Die UB-Stunde ist die vierte Unterrichtseinheit (UE) einer Unterrichtsreihe zu Paris. Gegenstand der ersten Doppelstunde war die schriftliche und mündliche Auseinandersetzung mit Internetkommentaren von Franzosen, die beschrieben haben, was sie an Paris mögen und nicht mögen. Als Hausaufgabe haben die Schüler Namen von Pariser Sehenswürdigkeiten entsprechenden Bildern zugeordnet, in dem sie die Begriffe „gegooglet“ haben. Zudem haben sie Informationen zu zwei selbst gewählten Sehenswürdigkeiten recherchiert. Auf dieser Grundlage wurden in der zweiten UE (Einzelstunde) Kurzvorträge erarbeitet und das Vortragen derselben geübt. In der dritten UE (Doppelstunde) verschriftlichten die Schüler
positive und negative Eindrücke und Statements zu Frankfurt und erstellten aus den Aufzeichnungen ein Vortragsgerüst (Stichworte). Anschließend wurde intensiv das Vortragen geübt. Schwerpunkt der UB-Stunde ist, wie bereits in den vorangegangenen UEs, das (weitgehend freie) Sprechen. In den folgenden Stunden verschiebt sich der sprachliche Schwerpunkt von der Sprachproduktion hin zur Sprachrezeption im Sinne von Hörverstehen. Zudem wird der
inhaltliche (Filmanalyse) und landeskundliche (Paris) Aspekt mehr Bedeutung gewinnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einbettung der Stunde in die Unterrichtsreihe
2. Didaktische Schwerpunkte der Unterrichtsstunde
3. Kompetenzen, Stundenziele und Indikatoren
3.1 Sachkompetenz
3.2 Sprachliche Stundenziele (Produktion)
3.3 Sprachliche Stundenziele (Rezeption)
3.4 Methodenkompetenz
3.5 Stundenziele auf der Ebene der Methodenkompetenz
4. Geplanter Stundenverlauf (tabellarisch)
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Unterrichtsstunde ist die Förderung der zusammenhängenden mündlichen Sprachproduktion ("raconter") durch die ganzheitliche Erschließung einer Videosequenz aus dem Kurzfilm "Paris je t'aime". Die Schüler sollen lernen, Handlungsabläufe ohne das detaillierte Verständnis jedes einzelnen Wortes sinngemäß zu erfassen und wiederzugeben.
- Systematische Sprechschulung durch inhaltliche Filmaufbereitung
- Ganzheitliche Erschließung von Filmsequenzen durch Bild- und Kontextanalyse
- Fokus auf die sprachliche Produktion (Nacherzählung)
- Thematisierung interkultureller Aspekte ("rapports humains", "société multi-ethnique")
- Methodische Kompetenzerweiterung durch Partnerarbeit und spezifische Redemittel
Auszug aus dem Buch
Didaktische Schwerpunkte der Unterrichtsstunde
Der didaktische Schwerpunkt dieser Unterrichtsstunde liegt, wie bei den vorangegangenen, auf dem zusammenhängenden und gegliederten Erzählen („raconter“; zu den Etappen der systematischen Sprechschulung vgl. Duclercq & Winz, 2006, S. 10-16). Sprechanlässe bilden in dieser sowie der folgenden Stunde Videosequenzen aus der Episode 2 („Quais de Seine“) des Film „Paris je t’aime“, so dass eine inhaltliche Anbindung an das übergeordnete – lehrplankonforme (vgl. HKM, 2002, S. 3) – (inhaltlich-landeskundliche) Thema der Unterrichtsreihe gewährleistet ist. Auch die Thematisierung der „rapports humains“ und der „société multi-ethnique“, die Gegenstand der Episode 2 sowie weiterer Episoden von „Paris je t’aime“ ist, wird im Lehrplan als verpflichtender Unterrichtsinhalt für diese Jahrgangsstufe ausgewiesen (HKM, 2002, s. 3).
