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Perspektiven des Umgangs mit Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditgeschäft mit Firmenkunden von Genossenschaftsbanken

Title: Perspektiven des Umgangs mit Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditgeschäft mit Firmenkunden von Genossenschaftsbanken

Bachelor Thesis , 2022 , 62 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Arne Müller (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Inwiefern bietet sich für Genossenschaftsbanken eine Übertragung von ESG-Investmentstrategien auf die Vergabeverfahren des Neukreditgeschäfts mit Firmenkunden an, um Nachhaltigkeitsrisiken in ihrem Firmenkundenkreditportfolio zu begrenzen?
Das Ziel der Forschung ist, zu ermitteln, ob und wenn ja welche ESG-Anlagestrategien auch für die Neukreditvergabe im Firmenkundenkreditgeschäft von Genossenschaftsbanken geeignet erscheinen, um das Kreditportfolio unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu gestalten und somit etwaige Nachhaltigkeitsrisiken im Vorfeld zu begrenzen. Das bereits bestehende Kreditportfolio bleibt von der Forschungsfrage unberührt. Die Beantwortung der Forschungsfrage der Thesis erfolgt im Rahmen einer Literaturarbeit, in der vorhandene Literatur und Daten zum Thema systematisch zusammengetragen und in Bezug auf die Forschungsfrage analysiert werden.

Um das Thema der Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Risiken in Bezug auf das Kreditgeschäft mit Firmenkunden von Genossenschaftsbanken betrachten zu können, ist zunächst in Erfahrung zu bringen, wie der genossenschaftliche Bankensektor organisiert ist und welche Prinzipien und Eigenschaften dem Geschäftsmodell sowie der Ausrichtung der Genossenschaftsbanken zugrunde liegen. Für den Begriff der Nachhaltigkeit existiert derzeit noch keine allgemeingültige Definition. Daher wird im zweiten Teil das Prinzip der Nachhaltigkeit hinsichtlich anerkannter Kernelemente charakterisiert, um eine grundlegende Einordnung des Begriffs zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang wird auch das verbreitete und für den weiteren Inhalt der Arbeit zentrale ESG-Konzept beschrieben. Auf dieser Basis erfolgt die Erläuterung des Begriffs der Nachhaltigkeitsrisiken sowie deren Charakteristika in Bezug auf den Bankensektor aus regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Perspektive der BaFin und der EBA. Das letzte Hauptkapitel betrachtet die ESG-Anlagestrategien sowie eine mögliche Anwendung im Rahmen der Kreditvergabe. Zunächst werden die zentralen ESG-Strategien vorgestellt und deren Bedeutung im Rahmen des Marktes nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland verglichen. Anhand der nachhaltigen Kreditvergabe der DZ BANK wird ein Praxisbeispiel für Prozesse zur nachhaltigeren Ausrichtung des Firmenkundenkreditportfolios unter Anwendung von ESG-Strategien gegeben. Das letzte Teilkapitel bewertet die bedeutendsten ESG Strategien hinsichtlich etwaiger Vor- und Nachteile sowie deren Eignung zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Charakterisierung von Genossenschaftsbanken

