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"Orte des Unvernehmens" - the human factor als Instrument der Analyse - Empathie im Dokumentarfilm

Analyse der Dokumentation "Tarifa Traffic" von Joakim Demmer

Title: "Orte des Unvernehmens" - the human factor als Instrument der Analyse - Empathie im Dokumentarfilm

Seminar Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sophie Nagel (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll nicht wie aus dem Kontext des vorangegangenen Seminars nahe liegend wäre, diskutiert werden, ob Tarifa Traffic von Joakim Demmer im Sinne Jacques Racières ein politischer oder vorpolitischer Dokumentarfilm ist. Auch die Debatte um Giorgio Agambens Aspekt der Biopolitik wird keinen Einzug finden. Es steht doch außer Frage, dass die Dokumentation, die filmische Wiedergabe einer gesellschaftlichen Schwäche, das Aufzeigen des Zustands einer Minderheit, des Kreislaufes einer Verzweiflungstat einen politischen Zweck verfolgt. Ein solcher Dokumentarfilm wird nicht einfach so gedreht, er möchte informieren, zeigen, dass Etwas existiert, sich seit Jahren stetig wiederholt, von dem der Großteil unserer Gesellschaft nichts weiß oder sich bewusst davor verschließt.
Auf den folgenden Seiten soll daher vielmehr diskutiert werden, inwieweit es sich bei Tarifa Traffic überhaupt um einen Dokumentarfilm handelt, was „dokumentieren“ ausdrücken will, ob nicht vielmehr auch fiktionale Aspekte aufzuweisen möglich sind. Teil eines fiktionalen Films sind die handlungstragenden Figuren. Dem Zuschauer soll die Möglichkeit geboten werden, sich in diese einzufühlen, um die jeweiligen Handlungen nachvollziehen zu können. Am Beispiel der Kognitiven Filmdramaturgie ist es Ziel der vorliegenden Untersuchung, Tarifa Traffic- Tod in Gibraltar einem der Genre aus Dokumentation, Fiktion, bzw. Dokufiktion näher zuzuordnen und dahingehend zu analysieren. Empathie als Dimension des Filmverstehens als Leitmotiv dieser Diskussion.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Prolog

2 Dokumentarfilm vs. Fiktion – Eine Gegenüberstellung

3 Analyse: Immersion des Zuschauers in die Welt des Dokumentarfilms

4 Epilog

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Dokumentarfilm „Tarifa Traffic“ von Joakim Demmer unter dem Aspekt der Kognitiven Filmdramaturgie, um zu ergründen, inwieweit das Werk zwischen den Polen Dokumentation und Fiktion angesiedelt ist und welche Mechanismen der Zuschauerimmersion und Empathiebildung dabei zum Einsatz kommen.

  • Analyse von Stilmitteln an der Schnittstelle zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm.
  • Untersuchung der Empathiebildung durch filmästhetische Inszenierungen.
  • Bewertung der Authentizität und der medialen Konstruktion von Realität im dokumentarischen Kontext.
  • Die Rolle der Distanz und Nähe als gestalterische Mittel in der Darstellung der Flüchtlingsproblematik.

Auszug aus dem Buch

3 Analyse: Immersion des Zuschauers in die Welt des Dokumentarfilms

Entscheidend ist in jedem Film die Exposition. Bereits nach wenigen Minuten weiß der Zuschauer um die Handlung der Geschichte, die er sich anzusehen entschlossen hat. Schon die ersten Einstellungen fassen generell das gesamte Thema eines Films kurz zusammen. „Exposition bedeutet die visuelle und akustische Einführung des Zuschauers in Grundstimmung, Ausgangssituation, Zustände, Zeit, Ort und Personen des Films und die Vermittlung der für das Verständnis wichtigen Vorrausetzungen und Hintergründe“12. Der so genannte Establishing Shot dient in einer Außenperspektive dazu, „großräumig den Schauplatz der Handlung“ vorzustellen, bzw. repräsentiert „in einer Totalen einen Innenraumschauplatz überblicksartig“13.

