Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Thematik "Beratung im Lehrerforum" anhand eines speziellen Onlineforums in Form einer virtuellen professionellen Lerngemeinschaft.
Am Beispiel des Lehrerforums werden Zielerreichung und Wirksamkeit bei der Aktivierung von Veränderungspotenzialen durch mediengestützte Beratungsaktivitäten zur Diskussion gestellt. Grundlage dieser Diskussion ist eine Einordnung der Aktivitäten des Lehrerforums in bereits bestehende Konzepte und darüber hinaus die Überprüfung der Wirksamkeit und Zielsetzungen der Aktivitäten des Forums mit Hilfe eines standardisierten Onlinefragebogens.
Folgende Fragestellungen werden mit Hilfe des Fragebogens untersucht: Sind die im Forum Anwendung findenden Wirkfaktoren tatsächlich vorhanden? Werden damit die Ziele des Forums erreicht?
Inhaltsverzeichnis
Überblick
Einleitung
Beratung im Medium Internet
2 Begriffsklärung Beratung
2.1 Onlineberatungen
2.2 Computervermittelte Kommunikation und ihre Konsequenzen für Beratung
2.3 Mediale Bedingungen von Onlineberatung
2.4 Gruppenbildungen im Internet
2.5 Forenberatung
Das Lehrerforum
3 Zielgruppen des Forums und ihre Anliegen
3.1 Das Lehrerforum- eine virtuelle professionelle Lerngemeinschaft
3.2 Kommunikations- und Beratungsform im Lehrerforum
3.3 Ziele des Forums
3.4 Lernen in virtuellen professionellen Lerngemeinschaften
Aktivitäten im Lehrerforum
4 Begriffsklärung Selbsthilfe
4.1 Selbsthilfegruppen und ihre Merkmale
4.1.1 Aktivitäten und Voraussetzung von Selbsthilfe
4.1.2 Vor- und Nachteile von Selbsthilfegruppen
4.1.3 Ziele von Selbsthilfe
4.2 Begriffsklärung professionelle Beratung
4.2.1 Berater und Ratsuchende in professioneller Beratung
4.2.2 Beratungsbeziehungen
4.2.3 Beratungsprozesse
4.2.4 Beratungsziele
4.3 Begriffsklärung Wissensmanagement
4.3.1 Modell vom Wissensmanagement
4.3.2 Teilprozesse von Wissensmanagement
4.3.3 Anwendungsbereiche von Wissensmanagement
4.3.4 Die Relevanz von Wissensmanagement für pädagogische Berufe
Wirkfaktoren und Effekte des Lehrerforums
5 Begriffsklärung Wirkfaktoren
5.1 Wirkfaktoren von Selbsthilfe
5.2 Wirkfaktoren professioneller Beratung
5.3 Wirkfaktoren von Wissensmanagement
5.4 Auswahl der Wirkfaktoren
5.5 Auswahl der Effekte
Entwicklung und Erprobung eines Fragebogens zur Evaluation der Aktivitäten im Lehrerforum
6 Beschreibung der zu untersuchenden Fragestellung
6.1 Beschreibung der methodischen Vorgehensweise
6.2 Aufbau des Fragebogens
6.3 Vorstellung des Fragebogens
6.4 Stichprobe und Rücklauf
6.5 Datenanalyse
Präsentation der Ergebnisse
7 Ergebnisse der allgemeinen und demografischen Fragen
7.1 Ergebnisse der Effekte und Wirkfaktoren Wissensmanagement
7.2 Ergebnisse der Effekte und Wirkfaktoren- Selbsthilfe
7.3 Ergebnisse der Effekte und Wirkfaktoren professioneller Beratung
7.4 Ergebnisse der Offenen Fragen
7.5 Vergleichende Analyse
Interpretation der Ergebnisse
Diskussion
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Qualität und Wirksamkeit der Onlineberatungsaktivitäten in der virtuellen professionellen Lerngemeinschaft „Lehrerforum“. Das primäre Ziel ist es, durch die Entwicklung und Erprobung eines standardisierten Online-Fragebogens zu evaluieren, inwieweit das Forum seine Zielsetzungen bei den Usern erreicht und ob die theoretisch postulierten Wirkfaktoren aus den Bereichen Selbsthilfe, professionelle Beratung und Wissensmanagement tatsächlich vorhanden sind.
- Onlineberatung und Evaluation der Wirksamkeit in virtuellen Lerngemeinschaften
- Integration von Selbsthilfe, professioneller Beratung und Wissensmanagement
- Theoretische Systematisierung von Online-Aktivitäten
- Methodische Entwicklung eines explorativen quantitativen Fragebogens
- Empirische Untersuchung der Zielerreichung und Nutzungsqualität bei Lehrerinnen und Lehrern
Auszug aus dem Buch
2.2 Computervermittelte Kommunikation und ihre Konsequenzen für Beratung
In den vorherigen Abschnitten wurde deutlich, dass es sich bei Beratungsprozessen vorwiegend um kommunikative Verständigungsprozesse handelt. Das heißt, die Art und Weise der Kommunikation ist ausschlaggebend dafür, wie sich sowohl der Prozess an sich, als auch die Beziehung zwischen Ratsuchenden und Berater, entwickelt.
Wenn Beratung im Internet stattfindet, so ist die Form der Kommunikation stark von den medialen Optionen und Restriktionen des Internets abhängig. Beratung ist aber auch davon abhängig, inwieweit Berater und Ratsuchender darüber Bescheid und damit umzugehen wissen.