2.1 Genossenschaftliches Grundprinzip

2.1.1 Genossenschaftliche Idee, Werte und Prinzipien

2.1.2 Historische Grundlage

2.1.3 Rechtsform der Genossenschaft

2.2 Genossenschaftlicher Bankensektor

3 Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsrisiken

3.1 Prinzip der Nachhaltigkeit

3.1.1 Drei-Dimensionen-Konzept

3.1.2 Prinzipien eines Nachhaltigkeitsleitbildes

3.2 ESG-Konzept

3.3 Nachhaltigkeitsrisiken

3.3.1 Begriff

3.3.2 Klima- und Umweltrisiken

3.3.3 Soziale Risiken

3.3.4 Governance-Risiken

3.3.5 Herausforderungen bei der Integration von ESG-Risiken

3.3.6 Übersetzung in bekannte Risikoarten

4 ESG-(Investment-)Strategien im Kreditgeschäft mit Firmenkunden

4.1 Zentrale ESG-(Investment-)Strategien im Überblick

4.1.1 Negatives, positives und normbasiertes Screening

4.1.2 Best-in-Class-Ansatz

4.1.3 Themenansatz

4.1.4 Impact Investing

4.1.5 ESG-Integration

4.1.6 Engagement und Stimmrechtsausübung

4.1.7 Volumen nachhaltiger Anlagestrategien in Deutschland

4.2 Praxisbeispiel: Nachhaltige Kreditvergabe der DZ BANK

4.3 Kritische Betrachtung des Screening-Ansatzes

4.3.1 Grundlegende Vor- und Nachteile

4.3.2 Eignung für eine Begrenzung von ESG-Risiken

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Übertragbarkeit von ESG-Investmentstrategien auf die Vergabeverfahren im Neukreditgeschäft mit Firmenkunden bei Genossenschaftsbanken, um Nachhaltigkeitsrisiken in deren Kreditportfolios effizient zu begrenzen.

  • Charakterisierung des genossenschaftlichen Geschäftsmodells und Bankensektors
  • Definition und regulatorische Einordnung von Nachhaltigkeitsrisiken innerhalb von Finanzinstituten
  • Analyse zentraler ESG-Investmentstrategien (Screening, Impact, Engagement etc.)
  • Untersuchung von Anwendungsmöglichkeiten im Firmenkundenkreditgeschäft am Praxisbeispiel der DZ BANK
  • Kritische Bewertung der Risikobegrenzung durch Screening-Ansätze in der Kreditvergabe

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Die Begrenzung des Klimawandels sowie das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung stellen zwei der großen und miteinander in Verbindung stehenden Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Einen wesentlichen Meilenstein für die Begrenzung des Klimawandels und im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Entwicklung kennzeichnete im Dezember 2015 die Verabschiedung des Übereinkommens von Paris auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris durch 195 Vertragsparteien, zu denen auch die Europäische Union (EU) und ihre Mitgliedsstaaten zählten. Das Übereinkommen stellt „[…] die erste umfassende und rechtsverbindliche weltweite Klimaschutzvereinbarung […]“ dar, auf die sich die Weltgemeinschaft verständigt hat. In dem Übereinkommen wurde in dem Artikel 2 (1) a) das Ziel vereinbart, den Anstieg der durchschnittlichen Temperatur auf der Erde deutlich unterhalb von 2°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Gleichzeitig wurde das Bekenntnis zu einem 1,5°C-Szenario festgehalten, das die Risiken und Auswirkungen von Klimaveränderungen deutlich reduzieren würde. Der Finanzmarkt wird als wesentlicher Stellhebel zur Erreichung der internationalen Klima- und Nachhaltigkeitsziele angesehen. So verfolgt das Übereinkommen von Paris mit dem Artikel 2 (1) c) des Weiteren das Ziel, dass „[…] die Finanzmittelflüsse in Einklang gebracht werden mit einem Weg hin zu einer hinsichtlich der Treibhausgase emissionsarmen und gegenüber Klimaänderungen widerstandsfähigen Entwicklung.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen des Klimawandels und der nachhaltigen Entwicklung ein und erläutert die zentrale Rolle des Finanzsektors bei der Umlenkung von Kapitalströmen sowie die regulatorischen Anforderungen an Kreditinstitute.

2 Charakterisierung von Genossenschaftsbanken: Dieses Kapitel beschreibt das genossenschaftliche Grundprinzip mit seinen Werten und Prinzipien sowie die historische Entstehung und die rechtliche Struktur der eingetragenen Genossenschaft (eG) als Basis des genossenschaftlichen Bankensektors.

3 Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsrisiken: Dieses Kapitel erläutert das Drei-Dimensionen-Konzept der Nachhaltigkeit, das ESG-Konzept sowie die regulatorische Definition und Charakteristik von Nachhaltigkeitsrisiken im Bankensektor.

4 ESG-(Investment-)Strategien im Kreditgeschäft mit Firmenkunden: Dieses Kapitel kategorisiert zentrale ESG-Strategien, vergleicht deren Bedeutung am Markt, analysiert ihre Übertragbarkeit auf die Kreditvergabe am Praxisbeispiel der DZ BANK und führt eine kritische Bewertung der Eignung insbesondere von Screening-Ansätzen durch.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse hinsichtlich der Eignung von ESG-Strategien zur Risikobegrenzung in Firmenkundenkreditportfolios von Genossenschaftsbanken zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Methoden wie Stresstests.

