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Auferzwungene Weiblichkeit

Joachim Heinrich Campe

Title: Auferzwungene Weiblichkeit

Essay , 2008 , 6 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Marlen Berg (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Die Frage nach der Bedeutung des Geschlechts für Erziehungs-, Bildungs- und Sozialisationsprozesse wurde über Jahrhunderte hinweg immer wieder gestellt und löste zahlreiche Diskussionen über mögliche Umgänge aus. Gegenwärtige Debatten über vorherrschende Geschlechterbilder kommen nicht umher einen Blick auf die Geschichte zu werfen und sich einige der so genannten „Klassiker“ zu betrachten, da sich anhand jener Ideen und Konzepte erkennen lässt, wie stark die vergangenen Jahrhunderte unser binäres und imaginiertes Denken (bezüglich Geschlecht) beeinflusst haben.
Ich möchte im Folgenden das Thema Frauenbildung problematisieren und werde diesbezüglich das Werk „Väterlicher Rath“ von Joachim Heinrich Campe in den Betrachtungsmittelpunkt stellen. Das Buch von 1788 zählt zu seinen populärsten, wobei es zuerst persönlich motiviert und seiner damals 14jährigen Tochter Charlotte gewidmet war. Dennoch kann der „Väterliche Rath“ als eine bedeutsame Schrift zur Frauen- und Mädchenbildung bezeichnet werden, denn Campe „repräsentiert die zeitgenössische Vorstellung von weiblicher Erziehung und Bildung“. Bereits in diesem Zitat wird ersichtlich, dass Campe einen Unterschied zwischen den Geschlechtern vertritt und in diesem Sinne differenzierte Konzepte für Männer und Frauen entwirft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse des Werkes "Väterlicher Rath"

2.1 Geschlechtsspezifische Ordnung und männliche Dominanz

2.2 Das 3-Aufgaben-Modell: Gattin, Mutter, Hausfrau

2.3 Bildung als Wesenswerdung

3. Fazit und aktueller Bezug

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Bildungsvorstellungen von Joachim Heinrich Campe im ausgehenden 18. Jahrhundert. Ziel ist es, den "Väterlichen Rath" kritisch zu analysieren, um aufzuzeigen, wie das Werk zur Fixierung der Frau auf den privaten, häuslichen Bereich beitrug und eine eigenständige Bildung unterdrückte.

  • Die gesellschaftliche Konstruktion von Weiblichkeit im 18. Jahrhundert.
  • Die theoretische Begründung der häuslichen Bestimmung der Frau.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Campes Bildungsbegriff ("Wesen statt Wissen").
  • Die anhaltende Relevanz tradierter Geschlechterrollen in heutigen Diskursen.

Auszug aus dem Buch

Die Bestimmung der Frau im 18. Jahrhundert

Bereits in der Vorrede seines Werkes verweist Campe auf eine geschlechtsspezifische Ordnung, die gesellschaftlich bestimmt und notwendig ist. Hierbei wird dem Mann die führende Position zugeschrieben. Campe appelliert als wissender Vater an seine Tochter ihm und seinem Buch zu vertrauen und seinen Belehrungen zu folgen.

Obwohl es sich um Ratschläge für das Leben einer Frau und deren Bildung handelt, ist auffällig, dass die Diskussion diesbezüglich stets von Männern (z.B. Campe, Rousseau, Humboldt) geführt wurde, so dass man die Vermutung äußern könnte, dass das vermittelte Frauenbild von rein männlichen Interessen geprägt ist. Betrachtet man sich die verschiedenen Bereiche, die Campe den verschiedenen Geschlechtern zuschreibt und die dargestellten Geschlechtscharaktere lässt sich die Vermutung des männlich-bestimmten Leitbildes bestätigen. Er unterscheidet zwischen dem öffentlichen und dem privaten Bereich, wobei der letztere der Frau zugeordnet wird und einer niedrigeren Geringschätzung unterliegt.

