „funktionale Obsoleszenz“ zu bekämpfen, also das vorzeitige Unbrauchbarwerden von Geräten, weil die Software-Umgebung mit der Hardware inkompatibel wird.

Kann das Klimaschutzgebot aus Art. 20a GG hier direkt herangezogen werden?

Die Arbeit diskutiert, dass Art. 20a GG als Staatszielbestimmung zwar keine direkten individuellen Ansprüche schafft, aber als Auslegungsmaßstab für zivilrechtliche Vorschriften, wie die Dauer der Updateverpflichtung, erheblich an Bedeutung gewinnt.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Umweltschonende Mangelgewährleistung im neuen Kaufrecht
Hochschule
Universität Regensburg
Note
15,33
Autor
Constantin Wurzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
31
Katalognummer
V1367975
ISBN (PDF)
9783346896841
ISBN (Buch)
9783346896858
Sprache
Deutsch
Schlagworte
umweltschonende mangelgewährleistung kaufrecht art. 20a gg nachhaltigkeit privatrecht klimaschutz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Constantin Wurzer (Autor:in), 2023, Umweltschonende Mangelgewährleistung im neuen Kaufrecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1367975
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Leseprobe aus  31  Seiten
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