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Politische Bildung im Geschichtsunterricht der DDR

Title: Politische Bildung im Geschichtsunterricht der DDR

Examination Thesis , 2009 , 71 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Thoß (Author)

Didactics - History
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Summary Excerpt Details

Der eröffnende Grundlagenteil soll für die Arbeit wichtige Begriffe klären. Er besteht aus zwei Unterkapiteln, von denen sich das erste mit der Theorie des historischen Materialismus und dem daraus abgeleiteten marxistisch-leninistischen Geschichtsbild befasst. Beide Begriffe sind von fundamentaler Bedeutung sowohl für die Geschichtswissenschaft als auch für den Geschichtsunterricht. Sie bilden die Grundlage dafür, wie die DDR und ihre Geschichte von den Historikern aber auch im Geschichtsunterricht dargestellt werden sollte. Das zweite Unterkapitel des Grundlagenteils beschäftigt sich mit Grundbegriffen und –funktionen politischer Bildung und Erziehung, anhand derer im dritten Teil der Arbeit, die Mittel und Methoden der politischen Bildung und Erziehung im Geschichtsunterricht beurteilt werden sollen.
Teil Zwei der Arbeit beschäftigt sich mit der administrativen Einflussnahme auf den Inhalt des Geschichtsunterrichts. Dabei soll als erstes die Geschichtswissenschaft und die Geschichtsmethodik untersucht werden, da diese ja die Lieferanten des historischen Inhalts und der zur Vermittlung benötigten Methoden des Geschichtsunterrichts sind. Weiterhin soll in diesem Teil der staatliche Einfluss bei der Konzipierung von Lehrplänen und Schulbüchern untersucht werden.

Im dritten Teil der Arbeit geht es um den Geschichtsunterricht an sich. Es soll vor allem anhand der Lehrpläne überprüft werden, welche Ziele und Aufgaben dem Geschichtsunterricht gestellt wurden und mit welchen Inhalten und didaktischen Methoden diese erfüllt werden sollten und wie sie aus Sicht der politischen Bildung und Erziehung zu bewerten sind.

Der letzte Teil der Arbeit soll anhand einer bis 1989 unter Verschluss gehaltenen empirischen Studie, die Wirksamkeit der politischen Bildung und Erziehung im Geschichtsunterricht der DDR untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN

2.1. DER HISTORISCHE MATERIALISMUS UND DAS GESCHICHTSBILD DER DDR

2.1.1. DER HISTORISCHE MATERIALISMUS

2.1.2. DAS GESCHICHTSBILD DER DDR

2.1.3. MODIFIKATIONEN AM GESCHICHTSBILD DURCH DIE TRADITION-ERBE- DISKUSSION

2.2. FUNKTIONEN POLITISCHER BILDUNG UND ERZIEHUNG

2.2.1. ERZIEHUNG UND BILDUNG

2.2.2. DIE STAATSBÜRGERLICHE ERZIEHUNG

2.2.3. POLITISCHE BILDUNG

2.3. FUNKTIONEN SCHULISCHER POLITISCHER BILDUNG UND ERZIEHUNG

2.3.1. FÖRDERUNG DER MÜNDIGKEIT

2.3.2. QUALIFIZIERUNG ZU FUNKTIONIERENDEN MITGLIEDERN DES GEMEINWESENS

2.3.3. STABILISIERUNG DER GEGEBENEN HERRSCHAFTSORDNUNG

2.3.4. VERANKERUNG DER GEISTIGEN GRUNDLAGEN DES GEMEINWESENS

2.3.5. BESSERUNG DER GESELLSCHAFTLICH-POLITISCHEN ZUSTÄNDE

3. ADMINISTRATIVE EINFLUSSNAHME DER SED AUF DEN GESCHICHTSUNTERRICHT DER DDR

3.1. DIE GESCHICHTSWISSENSCHAFT UND IHRE BEZIEHUNGEN ZUR SED

3.1.1 DIE „ZENTRALEN FORSCHUNGSPLÄNE“

3.1.2 BERÜCKSICHTIGUNG DER PARTEILINIE

3.2. DIE GESCHICHTSMETHODIK UND IHRE BEZIEHUNG ZUR SED

3.3. DIE EINFLUSSNAHME DER SED AUF DIE LEHRPLANKONZIPIERUNG

3.3.1. DIE LEHRPLANZIELE

3.3.2. DIE WICHTIGSTEN AN DER KONZIPIERUNG DER LEHRPLÄNE BETEILIGEN INSTITUTE

3.4. DIE EINFLUSSNAHME DER SED AUF DIE SCHULBUCHKONZIPIERUNG

4. DER GESCHICHTSUNTERRICHT DER DDR

4.1. ZIELE UND AUFGABEN DES GESCHICHTSUNTERRICHTS IN DER DDR

4.2. DIE INHALTE DES GESCHICHTSUNTERRICHTS DER DDR

4.2.1. INHALT DES GESCHICHTSUNTERRICHTS IN KLASSE 5

4.2.2. INHALT DES GESCHICHTSUNTERRICHTS IN KLASSE 6

4.2.3. INHALT DES GESCHICHTSUNTERRICHTS IN KLASSE 7

4.2.4. INHALT DES GESCHICHTSUNTERRICHTS IN KLASSE 8

4.2.5. INHALT DES GESCHICHTSUNTERRICHTS IN KLASSE 9

4.2.6. INHALT DES GESCHICHTSUNTERRICHTS IN KLASSE 10

4.2.7. ZUSAMMENFASSUNG

4.3. MITTEL UND METHODEN DER INDOKTRINATION

4.3.1. DIE LÜCKENLOSE PLANUNGSHIERARCHIE

4.3.2. LEHRERZENTRIERTHEIT UND SCHÜLERTÄTIGKEIT

4.3.2.1. Der Lehrervortrag

4.3.2.2. Das Unterrichtsgespräch

4.3.2.3. Schülertätigkeit

4.3.2.4. Betrachtung aus dem Blickwinkel der politischen Bildung und Erziehung

4.3.3. EMOTIONALITÄT DES GESCHICHTSUNTERRICHTS

4.3.3.1. Betrachtung aus dem Blickwinkel der politischen Bildung und Erziehung

4.3.4. BEEINFLUSSUNG MITTELS PERSONALISIERUNG

4.3.5. BEEINFLUSSUNG DURCH SPRACHE

4.4. VERÄNDERUNG DES GESCHICHTSUNTERRICHTS DURCH ZEITGESCHICHTLICHE EREIGNISSE UND DIE POLITIK DER SED

4.4.1. DER GESCHICHTSUNTERRICHT IN DER SBZ (1945-1949)

4.4.2. DER GESCHICHTSUNTERRICHT IN DER ZEIT DER STALINISIERUNG DER DDR (1949-1953)

4.4.3. DER GESCHICHTSUNTERRICHT ZWISCHEN „LIBERALEM“ UND „HARTEM“ KURS IN DER DDR (1953-1961)

4.4.4. DER GESCHICHTSUNTERRICHT IN DER ZEIT DER KONSOLIDIERUNG DER DDR (1961-1971)

4.4.5. DER GESCHICHTSUNTERRICHT AM BEGINN DER ÄRA HONECKER (1971-1979)

4.4.6. DER GESCHICHTSUNTERRICHT IN DER KRISE DER DDR (1979-1989)

5. DIE WIRKUNG DER POLITISCHEN BILDUNG IM GESCHICHTSUNTERRICHT DER DDR

6. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die administrativen und didaktischen Instrumente, mit denen die SED den Geschichtsunterricht in der DDR als Mittel zur politischen Indoktrination einsetzte. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine selektive Interpretation historischer Fakten, die Etablierung eines parteilichen Geschichtsbildes sowie durch manipulative Lehrmethoden das Ziel verfolgt wurde, Schüler zu sozialistischen Persönlichkeiten zu erziehen und den Herrschaftsanspruch der SED zu legitimieren.

  • Strukturen der administrativen Einflussnahme auf Lehrpläne und Lehrmittel
  • Die Funktion der Geschichtswissenschaft als „Magd der Politik“
  • Methoden der Indoktrination: Emotionalisierung, Personalisierung und Sprachlenkung
  • Wirkung der politischen Bildung auf das Geschichtsbewusstsein der Jugendlichen
  • Veränderung des Geschichtsunterrichts unter wechselnden politischen Bedingungen (1945–1989)

Auszug aus dem Buch

4.3.5. Beeinflussung durch Sprache

Die offizielle Sprache oder die offiziellen Sprachregelungen, wurde in der DDR nicht nur in Reden und Dokumenten der hohen Parteifunktionäre, sondern überall auf offiziellen Gebiet in Brigadebüchern an Wandtafeln oder in Parteilosungen aber auch in den Lehrplänen, Unterrichtshilfen und Schulbüchern verwendet.

Sie war in ihrer emotionalen und appellativen Weise hervorragend dazu geeignet die Ideologie der SED mit Hilfe von polarisierenden Superlativen Liebe zum Sozialismus und ebenso auch Hass auf den Imperialismus gezielt zu propagieren. Die nun folgenden positiven als auch negativen Formulierungen sollen nur einige ausgewählte Beispiele darstellen.