Schlüsselwörter

Genossenschaftsbanken, Nachhaltigkeitsrisiken, ESG-Strategien, Firmenkundenkreditgeschäft, Nachhaltigkeitsprüfung, Risikomanagement, BaFin-Merkblatt, Screening, Kreditvergabe, Transformation, Nachhaltige Geldanlagen, Klimarisiken, Kreditportfolio, Banksteuerung, Proportionalitätsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Genossenschaftsbanken ESG-Investmentstrategien in ihre Vergabeverfahren für Firmenkundenkredite übertragen können, um Nachhaltigkeitsrisiken proaktiv zu begrenzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem genossenschaftlichen Bankenmodell, der regulatorischen Einordnung von Nachhaltigkeitsrisiken sowie der funktionalen Eignung von Screening- und Integrationsstrategien für die Kreditvergabe.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das primäre Ziel besteht darin, zu ermitteln, welche ESG-Anlagestrategien geeignet sind, um Nachhaltigkeitsrisiken im Firmenkundenkreditportfolio schon im Vorfeld der Kreditentscheidung gezielt zu minimieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine systematische Literaturarbeit, bei der vorhandene Fachliteratur, regulatorische Dokumente und Daten zu nachhaltigen Geldanlagen zusammengetragen und im Hinblick auf die Forschungsfrage analysiert werden.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung vertieft?

Nach einer theoretischen Fundierung zum ESG-Konzept und zu Nachhaltigkeitsrisiken werden verschiedene ESG-Strategien (Negativ-/Positiv-Screening, Impact Investing etc.) vorgestellt und deren praktische Anwendung durch das Beispiel der DZ BANK illustriert.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Genossenschaftsbanken, ESG-Risiken, Kreditvergabe, Screening-Strategien und regulatorische Anforderungen wie die des BaFin-Merkblatts charakterisiert.

Inwiefern beeinflusst das genossenschaftliche Geschäftsmodell die Integration von ESG?

Das genossenschaftliche Modell, das auf Gemeinschaft, Hilfe zur Selbsthilfe und regionaler Bindung basiert, bietet laut Analyse einen sehr guten kulturellen Anknüpfungspunkt, um die soziale Dimension der Nachhaltigkeit in Beratung und Kreditvergabe zu integrieren.

Welche Rolle spielt die DZ BANK im Kontext der Untersuchung?

Die DZ BANK dient als konkretes Praxisbeispiel für die nachhaltige Kreditvergabe. Ihre etablierten Prozesse, insbesondere das Screening und die Nachhaltigkeitsprüfliste, zeigen auf, wie ESG-Ansätze in großem Maßstab in Kreditvergaberegelwerke implementiert werden können.

Warum ist die Datenverfügbarkeit eine Herausforderung für die Banken?

Der Autor stellt fest, dass für kleine und mittlere Unternehmen bislang kaum standardisierte und vergleichbare ESG-Daten existieren, was eine präzise Bewertung dieser Risiken für lokale Banken erschwert.

Eignet sich ein Screening als alleiniges Instrument zur Risikobegrenzung?

Das Screening wird als ein nützlicher erster Ansatz betrachtet, um grobe Risiken auszuschließen, reicht aber allein nicht aus, um die komplexen, langfristigen Nachhaltigkeitsrisiken eines Portfolios vollständig zu steuern; weiterführende Methoden sind daher erforderlich.

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Details

Title
Perspektiven des Umgangs mit Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditgeschäft mit Firmenkunden von Genossenschaftsbanken
College
University of Technology, Business and Design Wismar  (Fakultät für Wirtschaftswissenschaften)
Grade
1,5
Author
Arne Müller (Author)
Publication Year
2022
Pages
62
Catalog Number
V1368165
ISBN (PDF)
9783346897824
ISBN (Book)
9783346897831
Language
German
Tags
Genossenschaftsbanken Nachhaltigkeit Nachhaltigkeitsrisiken ESG Prinzip der Nachhaltigkeit Genossenschaftliches Grundprinzip Drei Dimensionen Konzept der Nachhaltigkeit ESG Risiken ESG Strategien Firmenkundenkreditgeschäft Screening Best in Class Impact Investing ESG Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Müller (Author), 2022, Perspektiven des Umgangs mit Nachhaltigkeitsrisiken im Kreditgeschäft mit Firmenkunden von Genossenschaftsbanken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1368165
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