Im Rahmen dieser Stunde sollen die Schüler auf Grundlage des Filmtitels Vermutungen über den Inhalt des Kurzfilms äußern (Einstieg), die Situation der ersten Sequenz mündlich darstellen, die Handlung der Sequenzen 2 und 3 darstellen – sowohl während des Films als auch nacherzählend mit Hilfe der „mots pour bien raconter“, der Darstellung ihrer Mitschüler folgen und schließlich ein mögliches Ende des Films verschriftlichen (Hausaufgabe).
Den Schülern soll bei der Auseinandersetzung mit dem Kurzfilm zudem deutlich werden, dass ein globales Verständnis häufig auch dann möglich ist, wenn – bedingt durch Sprechgeschwindigkeit und Vokabular – nur wenige sprachliche Äußerungen zu verstehen sind. Die Schüler sollen lernen, Filme bzw. Filmsequenzen durch eine ganzheitliche Herangehensweise (Nutzung aller Informationsquellen) zu erschließen und nicht versuchen, alle sprachlichen Äußerungen im Detail zu verstehen, was erfolglos bleiben muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einbettung der Stunde in die Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel erläutert den bisherigen Verlauf der Unterrichtsreihe und begründet die methodische Entscheidung, den Fokus auf freies Sprechen zu legen.
2. Didaktische Schwerpunkte der Unterrichtsstunde: Hier werden die lernzielorientierten Schwerpunkte sowie die inhaltliche und lehrplankonforme Anbindung des Kurzfilms an den Französischunterricht dargestellt.
3. Kompetenzen, Stundenziele und Indikatoren: Dieser Abschnitt differenziert zwischen Sach-, Sprach- und Methodenkompetenz und formuliert messbare Ziele für die Produktion und Rezeption.
4. Geplanter Stundenverlauf (tabellarisch): Diese Übersicht skizziert den zeitlichen Ablauf, die eingesetzten Sozialformen sowie die verwendeten Medien der Unterrichtseinheit.
Schlüsselwörter
Französischunterricht, Paris je t'aime, Sprechschulung, Raconter, Filmanalyse, Sprachproduktion, Sprachrezeption, Ganzheitliche Erschließung, Jahrgangsstufe 11, Unterrichtsentwurf, Interkulturelles Lernen, Methodenkompetenz, Fremdsprachenerwerb, Medienintegration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf primär?
Der Entwurf dokumentiert eine Unterrichtseinheit in der Jahrgangsstufe 11, in der die Schüler den französischen Kurzfilm "Paris je t'aime" nutzen, um ihre Fähigkeiten im zusammenhängenden Sprechen zu trainieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Stadt Paris, menschliche Beziehungen ("rapports humains") und die multikulturelle Gesellschaft, eingebettet in eine systematische Sprechschulung.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schüler sollen lernen, Filmsequenzen ganzheitlich zu erfassen und den Inhalt der gesehenen Szenen eigenständig und zusammenhängend mündlich auf Französisch wiederzugeben.
Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?
Es wird ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, bei dem die Schüler ermutigt werden, nicht jedes Wort zu verstehen, sondern Informationen aus Bildern und Kontext zu nutzen, um die Handlung zu erschließen.
Was umfasst der Hauptteil des Entwurfs?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische Begründung, die explizite Formulierung von Lernkompetenzen und einen detaillierten tabellarischen Stundenverlauf.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Begriffe Sprechschulung, Raconter, Filmanalyse, Sprachproduktion und interkulturelles Lernen aus.
Warum wird die Strategie des globalen Verstehens betont?
Da die Sprechgeschwindigkeit in authentischen Filmen oft hoch ist, ist das detaillierte Verständnis für Schüler meist frustrierend. Die Methode des globalen Verstehens verhindert Überforderung und fördert die kommunikative Sicherheit.
Welche Rolle spielt die "Didaktische Reserve"?
Die didaktische Reserve dient als Puffer, falls der Zeitplan nicht eingehalten wird, und bietet Möglichkeiten zur Festigung des neuen Vokabulars oder zur Vertiefung durch Schülervorträge.
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- Dr. Florian Krick (Author), 2008, Raconter: Episode 2 („Quais de Seine“) des Films „Paris je t’aime“ als Sprechanlass, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136903