Positive Formulierungen für den Sozialismus:

• Leistung der Werktätigen

• Größe der Aufgaben

• Friedensmärsche der FDJ

• Praktische Politik zum Wohle des Volkes

Freund-Feind-Denken für die Geschichte der (alten) Bundesrepublik

• Reaktionäre Kreise der BRD

• Aggressive Kräfte der BRD

• Von der BRD ausgehende Anschläge der BRD

• Offene Aufrüstung und verstärkter Revanchismus

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die zentrale Bedeutung der sozialistischen Bildungsarbeit in der DDR und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Methoden der staatlichen Indoktrination im Geschichtsunterricht zu untersuchen.

2. BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel klärt die theoretischen Fundamente des Marxismus-Leninismus und die daraus abgeleiteten Funktionen politischer Erziehung und Bildung.

3. ADMINISTRATIVE EINFLUSSNAHME DER SED AUF DEN GESCHICHTSUNTERRICHT DER DDR: Es wird analysiert, wie die SED durch politische Vorgaben, zentrale Forschungspläne und die Steuerung von Lehrmitteln die volle Kontrolle über den Geschichtsunterricht ausübte.

4. DER GESCHICHTSUNTERRICHT DER DDR: Dieses Hauptkapitel detailliert die inhaltliche Ausgestaltung der Lehrpläne über die Klassenstufen 5 bis 10 sowie die spezifischen Indoktrinationsmethoden wie Emotionalisierung und Personalisierung.

5. DIE WIRKUNG DER POLITISCHEN BILDUNG IM GESCHICHTSUNTERRICHT DER DDR: Der letzte Teil befasst sich mit den tatsächlichen Auswirkungen der Indoktrinationsversuche auf das Geschichtsbewusstsein der Jugendlichen und dem Scheitern dieses Erziehungsmodells bis 1989.

6. ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse und konstatiert das Verfehlen der Indoktrinationsziele durch die Diskrepanz zwischen ideologischem Bild und Lebensrealität.

Schlüsselwörter

Geschichtsunterricht, DDR, SED, Indoktrination, Historischer Materialismus, Politische Bildung, Sozialismus, Lehrplankonzipierung, Geschichtsbild, Parteilichkeit, Ideologie, Propaganda, Arbeiterbewegung, Staatsbürgerliche Erziehung, Sozialistische Persönlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ideologische Lenkung des Geschichtsunterrichts in der DDR durch die SED und untersucht, wie Geschichte als Werkzeug zur Herrschaftssicherung und Erziehung zum sozialistischen Bürger genutzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen den Einfluss der SED auf die Geschichtswissenschaft, die didaktische Gestaltung der Lehrpläne sowie die Methoden der psychologischen Beeinflussung wie Emotionalisierung und Personalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist aufzuzeigen, inwiefern der Geschichtsunterricht in der DDR als Instrument politischer Indoktrination fungierte und warum dieser Ansatz bei der heranwachsenden Generation letztlich an Glaubwürdigkeit verlor.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse durch, indem er Lehrpläne, Parteidokumente und empirische Studien auswertet, um die administrative Steuerung des Unterrichts und deren Wirksamkeit zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die administrative Steuerung durch die Partei sowie die detaillierte inhaltliche Analyse des Geschichtsunterrichts in den verschiedenen Klassenstufen und die angewandten Indoktrinationsmethoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere DDR-Geschichtspolitik, Indoktrination, Historischer Materialismus, Parteilichkeit und die Rolle der SED im Bildungssystem.

Wie wurde auf die Veränderung der politischen Lage reagiert?

Der Autor zeigt auf, wie der Geschichtsunterricht je nach politischer Stabilität oder Krise der DDR zwischen "liberalen" und "harten" Kursen wechselte, um den ideologischen Anforderungen der SED stets gerecht zu werden.

Was besagt die Analyse zur Wirkung des Geschichtsunterrichts?

Die Untersuchung macht deutlich, dass das ständige ideologische "Bombardement" bei den Schülern der 1980er Jahre oft zu Ablehnung und emotionalen Barrieren führte, da die Propaganda nicht mit der gelebten Realität übereinstimmte.

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Details

Title
Politische Bildung im Geschichtsunterricht der DDR
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Didaktik der Geschichte
Grade
1,0
Author
Michael Thoß (Author)
Publication Year
2009
Pages
71
Catalog Number
V136868
ISBN (eBook)
9783640440610
ISBN (Book)
9783640440870
Language
German
Tags
DDR Politische Bildung Lehrplan Ministerium für Volksbildung Schulbuch Geschichtsbild staatsbürgerliche Erziehung Geschichtsmethodik SED Indoktrination historischer Materialismus Geschichtsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Thoß (Author), 2009, Politische Bildung im Geschichtsunterricht der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136868
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