Im Folgenden werden einige dieser Optionen und Restriktionen sowie deren Konsequenzen für Beratungsprozesse und Beratungsbeziehungen erläutert. Eine große Option computervermittelter Kommunikation für Beratungsprozesse ist die Anonymität. Wenn ein Ratsuchender mit seinem Anliegen eine herkömmliche Beratungsstelle aufsucht, sind zunächst wichtige Informationsdaten bzgl. seiner Person aufzunehmen. Bei der Wahl einer Onlineberatung entfällt dies, mit Ausnahme, dass die eigene Emailadresse hinterlegt wird.
Die Anonymität wirkt sich des Weiteren auch darauf aus, dass sich der Ratsuchende in einem subjektiv geschützten, vertraulichen und abgeschirmten Raum befindet, da er im besten Fall von zuhause am PC schreibt. „Indem seine ganze Person, konkretisiert in seinem persönlichen Aussehen, seiner Stimme, seinem Auftreten, nicht wie im Reallife einer Begegnung ausgesetzt ist, und ihn keine Wahrnehmung, kein Wiedererkennen, kein Blick mit sozialer Taxierung oder persönlicher Bewertung erreichen kann, bewahrt er sich selbst, seine psychologische Unversehrtheit und seine Unbekanntheit und damit den maximal vorstellbaren persönlichen Schutz“ (Schulze, 2007, S.2). In einem solchen Setting fällt es zum einen leichter Kontakt aufzunehmen, zum anderen die Hemmschwelle zur Selbstoffenbarung und Problemschilderung zu überwinden. Für den Beratungsprozess heißt dies, dass es schneller, direkter und meist umfangreicher zu Problembeschreibungen auch schamhafter Themen kommt.
Zusammenfassung der Kapitel
Überblick: Einführung in das Thema Onlineberatung, deren Qualität und die Relevanz der Evaluation von Onlineberatungswirkungen anhand des Lehrerforums.
Einleitung: Begründung der Relevanz von Online-Interventionen in einer komplexer werdenden Gesellschaft und Vorstellung des Lehrerforums als Untersuchungsobjekt.
Beratung im Medium Internet: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Beratungsbegriff, den Besonderheiten der Onlineberatung und den Auswirkungen computervermittelter Kommunikation.
Das Lehrerforum: Detaillierte Vorstellung des Lehrerforums als virtuelle professionelle Lerngemeinschaft, ihrer Zielgruppen und Ziele.
Aktivitäten im Lehrerforum: Theoretische Herleitung und Einordnung der Foren-Aktivitäten in die Disziplinen Selbsthilfe, professionelle Beratung und Wissensmanagement.
Wirkfaktoren und Effekte des Lehrerforums: Begriffsdefinition von Wirkfaktoren und theoretische Herleitung der für das Forum relevanten Faktoren zur Evaluation.
Entwicklung und Erprobung eines Fragebogens zur Evaluation der Aktivitäten im Lehrerforum: Beschreibung des methodischen Vorgehens, des Aufbaus des Fragebogens und der Datenanalyse.
Präsentation der Ergebnisse: Detaillierte Auswertung der allgemeinen, demografischen und inhaltlichen Daten sowie vergleichende Analysen.
Schlüsselwörter
Onlineberatung, Lehrerforum, virtuelle professionelle Lerngemeinschaft, Selbsthilfe, Wissensmanagement, professionelle Beratung, Wirkfaktoren, Evaluation, Online-Fragebogen, computervermittelte Kommunikation, Wirksamkeitsstudie, Lehrergesundheit, Lernprozesse, digitale Kommunikation, Beratungspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Qualität und der Evaluation von Onlineberatungsangeboten, spezifisch angewandt auf das „Lehrerforum“ als virtuelle professionelle Lerngemeinschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Onlineberatung sowie deren Einordnung in die drei Einzeldisziplinen Selbsthilfe, professionelle Beratung und Wissensmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung und Erprobung eines Fragebogens, um zu evaluieren, ob das Lehrerforum die erwünschten Effekte bei seinen Nutzern erzielt und ob die theoretisch angenommenen Wirkfaktoren in der Praxis wirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen explorativen, quantitativen Online-Fragebogen, der nach einer theoretischen Herleitung von Wirkfaktoren und Effekten bei den Nutzern des Forums eingesetzt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der drei Disziplinen (Selbsthilfe, Beratung, Wissensmanagement), die Auswahl konkreter Wirkfaktoren und die anschließende empirische Untersuchung der Foren-Nutzer.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Onlineberatung, Evaluation, virtuelle Lerngemeinschaft, Lehrerforum, Wirkfaktoren und professionelle Beratung charakterisieren.
Welche Bedeutung hat das „Münchener Modell“ in diesem Kontext?
Das Modell dient als Grundlage zur systematischen Erfassung der Prozesse, Aktivitäten und Voraussetzungen von Wissensmanagement innerhalb der Lerngemeinschaft.
Warum ist die Anonymität im Lehrerforum so wichtig?
Die Anonymität fungiert als entscheidender Wirkfaktor, der Hemmschwellen für die Selbstoffenbarung senkt und Ratsuchenden in einem geschützten Raum die Aussprache auch schamhafter Themen ermöglicht.
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- Nina Reale (Author), 2009, Beratung im Lehrerforum. Wirkfaktoren einer virtuellen und professionellen Lerngemeinschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/136908