In Tarifa Traffic ist der Strand Tarifas in Gibraltar der Schauplatz, welcher den Film einleitet. Der Strand, der im Dunkel der Nacht ein grausames Geheimnis birgt, tagsüber jedoch von lärmenden Touristen bevölkert ist. Auf den ersten Blick handelt es sich um einen ganz normalen Urlaubsort in Spanien. Der nächtliche Strand in der Exposition wird mit bedrohlicher Off-Musik untermalt und erzeugt dabei ein Gefühl der Unentrinnbarkeit vor dem Bösen, das vom Meer aus kommt. Dem Meer, das in seinen stetigen kraftvollen Bewegungen eine magische Anziehungskraft auf den Menschen ausübt und doch für die Flüchtlinge, eng auf Schlauchbooten zusammengepfercht, zur tödlichen Gefahr wird. Die Totale auf das Wasser etabliert im Film die bedrohliche Ruhe der Naturgewalt. Sie gibt dem Meer neben der Vergnügungsstätte für die braungebrannten Urlauber also ein zweites, gegenteiliges Gesicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Prolog: Die Einleitung steckt den theoretischen Rahmen ab, in dem Tarifa Traffic als Dokumentation gesellschaftlicher Missstände verortet wird, und formuliert die Absicht, das Genre und die filmischen Mittel der Arbeit zu hinterfragen.

2 Dokumentarfilm vs. Fiktion – Eine Gegenüberstellung: Dieses Kapitel vergleicht theoretische Ansätze zur Definition von Dokumentarfilm und Fiktionalität und beginnt die spezifische Filmanalyse von Tarifa Traffic unter besonderer Berücksichtigung des Konzepts der Empathie.

3 Analyse: Immersion des Zuschauers in die Welt des Dokumentarfilms: Der Hauptteil untersucht die filmische Gestaltung des Werks, insbesondere den Einsatz von Exposition, Kameraarbeit und Voiceover, um die Immersion und emotionale Bindung des Zuschauers an das Geschehen zu analysieren.

4 Epilog: Das abschließende Kapitel resümiert die Untersuchungsergebnisse und stellt fest, dass Demmers Film durch einen gezielten Wechsel zwischen Distanz und Nähe den Zuschauer behutsam an die schmerzhafte Realität der Flüchtlingsproblematik heranführt.

Schlüsselwörter

Dokumentarfilm, Tarifa Traffic, Immersion, Empathie, Kognitive Filmdramaturgie, Fiktion, Authentizität, Bildästhetik, Flüchtlingsproblematik, Joakim Demmer, Filmtheorie, Realitätsbezug, Distanz, Nähe, Zuschauererfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Dokumentarfilm Tarifa Traffic von Joakim Demmer hinsichtlich seiner Genrezugehörigkeit und seiner dramaturgischen Mittel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Empathie, der Immersion des Zuschauers sowie die Spannung zwischen dokumentarischer Authentizität und fiktionalen Gestaltungsmitteln.

Welches Ziel verfolgt die Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob und wie der Film trotz seines dokumentarischen Anspruchs durch spielfilmtypische Inszenierungen eine emotionale Nähe zum Zuschauer herstellt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich primär auf Konzepte der Kognitiven Filmdramaturgie und filmtheoretische Modelle zur Empathiebildung.

Was wird im Hauptteil des Werks behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Exposition des Films, den Einsatz von Kameraeinstellungen, Voiceover-Kommentaren und die Konstruktion des "empathischen Feldes" in Bezug auf die Protagonisten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Dokumentarfilm, Immersion, Empathie, Authentizität, Bildästhetik und Flüchtlingsproblematik.

Wie bewertet der Film das Verhalten der spanischen Bevölkerung?

Der Film zeichnet kein einseitiges Bild, sondern zeigt die Zerrissenheit der Protagonisten, die einerseits Empathie für die Flüchtlinge empfinden und andererseits in ihrer Funktion (z.B. Zivilschutz) mit der alltäglichen Konfrontation mit dem Tod resignieren.

Welche Rolle spielt der Begriff des "europäischen Grabs" in der Analyse?

Das Zitat dient als Beispiel für die bewusste Gestaltung der Sprache der Interviewten im Film, die den Ort Tarifa metaphorisch auflädt und die Ignoranz der Umgebung kontrastiert.

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Details

Title
"Orte des Unvernehmens" - the human factor als Instrument der Analyse - Empathie im Dokumentarfilm
Subtitle
Analyse der Dokumentation "Tarifa Traffic" von Joakim Demmer
College
University of Vienna  (Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Course
Seminar zu Theorien und Methode der Medienwissenschaft – Zum Verhältnis von Dokumentarischem und Politischem
Grade
2
Author
Sophie Nagel (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V136901
ISBN (eBook)
9783640453719
ISBN (Book)
9783640453870
Language
German
Tags
Tarifa Traffic Joakim Demmer Dokumentarfilm Empathie im Film
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sophie Nagel (Author), 2008, "Orte des Unvernehmens" - the human factor als Instrument der Analyse - Empathie im Dokumentarfilm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136901
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