An dieser Stellte sollte erwähnt werden, dass sich Campes Modell allein auf die bürgerlichen, verheirateten Frauen beziehen. Unverheiratete Frauen spielen für ihn keine Rolle und er thematisiert auch nicht die Frage, was mit ihnen geschehen soll. Im Prinzip könnte man sagen, dass ehelose Frauen „nicht existieren“, da die Ehe eine gewisse Vorraussetzung oder sogar Norm ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Relevanz von Geschlechterbildern ein und stellt Joachim Heinrich Campes "Väterlicher Rath" als zentrales Untersuchungsobjekt zur Problematisierung der Frauenbildung vor.

2. Analyse des Werkes "Väterlicher Rath": Dieser Hauptteil beleuchtet die geschlechtsspezifischen Zuweisungen Campes, sein Modell der bürgerlichen Frau als Gattin, Mutter und Hausfrau sowie seine Reduktion von Bildung auf ein "Wesen" statt auf echtes Wissen.

3. Fazit und aktueller Bezug: Das Fazit fasst die Unterdrückung der Frau im häuslichen Bereich zusammen und stellt eine Verbindung zu heutigen, nach wie vor existenten Geschlechterstereotypen in der Gesellschaft her.

Schlüsselwörter

Frauenbildung, Joachim Heinrich Campe, Väterlicher Rath, Geschlechterrolle, Sozialisation, Bürgertum, häuslicher Bereich, Wesenswerdung, geschlechtsspezifische Ordnung, Unterordnung, Bildungsprogramm, weibliche Bestimmung, Geschlechterstereotypen, Erziehung, 18. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Erziehungs- und Bildungsvorstellungen, die Joachim Heinrich Campe Ende des 18. Jahrhunderts in seinem Werk "Väterlicher Rath" formulierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Konstruktion von Weiblichkeit, die Trennung von privatem und öffentlichem Bereich sowie die männlich geprägten Bildungsziele der Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Campes Konzepte die Frau auf ihre Rolle als Gattin, Mutter und Hausfrau festlegten und ihr eine echte, eigenständige Allgemeinbildung verwehrten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-kritische Analyse des Primärtextes "Väterlicher Rath" unter Einbeziehung zeitgenössischer pädagogischer und historischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das von Campe propagierte 3-Aufgaben-Modell der Frau, die Instrumentalisierung von Bildung zur Sicherung der männlichen Dominanz und die Ausgrenzung von allem, was nicht dem häuslichen Ideal entsprach.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Frauenbildung, häusliche Bestimmung, geschlechtsspezifische Sozialisation, männliche Herrschaft und Geschlechterstereotypen geprägt.

Warum bezieht sich Campe nur auf verheiratete Frauen?

Für Campe war die Ehe die notwendige Norm der Gesellschaft. Ehelose Frauen passten nicht in sein Weltbild, weshalb er sie in seinem Modell konsequent ignorierte.

Wie unterscheidet sich Campes Bildungsbegriff für Frauen?

Anstelle einer wissenschaftlichen Allgemeinbildung propagierte er eine "Wesenswerdung", die Frauen lediglich auf ihre häuslichen Pflichten vorbereiten sollte, statt ihnen wirkliches Wissen zu vermitteln.

Gibt es einen aktuellen Bezug in der Arbeit?

Ja, die Autorin zieht eine Verbindung zur Gegenwart und zeigt auf, dass kategoriales, zweigeschlechtliches Denken und die damit verbundenen Erwartungen an Frauen auch heute noch gesellschaftlich wirksam sind.

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Details

Title
Auferzwungene Weiblichkeit
Subtitle
Joachim Heinrich Campe
College
University of Potsdam  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
Geschlecht als pädagogische Kategorie
Grade
1,7
Author
Marlen Berg (Author)
Publication Year
2008
Pages
6
Catalog Number
V136820
ISBN (eBook)
9783640452538
ISBN (Book)
9783640452798
Language
German
Tags
Campe Väterlicher Rath Geschlecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marlen Berg (Author), 2008, Auferzwungene Weiblichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136820
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